Damit ist nun fraglich, ob in den kommenden zehn Jahren überhaupt ein Esa-Astronaut aufden Mond reist. Allen voran Deutschland mit seinen Esa-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer hatte sich hier große Hoffnungen gemacht. Für sie bleibt, Stand jetzt, allenfalls ein Flug um den Mond – als bereits ausgehandelte Tauschleistung für das in Bremen gefertigte Antriebsmodul der Orion-Raumkapseln, mit denen Astronauten in eine Mondumlaufbahn reisen können.
https://www.zeit.de/2026/42/mondlandungen-usa-nasa-esa-jared-isaacman-mondumflug-italien
"Das Projekt Starship hat damit nach nunmehr 14 Testflügen einen beeindruckenden Punkt erreicht: Musk hat die wohl fähigsten Ingenieure des Planeten zusammengebracht, für 15 Milliarden US-Dollar eine gigantische Raketenfabrik in Südtexas hochgezogen. SpaceX hat dort die modernste und größte Rakete aller Zeiten gebaut. Eine Rakete, die anders als alle Vorgängerinnen vollständig wiederverwertbar ist, nach dem Flug ins All sogar vom selben Startturm wieder aufgefangen werden soll, von dem sie zuvor abgehoben ist (was nun Testflug Nummer 15 demonstrieren soll). [...] Um den Mars geht es Musk längst nicht mehr. Im Februar rief er stattdessen völlig überraschend den Mond als Ziel für eine bemannte Siedlung aus – und degradierte auch dieses Projekt schon vier Monate später wieder zum Nebenschauplatz. Da ging SpaceX nämlich an die Börse – und Musk kündigte in Telefonkonferenzen an, aus der Raketenfirma einen der größten Anbieter für KI und globale Kommunikation machen zu wollen. [...]
All das soll sich in einem weitgehend rechtsfreien Raum abspielen: Bisher ist das Allermeiste im Weltall erlaubt, eine strengere internationale Gesetzgebung ist nicht in Sicht. Dabei dürfte sich die Gefahr durch Weltraumschrott durch zehntausende neue Satelliten deutlich verschärfen. Forscher diskutieren außerdem die Möglichkeit, dass altersschwache Satelliten beim Verglühen in der Atmosphäre die Ozonschicht schädigen könnten. Und US-Militärs bereiten sich längst auf einen Schlagabtausch im Orbit vor, der künftig jeden größeren Konflikt auf der Erde begleiten dürfte.
Das Starship wird all diese Probleme eher verschärfen als auflösen. Wenn es neue Möglichkeiten schafft, dann vor allem solche des Machtausbaus und der Monetarisierung der Ressource Weltall – und das auch nur für die USA und ihre engsten Verbündeten. Doch selbst für sie ist es hochriskant, sich bei diesem Thema von einem einzelnen Mann abhängig zu machen. Man muss jedenfalls ziemlich verträumt sein, um darin noch eine Utopie zu sehen."
https://www.zeit.de/wissenschaft/2026-09/spacex-elon-musk-starship-rakete-technik/komplettansicht
Das Starship ist also eine Art vertikal startender Jumbojet für die Schwerelosigkeit. Er dürfte die Raumfahrt so stark verändern, wie keine Rakete zuvor. SpaceX kann nun nämlich pro Start fünf- bis zehnmal so viel Masse wie bisher ins All transportieren. Und das wohl perspektivisch mit noch höherer Taktung als die bereits alle paar Tage startenden Falcon-9-Raketen des Unternehmens. Auch die Preise könnten weiter fallen. Ungeahnte Materialmengen dürften somit in den nächsten Jahren in die Umlaufbahn gelangen.
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All das soll sich in einem weitgehend rechtsfreien Raum abspielen: Bisher ist das Allermeiste im Weltall erlaubt, eine strengere internationale Gesetzgebung ist nicht in Sicht. Dabei dürfte sich die Gefahr durch Weltraumschrott durch zehntausende neue Satelliten deutlich verschärfen. Forscher diskutieren außerdem die Möglichkeit, dass altersschwache Satelliten beim Verglühen in der Atmosphäre die Ozonschicht schädigen könnten. Und US-Militärs bereiten sich längst auf einen Schlagabtausch im Orbit vor, der künftig jeden größeren Konflikt auf der Erde begleiten dürfte.
Das Starship wird all diese Probleme eher verschärfen als auflösen. Wenn es neue Möglichkeiten schafft, dann vor allem solche des Machtausbaus und der Monetarisierung der Ressource Weltall – und das auch nur für die USA und ihre engsten Verbündeten. Doch selbst für sie ist es hochriskant, sich bei diesem Thema von einem einzelnen Mann abhängig zu machen. Man muss jedenfalls ziemlich verträumt sein, um darin noch eine Utopie zu sehen.
https://www.zeit.de/wissenschaft/2026-09/spacex-elon-musk-starship-rakete-technik/komplettansicht