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Dienstag, 8. August 2023

Es gibt keine reine Intelligenz

 Manuela Lenzen: „Künstliche Systeme zeigen: Es gibt keine reine Intelligenz“

FR 7.8.2023

"[...] Die Vorstellung, dass Intelligenz vor allem im Kopf passiert, ist falsch. Intelligenz funktioniert in einer konkreten Umgebung, in der unser Körper uns mit Sinneswahrnehmungen versorgt. Wir sehen zum Beispiel nicht wie eine Kamera alles gleich gut, sondern unsere Augen filtern vor, was unser Gehirn verarbeiten kann. Ein Forscher hat mir mal gesagt, das Auge sei eine schreckliche Kamera, mit der kein Ingenieur arbeiten würde. Aber wir können uns in der Welt orientieren, gerade weil wir nicht alles sehen, sondern das Wichtige. Das ist ein Problem der künstlichen Systeme: Wenn alles gleich wichtig ist, dann ist nichts wichtig. Wenn jeder Pixel gleich bedeutsam ist, dann sehe ich keine Gegenstände. Außerdem brauchen wir als intelligente Wesen soziale Kontakte. Wir brauchen den Körper, die Umwelt und die Mitmenschen. Eine reine Intelligenz gibt es nicht – und das wird im Vergleich mit künstlichen Systemen sehr offensichtlich."

Sieh auch:

Lenzen, Manuela Der elektronische SpiegelMENSCHLICHES DENKEN UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ.

Künstliche Intelligenz und Intelligenz auf diesem Blog

Wikipedia

Teslers „Theorem“ zum Ausdruck bringt: „Intelligenz ist das, was Maschinen noch nicht gemacht haben“.

Künstliche Intelligenz und Hacker (englisch)

Donnerstag, 23. März 2017

Künstliche Intelligenz und Andrew Ng

Er ist ein Star der Künstlichen Intelligenz  faz.net 22.3.17
Ng verlässt chinesischen Internetkonzern Baidu.

"Das Team, zu dem neben Ng etwa auch der schon damals in Diensten von Google stehende Jeff Dean gehörte, schaltete 16.000 Prozessoren zusammen und ließ dann ein schlaues Computerprogramm zehn Millionen Youtube-Videos „anschauen“. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Der Computer lernte selbst Unterscheidungen. „Das Beachtliche daran war, dass es (das Programm, a.d.R.), von alleine das Konzept einer Katze entdeckte. Niemand hat ihm jemals gesagt, was eine Katze ist. Das war ein Meilenstein im Maschinellen Lernen. Das war der Meilenstein, der half, andere Unternehmen zu inspirieren wie Facebook und Baidu“, erinnerte er sich einmal daran."

Künstliche Intelligenz und Hacker (englisch)

Dienstag, 8. März 2016

Intelligenz und Bildung

Natürlich haben Intelligenz und Bildung viel miteinander zu tun; aber sie bezeichnen ganz unterschiedliche Fähigkeiten.
Ohne ein Mindestmaß von Intelligenz kann man weder einen anspruchsvollen literarischen Text noch psychologische, soziologische oder historische Zusammenhänge verstehen. Die Fähigkeit, seine Umwelt zu verstehen, ist aber eine wichtige Voraussetzung für Bildung. 
Für Intelligenz gibt es zwei einfache Definitionen:
1. Problemlösungsfähigkeit
2. das, was der Intelligenztest misst
Da es unterschiedliche Probleme und unterschiedliche Tests gibt, gibt es also kein einheitliches Maß für Intelligenz. Dennoch ist klar, dass Intelligenz nicht angeboren ist, sondern sich im Laufe des Lebens entwickelt. Kein Säugling kann mathematische Probleme lösen. Aber die Voraussetzungen für die Entwicklung von Intelligenz sind großenteils biologisch vorgegeben und auch bei bestem Willen und günstigster Umwelt noch von großer Bedeutung. (Menschen mit Down-Syndrom können studieren und hervorragende Leistungen erbringen, unter Nobelpreisträgern wird man sie dennoch noch seltener antreffen als im Bevölkerungsdurchschnitt.)
Hohe Intelligenz kann mit maßloser Selbstüberschätzung einhergehen. Gutes Allgemeinwissen (missverständlicherweise oft auch als Allgemeinbildung bezeichnet) kann davor schützen, denn es führt dazu, dass man weiß, dass man in extrem vielen Bereichen kein Experte ist.
Unter Bildung versteht man freilich - so unterschiedliche Auffassungen zu Bildung es auch gibt (vgl. z.B. Wikipedia zu Bildung: "Als Basisdefinition gilt: Bildung ist ein Transformationsprozess der Figuren des Welt- und Selbstverhältnisses einer Person aus Anlass von Krisenerfahrungen, welche die bestehenden Figuren in Frage stellen." im Unterschied zum traditionell philosophischen Bildungsbegriff bei Humboldt) - immer die Fähigkeit, von einem ursprünglich sehr egozentrischen Weltverständnis zu einem Verständnis anderer Personen, Zeiten und Kulturen vorzudringen. 
Wer aufgrund der Tatsache, dass in seiner Umwelt niemand eine auch nur annähernd so große Problemlösungsgeschwindigkeit entwickelt wie er selbst, nie Anlass hatte, an seinem eigenen Weltverständnis zu zweifeln, wird also nicht gebildet sein können.

Mehr zu dieser Frage bei der Bundeszentrale für politische Bildung.