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Montag, 5. Februar 2018

Volker Braun: Wann sag ich wieder MEIN und meine alle.

"Und es war vielleicht ein prophetischer Griff des Dirigenten Bernstein in dem Silversterkonzert, diesen Satz von Schiller zu ändern: Freude schöner Götterfunken in Freiheit schöner Götterfunken, und ich glaube, die Freiheit hat mit ihrem Taktstock die Freude ein wenig aus dem Land dirigiert."
((Günter Gaus: Neue Porträts in Frage und Antwort, Berlin 1992, S.70/71) - Hervorhebung von Fontanefan)

Die Freiheit dirigiert mit dem Stock die Freude aus dem Land und die selbstkritischen Zeilen des Gedichts:

Da bin ich noch: mein Land geht in den Westen.
KRIEG DEN HÜTTEN FRIEDE DEN PALÄSTEN.
Ich selber habe ihm den Tritt versetzt.

[...]
Wann sag ich wieder MEIN und meine alle. [Das vollständige Gedicht]

Auch ein Regimekritiker, doch wie viel melancholischer als Biermann reagiert er auf die Wende: Volker Braun

Die DDR ohne die Wende (Abreißkalender von 1990)

Freitag, 1. April 2016

De mortuis nihil, nisi bene.

"Denn in seiner Zeit an der Spitze des Auswärtigen Amtes von 1974 bis 1992 war Hans-Dietrich Genscher ein Entspannungspolitiker par excellence: einer, der selbst mit den härtesten Gegenspielern im Kreml und andernorts so lange verhandelte, bis man sich auf eine für beide Seiten tragbare Lösung verständigte."  So schreibt ZEIT online heute, am 1.4.2016.

Ich schreibe nichts über die Jugoslawienkriege 1991 - 2001.

Aber zu der zweiten Aussage von Ludwig Grewen darf ich etwas anmerken.
"Gemeinsam mit Helmut Kohl rang Genscher dem letzten sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dessen Außenminister Eduard Schewardnadse, ebenso wie den Verbündeten im Westen, die Zustimmung zur deutschen Wiedereinigung ab, und er handelte bei den 2+4-Gesprächen die äußeren Bedingungen dafür aus." 
Mir ist nicht bekannt, dass Gorbatschow zu "den härtesten Gegenspielern im Kreml"  gehörte.
Genscher verstand ganz gewiss sein Handwerk.