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Mittwoch, 16. Juli 2025

Eine Transperson berichtet, weshalb der Genderwechsel für sie Befreiung war

 https://www.gutefrage.net/diskussion/ich-finde-das-interview-mit-einer-transperson-interessant-wie-seht-ihr-das

Sexueller Missbrauch  und falsche Therapie führt zur Flucht aus der Geschlechterrolle. Im Nachhinein sieht sie aber das Problem nur darin, dass sie sich auf eine Identität festlegen soll und nicht die Person sein darf, die nicht auf Zuschreibungen festgelegt ist.

Allerdings die Erfahrungen, die sie gemacht hat, sind ein extremer Ausnahmefall. Was ihrer Erfahrung nach die sinnvollste Erklärung ist: Mein Bedürfnis, die Geschlechtsrolle der Ohnmacht und des Nicht-Richtig-Seins zu verlassen, ist eine Störung, gilt zwar für sie, braucht aber nicht allgemein für Transpersonen zu gelten.

Es bedarf also der Betrachtung von Einzelfällen, und die Vorstellung, dass Spezialisten die allgemeingültig richtige Erklärung für Transgenderwunsch hätten, ist falsch. Schon der Einzelfall wird nicht immer "richtig" "realitätsgerecht" verstanden, umso mehr wird das für eine psychologische Theorie gelten, die für alle Personen zutreffen.

Sonntag, 23. März 2025

Generationenkonflikt

 "[...] Vivian Jenna Wilson, 20, ist die Tochter von Elon Musk. Dass sie ihren Vater nicht besonders mag, wäre eine Untertreibung. Grund dafür ist unter anderem, dass der Tesla-Chef und Trump-Berater seit Monaten gegen trans Menschen hetzt. Und Wilson eine von ihnen ist. In einem Interview mit dem Psychologen und Podcaster Jordan Peterson behauptete Musk vergangenes Jahr, seine trans Tochter* sei vom »Woke Mind Virus« getötet worden. Er gab an, er sei 2020 gegen seinen Willen dazu gebracht worden, geschlechtsangleichenden Eingriffen bei dem damaligen Teenager zuzustimmen.

Seitdem ist Wilson in den sozialen Medien sehr aktiv, postet auf Threads, Instagram und Bluesky (einem weiteren X-Konkurrenten) und hat Millionen von Views auf TikTok. Gleichzeitig vermeidet sie es, mit Medien zu sprechen. Sie hat bisher lediglich NBC News ein Interview gegeben, um ihre Sicht der Dinge nach dem Interview von Musk mit Peterson zu schildern. Nun hat sie mit der »Teen Vogue« gesprochen, auf deren Cover der aktuellen Sonderausgabe  sie ist. [...]" 

Spiegel 21.3.25 (Wesentliches dieses Kurzartikels ist nur über das Link zu erreichen.)

Von August von Goethe und den Kindern von Nelson Mandela* sind mir keine so emotionalen Statements bekannt . Das hängt gewiss mit dem unterschiedlichen Zeitgeist, aber sicher auch mit dem unterschiedlichen Blick des Kindes auf das Lebenswerk des Vaters zusammen. Der Hauptgrund ist allerdings gewiss, dass erst im 21. Jahrhundert der jüngeren Generation solch ein Maß an Selbstbestimmung und Fähigkeit, die Weltöffentlichkeit zu erreichen, gegeben wurde. 

Kein Vater-Sohn-Konflikt, sondern es spricht eine emanzipierte Tochter, die die Kriterien, die ihr Vater für seinen Lebenserfolg für von Grund aus falsch hält.*

Mir erscheint es unwahrscheinlich, dass in 50 Jahren die Lebensleistung von Musk auf gleichem Niveau wie die von Goethe und Mandela gesehen werden wird. Freilich bin ich da ganz Kind meiner Zeit. Shakespeares Leistung wurde im Elisabethanischen Zeitalter sicher nicht als weltgeschichtlich wichtiger angesehen als die von Elisabeth I.

* Mandela heiratete dreimal. Aus zwei dieser Ehen stammen sechs Kinder. Seine erste Ehe mit Evelyn Ntoko Mase, einer ANC-Aktivistin aus Engcobo und Cousine Walter Sisulus, wurde 1958 geschieden. Evelyn Ntoko Mase starb 2004. Sie hatten zusammen zwei Jungen und zwei Mädchen. Der Sohn Madiba Thembekile wurde 1945 geboren und starb 1969 bei einem Autounfall. Ihre Tochter Makaziwe kam 1947 zur Welt und starb nach neun Monaten. Sohn Makgatho Lewanika wurde 1950 geboren. Er war Anwalt und Geschäftsmann und starb am 6. Januar 2005 im Alter von 54 Jahren in Johannesburg an den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS. Die 1954 (1953 nach anderen Angaben[87]) geborene Tochter wurde Pumla Makaziwe genannt.[88][89][90][91] Sie studierte an der University of Massachusetts in Amherst Soziologie und erwarb dort 1993 einen Ph.D. in Anthropologie. Später bekleidete sie verschiedene Führungspositionen.[87][92]

1958 heiratete Mandela Winnie Madikizela, die erste schwarze Sozialarbeiterin Johannesburgs, die ihn während des Treason Trial unterstützt hatte. Sie war eine Tochter eines früheren Landwirtschaftsministers der Transkei.[93] Während der Haftzeit Nelson Mandelas konnten sie sich nur selten sehen. Nach politischen Belastungen trennte sich Mandela im April 1992 von Winnie Madikizela und wurde am 19. März 1996, nach 38-jähriger Ehe, von ihr geschieden. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Zenani („Zeni“, * 1959) und Zindziswa („Zindzi“, 1960–2020).[94] Tochter Zenani ist mit Thumbumuzi Dlamini verheiratet, einem Bruder von König Mswati III von Eswatini, ihre Kinder sind daher auch Angehörige des Königshauses von Eswatini.

An seinem 80. Geburtstag, am 18. Juli 1998, heiratete er die Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Graça Machel, die Witwe von Samora Machel. Machel war von 1975 bis zu seinem Tod 1986 bei einem Flugzeugabsturz Präsident Mosambiks gewesen und hatte den ANC unterstützt. (Wikipedia)


Vor dieser Konstellation versagt das Konzept des moralischen Realismus. Ethik hat einen historischen Wandel erfahren und ist offenkundig nicht überzeitlich.

*  zumindest gefühlsmäßig Tochter von Justine Musk (Wikipedia)

Freitag, 26. Januar 2018

Der Leser produziert sein Leseerlebnis

Zur Diskussion um Gomringers Gedicht "Avenidas":

http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-um-eugen-gomringer-gedicht-das-lyrische-ich-ist-auffaellig-abwesend-1.3841758 SZ


MONIKA GRÜTTERS: Wider die Diktatur des Zeigbaren faz.net 26.1.18

Debatte um Gomringer-Gedicht: Köhler: Ein Geschenk kann man beiseite legen. via @faznet

Fontanefan: Freilich. Aber mit welcher Begründung kann man es tun, ohne zu verletzen?

Freilich, das Gedicht ist 1953 geschrieben worden, 2011 prämiert und darauf geschenkt worden, beiseite gelegt werden soll es 2017.


The line it is drawn
The curse it is cast
The slow one now
Will later be fast
As the present now
Will later be past
The order is rapidly fadin’
And the first one now will later be last

Mittwoch, 8. Januar 2014

Netzwerk LSBTTIQ und Kritik an "Ideologie des Regenbogens"

LSBTTIQ* Was ist es? Was sind die Ziele?

Arbeitspapier zur Verankerung von Leitprinzipien des Bildungsplans in Baden-Württemberg

Kritik an Lehrplänen Baden-Württembergs als orientiert an der "Ideologie des Regenbogens"
Stellungnahme des Kultusministeriums zu dieser Kritik
Stellungnahme des Netzwerks LSBTTIQ zu dieser Kritik

Stellungnahme der Kirchen

*Zu Q:
Queer steht heute sowohl für die gesamte Bewegung als auch für die einzelnen ihr angehörenden Personen. Es ist eine Art Sammelbecken, unter dem sich außer SchwulenLesbenBisexuellenIntersexuellenTransgendernPansexuellenAsexuellen und BDSMlern auch heterosexuelle Menschen, welche Polyamorie praktizieren, und viele mehr zusammenschließen. Eine Besonderheit von queer im Vergleich zu Identitäten wie lesbisch oder schwul ist, dass die Betonung auf der eigenen, von der Heteronormativität abweichenden, GeschlechterrolleGeschlechtsidentität, bzw. Lebensweise liegt und die des anderen eine geringere Rolle spielt. (Seite „Queer“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. Oktober 2013, 11:18 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Queer&oldid=123791261 (Abgerufen: 11. Januar 2014, 20:56 UTC))
Weshalb wird Queer angeführt, Pädophilie aber nicht, obwohl auch dort "die Betonung auf der eigenen [...]  Lebensweise liegt und die des anderen eine geringere Rolle spielt"?
Offenkundig deshalb, weil bei der Pädophilie deutlich wird, wo die Grenzen der sexuellen Selbstbestimmung liegen, nämlich dort, wo sie die Verantwortung für den Partner ausklammert. Pädophile haben ihre Handlungsweise damit gerechtfertigt, dass die Kinder ja freiwillig mitgemacht hätten.  Einverständnis des beteiligten Partners allein ist aber nicht genug. Der Partner muss auch überblicken können, worauf er sich einlässt (das Problem bei Polyamorie), und der Erwachsene trägt die Verantwortung für das Kind. 

In der Süddeutschen Zeitung vom 11.1.14 heißt es in dem Artikel "Zur Vielfalt ermutigen":
Sexuelle Orientierung frei leben zu können, ist keine Frage des "Lebensstils", sondern ein Menschenrecht. 
Dieses angebliche Menschenrecht wird Pädophilen (und weniger geläufig Paraphilen ganz allgemein) aus guten Gründen nicht zugestanden. "Zur Vielfalt ermutigen" kann sich nicht sinnvoll an einzelne Schüler richten. Sinnvoll ist es, zur Akzeptanz von Vielfalt zu ermutigen. Aber auch dazu gehört, dass klar wird, dass auch beim Ausleben von Sexualität nicht verantwortungslos gehandelt werden darf. 

Mehr zu dieser Diskussion auf der Seite SWR Landesschau aktuell

Auch in einem Aufruf der verdienstvollen Organisation Campact heißt es:
Tatsächlich kann sexuelle Orientierung weder an- noch aberzogen werden. Sie auszuleben ist keine Frage des Lebensstils, sondern ein Menschenrecht.
Ich befürchte sehr stark, dass Pädophilie nicht aberzogen werden kann und dass die Versuche, es zu tun, allzu blauäugig sind. Dennoch kann ich nicht akzeptieren, dass das Ausleben jeder sexuellen Orientierung ein Menschenrecht wäre.  Und das, obwohl ich darin eine bedenkliche Ungleichbehandlung sehe. Denn etwas, was ich für mich in Anspruch nehme, möchte ich niemandem anders verweigern. Es ist doch hochproblematisch, wenn wir Menschen Askese abverlangen. 
Aber dürfen wir darauf verzichten, wenn wir an die Opfer denken?

Falls es jemandem nicht klar sein sollte: Die Diskriminierung von Homosexualität und anderen sexuellen Orientierungen halte ich für falsch. 
Das gilt m.E. sogar auch für sexuelle Orientierungen, die nicht ausgelebt werden können, ohne dem Sexualpartner zu schaden. 
Aber das Ausleben solcher Orientierung muss leider im Sinne des Menschenrechtsschutzes strafbar bleiben. 

Die undifferenzierte Empörung über kritische Anmerkungen zum Arbeitspapier zur Verankerung von Leitprinzipien des Bildungsplans in Baden-Württemberg hate ich für einen Rückfall in das Niveau der Pädophiliediskussion der 80er Jahre.