Suizidgedanken hat fast jeder Mensch irgendwann im Leben. Meist kommen sie nur kurz auf, weil man eine Situation als ausweglos empfindet, dann aber doch darüber hinwegkommt.
In der Jugend (unter 25 Jahre) ist Suizid aber die häufigste Todesursache. Denn in diesem Alter ist man manchmal unsicher, wer man überhaupt ist. Man weiß also gar nicht richtig, wen man da töten würde.
Deshalb ist Beratung so wichtig.
Eine wichtige Rolle spielen Berater aus der selben Altersklasse, die sich in die Probleme ihrer Altersgenossen besser einfühlen können als Erwachsene.
Was sind Probleme, die zu Suizidgedanken führen? "Psychische Erkrankungen, Suizidalität, Einsamkeit. Manche sind einsam, obwohl sie einen großen Freundeskreis haben, aber gerade niemanden wirklich als engen Freund oder Freundin haben. Die häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland sind Angst- und Panikstörungen. Die kommen regelmäßig auch bei Unter-25-Jährigen vor."
Ungefähr 80 Prozent der Menschen, die sich das Leben genommen haben, haben vorher nach Hilfe gesucht. "Die haben zum Beispiel über Suizidgedanken gesprochen. Das wurde dann nicht ernst genommen oder es wurde darüber hinweggehört, weil viele Menschen nicht wissen, was sie in so einem Fall tun können und weil in unserer Gesellschaft generell so wenig über das Thema gesprochen wird. Diese 80 Prozent, das sind die Menschen, bei denen wir mit Suizidprävention dazu hätten beitragen können, dass sie sich doch für das Leben entscheiden. 80 Prozent von rund 10.000 Suiziden pro Jahr, das sind 8.000 Menschen jährlich."
Wie belastend ist das für die Berater? "Suizidalität ist ein sehr herausforderndes Thema, und zwar für alle Altersklassen. Wir merken aber, dass junge Menschen damit richtig gut umgehen können, gerade wenn sie dazu ausgebildet wurden, wenn sie begleitet werden, wenn sie das Gespräch dafür regelmäßig angeboten bekommen, sind sie tolle Beratungspersonen. Gleichzeitig haben wir eine große Fürsorgepflicht für unsere Peer-Berater:innen und ein sehr genaues Auge darauf, wie es ihnen damit geht. Dafür sind die Supervisionen da. Es gibt Evaluationsstudien, welche die Belastung bei unseren Ehrenamtlichen untersucht haben. Sie kommen zu dem Schluss, dass es ein herausforderndes Ehrenamt ist, das die Peer-Berater:innen aber nicht außergewöhnlich belastet."
online-Beratung der Caritas: https://www.u25-deutschland.de/