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Donnerstag, 19. Mai 2022
Mittwoch, 24. Februar 2021
Warnruf: Es gibt einen internationalen Vertrag, der benutzt wird, die Anstrengungen gegen die Klimaerwärmung zu torpedieren.
Nach der Rio-Weltkonferenz von 1992 haben 53 Staaten ein Instrument geschaffen, das geeignet sein könnte, die Anstrengungen der Menschheit zur Beendigung des menschengemachten Klimawandels zu unterlaufen, den Energiecharta-Vertrag, der 1994 in Lissabon unterzeichnet wurde.
"Derzeit haben 51 Länder, die Europäische Gemeinschaft und EURATOM den Vertrag unterzeichnet oder sind ihm beigetreten. Damit liegt die Gesamtzahl seiner Mitglieder nunmehr bei 53." (Wikipedia)
KLIMA-RECHERCHE VON BUZZFEED NEWS UND INVESTIGATE EUROPE:
Energiecharta-Vertrag: Wie Schiedsgerichte Europas Klimaziele bedrohen
von Nico Schmidt, Investigate Europe, FR 23.2.2021
"Ein wenig bekannter Vertrag könnte die EU-Staaten in den kommenden Jahren hunderte Milliarden Euro kosten und den Kampf gegen die Klimakrise entscheidend verzögern. Das zeigen monatelange Recherchen von „Investigate Europe“ und BuzzFeed News Deutschland."
vgl. dazu meinen Blogartikel vom 7.1.2020
Dienstag, 7. Januar 2020
EU Energiecharta-Vertrag könnte Klimaschutz blockieren
Anna Cavazzina schreibt dazu in der FR vom 7.1.20:
"[...] Die Energiecharta ist ein mächtiges Instrument in den Händen großer Öl-, Gas- und Kohleunternehmen, um Regierungen vom Übergang zu sauberer Energie abzubringen. Die Konzerne nutzen die Charta, um Verbote von Erdölbohrungen, die Ablehnung von Pipelines, Steuern auf fossile Brennstoffe und Entscheidungen für den Kohleausstieg anzufechten und horrende Entschädigungssummen zu erklagen. Aktuell droht zum Beispiel der deutsche Investor Uniper gegen das niederländische Gesetz zum Kohleausstieg zu klagen. [...] Mehr als die Hälfte der durch den Vertrag geschützten Werte sind Investitionen in fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle und Erdgas. [...]
Wenn sich die Europäische Union mit ihrer Reformagenda nicht durchsetzen kann, sollten die EU und die Mitgliedstaaten aus dem Vertrag aussteigen, so wie dies Italien bereits getan hat!
Das deutsche Grundgesetz schützt Einzelpersonen und Wirtschaftsakteure zu Recht vor einer entschädigungslosen Enteignung. Aber die Beträge, die Energieunternehmen dank Investitionsschutzabkommen wie der Energiecharta einfordern können, übersteigen die Entschädigungszahlungen, die von ordentlichen Gerichten zugesprochen werden, um einiges.
So erhielt der schwedische Energiekonzern Vattenfall vom Bundesverfassungsgericht das Recht auf eine Entschädigung für den vom Bundestag beschlossenen Atomausstieg. Der endgültige Betrag ist nicht bekannt, aber er dürfte in die Hunderte Millionen gehen. [...In einem vergleichbaren Fall forderte das Unternehmen 6,1 Milliarden €]
Um die globalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, braucht es einen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik: Wir müssen dringend raus aus den Fossilen hin zu Erneuerbaren und Energieeffizienz.
Wenn Regierungen Angst vor Konzernklagen und ihren Kosten haben, dann werden sie neue Gesetze zur Erreichung der Klimaneutralität verwässern. Wenn EU-Staaten Milliarden an Steuergeld an fossile Unternehmen als Entschädigung zahlen müssen, werden die öffentlichen Mittel weniger, um eine sozial gerechte Energiewende zu finanzieren und uns an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen."