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Freitag, 22. März 2019

Martin Lindner: Open Source und OER

"Auf auffällige Weise fehlen staatliche Akteure, wenn es darum geht, die Infrastruktur zu entwickeln, in die die Tendenz zur demokratischen Zivilgesellschaft und einem offenen Bildungssystem bereits eingeschrieben ist. Warum engagiert sich hier zum Beispiel nicht die EU? Nachdem das Silicon Valley uneinholbar die großen digitalen Monopole beherrscht, könnte die Förderung der offenen Graswurzel-Netzkultur ein europäisches Projekt sein, das auch konkreten wirtschaftlich Nutzen bringt." (M. Lindner: Die Bildung und das Netz, Kapitel 2: Kapitalismus und Offenheit)

Mittwoch, 17. Januar 2018

Viel Lob für das Klexikon und Klaus Dautels ZUM-Seiten

OER-Award 2017:

Klexikon: Wikipedia für Kinder 

Rüdiger Fries (Referent für Medienbildung Kultusministerium Saarland):

 "Das Klexikon „will eine „Wikipedia für Kinder“ sein“ – so steht es auf ihrer Webseite. Ich denke, das ist sie schon.
Denn sie bietet freie, und das heißt kostenlose und zur Weiterverbreitung gedachte, Artikel an, die lexikalisch aufbereitet sind. Und zwar nicht nur in einer Sprache, die Kinder verstehen können, sondern auch in einer Länge und in den Artikeln untergebrachten Informationen, die Kindern Lust macht, weiterzulesen oder wiederzukommen. [...]" mehr dazu

K. Dautels ZUM-Seiten

Maria Eirich (stellv. Schulleiterin Gym, ZUM-Vorstand):

" „Was?! Du kennst Klaus Dautel?!“
Diese Reaktion höre ich im Lehrerzimmer seit vielen Jahren immer wieder. – Ganz offensichtlich ist Klaus Dautel vielen Lehrkräften, die Deutsch unterrichten, ein vertrauter Name, da sie seine Seiten „K. Dautels ZUM-Seiten“ mit Deutsch-Materialien schon des Öfteren bei ihrer Suche nach geeigneten Informationen oder Materialien für ihren Unterricht im Internet gefunden und schätzen gelernt haben. [...]
Wer Klaus Dautels Deutschseiten aufsucht, wird schnell erkennen, dass sie von hoher inhaltlicher Qualität und sehr gut für den Unterricht geeignet sind, sei es, dass Lehrkräfte sich damit auf den Unterricht vorbereiten, Materialien direkt für ihren Unterricht nutzen oder diese dafür abwandeln, was die OER-Lizenz der Seiten ja erlaubt. [...]" mehr dazu 

Samstag, 5. Dezember 2015

Urheberrechtsfragen

Zum einen wird das Engagement für OER als Reputationsbeschaffung verdächtigt, zum anderen kämpft die VG Wort dafür, dass nicht Verlage, sondern die Autoren "die Vergütungen für Urheberrechte" erhalten.
Anlass, zu reflektieren, ob bei der gegenwärtigen Kampagne für OER vielleicht Institutionen ihre Reputation haben wollen, die an der Emanzipation von im Bildungsbereich Arbeitenden gar nicht interessiert sind? Besteht eine Gefahr, dass ehrenamtliches Engagement für anderweitige Interessen instrumentalisiert wird? Vorerst sehe ich sie noch nicht deutlich. Aber Aufmerksamkeit für die Frage dürfte sinnvoll sein. 
Sind OER eine Gefahr für die begründeten Rechte von Autoren?

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Tafel (nicht Schultafel) und OER. Worin bestehen Gemeinsamkeiten?

Auf dem Blog Lernspielwiese finde ich ein Video zu folgender Aufgabenstellung:
Finde Parallele/Analogie zwischen Tafel, Bildung und OER

Meinen dortigen Kommentar halte ich zur leichteren Auffindbarkeit (für mich) hier fest:

Die Parallele Tafel - OER wurde, so weit ich das verfolgt habe, sehr oberflächlich im Bereich kostenlos gesehen.
Ich sehe bei Tafeln und MOOCs durchaus die Institutionen, die einen Imagegewinn erzielen wollen. Bei der Wikipedia wäre es freilich nur eine Person Jimmy Wales, der in der Tat vorher aufgrund der Bereiche, in denen er eld verdient hatte, eine sehr viel schlechtere Reputation hatte.
OER im pädagogischen Bereich scheint mir dagegen ganz eindeutig eine Graswurzelbewegung. Jetzt, wo sie an Popularität gewonnen hat, könnte die Gefahr bestehen, dass Verlage und Bertelsmannstiftung diese kostenlose Arbeit kapern, um für ihre eigene Institution Reputationsgewinn zu erzielen.

Davor könnte man die im OER-Bereich Arbeitenden warnen. Versuche der Art hat es in vergangenen Jahren in der Tat immer wieder gegeben.

Anjas Argument, es sei unangemessen, Leute zu Aktivität aufzufordern, die sich einfach "vor die Kiste legen" und konsumieren wollen, mag für MOOCs gelten, obwohl das mit dem Konsumieren bei anspruchsvollen Themen schwer fallen dürfte. Weshalb aber ein Pädagoge, der permanent daran arbeitet, andere beim Lernen zu unterstützen, in seiner Tendenz, "sich  vor die Kiste zu legen" nicht gestört werden sollte, sehe ich nicht.
Man müsste denn das Arbeiten mit Lehrbüchern als "sich  vor die Kiste zu legen" interpretieren. Das wäre m.E. aber grotesk. Denn hier geht es um Arbeitsökonomie, nicht um Konsumentenverhalten.
Meine Frage an Anja, die eine Parallele von Tafel und OER entdeckt haben glaubt, ist: Wer hat aus der OER-Szene einen gesellschaftlichen Reputationsgewinn gezogen, der sich nicht allein auf die Szene, in der er arbeitet, beschränkt?

Anja Wagner hat auf meine Frage einen Beitrag geschrieben, dem ich weitgehend zustimmen kann. Auf meine Frage hat sie freilich noch nicht geantwortet.
Einerseits habe ich ihre Überlegungen aufgegriffen, andererseits scheint mir meine Frage weiterhin wichtig.
Weshalb gehen der OER-Bewegung so viele Beiträge verloren? Nicht weil die deutschen Pädagogen "sich  vor die Kiste legen", sondern weil es viele andere Gründe gibt, weshalb das Teilen von Arbeitsergebnissen mit Kollegen und anderen Interessierten engagierten Pädagogen nicht sinnvoll erscheint. 
Ein Artikel, den ich ins ZUM-Wiki gestellt habe, stammt nicht von mir. Inzwischen ist er 27.996 mal aufgerufen worden. Der Verfasser meinte, er sei nur ganz normale Stundenvorbereitung und keinesfalls veröffentlichungsreif. Dasselbe meinte er über einen anderen, der nur etwas über 24.000 mal aufgerufen worden ist. 
Ich bin sicher, es gibt Zigtausende von Unterrichtsvorbereitungen, die - ins Netz gestellt - noch ein weit größeres Interesse fänden und wichtige Hilfen für den Unterricht (und für Eigenarbeit von Schülern) wären. Und das, ohne dass sie eine Konkurrenz für Pädagogen darstellen würden, die für Verlage arbeiten und von ihnen bezahlt werden. 

Sonntag, 8. November 2015

OER-Atlas eine Art „Gelbe Seiten” für offene Unterrichtsmaterialien

OER-Atlas eine Art „Gelbe Seiten” für offene Unterrichtsmaterialien
" [...] Die OER World Map ist ein von der Hewlett Foundation gefördertes Projekt des hbz, das einen Überblick über die globale OER-Bewegung bereitstellen wird. Die OER World Map zielt dabei insbesondere auf drei Kernzielgruppen ab: Erstens sollen Lehrende und Lernende unterstützt werden, die für sie passenden OER-Quellen zu finden. Zweitens sollen OER-Initiativen ähnliche Projekte finden können, etwa um Projektergebnisse besser nachnutzen und Erfahrungen schneller austauschen zu können. Und schließlich sollen drittens Entscheidungsträger im Bildungbereich mit aussagekräftigen Statistiken zum Thema versorgt werden, so dass sie mehr Entscheidungen zugunsten von OER treffen und diese auch besser vertreten können. Erstaunlicherweise gibt es nämlich auch nach mehr als zehn Jahren OER-Bewegung immer noch sehr wenig belastbares Zahlenmaterial. Im Prinzip sind die Zielsetzungen der World Map also weitgehend identisch mit denen des Atlasses, nur dass die World Map global ausgerichtet ist und nicht wie der Atlas in gedruckter bzw. druckbarer Form vorliegt.  [...]" 

Donnerstag, 5. November 2015

Schmerlenbacher Appell: Freie und offene Lernmaterialien für Flüchtlinge

Offener Brief von OER-Initiativen an die öffentliche Hand

Bildung ist ein Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen. Für das Gelingen spielen professionelle, ehrenamtliche und non-formale Bildungsangebote eine zentrale Rolle.
[...]
Um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit entsprechender Maßnahmen zu gewährleisten, fordern die Unterzeichner:
Von der öffentlichen Hand geförderte Lernmaterialien müssen offen lizenziert sein!

Dienstag, 7. April 2015

Die ZUM und OER

1. Soll und darf das Nebeneinander von verschiedenen Benutzungsbedingungen (mit und ohne Creative Commons, mit und ohne "NC") weiter bestehen?

Es darf

2. Wie breit dürfte und sollte das zukünftige Spektrum an Lizenzformen auf ZUM.de sein? - Ein Beispiel: Wir haben gerade ein neues großes Projekt auf ZUM.de veröffentlicht, die Pflanzenfundgrube, die ihr Autor, Dr. K.D. Zinnert, unter die Lizenzform CC-BY-NC gestellt hat: Sollte dies auch in Zukunft möglich sein? Was sollte darüber hinaus noch erlaubt sein? Was nicht?
Gewiss sollte man Autoren dringlich raten, statt NC (non commercial) SA (such alike) zu wählen, weil es die kommerzielle Ausbeutung eines Gedankens / einer Leistung ja durchaus stark einschränkt und dem Urheber die kommerzielle Nutzung offen lässt (freilich nicht, sobald ganz große Institutionen zugeschlagen haben). 
Wenn das Projekt aber ähnlich attraktiv und umfangreich ist wie die Pflanzengrube, plädiere ich dafür, sich die Möglichkeit offen zu halten.

3. Wie stark sollen und wollen wir uns zukünftig für OER engagieren? Ist dies überhaupt der richtige Weg? Falls ja: Welche Aspekte sollten dabei im Vordergrund stehen? Falls nein: Worauf sollte sich stattdessen unser Augenmerk richten?
Schwere Frage. Deshalb nur eine sehr vorläufige allgemeine Antwort: 
Der Vorstand engagiert sich mit seiner ganzen Arbeit für OER. Deshalb braucht er nur bei Initiativen für OER mitzumachen, die besonders vielverprechend erscheinen. 
Welche Aspekte sind wichtig?
Wichtig wäre, dass Verlage Wege zu OER hin beschreiten und dass Wege ausgelotet werden, die es ihnen attraktiv machen könnten. 
Genauso wichtig ist auch, den OER-Gedanken unter Lehrern bekanntzumachen. 
Überflüssig ist der Versuch, eine Mehrheit der Lehrer dafür zu gewinnen, ihre Arbeiten unter eine offene Lizenz zu stellen. Wenn es möglich ist, ergibt es sich mit der Zeit von selbst. Bis dahin aber ist es ein unnötiger Energieverbrauch. Denn es gibt für die einzelnen ja durchaus gut nachvollziehbare Gründe, weshalb sie ihre Arbeiten nicht jedem zur Verfügung stellen wollen. Und seien es persönliche schlechte Erfahrungen.