Drostens Tweet: https://twitter.com/c_drosten/status/1264934434756755456
Sascha Lobo im Spiegel 27.5.20
Sascha Lobo 31.5.20
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Dienstag, 2. Juni 2020
Dienstag, 20. März 2018
Wieder einmal Facebook
Über Facebook soll die Wahlkampagne Donald Trumps mit Daten von 50 Millionen Nutzern versorgt worden sein, die es ermöglichten, den Wahlkampf entsprechend auszurichten.
Dazu schreibt die Bildzeitung, die nicht gerade nicht als übermäßig an Datenschutz interessiert gilt:
Dazu schreibt die Bildzeitung, die nicht gerade nicht als übermäßig an Datenschutz interessiert gilt:
Facebook erhält Zugang zu allen gespeicherten Kontakten auf dem Handy, zu privaten SMS, dem Standort, Fotos und sogar Telefongesprächen. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern ein Fakt, den man in den App-Daten einsehen kann: „Zwar lässt sich der Datenumfang begrenzen, den Apps aus dem eigenen Profil auslesen können, die von Freunden verwendet werden, wenn man sich zu der entsprechenden Stelle tief in den Einstellungen vorarbeitet“, erklärt der Datenschutzbeauftragte Caspar. „Standardmäßig ist allerdings der Zugriff für Apps anderer Nutzer auf fast alle Informationen zugelassen." (Bild 20.3.18)
Sonntag, 5. Februar 2017
Fake News und Filterblasen
Ein Beitrag zur Blogparade Förderung von Demokratiefähigkeit
Twitter liefert unter dem Hashtag #Trump Berichte über Ehrenmorde und Vergewaltigungen mit den Bildern der betroffenen Frauen.
Das Schlimme ist nicht nur, dass unterstellt wird, es wäre alles in Ordnung, wenn solche Taten nur anderswo passieren, Hauptsache nicht in den USA. Und dass deshalb Trumps Einreisestopp richtig wäre.
In diese Richtung gehen die Tweets von Trumps Twitteraccount, z.B.:
"The judge opens up our country to potential terrorists and others that do not have our best interests at heart. Bad people are very happy!"
Wenn die Gesellschaft nicht maßgebliche Akteure hat, die für eine Verteidigung demokratischer Grundwerte einstehen, dann kann das böse enden, dann kann die Demokratie scheitern. Aber trotz mancher berechtigten Ängste: Es steht viel mehr auf der Habenseite."
Twitter liefert unter dem Hashtag #Trump Berichte über Ehrenmorde und Vergewaltigungen mit den Bildern der betroffenen Frauen.
Das Schlimme ist nicht nur, dass unterstellt wird, es wäre alles in Ordnung, wenn solche Taten nur anderswo passieren, Hauptsache nicht in den USA. Und dass deshalb Trumps Einreisestopp richtig wäre.
In diese Richtung gehen die Tweets von Trumps Twitteraccount, z.B.:
"The judge opens up our country to potential terrorists and others that do not have our best interests at heart. Bad people are very happy!"
Dass Trump Ehrenmorde und Vergewaltigungen nicht abschaffen kann, geschweige denn wird, macht sich zwar nicht jeder klar, aber im Grunde sagt es doch die allgemeine Lebenserfahrung.
Aber wenn man die Bilder sieht, entsteht die Emotion "Das darf nicht sein" und wenn durch die eigene Filterblase nur solche Emotionen geweckt bekommt, wird's bös.
Und jetzt zu unseren Filterblasen:
Wie gut wissen wir Bescheid über das rasante Tempo der Sozialgesetzgebung der nationalistischen Regierung in Polen?
Recherchieren wir ausführlich nach, wenn wir hören, dass in den USA in den letzten Jahren mehr Menschen minderjährigen Feuerwaffenbesitzern zum Opfer gefallen sind als US-Tote auf das Konto von Terroristen kommen?
Tun wir es, wenn an die Stelle von "minderjährigen Feuerwaffenbesitzern" Kinder eingefügt wird?
Worauf verlassen wir uns?
Wahrheit ist ein komplexes philosophisches Problem. Aber wer hilft uns, wahrzunehmen, was für "Wahrheiten" in anderen Filterblasen entstehen und wie?
Wir brauchen einen umfassenden Diskurs mit Vertretern unterschiedlicher Interessen. Und weil wir den nicht alle leisten können, brauchen wir eine Grunderfahrung, dass fremde "Wahrheiten" für andere genauso gültig sind wie unsere "Wahrheit" für uns.
Zu Recht sagt Daniel Bernsen, dass deshalb allzu homogene Schulklassen wichtige Voraussetzungen für Demokratiefähigkeit nicht liefern. (Ausführlicher und differenzierter in seinem Blogbeitrag)
Nebenbei gesagt: Es bedarf keiner Nachrichtenfälschung, um verhängnisvolle Emotionen auszulösen, sondern vor allem den passenden Kontext von Nachrichten.
Nicht nur, aber auch wegen der Emotionen, die Bilder auslösen, finde ich es fatal, dass Twitter jetzt Bilder (also statt 140 Zeichen "mehr als 1000 Worte") zulässt.
In ähnlicher Richtung wie Bernsen argumentiert Thomas Krüger:
„Wir müssen politische Vielfalt als Demokratiegewinn sehen“ Westfälische Rundschau 6.2.17
Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung über Filterblasen und andere Herausforderungen.
"Ich glaube, dass durch die digitalen Filterblasen eine neue Grammatik für Lügen und ihre Aufwertung entstanden ist. Das heißt, ich kann in den Echoräumen des Netzes, insbesondere der Sozialen Medien, dafür sorgen, dass meine Lügen wie Wahrheiten aussehen. Und dass sie von meiner Klientel geglaubt und weiterverteilt werden. [...]
Wir müssen alles dafür tun, dass Kontroversität und Pluralität einer breiten Öffentlichkeit erhalten bleiben. Alle, die eine bestimmte Sicht auf die gesellschaftlichen Herausforderungen haben, sollten immer die anderen Perspektiven mitdenken und es nicht als eine Gefahr betrachten, eine Gegenstimme zu hören. [...]
Tatsächlich belegen etwa die Shell-Jugendstudien, dass die Demokratieakzeptanz, also die Zustimmung zur Demokratie als Staatsform, unter jungen Erwachsenen noch nie so hoch war wie heute. Sie wächst Jahr für Jahr. Und bei den Befragungen zum jüngst vorgelegten Kinderreport 2017 wünschen sich fast alle noch mehr Mitbestimmung in der Familie – und in der Schule. Die Demokratieakzeptanz bei jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund ist übrigens noch höher. [...]Wir müssen alles dafür tun, dass Kontroversität und Pluralität einer breiten Öffentlichkeit erhalten bleiben. Alle, die eine bestimmte Sicht auf die gesellschaftlichen Herausforderungen haben, sollten immer die anderen Perspektiven mitdenken und es nicht als eine Gefahr betrachten, eine Gegenstimme zu hören. [...]
Wenn die Gesellschaft nicht maßgebliche Akteure hat, die für eine Verteidigung demokratischer Grundwerte einstehen, dann kann das böse enden, dann kann die Demokratie scheitern. Aber trotz mancher berechtigten Ängste: Es steht viel mehr auf der Habenseite."
Zusatz:
Statt nur Halbwahrheiten geschickt zu platzieren, kann man freilich auch gezielt Hasspropaganda verbreiten und damit gutes Geld verdienen. Darauf hat der Hashtag #KeinGeldFürRechts aufmerksam gemacht, der mit einem Shitstorm bekämpft wurde.
Deswegen wurde jetzt Fearless Democracy gegründet. Das Nähere ist dort nachzulesen.
Sonntag, 11. Oktober 2015
Checkliste zur Prüfung digitaler historischer Bildquellen
Donnerstag, 7. Mai 2015
Er weigerte sich, in die Staatspartei SED einzutreten: Weselsky
Wie die Bildzeitung aus Gegnerschaft zur SED ein Negativimage zu stricken versucht:
CLAUS WESELSKY: Schon als junger Mann war er Außenseiter
Ein Schrecken, man sähe diese Methode auf sich selbst angewandt. Kein Wunder, dass deutsche Politiker das Wohlwollen der Bildzeitung suchen.
CLAUS WESELSKY: Schon als junger Mann war er Außenseiter
"Claus „QUÄLselsky” – wer ist der Mann der uns die Woche versaut? So wurde aus dem GDL-Chef der Quälgeist für Pendler und Bahnfahrer..." (Bild.de 5.5.15)
„Er hat es nicht leicht: Oberlippenbart eines Karussellbremsers, Sachse und dann auch noch Chef einer Mini-Gewerkschaft, die alles lahmlegen kann – und davon ausführlich Gebrauch macht. Viel mehr kann nicht schiefgehen, wenn man in Deutschland Sympathieträger werden will…Er ist der Minderheitenführer, der die Mehrheit ausbremsen kann. Ein Zwerg mit Riesenkräften, ein Leichtgewicht am langen Hebel. Und ein Radikaler…Er ist der Ostdeutsche, der streikenden Außenseiter…." (Druckausgabe der Bildzeitung)So viel Positives habe ich über Weselsky lange nicht gelesen, weil ich nichts über sein Vorleben wusste. Dass jedes Detail, das völlig wertneutral ist oder für ihn spricht, durch die Art der Darstellung benutzt wird, um ihn zum Usympath umzufrisieren, habe ich selten deutlicher gelesen.
Ein Schrecken, man sähe diese Methode auf sich selbst angewandt. Kein Wunder, dass deutsche Politiker das Wohlwollen der Bildzeitung suchen.
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