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Donnerstag, 24. Juni 2021

In Deutschland wird weit mehr Methan ausgestoßen, als die offiziellen Statistiken angeben

 Methan ist 87 mal so klimaschädlich wie CO₂, und insbesondere das Methan, das aus Lecks von  Erdgasleitungen ausströmt, wird kaum erfasst.

Löcher in der Leitung 
"Aus deutschen Industrieanlagen tritt klimaschädliches Methangas aus. Die Behörden ignorieren das Problem." 
Von Susanne Götze und Annika Joeres DIE ZEIT Nr. 26/2021, 24.6. 2021

"[...] Deutschland ist wegen seiner Mitgliedschaft im Weltklimarat dazu verpflichtet, alle Emissionen in einem jährlichen Inventarbericht aufzuführen. Alle Treibhausgase, ob sie von Autos oder von Rindern ausgestoßen werden, sind dort verzeichnet. Auf dieser Grundlage wird beschlossen, wie viel CO₂ beispielsweise im Autoverkehr oder der Energiewirtschaft eingespart werden muss. Auch Gas-Lecks sind aufgeführt, aber ihr Ausmaß wird vom Umweltbundesamt nicht geprüft. Man vertraut allein den Angaben der Industrie.
Ganz offensichtlich fehlt ein Großteil der Lecks, aber niemand will dafür verantwortlich sein. Die Betreiber der Anlagen und die Landesbehörden weisen jede Verantwortung von sich. Das brandenburgische Landesumweltamt gibt gegenüber der ZEIT an, dass es keine "expliziten Meldepflichten" für Betreiber von Gasanlagen gebe. Auch von Methan-Lecks in Mallnow wisse man nichts. Ein Sprecher des Betreibers Gascade räumt auf Nachfrage dagegen ein, dass man das Leck selber bemerkt habe und an Lösungen arbeite. Gemeldet habe man das aber nicht – weil die Mengen zu geringfügig seien. 
Das ist Ansichtssache: Rechnet man die laut Gascade bezifferten Mengen des entwichenen Methans zusammen, ergibt sich über acht Monate ein Ausstoß von über 3000 Tonnen CO₂-Äquivalenten, rechnet die Deutsche Umwelthilfe vor. Das entspricht der Klimaschädlichkeit von tausend Flügen von Berlin nach New York. Wenn man das auf die zahllosen Lecks hochrechnet, die James Turitto bei seinen Messungen entdeckt, hat Deutschland ein großes Methan-Problem. [...]"

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Kurzinfo: Treibhausgase

Die Treibhausgase, insbesondere Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Ozon (O3) und Lachgas (N2O) machen nur einen verschwindend kleinen Anteil unserer Atmosphäre aus, haben aber einen entscheidenden Einfluss auf den Treibhauseffekt.
Dabei hat Wasserdampf mit 0,25% den größten Anteil. Der größte Anteil entsteht aufgrund des natürlichen Wasserkreislaufs, doch weil aufgrund menschenverursachten weltweiten Erwärmung mehr Wasser verdunstet, ist bei ihm die Rückkopplung besonders stark. In der Stratosphäre kommt er natürlich kaum vor; er entsteht zu einem erheblichen Anteil durch den Flugverkehr. Deshalb wird dieser von Klimaaktivisten besonders stark kritisiert. 
Bisher wird die Zunahme von CO2 aufgrund der Verbrennung fossiler Energiespeicher besonders kritisch gesehen, doch Methan und Lachgas könnten im Falle der Auflösung des Permafrosts zu einem wichtigen Kippelement werden.
Methan  ist 25 mal wirksamer als CO2 und macht schon jetzt 20% des menschenverursachten Treibhauseffekktes aus. Es entsteht zum einen bei der  Tierproduktion (z.B. bei Wiederkäuern wie RindernSchafen und Ziegen), in Klärwerken und Mülldeponien. Doch 50% sind auch der Industrie zuzurechnen,  so wenn es bei Förderung, Transport und Verarbeitung z.B. von Erdgas und bei der unvollständigen Verbrennung beim Abfackeln von technisch nicht nutzbaren Gasen freigesetzt wird.
Lachgas ist sogar rund 300 mal so wirksam auf den Treibhauseffekt wie CO2, es entsteht vor allem in der Landwirtschaft, insbesondere durch Überdüngung aufgrund der Einbringung von zu viel Gülle.

Die Treibhausgase (abgesehen von Wasserdampf) machen nur 0,04% der Erdatmosphäre aus und deshalb erscheint eine Erhöhung des Anteils von Kohlendioxid um 44% im Blick auf das Gesamtvolumen verschwindend gering.  Das wird von Leuten, die die Gefahren des Klimawandels kleinreden wollen, oft dazu benutzt durch das Nennen von extrem geringen Anteilen den Eindruck der Harmlosigkeit zu verbreiten. Dabei wird aber verschwiegen, dass der CO2-Anteil seit mindestens 800 000 Jahren noch nie so hoch war wie heute.

Die vorhergehenden Kurzinfos zum Klimawandel finden Sie hier.