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Dienstag, 16. Juni 2015

Hans Jonas im Interview zur Frage, weshalb die Menschheit sich ihren Problemen nicht stellt

Hans Jonas: "Der Geist hat ja eine ganz merkwürdige Doppelrolle gespielt. Einerseits hat er die Gefräßigkeit der Menschen ungeheuerlich erhöht. Ausgerechnet der Geist ist ja das Instrument dafür gewesen, daß wir so ungeheuer anspruchsvoll in den Bedürfnissen unserer Leiber geworden sind. Andererseits hat der Geist ein Reich der Werte geschaffen, das um seiner selbst willen gepflegt wird; wofür Menschen das Äußerste einsetzen in der Kunst, in der Erkenntnis, aber auch in der Pflege der Emotionen. [...]Man kann in abstracto einen Entwurf machen für eine Diktatur der Menschheitsretter. Aber wie stellt man sich vor, daß eine wirklich selbstlose Elite an die Macht kommen wird, daß diese selbstlos bleiben wird und in ihrer Selbstlosigkeit auch anerkannt wird? [...]Was ich mir viel eher vorstellen kann, ist das Hereinbrechen sehr schlimmer Zustände, die zu kompromißbereiten Abmachungen zwischen den ökonomischen, politischen und sozialen Machtgruppen führen; daß man sich auf einen Modus einigt, der sowohl den Menschen einigermaßen akzeptabel ist als auch der Natur. " (DER SPIEGEL 20/1992 - Hervorhebungen von Fontanefan)
Die gegenwärtigen Krisen zeigen dafür wenig überzeugende Beispiele. Insbesondere das Verhalten der EU in Flüchtlings-, Griechenland- und Ukrainekrise bieten sie nicht.
Aber in allen drei Krisen zeigen sich Ansätze zu Kompromissen.  

Sonntag, 10. Mai 2015

Obama: Politische Führer werden keine Risiken eingehen, solange ...

"Als Politiker kann ich Ihnen eines versichern: Politische Führer werden keine Risiken eingehen, solange die Menschen dies nicht von ihnen verlangen." (Barack Obama laut  SZ, 5.10.13)

"... jede echte Hoffnung in dieser Krise wird von unten kommen müssen." (Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima)

Kleins Statement im Kontext:
 In meinem letzten Buch Die Schock-Strategie habe ich dargelegt, dass im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte Kon­zerninteressen systematisch die unterschiedlichsten Krisen ausgenutzt haben, um eine Politik durchzusetzen, die eine kleine Elite reicher macht - durch Deregulierungen, die Kürzung der Sozialausgaben und mittels groß­flächiger Privatisierungen im öffentlichen Sektor. Krisen dienten auch als Vorwand für radikale Beschneidungen der Bürgerrechte und alarmierende Menschenrechtsverletzungen.
Vieles deutet darauf hin, dass der Klimawandel in dieser Hinsicht keine Ausnahme darstellen wird, dass auch diese Krise dazu benutzt wird, dem einen Prozent noch mehr Ressourcen zuzuschieben, anstatt Lösungen in Gang zu bringen, die eine echte Chance darauf bieten, eine Erderwärmung von desaströsem Ausmaß zu verhindern [...] Damit Oppositionsbewegungen nicht nur ein Strohfeuer bleiben, brauchen sie eine umfassende Vision dessen, was an die Stelle unseres scheiternden Sys­tems treten soll, und tragfähige politische Strategien für die Durchsetzung dieser Ziele." (S.19) [...]
Tatsächlich hat die internationale Organisation, die mit der Aufgabe be­traut wurde, ein 'gefährliches' Ausmaß des Klimawandels zu verhindern, in ihrem über zwanzigjährigen Bestehen (und in über neunzig offiziellen Verhandlungssitzungen seit Verabschiedung der Klimakonvention von 1992) nicht nur keine Fortschritte erzielt, sondern einen quasi ununter­brochenen Prozess von Rückschritten zu verzeichnen. Unsere Regierungen haben Jahre damit verschwendet, Zahlen zu frisieren und über Starttermi­ne zu zanken, und ständig versucht, sie hinauszuzögern wie Studenten ihre Studienarbeiten." (S.21)
"Das ist die Stimmungslage seit dem Scheitern des im Vorfeld hochge­lobten UN-Klimagipfels 2009 in Kopenhagen. Am letzten Abend dieser riesigen Veranstaltung befand ich mich bei einer Gruppe von Klimage­rechtigkeitsaktivisten, darunter einer der prominentesten Campaigner in Großbritannien. Während des gesamten Gipfels strotzte der junge Mann vor Zuversicht und Gelassenheit, informierte jeden Tag Dutzende Jour­nalisten darüber, was in den jeweiligen Verhandlungsrunden herausge­kommen war und was die verschiedenen Emissionsziele in der Realität bedeuteten. Trotz der Herausforderungen war sein Optimismus über die Aussichten des Gipfels ungebrochen. Als dann alles vorbei war und das jämmerliche Ergebnis feststand, fiel er vor unseren Augen in sich zusam­men. In einem grell beleuchteten italienischen Lokal brach er in hem­mungsloses Schluchzen aus. »Ich hatte wirklich gedacht, Obama hat es kapiert«, sagte er wieder und wieder.
Diesen Abend habe ich als den Moment in Erinnerung, als die Klima­bewegung erwachsen wurde: Es war der Moment, als uns allen wirklich bewusst wurde, dass niemand zu unserer Rettung kommen würde. [...] Es ist tatsächlich so, dass wir ganz auf uns allein gestellt sind, und jede echte Hoffnung in dieser Krise wird von unten kommen müssen." (S.22)

Montag, 27. April 2015

Piëch, Winterkorn, ihre Einkommen - VW und der Klimawandel

Tweets vom Tage:
  1. Unsere 2 Zahlen des Tages: 43,456 und 34,560. Die erste Gehalt pro Tag von #Winterkorn#VW die zweite das Jahresgehalt einer .
  2. Fragt sich: Was sind die Tageseinnahmen von ? Nicht nur höher als die von W, sondern auch viel schwerer festzustellen.
  3. Ich denke, bekommt am Tag so viel wie im Jahr. Verdienen tun es wohl beide nicht.

Kommentar:
Piëch vereinsamt       ??


Ferdinand Piëch (Wikipedia)

Martin Winterkorn (Wikipedia)

Erzieherin leitet die Wikipedia zu Erzieher weiter und teilt mit: 96% der Erzieher sind Erzieherinnen. - Wie viel Prozent der Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden von DAX-Unternehmen sind weiblich?

Frage:
Wie viel trägt das Unternehmen VW zur menschengemachten Klimakatastrophe bei, wie viel alle Erzieherinnen gemeinsam?

Naomi Klein

Samstag, 25. April 2015

Klimawandel: Noch lässt sich das Schlimmste verhüten

Ich hielte es für falsch, wenn bei der Behandlung des Klimawandels die Schüler zu dem Ergebnis kommen müssten: Der Klimawandel ist zwar menschengemacht, aber die Menschheit hat keine Chance mehr, an der Katastrophe etwas zu ändern. 
Deshalb habe ich zu dem Prognoseartikel 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome jetzt auch den handlungsorientierten Artikel Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima ins ZUM-Wiki eingestellt. 
Meiner Meinung nach sind die beiden Artikel zusammen eine geeignete Grundlage für die Behandlung des Klimawandels, wenn man für meteorologische und naturwissenschaftliche Fragen auch den Artikel Klimawandel beizieht. 
Obwohl bei beiden auch Hilfestellungen für den Unterricht gegeben werden,  wäre es freilich sinnvoll, wenn auch Hinweise gegeben würden, wie man eine Unterrichtsreihe zu diesem Thema gestalten sollte. Wer fühlt sich angesprochen, "aus dem Nähkästchen zu plaudern"?
Der bisherige Artikel zum Klimawandel scheint mir jetzt nicht mehr zureichend, weil es mir sinnvoll erscheint, dass Schüler die Möglichkeit bekommen, die Argumente von Randers und Naomi Klein anhand von Textausschnitten kennen zu lernen und nachvollziehen zu können.