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Donnerstag, 10. Oktober 2024

Was kann man "vertrauenswürdigen Hinweisgebern" überlassen?

Während Assange jahrelang verfolgt und in Einzelhaft gehalten wurde, weil er Material von Whistleblowern veröffentlicht hat, sollen jetzt "vertrauenswürdige Hinweisgeber" helfen, Fake News und Hassbotschaften im Internet zu beseitigen.

Dagegen gibt es scharfe Proteste: https://www.nachdenkseiten.de/?p=122750

Weshalb haben sich die Fronten bei Hinweisgebern vertauscht?

Der Unterschied liegt natürlich darin, dass die einen Hinweise auf etwas geben, was geheim bleiben sollte und die anderen Hinweise auf das, was nicht veröffentlicht werden sollte.

Es geht also um einen zentralen Punkt der Aufklärung, die Meinungsfreiheit und die Abschaffung der Zensur. Neutral gesprochen um Informationskontrolle. Wer darf Informationen veröffentlichen und wer nicht? Während beim bürgerlichen Strukturwandel der Öffentlichkeit das Recht der Presse, Meinungen ohne Zensur zu veröffentlichen gefordert wurde, wird gegenwärtig vom Staat gefordert, die Freiheit der Einzelnen zu veröffentlichen einzuschränken.

Welcher Art ist der Strukturwandel, der jetzt stattgefunden hat und wie ist auf ihn zu reagieren? Mir scheint, dass dieser Strukturwandel, obwohl schon seit Jahrzehnten darüber gestritten wird, immer noch nicht zureichend beschrieben worden ist. Und ich wünsche mir, analog zu dem von Habermas beschriebenen Strukturwandel den gegenwärtigen zu beschreiben. Bisher habe ich diese Beschreibung noch nirgendwo gefunden.

Wo gibt es Hinweise?


Freitag, 16. Dezember 2016

Bundesregierung zensiert den Armuts- und Reichtumsbericht

Armuts- und Reichtumsbericht: Bundesregierung zensiert unliebsame Studie
www.lobbycontrol.de 15.12.16

"Das Fazit der Forscher ist so banal wie brisant: Wer mehr Geld hat, dessen Interessen werden bei politischen Entscheidungen in Deutschland stärker berücksichtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines Forscherteams des Osnabrücker Professors Armin Schäfer, die dieser im Auftrag der Bundesregierung für den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht verfasst hat. Doch noch brisanter als dieses Ergebnis ist: Die Bundesregierung möchte, dass die Öffentlichkeit davon lieber nichts erfährt – und hat die relevanten Passagen kurzerhand aus dem Bericht gestrichen. [...]"


Gestrichene Passagen im Armutsbericht: Was hinter dem Streit über die Gutverdiener steckt SPON 16.12.2016
Es geht um "den Zusammenhang zwischen den politischen Ansichten verschiedener Einkommensschichten und den konkreten politischen Entscheidungen des Bundestags seit 1998. Das Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Parlament etwas beschließt, was die Besserverdienenden wollen, ist hoch - während der in Umfragen geäußert[e] Willen der Geringverdiener eine besonders niedrige Wahrscheinlichkeit hat, vom Bundestag umgesetzt zu werden. (Hier finden Sie die vollständige Studie der Osnabrücker Politikwissenschaftler Lea Elsässer, Svenja Hesse und Armin Schäfer.)
Nun ist es nicht so, dass dieser Kernbefund in dem zusammengestrichenen Bericht nicht mehr auftaucht. Genau genommen ist es sogar das einzig Relevante, das stehengeblieben ist. Gestrichen wurden aber die ausführlichen Überlegungen darüber,
  • wo die Gründe für dieses politische Ungleichgewicht liegen könnten,
  • wie es wieder ausgeglichen werden könnte,
  • und weshalb die Dominanz der Besserverdienenden die Legitimation des gesamten politischen Systems in Frage stellt.
Während das Sozialministerium der Studie in ihrem Entwurf noch neun Seiten widmete, ist der entsprechende Abschnitt nach dem Eingriff des CDU-Kanzleramts auf nicht einmal mehr vier Seiten zusammengeschnurrt." [Kleine Korrekturen von Fontanefan durch [] für Zusatz und Braun statt Schwarz für Streichung gekennzeichnet]

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Weshalb findet man so manches, was Goethe geschrieben hat, auch in umfassenden Ausgaben seiner Werke nicht?

1. Goethe hat so vieles geschrieben, dass nur die wenigsten Leute daran interessiert sein können, alles, was man inzwischen irgendwo dokumentiert hat, finden zu können.
2. Es gibt sehr vollständige Ausgaben wie die Sophienausgabe, die aber auch nicht alles, was sich in Handschriften gefunden hat, dokumentieren.
3. Was damals als zu drastisch empfunden wurde, hat man im 19. Jahrhundert nicht aufgenommen. 
4. Goethe hat sich "selbst zensiert". So dauerte es bis 1994, bis alle "Schweinereien", die Goethe sich für den Faust ausgedacht hatte, aber keinesfalls zu Lebzeiten gedruckt sehen wollte, in eine Ausgabe aufgenommen wurden. - Ästhetisch ist das kein großer Gewinn, aber literaturhistorisch sehr interessant unter dem Gesichtspunkt: Weshalb hat Goethe es nicht vernichtet, wenn er doch verhindern wollte, dass es (zu seinen Lebzeiten) bekannt wurde? Welche Vermutungen hat er darüber gehabt, wie sich Moralvorstellungen ändern würden und wie wichtig er nach 100 oder nach 200 Jahren noch genommen würde?

Mittwoch, 25. März 2015

Zensur im ZDF

im Was unmündige Fernsehzuschauer nicht erfahren sollen, verbreitet das ZDF nur über Twitter: wird unterdrückt.
Weshalb lief Werbung, aber kein Informationsband, weshalb "Die Anstalt" ausfiel?
Mir fällt es schwer, nicht an böse Absicht zu glauben.

Dabei war die Entscheidung schon lange gefällt und auf Twitter bekanntgegeben worden.

Tweets dazu:
Aufgrund der aktuellen Ereignisse entfällt die heute leider komplett im Programm!

 
In Stunden großer Tragödien ist gutes Kabarett mehr denn je gefragt. Doch das duckt sich wieder mal weg

 
markiert mit Aussetzung der Anstalt den dümmlichen Höhepunkt der heutigen Betroffenheits-Kampagne.