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Sonntag, 12. Mai 2024

Zur Situation auf dem Gazastreifen

 Titelthema der ZEIT: Wer hilft ihnen? ZEIT Nr.19 2.5.24

Erschütternde Berichte. Umfangreiche Hilfslieferungen, lebensgefährliche Arbeit vor Ort. Verhungern in allen Stadien. Wer in die modern eingerichtete Klinik durchkommt, ist oft schon im allerletzten Stadium, wo künstliche Ernährung nicht mehr helfen kann, sondern nur noch die Sterbenszeit verlängert.

Wichtig, dass berichtet wird. Die Berichte mit allen gegebenen Möglichkeiten überprüft, Journalisten so nah vor Ort wie möglich. Das heißt bei Hilfslieferungen oft nur im Flugzeug, 

Hilfslieferungen werden mehrmals umgepackt von Groß-Lkws vor der Grenze auf kleinere. Bei jedem Umpacken auf Waffen hin untersucht. Jede Hilfslieferung könnte das Leben vieler israelischer Soldaten kosten, wenn nicht gründlich genug untersucht wird. Jede Verzögerung bedeutet, dass mehr Menschen in das letzte Stadium des Verhungerns gelangen, wo nicht mehr hilft.

Ich kann nur abstrakt davon berichten. Hier ein Link mit Bild, das aber bald an einer Bezahlschranke unterbrochen wird.

Donnerstag, 16. November 2023

Was die Menschen in Gaza über die Hamas denken

Amaney Jamal, Professorin an der Princeton School of Public and International Affairs, hat eine Untersuchung über die Einstellung der Bevölkerung im Gaza-Streifen zur Hamas und zu Israel durchgeführt, die zufällig am 6. 10.2023, einen Tag vor dem Überfall der Hamas auf Israel abgeschlossen wurde.

Das Ergebnis ist überraschend.

"Denn die Daten widerlegen so manches Vorurteil über die Bevölkerung von Gaza, die seit 2007 von den Terroristen der Hamas regiert wird. Über diese Menschen wird oft gesprochen, als seien sie eine undifferenzierte Masse – mehr als zwei Millionen Frauen, Männer und Kinder, die unter dem Verdacht stehen, die Weltanschauung der Hamas zu teilen. Israels Staatspräsident Izchak Herzog etwa sagte, "eine ganze Nation" sei verantwortlich für die Taten der Hamas: "Sie hätten sich erheben können, sie hätten gegen das teuflische Regime kämpfen können." Noch krasser formulierte es der israelische Verteidigungsminister Joaw Galant, als er die "totale Blockade" des Gazastreifens ankündigte: "Wir bekämpfen menschliche Tiere, und wir handeln entsprechend." [...] Eine Mehrheit der Befragten befürwortete bis zum 6. Oktober immer noch die lange totgesagte Zweistaatenlösung – und erkannte, anders als die Hamas, das Existenzrecht des Staates Israel an. 73 Prozent sprachen sich für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts aus. Eine Minderheit von 20 Prozent plädierte für bewaffneten Widerstand." (Die ZEIT, 16.11.23)

Wie groß ist die Chance, dass die Bevölkerung in Gaza nach dem Krieg bei dieser Einstellung bleibt?

Und das Urteil über die Hamas?

 "44 Prozent sagten, sie hätten "gar kein Vertrauen" in die Hamas, 23 Prozent hatten "nicht viel Vertrauen". Fast drei Viertel waren der Ansicht, dass die Regierungsinstitutionen mäßig korrupt bis sehr korrupt seien. Am schlechtesten schnitt die Hamas bei den ärmsten Palästinensern ab. "So wenig Unterstützung für die Hamas hatten wir lange nicht mehr gesehen", sagt Jamal. Mehr als zwei Drittel der Befragten glaubten allerdings auch, dass friedlicher Protest gegen die Hamas gefährlich wäre." (Die ZEIT, 16.11.23)

Wie groß ist die Chance, dass die Bevölkerung in Gaza wie die Bundesrepublik Deutschland nach 1945 ein Wirtschaftswunder erlebt?