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Mittwoch, 18. Februar 2026

Ukrainekrieg: Erfolg der Ukraine, seit der Abschaltung des Starlink-Systems für Russland

t-online 17.2.26  "[...] Ein Dämpfer für Moskau kurz vor Verhandlungsbeginn: Kiew gelingen im Ukraine-Krieg wichtige Rückeroberungen binnen weniger Tage – unter anderem dank US-Milliardär Musk.

Während sich in der Schweiz Delegationen aus MoskauKiew und Washington einfinden, um über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu verhandeln, melden Militärexperten neue Rekorde: Allein zwischen Mittwoch und Sonntag hat die ukrainische Armee nach Angaben der Denkfabrik "Institute for the Study of War" (ISW) 201 Quadratkilometer des eigenen Staatsgebiets von der russischen Armee zurückerobert. Der Analyse zufolge entspricht das dem schnellsten Geländegewinn der Ukrainer seit einer Gegenoffensive im Juni 2023.[...]"

https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101132304/russischer-angriffskrieg-ukraine-meldet-ueberraschende-gelaendegewinne.html

Starlink

Sonntag, 23. März 2025

Generationenkonflikt

 "[...] Vivian Jenna Wilson, 20, ist die Tochter von Elon Musk. Dass sie ihren Vater nicht besonders mag, wäre eine Untertreibung. Grund dafür ist unter anderem, dass der Tesla-Chef und Trump-Berater seit Monaten gegen trans Menschen hetzt. Und Wilson eine von ihnen ist. In einem Interview mit dem Psychologen und Podcaster Jordan Peterson behauptete Musk vergangenes Jahr, seine trans Tochter* sei vom »Woke Mind Virus« getötet worden. Er gab an, er sei 2020 gegen seinen Willen dazu gebracht worden, geschlechtsangleichenden Eingriffen bei dem damaligen Teenager zuzustimmen.

Seitdem ist Wilson in den sozialen Medien sehr aktiv, postet auf Threads, Instagram und Bluesky (einem weiteren X-Konkurrenten) und hat Millionen von Views auf TikTok. Gleichzeitig vermeidet sie es, mit Medien zu sprechen. Sie hat bisher lediglich NBC News ein Interview gegeben, um ihre Sicht der Dinge nach dem Interview von Musk mit Peterson zu schildern. Nun hat sie mit der »Teen Vogue« gesprochen, auf deren Cover der aktuellen Sonderausgabe  sie ist. [...]" 

Spiegel 21.3.25 (Wesentliches dieses Kurzartikels ist nur über das Link zu erreichen.)

Von August von Goethe und den Kindern von Nelson Mandela* sind mir keine so emotionalen Statements bekannt . Das hängt gewiss mit dem unterschiedlichen Zeitgeist, aber sicher auch mit dem unterschiedlichen Blick des Kindes auf das Lebenswerk des Vaters zusammen. Der Hauptgrund ist allerdings gewiss, dass erst im 21. Jahrhundert der jüngeren Generation solch ein Maß an Selbstbestimmung und Fähigkeit, die Weltöffentlichkeit zu erreichen, gegeben wurde. 

Kein Vater-Sohn-Konflikt, sondern es spricht eine emanzipierte Tochter, die die Kriterien, die ihr Vater für seinen Lebenserfolg für von Grund aus falsch hält.*

Mir erscheint es unwahrscheinlich, dass in 50 Jahren die Lebensleistung von Musk auf gleichem Niveau wie die von Goethe und Mandela gesehen werden wird. Freilich bin ich da ganz Kind meiner Zeit. Shakespeares Leistung wurde im Elisabethanischen Zeitalter sicher nicht als weltgeschichtlich wichtiger angesehen als die von Elisabeth I.

* Mandela heiratete dreimal. Aus zwei dieser Ehen stammen sechs Kinder. Seine erste Ehe mit Evelyn Ntoko Mase, einer ANC-Aktivistin aus Engcobo und Cousine Walter Sisulus, wurde 1958 geschieden. Evelyn Ntoko Mase starb 2004. Sie hatten zusammen zwei Jungen und zwei Mädchen. Der Sohn Madiba Thembekile wurde 1945 geboren und starb 1969 bei einem Autounfall. Ihre Tochter Makaziwe kam 1947 zur Welt und starb nach neun Monaten. Sohn Makgatho Lewanika wurde 1950 geboren. Er war Anwalt und Geschäftsmann und starb am 6. Januar 2005 im Alter von 54 Jahren in Johannesburg an den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS. Die 1954 (1953 nach anderen Angaben[87]) geborene Tochter wurde Pumla Makaziwe genannt.[88][89][90][91] Sie studierte an der University of Massachusetts in Amherst Soziologie und erwarb dort 1993 einen Ph.D. in Anthropologie. Später bekleidete sie verschiedene Führungspositionen.[87][92]

1958 heiratete Mandela Winnie Madikizela, die erste schwarze Sozialarbeiterin Johannesburgs, die ihn während des Treason Trial unterstützt hatte. Sie war eine Tochter eines früheren Landwirtschaftsministers der Transkei.[93] Während der Haftzeit Nelson Mandelas konnten sie sich nur selten sehen. Nach politischen Belastungen trennte sich Mandela im April 1992 von Winnie Madikizela und wurde am 19. März 1996, nach 38-jähriger Ehe, von ihr geschieden. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Zenani („Zeni“, * 1959) und Zindziswa („Zindzi“, 1960–2020).[94] Tochter Zenani ist mit Thumbumuzi Dlamini verheiratet, einem Bruder von König Mswati III von Eswatini, ihre Kinder sind daher auch Angehörige des Königshauses von Eswatini.

An seinem 80. Geburtstag, am 18. Juli 1998, heiratete er die Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Graça Machel, die Witwe von Samora Machel. Machel war von 1975 bis zu seinem Tod 1986 bei einem Flugzeugabsturz Präsident Mosambiks gewesen und hatte den ANC unterstützt. (Wikipedia)


Vor dieser Konstellation versagt das Konzept des moralischen Realismus. Ethik hat einen historischen Wandel erfahren und ist offenkundig nicht überzeitlich.

*  zumindest gefühlsmäßig Tochter von Justine Musk (Wikipedia)

Donnerstag, 6. März 2025

Kämpft Musk gegen die Wikipedia?

 Der Artikel ist vorläufig noch unvollständig und  unvollständig korrigiert, aber schon aussagekräftig:

FR 6.3.2025

"[...] Ginge es nach Elon Musk, dann wäre Wikipedia längst pleite. Immer wieder poltert der Tech-Milliardär und heutige Trump-Berater gegen die freie Online-Enzyklopädie. Etwa kürzlich nach der Amtseinführung, Donald Trumps: Entziehen Sie Wikipedia die Mittel, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist. [...]

Der Tech-Milliardär hatte auf der Amtseinführung zweimal eine Geste gezeigt, die aus der Sicht vieler nichts anderes war als ein Hitlergruß. Genau deswegen fand sie auch Einzug in dem Wikipedia-Eintrag Musks. Musk streckte seinen rechten Arm zweimal nach oben in Richtung der Männer aus. Die Gäste wurde mit einem Nazi Kruses oder faschistischen Gruß verglichen. Musk bestritt jeder Bedeutung hinter der Geste, hieß es in der Erfassung der englischen Wikipedia. Mittlerweile wurde der Abschnitt durch weitere Informationen und ein Foto des Vorfalls erweitert, [...] einmal suggerierte, der Tech-Milliardär auf X, Wikipedia werde von linksradikalen Aktivisten kontrolliert, immer wieder bezeichnet er die Plattform als Wokepedia. Der Vorwurf, die Autorinnen und Autoren der Plattform seien voreingenommen und würden dort ausschließlich linke Positionen zulassen.
An den Weihnachtstagen rief Musk, seine Community dazu auf, Spenden an die Internetseite zu boykottieren. [...] 
Eine Lüge in einem Wikipedia Artikel unterzubringen, ist möglich – aber ein kompliziertes Unterfangen. Das macht Wikipedia zu einer Art "letzter Bastion gemeinsamer Realität", wie es der Schriftsteller, Alexis Madrigal einmal formulierte. Die Frage ist nur: wie lange noch? [...]
Rund um Weihnachten als Musk mehrere Posts zur Plattform absetzte, wiederholte er auch ein Angebot, das er der Online-Enzyklopädie schon im vergangenen Jahr unterbreitet hatte. Er könnte die Webseite für eine Milliarde US-Dollar kaufen und sie dann in Dickipedia umbenennen, so Musks Vorschlag.
Eine feindliche Übernahme, wie damals beim Kurznachrichtendienst Twitter, ist aktuell jedoch die am wenigsten realistische Variante eines Angriffs. [...] 
Die Struktur der Webseite selbst mit all ihren Autorinnen und Autoren und ausgeklügelten Kontrollmechanismen ist so etwas wie der Endgegner, für all diejenigen, die freie Informationen beschränken wollen.
Vielmehr könnten Musks unermüdliche Attacken dem Image der Plattform langfristig schaden: Viele rechte Schmierkampagnen, so bizarr sie zunächst auch klingen mögen, verfangen irgendwann auch im Mainstream. Wiederholt man eine Lüge nur oft genug, wird sie sich doch noch festsetzen. [...]
Noch gibt es keine Anzeichen für Troll-Armeen aus dem Elon-Musk- und dem Donald-Trump- Lager, die, die Wikipedia tatsächlich in eine Schieflage bringen könnten. Doch die Anhängerschaft des Tech-Milliardärs ist groß – und ebenso seine finanzielle Macht. Im Kampf um die Informationsfreiheit dürften auf die freie Online-Enzyklopädie noch stürmische Zeiten zukommen." (FR, 6.3.2025)

Samstag, 1. März 2025

Neues und Altes von Trump

"[...] Wolff: Ja! Trump hat es auf die Medien abgesehen! Den TV-Sender CBS hat er auf zehn Milliarden verklagt, weil sie ein Interview mit Kamala Harris angeblich so bearbeitet hatten, dass sie vorteilhafter wirkte. Die Muttergesellschaft Paramount verhandelt nun gerade einen Vergleich mit Trump. Sie befürchtet, dass er eine geplante Fusion mit einem anderen Medienhaus sonst verhindern würde. Auch ABC hat einen 15-Millionen-Dollar-Vergleich mit Trump geschlossen. Es ging um die Formulierung eines Moderators. Er hatte Trumps Verurteilung wegen sexuellen Übergriffs als Vergewaltigung bezeichnet. Und CNN hat die Sendung des Trump-Kritikers Jim Acosta von der Primetime so weit in die Nacht verschoben, dass er kündigte. Die Medien buckeln alle vor ihm. 
ZEIT ONLINE: In Ihrem ersten Buch haben Sie Donald Trump als impulsgetriebenen Menschen beschrieben, den selbst die meisten seiner Mitarbeiter für inkompetent hielten. Haben Sie erwartet, dass Sie vier Bücher über ihn schreiben würden, und jedes Mal ist Trumps Macht noch ein bisschen gewachsen? 
Wolff: Irre, oder? Von einem erzählerischen Standpunkt macht es die Geschichte natürlich immer noch besser. Dieser Mann, den nichts aufhalten kann. [...] 
ZEIT ONLINE: Seine Mitarbeiter hassen ihn, aber Amerika liebt ihn? 
Wolff: Ja, denn er hat die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu monopolisieren. Ein Beispiel: Wenn man als Politiker viermal angeklagt ist, ist man eigentlich erledigt. Wenn du für die Anklagepunkte sogar den Rest deines Lebens ins Gefängnis gehen könntest, gerät ein normaler Mensch in Panik, denn die Staatsanwaltschaft in Amerika gewinnt 95 Prozent aller Fälle. Nicht aber Donald Trump. Er macht die Anklagen zum Wahlkampf, weil diese ihm absolute Aufmerksamkeit garantieren. Denn wie gewinnt man sein Publikum? Mit Konflikt, Konflikt, Konflikt. Er war 14 Jahre Reality-TV-Star, er kennt die Techniken. Es war die riskanteste politische Wette aller Zeiten: Verurteilt mich – oder wählt mich. Die meisten normalen Menschen können so viel Konflikt allerdings gar nicht aushalten. Das macht einen fertig, verursacht Burn-out. Wo sind etwa all die Demokraten jetzt, nach der Niederlage? Trump aber hat nie Burn-out. [...] 
 ZEIT ONLINE: In Ihrem zweiten Buch haben sie den Streit im Team von Sonderermittler Robert Mueller beschrieben. Mueller hatte Verbindungen zwischen Trump und Russland ermittelt, strafrechtlich relevante Kontakte und Absprachen dokumentiert. Aber angeklagt hat er Trump dafür nicht. Und jetzt behauptet Trump, die Ukraine habe Russland angegriffen, Selenskyj sei ein Diktator, und er verhandelt mit Russland über das Ende des Krieges – ohne die Ukraine. Der Mueller-Report spielt längst keine Rolle mehr. 
Wolff: Wieder so ein institutionelles Versagen. Robert Mueller hat Trump damals nicht angeklagt, weil er Schaden von der Institution des Präsidentenamtes abhalten wollte. Einen regierenden Präsidenten anzuklagen, das gehörte sich nicht. Trump hat diese Schwäche sogleich ausgenutzt und sich einfach von allen Vorwürfen freigesprochen. 
ZEIT ONLINE: Trump schafft es immer wieder, die Wirklichkeit in seinem Sinne zurechtzubiegen. In Ihrem Buch beschreiben Sie das auch am Beispiel seiner Ehe mit Melania. Und Sie wundern sich, dass die Medien nie darüber berichtet haben. 
Wolff: Wundern ist das falsche Wort, ich habe es eher angemerkt. Jeder politische Reporter weiß, dass die Ehe der Obamas wackelt. Aber keiner berichtet darüber. Warum? Aus Höflichkeit. Diese Höflichkeit gewähren die Journalisten auch Trump. Trump profitiert also von einer Norm, an die er sich selbst nicht halten würde. Und so können Melania und er das Bild einer Ehe, die schon lange nur noch ein Geschäftsdeal ist, aufrechterhalten. Mir war das alles nicht so klar, ich habe also während der Recherche einen der Trump-Leute gefragt, warum Melania nie zu sehen ist. Und er antwortete mir völlig überrascht, als sei ich irgendwie begriffsstutzig: Melania lebt im Trump-Tower in New York, er in Mar-a-Lago oder dem Weißen Haus. Sie vermarktet sich mit einem Buch, einer Amazon-Doku, gibt Kryptowährung raus, im Gegenzug tritt sie ab und zu bei einer Veranstaltung auf. Sie weiß, dass Donald-Trump sie für die Fotos braucht. Keiner der beiden hat ein Interesse daran, diesen Deal zu beenden. Es ist also alles in Ordnung. Das Geld fließt. 
ZEIT ONLINE: Eine ähnliche Beziehung scheint Trump zu Elon Musk zu haben. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Herbst 2024 sprang Musk auf einer Bühne herum wie Mick Jagger, dabei rutschte sein T-Shirt hoch, man sah seinen Bauch. Sie schreiben, Trump habe daraufhin gesagt: "What the fuck läuft falsch bei dem Typen?" 
Wolff: Trump checkt jeden auf seine Nützlichkeit ab. Zu anderen Beziehungen ist er nicht fähig. Elon Musk hat nun die Rolle, die Steve Bannon in der letzten Trump-Regierung hatte. Er ist der Mann mit den Ideen, wie man den "Deep State" zerstört. 
ZEIT ONLINE: Aber die MAGA-Basis beginnt langsam gegen die extremen Kürzungen des Sozialstaates, der Fördermittel, der Lieferverträge mit Bauern zu rebellieren. Trotzdem hat Trump gesagt, er wünsche sich, dass Musk noch aggressiver vorgehe. Wie passt das zusammen? 
Wolff: Trump steckt gerade in der Klemme. Schon seit einiger Zeit sagen die liberalen Medien den Bruch zwischen den beiden voraus. Würde Trump also Musk kritisieren, würde er ihnen recht geben. Er muss also zuerst klarstellen, dass Musk ihm Folge leistet, obwohl das im Moment wahrscheinlich nicht mehr ganz stimmt. Er muss ihn zuerst dominieren, um dann auf einen Grund zu warten, ihn fallen zu lassen. Wenn irgendetwas schiefläuft, ist Musk natürlich die perfekte Person, um die Schuld auf ihn abzuwälzen. Dazu wird es ohne Zweifel irgendwann kommen. Die beiden erfolgreichsten Männer der Welt, die beiden größten Egos der Welt, ohne jegliche soziale Kompetenz, wie soll das gut gehen? 
ZEIT ONLINE: Eine andere Figur, die Sie ausführlich in Ihrem Buch beschreiben, ist der Investor Jeff Yass – und mit ihm die neue Form der Extrem-Vetternwirtschaft in Washington. 
Wolff: Jeff hat einen signifikanten Anteil an Trumps Social-Media-Plattform Truth Social gekauft und damit völlig legal Millionen in Trumps Taschen befördert, ohne damit gegen irgendeine Spendenregel zu verstoßen. Aus unerfindlichen Gründen hatte die Aufsichtsbehörde die Fusion von Truth Social mit einer dubiosen Firma erlaubt, deren Aufsichtsräte beide wegen Insidertrading angeklagt waren. Die haben Truth Social dann an die Börsen gebracht und ein perfektes Vehikel geschaffen, Trump Geld zuzuschustern. Jeff Yass ist nämlich auch einer der größten Investoren in TikTok und – Überraschung – hat Trump dazu gebracht, TikTok, entgegen seiner früheren Aussagen, vor der Abschaltung zu beschützen.[...]"  

Michael Wolff

72 Jahre alt, ist einer der talentiertesten Journalisten seiner Generation. Er hat drei Bücher über Donald Trump veröffentlicht. Fire and Fury über die ersten 100 Tage im Weißen Haus wurde ein Weltbestseller. Sein viertes Buch Alles oder nichts schildert nun, wie Donald Trump das Weiße Haus zurückerobert hat. Es erscheint am 27. Februar weltweit, gerade mal einen Monat nach Trumps Amtsantritt.

 https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-02/michael-wolff-autor-donald-trump-buch-alles-oder-nichts/komplettansicht ZEIT 27.2.25

Samstag, 25. Januar 2025

Trotz Musk ist Twitter immer noch nützlich

Es wird deutlich, wer gegangen ist, wer geblockt wurde und dass noch viel Erfreuliches gefunden werden kann, wenn man von Twitter her noch weiß, wer Sinnvolles zu sagen weiß:

@kathrinpassig@netsociology@ArminNassehi (u.a. Flüchtlingskrise)  Verfassungsrechtler Christoph Möllers (@ChristophMllers); @GeorgeLakoff; @Daily_Hegel; @joergschellerl ; @ideenfreiheit
 Thomas Zingelmann: Was ich an den Büchern von @ideenfreiheit immer sehr schätze, sind die detaillierten Analysen und Gegenüberstellungen. Freue mich hieraus Auszüge nächstes Semester in meinem Seminar "Aufstieg und Fall der Autonomie der Kunst" zu diskutieren

Noch eine hohe Säule zeugt von verschwundner Pracht; Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.

Bleiben oder gehen? Was tun angesichts der Entscheidungen der Multimiliardäre Musk und Zuckerberg?

 "[...] Viele schreiben hier das Internet voll mit Texten, die sie in den alten Medien nicht mehr verkaufen können – zu speziell, zu voraussetzungs- und anspielungsreich, zu lang, zu politisch oder einfach: zu klug. Viele etablierte Leute aus Academia, Kunst und Kultur nutz(t)en Facebook zur Vernetzung, um auf kurzem Weg Knowledge zu droppen oder sich frei von den Formatierungszwängen und Etiketten ihrer jeweiligen Branchen zu äußern. [...]"

Das schreibt Klaus Walter in der Frankfurter Rundschau vom 25./26.1.2025.

Ich selbst tendiere dazu, zu bleiben und zu gehen. Doch auch gibt es angesichts der Facebookreichweite von rund 3 Milliarden auf der Erde und rund 30 Millionen in Deutschland  für mich weiterhin keinen Grund, zu Facebook zu gehen, gegen das ich von Anfang an geschrieben habe und wo mein Account trotz meiner dortigen afrikanischen Freunde und anderer nicht bespielt wird. Aber bei Twitter (jetzt X), wo ich höchst lehrreiche Gespräche mitverfolgen konnte, bin ich geblieben, als ich zu Mastodon wechselte. Freilich gehe ich auf Musks X fast nur noch, um auf meine Blogbeiträge hinzuweisen, doch begegne ich da zum Glück ab und zu meinen alten friends, nur im Internetsinne Freunde, weil viel zu klug für mich, mit denen ich aber lehrreichen Meinungsaustausch hatte, wo wir unsere Standpunkte zwar nur wenig angenähert haben, wo aber - zumindest meine - Wertschätzung wuchs. 

Mein - auch viel zu kluger, aber dennoch: - Internetfreund, Jean-Pol Martin, der mich an Twitter herangeführt hat, wechselte von Twitter zu Facebook, was ich damals nicht gleich verstand, aber wegen der Gruppe von damals 800 Mitarbeitern und Schülern von Lernen durch Lehren akzeptiert habe, inzwischen habe ich es verstanden. 

Zwar ist Twitter viel besser gewesen, als X es heute ist, und Facebook wird viel an Qualität verlieren, aber wenn man 3 Milliarden Teilnehmer hat, kann man nicht jede Löschung individuell entscheiden und bei Entscheidungen durch KI fallen notwendigerweise viele Fehlentscheidungen. Dass das passiert, kann man als einzelner akzeptieren, so lange man es auf der Plattform aushalten und für seine Zwecke arbeiten kann. 

Es mag eine Zukunft geben, in der das als Fehlentscheidung verstanden wird. Wir Zeitgenossen müssen heute entscheiden.

Sonntag, 12. Januar 2025

Überraschendes Zeugnis für die Qualität der Wikipedia

 "Elon Musk hat auf seiner eigenen Plattform X dazu aufgerufen, nicht mehr an die Online-Enzyklopädie Wikipedia zu spenden. Er fordert, dass Wikipedia erst dann wieder Geld bekommen sollte, wenn es seine „redaktionelle Balance“ wieder herstellt.

In seinem Post attackiert Musk Wikipedia dafür, dass es Geld für DEI-Maßnahmen (Diversity, Equity, Inclusion; zu Deutsch: Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion) ausgibt und verspottet die Plattform als „Wokepedia“.

Der reichste Mann der Welt äußerte seine Kritik, indem er den Post eines anderen Nutzers weiterverbreitete. Dieser wiederum teilte eine Grafik aus dem Jahresbericht 2023 bis 2024 der Wikimedia-Stiftung, wonach mehr als 29 Prozent des Budgets für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion vorgesehen waren. Der größte Ausgabenposten war für Infrastruktur vorgesehen.

Semrush, einem Anbieter von digitalem Marketing, zufolge war Wikipedia im vergangenen November die weltweit viertpopulärste Homepage im Internet. Rund 6,7 Milliarden Aufrufe konnte Wikipedia demnach verzeichnen. Musks X (ehemals Twitter) landete mit rund 2,7 Milliarden Besuchen auf dem 17. Platz. [...]" (Handelsblatt 27.12.2024)

Wenn die Bereitschaft, viel für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion zu tun, an der Wikipedia kritisiert wird, dann sind gerade das die Bereiche, auf denen nach meiner Meinung der größte Entwicklungsbedarf der Wikipedia besteht. 

Nicht nur ist ein Großteil der Regeln der deutschen Wikipedia, die Kooperation und das Einschränken eines effizienzgefährdenden Konkurrenzdenkens zu bewirken helfen von einer der wenigen Frauen der frühen Wikipedia eingeführt worden; sondern auch der vermehrte Zustrom von Wikipedianerinnen hat - nach meiner Beobachtung - Kooperation gefördert und einer Reduktion des rüden Tons, für den die Wikipedia immer wieder kritisiert wurde, geführt. Die Bemühungen um Barrierefreiheit haben nach meiner Beobachtung auch erst relativ spät eingesetzt. (Bei der Gelegenheit: Trotz der immer steigenden Ansprüche an Qualität von Artikeln ist der Anteil von Kindern unter den Wikipedianern - soweit man als Benutzer etwas über das Alter der Mitarbeitenden erfährt - erstaunlich hoch.)

Da ich im Laufe meiner 20-jährigen Wikipedia-Karriere tendenziell wikipediakritischer geworden bin, bin ich dankbar für das Zeugnis von jemandem, der nicht im Verdacht steht, der Wikipedia allzu unkritisch gegenüber zu stehen, dass sie offenbar intensiv dabei ist, ihre Defizite abzubauen. Insofern mein Dank an Musk!  Vielleicht entdeckt er ja auch mir bisher verborgene Vorzüge der AfD?

Das, was er bisher über Vorzüge der AfD gesagt hat, lässt mich daran zweifeln.

Sonntag, 29. Dezember 2024

So weit ist es mit der Leichtgläubigkeit gekommen

 Jemand fraget ernsthaft nach, ob Olaf Scholz Musk auf dessen eigener Plattform widerlich beleidigt hat und ob X das verbreitet hat: https://www.gutefrage.net/umfrage/hat-das-olaf-scholz-wirklich-zu-elon-musk-geschrieben

Wie will man da verhindern, das mithilfe künstlicher Intelligenz Menschen millionenfach verleumdet werden und dass andere diesen Verleumdungen Glauben schenken?

Da muss früh genug etwas dagegen unternommen werden. Allein mit freiwilliger Arbeit ist das nicht zu schaffen. HateAid sollte viele Unterstützer finden.

Sonntag, 6. Oktober 2024

Elon Musk klagt an: „Mein Sohn wurde vom Woke-Virus getötet!“

 Getötet, aber nicht gestorben. Wie geht das zu? Das kann Musk gut erklären. 

Zunächst: "Elon Musk hat nicht nur viel Geld, er hat auch viele Kinder. Zwölf sind es an der Zahl mit drei Frauen. Damit will der 53-Jährige nach eigenen Worten dazu beitragen, dass die Gesellschaft nicht wegen Überalterung zusammenbricht."

Weiter hier, 25.7.2024

Dienstag, 27. Dezember 2022

Hat Musk sich verrechnet?

Den Vogel abgeschossen ZEIT 21.12.22

Europäische Union: Wirtschaftsministerium fordert stärkere Regulierung von Twitter ZEIT 22.12.22

Als Musk Tesla Inc. übernahm und 2008 den Tesla Roadster als Serienfahrzeug herausbrachte, war der das Auto der Zukunft. Jetzt ist er es nicht mehr, weil die Verbrenner-Autokonzerne nach dem Dieselskandal notgedrungen ihre Blockadepolitik gegenüber dem Elektroantrieb aufgegeben und mit staatlichen Subventionen  haben. 

Als er für 43 Milliarden Twitter kaufte, war Twitter noch ohne funktionierendes Geschäftsmodell und hatte einen gefährlichen, beinahe übermächtigen Konkurrenten in TikTok. Weil er Twitter "auf Pump" gekauft und viele Nutzer verschreckt hat, drohen Milliardenverluste. 

Google war eine konkurrenzlos gute Suchmaschine, deren Geschäftsmodell  trägt immer noch die nicht selten oder oft (?) Start-up-Versuche von Alphabet Inc.

Der Versuch mit Twitter hat Tesla Inc. in Schwierigkeiten gebracht. 

Wie geht es weiter?



Sonntag, 1. Mai 2022

Musk und Twitter

 Jimmy Wales hat ein Gegenmodell entworfen: WT.Social https://wt.social/

Wie viele müssen sich darauf einlassen, damit es funktioniert?

Das wäre auszuprobieren.