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Mittwoch, 11. Mai 2022

Gedächtnis

 Wie war das noch mal? 

Die unvergesslichen Momente – plötzlich vergisst man sie doch. Wie man es dennoch schafft, seine Erinnerungen zu bewahren. Und warum wir manchmal froh sein können, nicht alles so im Kopf zu behalten, wie es gewesen ist.  Von Michael Allmaier  ZEIT 9. April 2022

Martin Korte: Wir sind Gedächtnis - Tagebuch schreiben als Gedächtnisstütze

Julia Shaw: Das trügerische Gedächtnis.  Wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht.  2016 -  Man kann Menschen (falsche) Erinnerungen einreden, so dass sie sie für eigene halten. 

Jochen Schweizer, Weltrekordler im Bungeespringen, bietet in seiner Firma eindrucksvolle Erlebnisse an. "Überrasch dich immer wieder selbst, dann kannst du später in Erinnerungen schwelgen".

Valéria Milewski: Laisser une trance schieb in Krankenhäusern auf, was ihr Sterbende erzählten. Sie muss Ansatzpunkte, um den Strom der Erinnerungen freizusetzen. 

Onur Güntürkün

HSAM "Das hyperthymestische Syndrom (engl. hyperthymestical syndrome oder Highly Superior Autobiographical Memory (HSAM)[1]) ist ein Begriff der Kognitionswissenschaft: Personen mit diesem Syndrom können ihr Leben von Tag zu Tag nachzeichnen, weil bei ihnen das episodische Gedächtnis besonders stark entwickelt ist. [...] Auf Nachfrage können sie zu einem bestimmten Datum das Wetter, die Tagesereignisse und viele scheinbar belanglose Einzelheiten angeben. Aus schierer Erinnerung heraus, also ohne besondere Mnemotechnik, werden Datum und Wochentag richtig zugeordnet. Fetzen von Bildern und Stimmungen der Vergangenheit erscheinen zwanghaft und unkontrollierbar, können aber an äußere Auslöser wie z. B. Worte, Lieder oder Gerüche anknüpfen.[3]" (Wikipedia)

Umberto Eco: An Ars Oblivionalis? Forget it. Kunst des Vergessens

Das Ehepaar, das einen Witz erzählt, von Kurt Tucholsky. Beide widersprechen sich ständig, 

weil jeder einen anderen Aspekt genauer erinnert. Der Witz geht völlig verloren.


„Du bist, was du liest

Unser Autor Michael Allmaier hat sich durch die Privatbibliotheken von drei Professoren gewühlt – und viel über ihre Besitzer erfahren.“
Diese Überschrift in der „ZEIT“ vom 2. März 2017 erinnert an den letzten Rundbrief des IKLK Nr. 56 – Februar 2010: Karl Leisners Bibliothek. 

Dort schreibt Hans-Karl Seeger im Editorial unter anderem:
Nachdem wir im Rundbrief Nr. 53 einen Blick auf Karl Leisner als Leser geworfen haben, sind in diesem Rundbrief alle von ihm gelesenen Bücher aufgeführt. Dadurch mag sich das Bild seiner facettenreichen Persönlichkeit vervollständigen. Gemäß dem Wort „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist“ könnte man auch sagen „Sage mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist und was aus dir werden kann“. Eine Publi­kation von Golo Mann trägt den Titel „Wir alle sind, was wir gelesen“.[1]
Auf die Idee zu diesem Rundbrief hat mich fol­gender Artikel in der F.A.Z. gebracht: „Kaum Schön­geistiges, Bücher als Nahrung für den Wahn­sinn: Timothy W. Ryback hat sich in Hitlers Bibliothek umgesehen“.[2] An Hand der Bücher aus Adolf Hitlers Bibliothek hat der Autor ein sehr zutreffen­des Bild des Diktators gezeichnet.
Der Bischof von Aachen Dr. Heinrich Mussing­hoff erzählte mir, Joseph Kardinal Ratzinger habe eine andere Meinung von Erzbischof Óscar Arnulfo Romero y Galdámez (1917–1980) von El Salvador bekommen, nachdem er dessen Bibliothek kennen­gelernt habe. Vorher habe er die Meinung mancher geteilt, daß Romero auf Seiten der kommunistisch denkenden Revolutionäre stehe.

[1] Golo Mann, Wir alle sind, was wir gelesen, Aufsätze und Reden zur Literatur, Frankfurt am Main 1989.
[2] F.A.Z., Nr. 105 vom 7.5.2009: 35
Link zur Online-Version des Artikels unter F.A.Z.NET vom 9. Mai 2009
Link zum Artikel in der ZEIT vom 16. März 2017

Link zum Rundbrief des IKLK Nr. 56 – Februar 2010: Karl Leisners Bibliothek

Fridtjof Küchemann fragt in der F.A.Z. vom 22. März 2017 unter der Überschrift „Wo stand das jetzt gerade noch? Lesen wir mit Tablet und Smartphone anders als im gedruckten Buch? In dieser Frage hat jeder eine Meinung, kaum einer kann sie begründen. Gut; dass sie inzwischen gründlich erforscht wird.“ Der Autor stellt eine Veränderung sowohl des Lesens als auch des Lesers durch die „technologischen Entwicklungen mit ihren Erfolgsgeschichten“ fest und entfaltet unter anderem die Vor- und Nachteile des digitalen Lesens.
Link zum Artikel

Für die heutige Jugend ist es vermutlich nur schwer vorstellbar, daß Karl Leisner nicht nur Bücher gelesen, sondern aus seiner Lektüre auch sogenannte „Bücherlesen“ verfaßt hat. Zwei davon sind in seinem Nachlaß vorhanden.

Links zu den Bücherlesen Nr. 14 und 19:

Tagebuch Nr. 14 (Meine Bücherlese + „Lesefrüchte“) (16,5 × 21 cm) (11.6. 1934–28.2.1937) (zit. Tgb. 14).
Tagebuch Nr. 19 (Bücherlese – Notizen aus Büchern, Dichtungen etc.) (16 × 20 cm) März 1938 (zit. Tgb. 19).

Sonntag, 24. Januar 2021

Damit er nicht immer liest!

 "Ich setze auf Beschäftigung für Helmut [9 J.], wo er nicht immer liest. Na, nächstes Jahr ist er im Jungvolk!"

Von heute aus ist das Klagen über viel lesen von Grundschülern und die Hoffnung auf Gleichschaltung durch Nazipropaganda etwas überraschend.

Ja, Lesen war 1944 das, was heute Daddeln mit dem Smartphone ist. 

Später hat er dann über seinem politischen Engagement und seiner Arbeit als Schulsprecher das Abitur verpasst und ist als Kommunalbeamter durch seine ausschweifende philosophische Lektüre aufgefallen und hat in einem politischen Arbeitskreis einen Professor dabei beraten, wie der sein Referat anlegen sollte. 

Mein großer Bruder, der schon mit 6 Jahren seinen kleinen Geschwistern vorgelesen hat. 

Mittwoch, 29. April 2020

Wieder so eine Influencerin? - Ja

In ihrem Blog Lass mal lesen! wirbt diese Influencerin - wie so viele - für ihr Hobby.
Freilich eins, das so ganz typisch ist für Influencerinnen.
Da sie erst 13 Jahre ist, wird man es ihr nachsehen, auch dass sie sich politisch engagiert - in ihrem Fall gegen das Gender-Marketing.
U.a. mit dem mutigen (?) Argument, Pippi Langstrumpf sei ja kein reines Mädchenbuch und Karlsson vom Dach eine reines Jungenbuch.

Wehe, wenn sie mit 16 oder 17 sich noch anderen politischen Gebieten zuwenden sollte!
Da würde dann mehr gefordert als Intelligenz, große Aufgeschlossenheit und viel Engagement.
Warum braucht es so besonders viel Resilienz, wenn man als Frau politische Ziele erreichen will und warum versuchen es neuerdings schon so viele so sehr junge?

Freitag, 8. Juni 2018

Kann sich das Buch in der Konkurrenz mit elektronischen Medien und den Serien behaupten?

Noch im Herbst 2017 stellte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, zufrieden fest: „Das Buch behauptet sich

Die neuste Studie des Börsenvereins gibt freilich doch Anlass zur Sorge:

 

Der Buchmarkt verliert vor allem jüngere Käufer, 18. Januar 2018
"Von 2012 bis 2016 gingen dem Buchhandel laut GfK 6,1 Millionen Buchkäufer verloren. Die Käuferreichweite – der Anteil der Bevölkerung, der Bücher kauft – sank von 54,5 Prozent im Jahr 2012 auf 45,6 Prozent im Jahr 2016, also um knapp neun Prozentpunkte. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2017 zeigen, dass sich der Trend fortsetzt: In den ersten sechs Monaten gingen weitere 600.000 Käufer verloren.
Der Zehnjahresvergleich offenbart, dass das jetzige Käuferniveau auch die im Jahr 2007 gemessene Käuferreichweite von 49 Prozent unterschreitet. Massiv eingebrochen ist die Käuferzahl im Jahr 2016: Dort wurden nur noch 30,8 Millionen Käufer errechnet, sieben Prozent bzw. 2,3 Millionen Käufer weniger als noch 2015. Die absolute Zahl an Buchabwanderern ist sogar noch deutlich höher: 8,9 Millionen Kunden, die 2014 und 2015 noch mindestens ein Buch gekauft hatten, kauften 2016 keines. Darunter waren rund 800.000, die vor 2016 noch fünf und mehr Bücher gekauft hatten. [...]
Die Buchkäufer, so Lippmann, würden immer älter.
Um die Motive der Buchabwanderer zu ergründen, führt die GfK im Auftrag des Börsenvereins Fokusgruppen-Gespräche in Frankfurt und Leipzig durch – nach Altersgruppen und Geschlecht getrennt. Dabei zeichnen sich erste Ursachen und Zusammenhänge ab:
  • Zeitknappheit durch wachsendes Angebot an Freizeitaktivitäten
  • Aufmerksamkeitsdefizit durch "information overload"
  • Abhängigkeit von digitalen Medien
  • Verlust der Konzentrationsfähigkeit
  • wachsende Bedeutung von Videostreaming ("Serienjunkies"); "es ist gesellschaftsfähig, Serien zu gucken statt Bücher zu lesen" (Lippmann)
  • gesellschaftliche Rolle des Bücherlesens wird schwächer ("Über Bücher wird nicht mehr gesprochen")
  • die digitale (Arbeits-)Welt ist immer kürzer getaktet und setzt in wachsendem Maße die Bereitschaft zum Multitasking voraus
Eine Folge dieses Ursachenbündels ist der Verlust an Lesemomenten und der Fähigkeit, lange Texteinheiten konzentriert zu lesen."

mehr dazu:

Zum Speeddating in die Buchhandlung, FAZ

https://www.buchmarkt.de/meldungen/buchmarkt-quo-vadis-bericht-von-der-jahrestagung-der-interessengruppe-belletristik-und-sachbuch-18-januar-2018-im-literaturhaus-muenchen/

Judith von Sternburg: Bevor wir Serien guckten FR 8.6.18, S.31

Donnerstag, 11. Januar 2018

Backwards Books : Die "umgekehrten" Bibliotheken

Bücher mit Rücken zur Wand, zu sehen nur der Schnitt der Bücher, damit man Autor und Titel nicht erkennt:
"Wer seine Bibliothek "umdreht", signalisiert, dass er das Bücherlesen einst selbst betrieben hat und auf einen Notspeicher zurückgreifen könnte, falls die papierlose Technik zusammenbrechen sollte. Aber eigentlich will er das nicht. Um es in vollem Alarmton zu sagen: Die umgedrehte Bibliothek ist der Gnadenhof des Gutenberg-Zeitalters."
( Die "umgekehrten" Bibliotheken ZEIT 11.1.18)

Freitag, 5. Januar 2018

Das Buch - eine starke Waffe für die Demokratie

"[...] In diesem Kampf ist das Buch eine starke Waffe. Sein Umfang ist kein Selbstzweck, sondern ein unentbehrliches Potential. Das Buch ermöglicht die eingehende Auseinandersetzung. Es erlaubt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Eine notwendige Bedingung, wenn es um Komplexes und Kompliziertes geht. Es gestattet, Zusammenhänge herzustellen. In Ruhe und mit Zeit. Im besten Falle ermöglicht es, aus Informationen Wissen – und Bewusstsein – werden zu lassen. Ein Prozess, den wir dringend benötigen, weil Lesen in der explodierenden Bilderflut zum „Überfliegen“ verkommt. [...]"
(DAS BUCH ALS KULTURGUT: JÖRG BONG: Eine starke Waffe für die Demokratie faz.net 2.1.18)

Wer kann sich nicht besinnen, von einem Buch ergriffen worden zu sein. Wer kennt nicht Bücher, zu denen er gern zurückkehrt. Kann das Internettexten gelingen? (Beispiel: Werther in: Die neuen Leiden des jungen Werthers)

mehr dazu

Donnerstag, 2. März 2017

Lesen heißt, ein Buch darauf vorbereiten, ...

dass man es benutzt" (Christoph Möllers)

Eine Kurzbeschreibung von drei Bibliotheken von drei Professoren, 1x weiblich, 2x männlich.
Es wird schlaglichtartig klar, wie viel Kompetenz dazu gehört, Bücher sinnvoll zu nutzen.
ZEIT 10/2017 2.3.17, S.65/66

Bücherstapel, "Vertikalbibliothek", Friederike Schultz liest 20 Bücher parallel, versucht dennoch, alle durchzulesen. "Das ist sonst gemein, denke ich immer. Der Autor hat sich ja Mühe gegeben." (S.65)

Parzival und die Autobiographie von Dieter Bohlen. In der Zusammenstellung wird Spannweite deutlich. "Unter den Menschen, die Heidegger-Begriffe wie "Zuhandenheit" verwenden, ist" Stephan Porombka "mutmaßlich der einzige mit Tatoos." (S.66)

Die Frau lässt sich mit zwei Laptops barfuß im Minikleid inmitten der Bücherstapel auf der Couch liegend fotografieren. So demonstriert die Kommunikationsforscherin, die Jüngste von den dreien, dass nicht die Bücher, sondern ihr Umgang mit den Büchern zu ihr gehören.
Da ihr das Dübeln für Regale für ihre Bücher zu aufwändig erscheint, kann man sich nicht denken, dass sie wie Stephan Porombka über Bücher sagen könnte "Sie meinen: weggeworfen? Nein!"

Was allen drei gemeinsam ist: Sie bestimmen selbst, welche Bücher ihnen wie zugänglich werden, und machen das nicht von einem Computerprogramm entscheiden. Jedenfalls .....
für die Bücher, die sie stofflich besitzen.

Freitag, 20. Januar 2017

Eine Welt mit sich tragen

"And so the idea of having these worlds that were portable, that were yours, that you could enter into, was appealing to me." 
Obama über die Rolle von Büchern in seinem Leben, New York Times 
Ausschnitte aus dem Interview, Bericht über das Gespräch 15.1.2017)

[...] V. S. Naipaul’s novel “A Bend in the River,” Mr. Obama recalls, “starts with the line ‘The world is what it is; men who are nothing, who allow themselves to become nothing, have no place in it.’ And I always think about that line and I think about his novels when I’m thinking about the hardness of the world sometimes, particularly in foreign policy, and I resist and fight against sometimes that very cynical, more realistic view of the world. And yet, there are times where it feels as if that may be true.” [...]

He points out, for instance, that the fiction of Junot Díaz and Jhumpa Lahiri speaks “to a very particular contemporary immigration experience,” but at the same time tell stories about “longing for this better place but also feeling displaced” — a theme central to much of American literature, and not unlike books by Philip Roth and Saul Bellow that are “steeped with this sense of being an outsider, longing to get in, not sure what you’re giving up.”[...]

He had lunch last week with five novelists he admires — Dave Eggers, Mr. Whitehead, Zadie Smith, Mr. Díaz and Barbara Kingsolver. He not only talked with them about the political and media landscape, but also talked shop, asking how their book tours were going and remarking that he likes to write first drafts, long hand, on yellow legal pads. [...]
(Bericht)

It’s what you said in your farewell address about Atticus Finch, where you said people are so isolated in their little bubbles. Fiction can leap —

It bridges them. I struck up a friendship with [the novelist] Marilynne Robinson, who has become a good friend. And we’ve become sort of pen pals. I started reading her in Iowa, where “Gilead” and some of her best novels are set. And I loved her writing in part because I saw those people every day. And the interior life she was describing that connected them — the people I was shaking hands with and making speeches to — it connected them with my grandparents, who were from Kansas and ended up journeying all the way to Hawaii, but whose foundation had been set in a very similar setting. [...]
Because when I got there, the guy who had hired me said that the thing that brings people together to have the courage to take action on behalf of their lives is not just that they care about the same issue, it’s that they have shared stories. And he told me that if you learn how to listen to people’s stories and can find what’s sacred in other people’s stories, then you’ll be able to forge a relationship that lasts. [...]
Ausschnitte aus dem Interview

Mittwoch, 3. Februar 2016

Lob des digitalen Lesens durch die Stiftung Lesen

Die Stiftung Lesen vertritt den Standpunkt, dass Kinder und Jugendliche bei der Nutzung der digitalen (Lese)medien Anleitung und Begleitung durch Erwachsene benötigen. Um ihnen in der digitalen Welt zur Seite stehen zu können, müssen die Multiplikatoren aber selbst über die notwendige Medienkompetenz verfügen. Die Stiftung Lesen möchte einerseits mit ihren Maßnahmen eine Sensibilisierung bei Multiplikatoren für das Thema bewirken und andererseits diese mit konkreten Angeboten bei der Medienkompetenzvermittlung unterstützen. Die Stiftung Lesen verfügt über zahlreiche Serviceangebote für unterschiedliche Zielgruppen zum Themenkomplex digitales Lesen. Dazu gehören Maßnahmen in den Bereichen Fortbildung, methodische und didaktische Handreichungen, Medienempfehlungen, Wettbewerbe, Aktionen und Forschung. Gebündelt werden all diese Angebote online auf www.stiftunglesen.de unter der Rubrik „Digitale Lesewelten“. (https://www.stiftunglesen.de/download.php?type=documentpdf&id=1314)

Freitag, 11. Dezember 2015

Scrollen und Zoomen motiviert Jungen zum Lesen

Britische Studie zum Leseverhalten: Besonders Jungs profitieren "Ebooks verbessern die Lesefähigkeit bei SchülerInnen. [...] 
Laut einer Studie des britischen National Literacy Trust können die im Vergleich schlechteren Lesefähigkeiten von Jungen in der Schule durch die Nutzung von Ebooks verbessert werden. Dies berichtet die Tageszeitung The Independent. Der National Literacy Trust ist ein unabhängiger Verband, der 1993 gegründet wurde und versucht, mit Kampagnen Kinder im Vereinigten Königreich zum Lesen zu motivieren.Während eines Zeitraums von zwei bis acht Monaten wurden 468 SchülerInnen im Alter von acht bis 16 an 40 verschiedenen Schulen begleitet. Durch die Nutzung von Ebooks konnten Jungen ihre Leseleistung erhöhen. Innerhalb von 4,2 Monaten verbesserten sie sich auf den Stand, den sie normalerweise erst nach 8,4 Monaten erreicht hätten. Die untersuchten Mädchen erzielten ebenfalls Lernerfolge, jedoch verbesserten sie sich nur um 7,2 Monate.
Ein weiteres Ergebnis ist, dass nach Abschluss der Studie die Zahl der Jungen, die Lesen als „schwierig“ einstuften, von 28 auf 15,9 Prozent sank. Tatsächlich bezeichneten 66,5 Prozent der Jungen Lesen als „cool“. Zu Beginn der Untersuchungen waren es nur 34,4 Prozent. In dem Bericht zur Studie wird betont, dass es wichtig sei, Anreize zu finden, um Kinder zum Lesen zu motivieren. Das Scrollen und Zoomen wurde von vielen SchülerInnen als Vorteil der Ebooks gegenüber herkömmlichen Büchern genannt."

Freitag, 8. Mai 2015

Wie uns der Computer Lesen und Schreiben abnimmt

Henning Lobin Wie der Computer uns Lesen und Schreiben abnimmt Rezension auf ZUM-Buch
"[...] Was das Lesen betrifft, so geht es vor allem um die neue Textdimension „Hypertext“: Das Auge des Lesers springt von Link zu Link, von Wort zu Bild, von Audio zu Video, von Information zu Werbung und zurück. Dabei wird er von Programmen unterstützt („gestütztes Lesen“) und zunehmend geleitet und gelenkt. [...]Die Leseproblematik, wie wir sie in der Schule erleben, wird allerdings nicht sehr eingehend behandelt. [...]
Beim Thema Schreiben ist der Aspekt „gestütztes Schreiben“ besonders relevant. Das beginnt mit den integrierten Rechtschreib- Grammatik - und Wortschatzhilfen gängiger Office-Programme. Das geht weiter mit der automatischen Vervollständigung von Zeichenketten (‚predictive Text‘), die wir von den Smartphones gewohnt sind (S.134 f) . Und das gipfelt in Programmen, die aus vorhandenem Sprachmaterial eigenständig Texte verfassen können (S. 138). [...]Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das ‚soziale Schreiben‘: Hier geht es um das gemeinsame Verfassen von Texten in Wikis, Etherpads und auf anderen Plattformen. Oder auch um das dialogische Schreiben in Chats. Henning Lobin findet es einerseits „eine faszinierende Erfahrung“, das Entstehen eines Textes in kollaborativen Editoren mitzuerleben. Besonders geeignet sei dies „für stark gegliederte Texte, deren einzelne Teile unabhängig voneinander bearbeitet werden können. Anwendbar ist es auch im Rahmen von Brainstorming-Prozessen …“ (S. 151)." (Klaus Dautel)

Mittwoch, 22. Mai 2013

Schnipselsalat

A. Manguel: Eine Geschichte des Lesens (S.421/2 Über problematische Auswahlkriterien und das jüdische "Archiv", wo in einer Rumpelkammer in Alt-Kairo alles Papier aufgehoben wurde, aus Angst vielleicht den Namen Gottes wegzuwerfen, so dass 1890 viel nicht-ausgewähltes Material gefunden wurde, das sogar auch Einkaufszettel enthielt, das heißt Material, das so sehr zum Tagesgeschäft gehört, dass es nie den Weg in ein ordentliches Archiv fände.)
http://www.zeit.de/2009/32/Manguel
http://de.wikipedia.org/wiki/Alberto_Manguel
http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/129019/index.html
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/rezensionen-alberto-manguel-eine-geschichte-des-lesens-sinnliches-vergnuegen-a-27133.html
http://www.culturebase.net/artist.php?3678

Memory of mankind als der bewusste Versuch, die Auswahlkriterien der Jahrhunderte zu unterlaufen, indem auf Keramiktafeln in einem Salzstock auch private Informationen gespeichert werden, die so den Untergang der elektronischen Überlieferung überdauern können sollen. Kosten der Keramiktafel laut FR vom 22.5.13 249 €.

Gbowee

Oliver Jahraus: Kafka. Lesen, Schreiben, Machtapparate, 2006
Textausschnitt
http://www.buchhandel.de/detailansicht.aspx?isbn=9783150106167
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10206

Hermann Fischer: Stoff-Wechsel solare Chemie, 2012

Hvistendahl: Das Verschwinden der Frauen

Haeusler: Netzgemüse, 2012
Tanja und Johnny Haeusler auf der re:publica
Mein Kommentar zu der Vorstellung auf der re:publica:
Natürlich haben die Sprecher mit vielem Recht, aber bis 10:30 hatte ich größte Schwierigkeiten, einen Gedanken zu entdecken, der mir nicht schon vielfach begegnet wäre. Für eine captatio benevolentiae war mir das viel zu lang. Will man die Re:publicaner für dumm verkaufen?
Von das ab geht es endlich darum, dass Kinder die Erfahrung von Selbstwirksamkeit brauchen, auch außerhalb von Computerspielen und Internet.

Stiglitz: Preis der Ungleichheit

M.J. Sandel: Was man für Geld nicht kaufen kann. Die Grenzen des moralischen Marktes, 2012

F. Pearce: Land Grabbing

W. Kösters: Weniger, bunter, älter. Den demographischen Wandel aktiv gestalten, 2011

D. Saunders: Arrival City, 2011

N. O. Oermann: Albert Schweitzer

Michail Gorbatschow: Alles zu seiner Zeit, 2013
Michail Gorbatschow: Erinnerungen, 1995

Kofi Annan: Ein Leben in Krieg und Frieden, 2013

Nelson Mandela: Der lange Weg zur Freiheit, 1994

Generation Y (Wollen die auch arbeiten?)
Unter Druck (Was die "Generation Y" angeblich kennzeichnet, gibt es nicht. Die Arbeitgeber haben trotz Mangel an qualifizierter Arbeitskraft wenig von ihrer Macht eingebüßt.)