"[...] Die Nationen könnten den Klimawandel nach wie vor noch rechtzeitig bewältigen und auch ihren Wohlstand erhalten – ja sogar steigern. Allerdings dürfen sie sich dabei nicht mehr viele Fehler erlauben. Vor allem Europa nicht, das seit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert sämtliche Vorteile der Treibhauswirtschaft genossen und deren Kosten auf dem Planeten abgeladen hat. Die Europäer waren es, die jenes verheerende Produktions- und Konsummodell schufen, das die anderen Nationen verführte. Anders als die Vereinigten Staaten fördern sie heute kaum noch Öl und Gas und haben daher auf dem Weg zu einer klimaschonenden Wirtschaft weniger zu verlieren. Egal also, ob man es moralisch oder pragmatisch betrachtet: Wenn Europa nicht bald demonstriert, dass es auch anders geht, dann wird es niemand tun. Von hier aus muss das neue Denken wie eine Welle um die Erde gehen.
Warum auch nicht? Alles noch (!) denkbar, machbar, bezahlbar – und glücklicherweise ziehen die Jugendlichen von "Fridays for Future" und die neuesten Umweltkatastrophen alle Aufmerksamkeit aufs Klima. Ein historischer Moment, keine Frage. [...]
Der Kapitalismus war zum Beispiel in der Lage, die ganze Erde binnen weniger Jahre mit einem Netz von Milliarden Smartphones zu überziehen und damit die Kommunikation der Menschen, ihr soziales und politisches Leben neu zu definieren. Warum sollte er das mit dem Klima nicht können?
Tatsächlich arbeiten schon heute unzählige Unternehmer und Forscher an Lösungen für die große Null, die am Ende überall stehen muss. Sie entwickeln Elektro- oder Wasserstoffantriebe für Schiffe und basteln an klimaneutralen Flugzeugen. Sie lassen im Kleinen schon die Null in der Landwirtschaft oder am Bau wahr werden. Oder sie versuchen, die Erde abzukühlen, und düngen beispielsweise das Meer mit Eisen, damit das Plankton rasend wächst und mehr CO2 aufnimmt. Andere wollen mit riesigen Staubsaugern ungeheure Mengen Luft von Treibhausgasen reinigen. Ja, auch dieser gefährliche Zauber gehört zur Klimarettung: Geoengineering nennt sich die Disziplin.
Verteilt über die Kontinente ist eine kleine Forscher-Armee dabei, die Blaupausen für die Klimarettung zu entwerfen. Was sie brauchen, ist ein fairer Wettbewerb mit den herkömmlichen und schädlichen Techniken, die vielfach – auch in Deutschland – noch subventioniert oder von starken Lobbyisten und ihren Lieblingspolitikern gehätschelt werden. Und dann brauchen sie die Null! Also die klare Vorgabe, dass ab einem bestimmten Datum kein Treibhausgas mehr Fabriken und Autos, Landflächen und Flugzeuge verlassen darf. [...]
Klima könnte das größte Geschäft des 21. Jahrhunderts werden – gerade für die Deutschen, die vor 20 Jahren schon einmal führend waren bei der Umwelttechnik und der Umweltpolitik und die dann abkamen vom grünen Weg. Das Land der Ingenieure und Exporteure, der Mülltrenner und Waldschützer muss diesmal vorneweg laufen. Nach dem Silicon Valley darf nicht auch noch das Climate Valley weit weg am Pazifik entstehen."
(Klimaschutz ist bezahlbar ZEIT 36/2019 29.8.19)
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Freitag, 15. November 2019
Klimaschutz ist bezahlbar
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Klimawandel
Montag, 24. Juni 2019
Kipppunkte (Kippelemente) im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Wissenschaftler wissen über die Unsicherheiten bei der Voraussage des Verhaltens komplexer Systeme.
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel warnen sie zwar seit Jahrzehnten, aber bisher sehen sie noch immer die Möglichkeit, dass sich er sich beschränken lässt.
Die Diskussionen, die ich im Internet verfolge, lassen mich darauf schließen, dass sich aber viele über das Ausmaß der Katastrophe, die eintreten wird, wenn bestimmte Kippelemente fallen (oder Kipppunkte überschritten werden), auch ein halbes Jahr, nachdem die Schülerstreiks begonnen haben, noch nicht im klaren sind.
Daher hier ein paar Kurzhinweise:
"Sogenannte Kippelemente im Klimasystem können unwiderruflich in einen instabilen Zustand fallen und so Lebensbedingungen der Menschheit bedrohen.
Das globale Klimasystem gleicht demnach einer Kette von Dominosteinen - wehe, der erste fällt.
Der schwindende Amazonas-Regenwald, der auftauenden Permafrostboden im hohen Norden oder die schmelzenden Eispanzer Grönlands sind einige dieser Domino-Elemente, die eine Kettenreaktion mit globalen Folgen auslösen können. [...]
(Kippendes Weltklima: Wie Domino-Effekte die Erde in eine Heißzeit treiben könnten, Süddeutsche Zeitung 7.8.2018)
Seit dem 7.8.2018 sind nahezu 11 Monate vergangen. Entsprechend geringer sind die Chancen, dass diese Gelegenheit genutzt wird.
dazu:
"In der Arktis, rund um den Polarkreis, wüten seit einigen Wochen die wohl größten Brände des Planeten. Vermutlich mehr als 100 Feuer zeigen Satellitenaufnahmen in entlegenen Regionen der sibirischen Tundra – einige von ihnen sind möglicherweise mehr als 1000 Quadratkilometer groß. In der Arktis brennt es immer wieder mal, aber Größe und Zeitpunkt dieser Megafeuer sind sehr ungewöhnlich. Und obwohl die betroffenen Gebiete so abgelegen sind wie kaum eine andere Region des Planeten, betreffen die Auswirkungen der Brände die ganze Welt." (Mega-Feuer am Polarkreis, Spetrum.de 9.7.19)
SUV-Rekord in Deutschland - Erstmals wird die Zahl der neu zugelassenen #Geländewagen in diesem Jahr die Grenze von einer Million Fahrzeugen überschreiten, laut einer Analyse der Universität Duisburg-Essen. #SUV (Tagesschau 2019)
1988 wurden in den USA insgesamt 960.852 SUV und 1997 bereits 2.435.301 SUV verkauft.[1] In Deutschland wurden 2016 3.351.607 Pkw erstmals zugelassen; 715.268 davon (21,3 %) waren Geländewagen und SUV.[2] (Wikipedia: SUV)
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel warnen sie zwar seit Jahrzehnten, aber bisher sehen sie noch immer die Möglichkeit, dass sich er sich beschränken lässt.
Die Diskussionen, die ich im Internet verfolge, lassen mich darauf schließen, dass sich aber viele über das Ausmaß der Katastrophe, die eintreten wird, wenn bestimmte Kippelemente fallen (oder Kipppunkte überschritten werden), auch ein halbes Jahr, nachdem die Schülerstreiks begonnen haben, noch nicht im klaren sind.
Daher hier ein paar Kurzhinweise:
"Sogenannte Kippelemente im Klimasystem können unwiderruflich in einen instabilen Zustand fallen und so Lebensbedingungen der Menschheit bedrohen.
Das globale Klimasystem gleicht demnach einer Kette von Dominosteinen - wehe, der erste fällt.
Der schwindende Amazonas-Regenwald, der auftauenden Permafrostboden im hohen Norden oder die schmelzenden Eispanzer Grönlands sind einige dieser Domino-Elemente, die eine Kettenreaktion mit globalen Folgen auslösen können. [...]
Kommt es zu Kippeffekten, ist Erwärmung nicht die einzige Folge: Die schmelzenden Eispanzer könnten den Meeresspiegel über die kommenden Jahrhunderte um 60 Meter steigen lassen. Mit den Wäldern geht Biodiversität verloren und damit die Chance, in der Vielfalt der Natur Antworten auf die Krise zu finden. Auftauender Permafrost gefährdet Siedlungen in Sibirien und Straßen in den Alpen. [...]
"Die Gelegenheit, die wir in den kommenden drei Jahren haben", sagt Figueres, "ist einzigartig in der Geschichte.""
"Die Gelegenheit, die wir in den kommenden drei Jahren haben", sagt Figueres, "ist einzigartig in der Geschichte.""
Seit dem 7.8.2018 sind nahezu 11 Monate vergangen. Entsprechend geringer sind die Chancen, dass diese Gelegenheit genutzt wird.
dazu:
"In der Arktis, rund um den Polarkreis, wüten seit einigen Wochen die wohl größten Brände des Planeten. Vermutlich mehr als 100 Feuer zeigen Satellitenaufnahmen in entlegenen Regionen der sibirischen Tundra – einige von ihnen sind möglicherweise mehr als 1000 Quadratkilometer groß. In der Arktis brennt es immer wieder mal, aber Größe und Zeitpunkt dieser Megafeuer sind sehr ungewöhnlich. Und obwohl die betroffenen Gebiete so abgelegen sind wie kaum eine andere Region des Planeten, betreffen die Auswirkungen der Brände die ganze Welt." (Mega-Feuer am Polarkreis, Spetrum.de 9.7.19)
"[...] Hartmut Graßl: Aus meiner Sicht spielt das Thema Geoengineering oder Climate Engineering eine zu große Rolle in der öffentlichen Debatte. Denn die Klimaforschung zeigt doch, dass das Verständnis des Erdsystems wegen dessen hoher Komplexität relativ langsam vorankommt. Jetzt, wo wir den zusätzlichen, von uns stammenden Treibhauseffekt einigermaßen einschätzen können, würden wir durch Geoengineering zusätzliche Komplexität einbringen.
Ich gebe ein Beispiel. Die Erhöhung der Kohlenstoffaufnahme in den Ozean – er nimmt gegenwärtig nur etwa ein Viertel unserer CO2-Emissionen auf – durch die Einbringung von durch Phytoplankton verwertbaren Eisenverbindungen im Südlichen Ozean lässt auch die dort nicht als Dünger genutzten Stickstoffverbindungen schrumpfen. Damit wird die Verteilung des Phytoplanktons und folglich der Fischpopulationen geändert. [...]"
SUV-Rekord in Deutschland - Erstmals wird die Zahl der neu zugelassenen #Geländewagen in diesem Jahr die Grenze von einer Million Fahrzeugen überschreiten, laut einer Analyse der Universität Duisburg-Essen. #SUV (Tagesschau 2019)
1988 wurden in den USA insgesamt 960.852 SUV und 1997 bereits 2.435.301 SUV verkauft.[1] In Deutschland wurden 2016 3.351.607 Pkw erstmals zugelassen; 715.268 davon (21,3 %) waren Geländewagen und SUV.[2] (Wikipedia: SUV)
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