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Montag, 9. September 2019

Die Konzerne als Bismarckersatz?

"Die Herausforderungen des Klimawandels [werden] nicht durch Panik oder neue Steuern gelöst, sondern durch Innovation und Technologie." (Handelsblatt 9.9.19)

Bismarck: "[...] nicht durch Reden oder Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen – sondern durch Eisen und Blut." 
(Rede am 30. September 1862 vor der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses während des preußischen VerfassungskonfliktsWikiquote)

Demokratie schadet der Industrie.
"Gegen Demokraten helfen nur Soldaten" (Wikiquote) das neue Motto??

Die Konzerne haben mit aller Macht die autogerechte Gesellschaft geschaffen und sie mit krimineller Energie gegen die Bemühungen der Weltgesellschaft (seit Rio 1992) verteidigt, statt in Innovationen zu investieren. 
Natürlich brauchen wir Innovationen, aber welche, die Nachhaltigkeit voranbringen und nicht welche, die überholte Technologie als Lösung ausgeben. 

Sonntag, 1. Juli 2018

Bismarck 1864

Erlass an den preußischen Botschafter in Wien vom 24.7. 64 zu Rechtfertigung des preußischen Vorgehens in Rendsburg: Die Einigkeit der "beiden Großmächte" wird hervorgehoben, auf die Misslichkeit der getrennten Verwaltung von Holstein und Schleswig hingewiesen und die Schuld deutschen "Mittelmächten" gegeben.

Telegramm an das Außenministerium von Gastein aus, 7.8.64
"Der gereizte und feindliche Ton gegen Dänemark nach dem Siege nicht würdig. [...] Wirken Sie dahin, daß auch die "Kreuzzeitung" und die sonst zugetane Presse in diesem Sinne spreche."
Die Ausgabe von 1965 schreibt in der Überschrift "Sprachregelung für die Presse".

Brief an seine Frau, Schönbrunn, 20.8.64
Erinnerung an die Zeit vor 17 Jahren, wo sie beide in den "heimlichen reservierten Garten [...] beim Mondschein hier eindrangen" und "mit heimlichem Behagen am Verbotenen bis an die Glasfenster wanderten", hinter denen damals die [österreich.] Kaiserin wohnte und wo gegenwärtig er wohnt.


Montag, 25. Juni 2018

Bismarck 1877 - Gespräch in der Eisenbahn

Bismarck im Gespräch mit dem Abgeordneten Lucius am 30. Juni 1807 70 in der Eisenbahn zwischen Eisenach und Erfurt. Bericht des Abgeordneten:
 Ich traf Bismarck im Salonwagen. "Bismarck sah etwas erhitzt aus – es waren vierundzwanzig Grad Reaumur im Wagen – aber magerer, recht wohl. Er sprach lebhaft über alle ihn jetzt bewegenden Schwierigkeiten, die Orientfrage nur streifend.

"Wir tun alles mögliche um den Frieden zu erhalten. Gontaut ist nur in Ems, um Seine Majestät zu unvorsichtigen Bemerkungen zu provozieren, wie in Metz auch. Wenn der Kaiser nur das ihm gesagt hat, was er mir selbst schrieb, so kommt das schon einer Konspiration gleich zugunsten MacMahons, zum Nachteil der Republik. Er hat ihm gesagt: 'Comme viex monarque'  sympathisieren er nicht mit der Republik. Die Verschwörung der Weiber an der Spitze ist wieder auf einem Höhepunkt; [...]
Dem König von Bayern habe ich einen dankbaren Brief geschrieben, für die Abberufung Perglas'. Der betrachtete sich nicht als Bundesratsbevollmächtigter, sondern als Diplomat einer ausländischen Großmacht. Er wohnte in einem Haus mit dem italienischen Botschafter und war der Mittelpunkt des Klatsches für die Botschafter. Er lief schon morgens um acht Uhr auf der Straße herum und schnüffelte nach Neuigkeiten, welche er dann anderen weiter mitteilte. Ich habe dem König von Bayern gedankt, daß er Perglas durch einen Gesandten ersetzte, mit welchen zu verkehren ebensosehr im Interesse der Förderung der Geschäfte liegen, wie seinem Herzensbedürfnis befriedigend sein würde. [...]"

Samstag, 6. Januar 2018

Aus Bismarcks Briefen 1854

Am 13.4.1854 fürchtet Bismarck, dass Österreich Preußen in einen Krieg gegen Russland hineinziehen könnte, weil dann die deutschen Mittelstaaten die erste Gelegenheit nutzen würden, sich Frankreich anzuschließen. (an L. v. Gerlach)

Dienstag, 7. November 2017

Bismarck 1862

An seine Frau: Ich sitze in der Kammer (Abgeordnetenhaus) und schreibe dir zwischen einer abgegebenen und einer abzugebenden Erklärung ....

Was Merkel ihr Handy, war Bismarck offenbar der Privatbrief. Und wenn man die Jagdberichte liest, denkt man unwillkürlich an space invader und andere Daddelspiele. Es geht um die Aufregung, das Jagdfieber, als Unterbrechung der mühsamen Verhandlungen und des Aktenstudiums und um die "Strecke", das Erfolgserlebnis, das dort so viel schneller eintritt und greifbarer ist als die hartnäckig erkämpften kleinen politischen Geländegewinne, die morgen schon wieder verloren gehen können.

Übrigens spricht B. in seiner Rede vor der Budgetkommission am 30.9.1862 nicht von Blut und Eisen, sondern von "Eisen und Blut", was merklich anschaulicher ist: erst durchstößt das Eisen die Haut, dann fließt das Blut (mehr dazu sieh Link).

Wenn Bismarck gegenüber König Wilhelm I. mit Rücktritt droht, unterlässt er es nicht, vorher darauf hinzuweisen, er fasse sich nicht als "konstitutionellen" Minister auf, sondern als "Diener" des Königs.

Montag, 6. November 2017

Aus Bismarcks Briefen 1864

"Das lernt sich in diesem Gewerbe recht, daß man so klug sein kann wie die Klugen dieser Welt und doch jederzeit in die nächste Minute geht wie ein Kind ins Dunkle." (an seine Frau 20.7.64 aus Karlsbad)
"[...] gestern früh aus Carlsbad gefahren, zu Wagen bis Prag, von dort heut den dir bekannten Eisenstrang hierher"  (an seine Frau 22.7.64 aus Wien)
An seinen Bruder beginnt er einen Geburtstagsbrief mit Bleistift, weil er noch keine Feder hat. Dann wird ihm eine gebracht. Er schließt: 
"Ich bin so schläfrig, daß ich kaum das Tintenfaß noch finde. Dein treuer Bruder v.B." (22.7. aus Wien)

Nach 14-tägigen Urlaub in Biarritz ist Bismarck wieder in Berlin und schreibt seiner Frau nach Reinfeld (in Pommern): "[...] die aufgesparten Geschäfte stürzen so auf mich ein, daß ich gestern nach der Ankunft bis 2 aufsaß und erst heute in der Mitternachtsstunde dazu komme, dir zu schreiben. Wenigstens 3 Stunden hatte ich nichts zu thun, als meinen Namen zu schreiben, und viel Vortrag beim König, Gortschakow, der mich hier erwartete, und alle mögliche Gesandte. [...] Einen halben Tag bin ich in Essen, der Kanonengießerei von Krupp, gewesen. [...]"


Zum historischen Kontext:
Am 18. Juli 1864 um 3 Uhr unterschrieben der preußische Oberstleutnant Gustav von Stiehle, ausgestattet mit einer Vollmacht des Oberbefehlshabers der alliierten Armee Friedrich Karl Prinz von Preußen[17] und der dänische Oberst Heinrich Kauffmann (Chef des Generalstabs) in Christiansfeld den Waffenstillstand zwischen Preußen, Österreich und Dänemark, der am 20. Juli 1864 um 12 Uhr in Kraft trat.[18] Am 30. Oktober 1864 endete der Krieg mit dem Frieden von Wien. (Seite „Deutsch-Dänischer Krieg“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2017, 22:48 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Deutsch-D%C3%A4nischer_Krieg&oldid=170668167 (Abgerufen: 6. November 2017, 18:59 UTC)

Am 24.12.64 schreibt Bismarck einen Privatbrief an Wilhelm I., der dankt ihm für einen von ihm geschenkten Stab, an den er Assoziatopnen an Aron und Mose anknüpft, und schreibt schließlich 
"[...] habe ich da Bedürfnis, Eurer Majestät zu versichern, daß meine Treue und meine Gehorsam gegen den Herrn, den Gott mir auf Erden gesetzt hat, auf derselben festen Grundlage beruhn, wie mein Glaube.
In tiefster Ehrfurcht und unwandelbarer Treue ersterbe ich Eurer Majestät allerunterthänigster
v. Bismarck."


Mittwoch, 9. Mai 2012

ergebenst

Was schreibt Bismarck dem Redakteur, der wegen angeblicher Beleidigung einer Prinzessin im Gefängnis sitzt und für den er beim König einen Strafnachlass erwirkt hat, in dem Schreiben in dem er diesem den Strafnachlass mitteilt?
""Mit vorzüglicher Hochachtung Ew Wohlgeboren ergebenster v.B."