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Sonntag, 9. März 2025

Gendern ein Angriff auf die Sprache oder eine Technik, Augenhöhe zu erreichen?

 Genderleicht.de gibt Hinweise, was man beim Schreiben, Sprechen und Fotografieren ohne Verkrampfung beachten kann, wenn man es will.

Die Vorstellung, es gäbe eine Genderpolizei, die an eine Flensburger Kartei Strafpunkte bei Genderverstößen sammelt, ist dabei nicht hilfreich, sondern weckt nur das Gefühl, man sollte im Schnelldurchgang etwas umlernen, was in Jahrzehnten geschlechterdifferenzierter Sozialisation eingeschliffen ist. 

Es geht zunächst nur darum, dass man aufmerksam wird.

Wer einen Podcast bevorzugt: hier ist er (ein Vortrag anlässlich eines Wikipedia-Treffens)

Donnerstag, 1. Februar 2024

Leichter gendern

 Die Webseite genderleicht  bietet:

"Tipps und Tools für diskriminierungsfreies Arbeiten in Wort und Bild. Wir sind Journalistinnen und zeigen, wie faire Medienarbeit einfach und immer funktionieren kann."

Nicht x verschiedene Zeichen, die für jede Art von Geschlecht stehen und die bisherige Rechtschreibung sprengen, aber auch nicht sprachlich Unschönes wie "geschlechtergerechtere" Sprache (nur e als Vokal und nahezu zungenbrecherischer Wechsel von ähnlichen Konsonanten)  oder Doppel- und Dreifachfloskeln wie "Sehr geehrte Zuschauer, Zuschauerinnen und diverse Zuschauer", sondern einfach: "Geschätztes Publikum".

Anregungen, wie man unauffällig Genderklippen vermeiden kann.

Samstag, 7. Oktober 2023

Gendern an deutschen Universitäten

 https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/gender-pflicht-an-deutschen-hochschulen-wacklige-rechtsgrundlage-17805594.html (FAZ Stand 2022)

Über die Entwicklung der Regelungen im deutschsprachigen Raum seit 2018:

Wikipedia: Geschlechtergerechte Sprache:

  • 2018 erlaubt das Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben, die neue Geschlechtsoption „divers“ zu wählen; zusammen mit (intergeschlechtlichen) Personen, deren Geburtsgeschlecht rechtlich „offengelassen“ wurde, gelten Diversgeschlechtliche nach dem deutschen Personenstandsgesetz als weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet, woraus sich auch Konsequenzen für ihre angemessene Benennung und eine gendergerechte Schreibung im Deutschen ergeben.
  • 2018 entscheidet der Bundesgerichtshof gegen die Frauenrechtlerin Marlies Krämer, dass der Gebrauch generischer Maskulinformen in der Unternehmenskommunikation mit der Kundschaft nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstößt.
  • 2020 erklärt Sachsens Justizministerium, in zukünftigen Gesetzentwürfen und Rechtsverordnungen keine männlichen Bezeichnungsformen im verallgemeinernden Sinne zu verwenden, sondern geschlechtsneutrale Formulierungen und an passenden Stellen Paarformen.
  • 2021 wird in Sachsen und in Schleswig-Holstein verordnet, dass an Schulen zur geschlechtergerechten Schreibung keine Genderzeichen wie der Genderstern verwendet werden dürfen; in Baden-Württemberg und Bremen ist das den Schulen freigestellt.
  • 2023 dehnte das sächsische Kultusministerium das Verbot, durch Sonderzeichen zu gendern, auch auf die Kooperationspartner der öffentlichen Schulen aus.[137]

Sonntag, 16. Juli 2023

Anti-Gender-Antrag der AfD verleitet sogar CDU-Politikerin zum Gendern

 " In einer lebhaften Debatte ging es am Mittwochabend im Bundestag eine gute halbe Stunde ums Gendern. Zum wiederholten Male hatte die AfD einen entsprechenden Antrag gestellt ("Keine Verfremdung durch sogenannte Gendersprache", PDF). Dieses Mal machte sich die Rechtaußenfraktion besonders wenig Arbeit: Sie kopierte in großen Teilen einen Antrag der Thüringer CDU-Fraktion, der vergangenen Herbst mit Unterstützung der AfD angenommen worden war (queer.de berichtete). 

Für die AfD trat Mariana Harder-Kühnel ans Rednerpult – und sprach nicht nur über das Thema, sondern auch über Wahlumfragen, "unbezahlbare Wärmepumpen" oder "schwangere Männer". Beim Gendern, so behauptete die 48-Jährige, gehe es – wie bei vielen Ampelprojekten – um nichts weniger als die "Unterdrückung der Mehrheit". Deshalb sei ein Verbot des Genderns nicht nur in Behörden, Schulen und Universitäten nötig, sondern auch im – eigentlich politisch unabhängigen – öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Genau diese Verbote fordert der CDU/AfD-Antrag. [...]

Der SPD-Abgeordnete Helge Lindh bezeichnete den AfD-Antrag als "typisches Manöver", mit der die Rechtsaußenfraktion die CDU vorführen wolle. Der Wuppertaler warf der AfD vor, "manisch besessen von Gendern und Identität" zu sein. "Sie sind die größte Sprachpolizei", so Lindh weiter. [...]"

https://www.queer.de/detail.php?article_id=46025, 22.6.23

Dienstag, 4. April 2023

Gendern und die "entbindende Person"

 "[...] Doch zurück zur entbindenden Person. Die “Bild”-Zeitung berichtete zuerst über die Gender-Sprache im “Tagesschau”-Artikel. Auf Anfrage des Blattes sagte eine Sendersprecherin, der Begriff “entbindende Person” sei gewählt worden, um “niemanden zu diskriminieren”. Da liegt die Tagesschau aber sehr daneben, denn ich so als Mutter fühle mich hier diskriminiert. Man möge mir noch den ersten Vater zeigen, der sein Kind selbst entbunden hat. Außerdem ist „Mutter“ eine Bezeichnung, die lebenslang gilt, nicht nur während einer Entbindung. Ich bin eben eine „Gebärmütterin“, um auch mal etwas zum Gendern beizutragen.

Um das generische Maskulinum zu überwinden, treiben die Vorschläge oft seltsame Blüten. Wie die feministischen Journalistin und Politikwissenschaftlerin Antje Schrupp in einem Beitrag schreibt, sollen folgende Ideen auf die Linguistin Luise F. Pusch zurückgehen: die weibliche Form Singular behält weiterhin den Anhang -in (Bürgerin), die männliche Form Singular erhält den Anhang -ich (Bürgerich), sind beide Geschlechter gemeint, so wird das Neutrum verwendet, „Das“ Bürger – ja mit dem Artikel! Für die Pluralbildung ergibt sich dann daraus: feminin „Bürgerinnen“, neutrum (also beide) „Bürger“, und bei rein maskulinen Veranstaltungen „Bürgeriche“." (Susanne Bur auf nachdenkseiten  4. 4. 2023)

Susanne Bur

Mittwoch, 17. August 2022

Die Leiden der Wikipedia

 Die Wikipedia ist zweifellos weiblich, auch wenn hinter diesem grammatischen Geschlecht viele - relativ junge Wikipedianer - zugange sind und die vielen klugen Wikipedianerinnen weiterhin in der Minderzahl sind.

Leiden tun Benutzer*innen unter der Diskussion zum Artikel Geschlechtergerechte Sprache

Jedenfalls, so weit sie versuchen, den Artikel und die Diskussion überschaubar und nachvollziehbar zu halten. 

Es kostet viel Arbeit, den Standard der Wikipedia zu erhalten und sie gleichzeitig immer wieder benutzbar zu machen. 

Meinen Respekt und mein Mitleid an alle Beteiligten.