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Sonntag, 24. Juli 2022

Sinn

 Sinn

beim Einzelnen:     Moral, individuelle Motivation

bei Unternehmen:   purpose, Ziel, Zweck

Montag, 7. Februar 2022

Wieder einmal Motivation

Wenn eine Gruppe in einem Motivationstief ist wird vom Lehrer höchste Selbstdisziplin verlangt, denn er muss trotz Widerstände seine Forderungen aufrechterhalten, seine gute Laune und seine Offenheit bewahren, sich vor Selbstmitleid und Gejammere hüten. Das geht nur, wenn man sich kurzfristig unabhängig vom Urteil und von der Stimmung der Klasse macht und im Vertrauen auf die Qualität der eigenen Arbeit "durchhält", bis die Motivation der Schüler wieder da ist.

3. Die Therapie

Aus meiner Sicht liegt ein Hauptproblem unseres Schulwesens darin, dass die Schüler qualitativ (Energie, Erfahrung, Denkvermögen, Handlungsbereitschaft) mit einem so hohen Niveau in die Schule kommen, dass man als Einzellehrer ihre legitimen Ansprüche nur mit einem enormen Aufwand befriedigen kann. Bezogen auf meine 11.Klasse bin ich der Meinung, dass meine ganze Arbeitskraft gerade hinreicht, um diese Schüler gut zu bedienen. Andererseits: wer von meinen Kollegen kann sich einen solchen Aufwand leisten?

Es müssten folgende Forderungen erfüllt werden:

  • Der Einzelkampf der Lehrers muss durchbrochen werden. Wenn ich beispielsweise die 11. Klasse im Team mit anderen Lehrern führen würde, wüsste ich, welche Aktivitäten gerade anstehen. Ferner könnte ich Informationen über die allgemeine Stimmung in der Klasse einholen und würde nicht jede Schwierigkeit (aber auch jeden Erfolg) auf mich allein zurückführen.
  • Projekte müssen mit Kollegen geplant und durchgeführt werden. Wenn ich eine Woche lang beispielsweise mit der Deutschlehrerin, dem Englischlehrer und dem Geschichtslehrer ein Projekt über die Renaissance inklusive Exkursion gestalte, dann ist die Arbeit insgesamt viel intensiver, sie hat einen Anfang, eine Klimax und einen Schluss, sie nähert sich dadurch der Struktur des realen Lebens. Die Schüler prägen sich das Erlebte viel besser ein.
  • Über den 45-Minuten-Takt war ich mir bisher nicht ganz schlüssig. In der letzten Zeit stelle ich fest, dass dieser Takt schon sehr störend sein kann: zum Beispiel lasse ich gegenwärtig Plakate anfertigen, auf denen die Etappen unserer Frankreichreise dargestellt werden. Der Fleiß meiner Schüler ist tadellos, aber ihre Arbeit wird immer wieder unterbrochen, weil die Stunde zu Ende ist. Was uns am Stück höchstens 90 Minuten beschäftigt hätte, zieht sich durch die Unterbrechungen des 45-Minuten-Taktes jetzt seit mehr als einer Woche hin. Das gilt nicht nur für die Erstellung von Plakaten, sondern auch für jede längere Arbeit (Kurzreferate, Klassenkorrespondenz usw.). Wird dadurch der oft beklagten Oberflächlichkeit des modernen Lebens nicht Vorschub geleistet?

Diese Forderungen sind natürlich nicht originell. An vielen Schulen werden sie schon erfüllt. Ich glaube, diese Schulen sind auf dem richtigen Weg.

Der Text stammt aus dem Jahr 1998 und ist nicht von mir, sondern von Jean Pol Martin.

Ich halte ihn aber immer noch für einen treffenden Beitrag zum Motivationsproblem.

mehr zu Motivation: 

Eine Zusammenfassung mehrerer Beiträge von 2012

alle Beiträge zu Motivation bei Fontanefan

Wikipedia

weitere Beiträge auf diesem Blog

Sonntag, 27. Oktober 2013

Erwachsenen-PISA

Erwachsenen-PISA (PIAAC) - Beispielaufgaben als PDF (gesis.org) (Dank an Lehrerfreund!)

Hier schnell mein Testergebnis:
Bei der Kindergartenaufgabe habe ich zunächst sorgfältig den Text gelesen, bevor ich nach der Aufgabenstellung gesucht habe, weil ich dachte, es ginge um Textverständnis. Eine Art funktionaler Analphabetismus bei mir. 

Die Frage nach Fahrenheitgraden habe ich falsch beantwortet, weil ich nicht erkannt habe, dass die Grade .... angegeben waren.
Bei der Frage nach der Musik wurde es mir schon zu langweilig, als ich nach Addition mit Taschenrechner herausfand, dass mir nur noch ein Titel fehlte. 
Bei beiden Jobsuchaufgaben bin ich gescheitert, weil ich keine Lust hatte, dafür ins Internet zu gehen. 

Insgesamt: ein auffälliger Unterschied beim Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. Auch habe ich erkannt, dass es mir an Motivation für solche Aufgaben fehlt. Ich gebe mich mit den Lösungen zufrieden, die mir praxistauglich scheinen.

Meine Frage: Beweisen die Fragen wirklich Fähigkeit und Unfähigkeit oder spielt nicht die fehlende Motivation zur Bearbeitung eines Tests eine wichtige Rolle bei Erwachsenen?
Bei Schülern könnte dieser letzte Aspekt auch eine größere Rolle spielen, als Lehrer meist annehmen.

Freitag, 5. Oktober 2012

"Digitale Schule" in der Diskussion

Interessant sind m.E. Bericht und Kommentare.

So wünschenswert die Konzentration des Lehrers auf die Begleitung der Schüler ist:
Das Ablenkungspotential scheint im Verhältnis zur Motivation so groß zu sein, dass eine wesentliche Aufgabe des Lehrers darin besteht, die Konzentration der Schüler sicherzustellen.