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Mittwoch, 5. Juli 2023

Montag 3.7.23 war weltweit der heißeste Tag der Geschichte seit Beginn der Aufzeichnungen

US-Forschern zufolge war der 3. Juli der weltweit bislang heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Schuld daran seien der Klimawandel und El Niño. [...]

Die durchschnittliche globale Temperatur habe 17,01 Grad Celsius erreicht, teilten die Nationalen Zentren zur Umweltvorhersage (NCEP) der USA mit. Damit sei der bisherige Rekord vom August 2016 mit 16,92 Grad Celsius übertroffen worden.
"Das ist kein Meilenstein, den wir feiern sollten", sagte die Forscherin Friederike Otto von dem auf Klimawandel und Umwelt spezialisierten Grantham-Institut am Imperial College in London. "Es ist ein Todesurteil für Menschen und Ökosysteme."

Montag, 24. Juni 2019

Nobelpreis für Greta?

Natürlich beschäftigen Ernst Ulrich von Weizsäcker kurz vor seinem 80. Geburtstag wichtigere Fragen. Aber die Frankfurter Rundschau und auch ich rechnen damit, dass Nobelpreis und Greta leichter Aufmerksamkeit erwecken als das Stichwort Klimawandel.
Hier einige Zitate aus seinem Interview mit der FR 24.6.19: „Greta sollte den Nobelpreis bekommen“
"Sie ist eine Symbolfigur geworden. Was sie an Orten wie dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte, ist goldrichtig: „Unsere Zivilisation wird dafür geopfert, dass wenige Menschen weiterhin sehr viel Geld verdienen.“ Ich weiß zwar nicht, ob es ihr gut tun würden, auf einen Schlag über eine Million Dollar verfügen zu können. Aber dieses Risiko kann man eingehen."
"Es können Kippelemente im Klimasystem angestoßen werden, die nur als katastrophal zu bezeichnen wären. Das Auftauen der Permafrostböden in Sibirien, das Austrocknen des Amazonas-Regenwaldes, das Abschmelzen des Grönland-Eispanzers. Es geht hin bis zu der Möglichkeit, dass in den Polargebieten auf einen Schlag gigantische Eismassen abbrechen. So etwas ist erdhistorisch schon einmal passiert, vor 7700 Jahren. Damals lag über Labrador und der Hudson-Bay eine Eisfläche so groß wie das Grönland-Eisschild, binnen kurzer Zeit brach sie ab. Das war das Ereignis, das wir aus der Bibel als die Sintflut kennen. Der Meeresspiegel stieg damals plötzlich um sieben Meter an. Man stelle sich vor, was dann heute mit den vielen Mega-Küstenstädten auf der ganzen Welt passieren würde – dann haben wir nicht eine Millionen Flüchtlinge, sondern eine Milliarde."
[über das 21. Jahrhundert:]  "Es ist ein Jahrhundert der Umwelt geworden, aber nur in den reichen Industriestaaten – in Europa, den USA, Kanada, Japan, und nur in Bezug auf die klassischen Umweltprobleme. Der Himmel über der Ruhr ist wieder blau, die Flüsse sind sauber, das durch Schwefel- und Stickstoff-Frachten ausgelöste Waldsterben ist im Wesentlichen überwunden. Auch die Luft in den Städten ist viel besser geworden. Wenn es heute um die Feinstaub-Werte in der Luft geht, sagt kaum jemand dazu, dass die Belastung vor 50 Jahren überall viel größer war als heute selbst in der Innenstadt von Stuttgart. Was die großen Megatrends angeht – Klima, Ressourcenverbrauch, Artenschwund – sind wir aber schändlicher Weise noch im Jahrhundert der Ökonomie."
[Weshalb geht es bei den großen Fragen nicht voran?] "Das ist auch eine Folge des Zusammenbruchs des Kommunismus 1990. Davor waren die Wirtschaft und die Aktienmärkte im Westen ja fast handzahm gegenüber den Regierungen. Der Grund: Man brauchte die Regierungen als Bollwerk gegen den Kommunismus im Osten. Aber der war plötzlich weg, und die Finanzmärkte wurden arrogant gegenüber der Politik. Was vor 1990 undenkbar war, wurde plötzlich salonfähig: Finanzgaunerei vom Schlimmsten."
"[...]  überall heißt die Antwort „Wachstum“, wenn ein Problem gelöst werden soll. Das heißt: Man schlägt systematisch Therapien vor, die die Krankheit schlimmer machen – bei heutigen Bedingungen nämlich durch höhere CO2-Emissionen. [...]"
"Ein SPD-Programm muss folgende Kernthemen haben: sozialverträglicher Umwelt- und Klimaschutz, Friedenspolitik, Kontrolle der Finanzmärkte, Gestaltung der Digitalisierung und Technikfolgenabschätzung."
Weizsäcker nützt die Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen, dass durchaus sehr viel in Sachen Umweltschutz geschehen ist, nur nicht in den ganz großen Fragen, den "Megatrends". Sie sind zu spät in ihrer vollen Relevanz entdeckt worden. Und dann waren die Finanzmärkte schon "arrogant gegenüber der Politik".
Weizsäcker hofft darauf, dass jetzt ein ähnlicher Umbruch stattfindet wie 1989/90.
Es ist höchste Zeit. Und nach einem Leben für den Umweltschutz ist ihm zu gönnen, dass er es nicht als nutzlos ansieht. 
Und noch ist es ja Zeit!

"Heute liegt der CO2-Ausstoß über 60 Prozent höher als 1992 bei der Unterzeichnung der Weltklimakonvention, die eine gefährliche Störung des Klimasystems verhindern sollte." (FR "Die Klima-Amnesie", 28.6.19, S.11)

Zur aktuellen Kritik an Greta

Weitere Meldungen zu Greta:
https://www.fr.de/politik/lausanne-schweiz-fridays-future-greta-thunberg-verlaesst-saal-zr-12901131.html (FR 9.8.19)
https://www.nzz.ch/feuilleton/klimawandel-warum-thunberg-richtig-liegt-und-ferguson-falsch-ld.1507906 NZZ 13.9.19

Samstag, 23. März 2019

ERDERWÄRMUNG: Verena Kern: Kohlendioxid lässt Kühlwolken schwinden

ERDERWÄRMUNG: Kohlendioxid lässt Kühlwolken schwinden von Verena Kern "Zerfällt die Wolkendecke über den tropischen Ozeanen, so würde die globale Temperatur abrupt auf ein Niveau wie in der Kreidezeit steigen.
 In wenigen Jahrzehnten hat die Menschheit die globalen Temperaturen 170-mal schneller steigen lassen, als es ohne menschliches Zutun geschehen wäre, warnen die Vereinten Nationen in dem aktuellen Bericht ihres Umweltprogramms Unep. Um eine weitere gefährliche Erderhitzung doch noch zu verhindern, gibt es mit dem Pariser Klimaabkommen inzwischen zwar eine internationale Übereinkunft. Doch der Ausstoß von Treibhausgasen ist bislang immer noch nicht zurückgegangen. Im Gegenteil, die Emissionen steigen weiter – und das in einem Maße, dass die Welt auf das Worst-Case-Szenario der Klimaforschung zusteuert. [...]"

Samstag, 9. Februar 2019

Fridays for Future zum Kohleausstieg

"[...] Der Sonderbericht des Weltklimarates zeigt, dass lediglich elf Jahre bleiben, um die verheerendsten Folgen der Erderwärmung abzuwenden. Dafür ist ein Kohleausstieg ab 2020 unverzichtbar. Sowohl das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik als auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung haben in unabhängigen Studien im vergangenen Jahr bekräftigt, dass durch eine schnelle Abkehr von der Braunkohle die deutschen Klimaziele der Jahre 2020 und 2030 noch einzuhalten wären. Wenn die planetaren Grenzen jedoch überschritten, und tausende Arten ausgestorben sind, ist es für kommende Generationen bereits zu spät: Um das noch abzuwenden, braucht es nun echte Taten. [...]" (Offener Brief vom 23.1.19)

Montag, 21. November 2016

Kurz festgehalten

Marrakesch: Klimaschützer jubeln nicht, aber halten an ihrer Hoffnung fest

Die Klimaschützer haben gemerkt, dass ihre - nur allzu begründeten - Schreckensmeldungen statt Aktivität oft nur Resignation ausgelöst haben. Deshalb haben sie es beim Klimagipfel 2015 in Paris als Hoffnungszeichen begrüßt, dass - anders als 2009 beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen - China und USA, die beiden Länder mit dem größten Schadstoffausstoß, ernsthafte Schritte in Richtung Klimaschutz getan haben, auch wenn die propagierten Ziele und die Maßnahmen nicht zusammenpassten.
Mit Marrakesch mussten sie ihre Hoffnungen nicht aufgeben, weil erste Konkretisierungsversuche stattfanden und die Industrieländer noch nicht endgültig abgeblockt haben.
Sie durften nicht aufgeben, weil nach der Wahl von Donald Trump keine Zusammenarbeit von USA und China mehr in Aussicht steht, sondern nur noch eine Koalition aller umweltschutzwilligen eine Rest-Chance aufrechterhalten kann.

Formale Freiheit ist nur die Hälfte wert

Reisefreiheit ohne Reisegeld, freie Berufswahl ohne Arbeitsplätze sind nur Scheinfreiheiten, so Butterwege, der Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten.

Quellen: u.a. FR vom 21.11.16

Freiheit und Verantwortung Julian Nida-Rümelin

Donnerstag, 17. November 2016

Trump, AfD

Was sollte zum Konsens unserer Gesellschaft gehören?

Wo verlaufen die entscheidenden Konfliktlinien?

Wird nicht mancher Kampf gekämpft um Fragen, die für unsere Gesellschaft nicht wichtiger sind als heute der Unterschied zwischen evangelisch und katholisch?

Bekenntnismut für Genderfragen ist wichtig. Aber gehört er in staatlich verordnete Lehrpläne?

Pkw-Maut, die Alternative AfD oder CSU?, Geldverschwendung für Prestigeobjekte. Alles Fragen, die man nicht klein zu reden braucht, um Wahrung demokratischer Prinzipien und den Übergang zu klimaneutralen Energieressourcen  nicht für wichtiger zu halten.

Samstag, 12. November 2016

Trump und die Folgen?

Mit Trump wird die US-Außenpolitik unberechenbarer. Das erhöht das Kriegsrisiko;  aber andererseits könnte ein geringeres außenpolitisches Engagement der USA auch dazu führen, dass sich  für einige Zeit Hegemonialzonen bilden, in die sich die anderen Weltmächte weniger einmischen. Das wird nicht zu mehr Gerechtigkeit führen und der Kampf um die Abgrenzung der Hegemonialzonen bedeutet auch immer wieder Kriegsgefahr; aber es könnte für einige Zeit sogar weniger offene Konflikte geben.
Freilich auf einem Gebiet internationaler Politik ist Trump sehr wohl berechenbar: Er wird weniger bis gar keine Anstrengungen unternehmen, den Kampf gegen den von Menschen gemachten Anteil der Klimaerwärmung zu unterstützen. Denn dafür müsste er sich mit widerstrebenden Interessen der Industrie auseinandersetzen, und das wird er, bevor er nicht dazugelernt hat (wofür wenig spricht), nicht tun.

So bleibt bei dem für die Menschheit wichtigsten Thema für einige Zeit nur eine Hoffnung:  Einsicht der anderen Hauptakteure. Hoffen darf man, aber ein international koordiniertes Vorgehen von Staaten ist ist nicht zu erwarten; denn alle werden sich auf das schlechte Beispiel USA berufen können und damit Forderungen nach unbequemen Maßnahmen abblocken.
Es bleibt die Hoffnung auf eine Seite, von der sich wohl die meisten Umweltschützer am wenigsten erwarten: die Industrie.
Freilich spricht das Konkurrenzprinzip dagegen, unfaire Vorteile durch bedenkenlosere Ausbeutung von Ressourcen nicht zu nutzen. Aber andererseits hat die Wirtschaft - trotz aller ideologischer Verbrämung nach außen - immer auch direkt mit der Wirklichkeit zu tun. Und so spielt es schon eine Rolle, dass eine nicht geringe Anzahl von Unternehmen dem Globalen Pakt der Vereinten Nationen beigetreten ist, Denn damit haben sie sich verpflichtet, regelmäßig über ihre Anstrengungen für den Umweltschutz zu berichten. Das ist einerseits wenig.* Aber wenn man bedenkt, dass die BRD, angebliche Vorreiterin in Sachen Umweltschutz, nach Marrakesch keinen Plan (nicht einmal einen heuchlerischen) zur Umsetzung der in Paris übernommenen Verpflichtungen mitbringen wird, ist es schon erstaunlich viel.

*  "Im Jahr 2010 erhielt das Wassermandat des Global Compact den Negativpreis Public Eye Award in der Kategorie „Greenwash“."(Seite „Global Compact“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. April 2016, 19:08 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Global_Compact&oldid=153656901 (Abgerufen: 12. November 2016, 06:37 UTC)

Donnerstag, 3. November 2016

Trotz Paris droht der Klimaschutz zu scheitern

Bericht zum Klimaschutz:Uno warnt vor menschlicher Tragödie  Spiegel online 3.11.2016
"Ein neuer Uno-Bericht zum Klimaschutz zeigt, wie viel die Staaten der Welt noch tun müssen, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen - und wie schnell das passieren muss."

"Laut der aktuellen Ausgabe des jährlich vorgestellten "Emissions Gap Report" führen die von den Staaten gemachten Zusagen bisher zu einem Temperaturplus von 2,9 bis 3,4 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts." (Hervorhebung Fontanefan)

Mittwoch, 20. Januar 2016

Der Markt "ertrinkt" in einem Überangebot von Öl

Marktmechanismen können eine Feinsteuerung auf komplexen Arbeitsfeldern ermöglichen, die durch feststehende Pläne nicht angemessen gesteuert werden können.
Deshalb hat es einen Sinn, wenn man z.B. Emissionszertifikate ausgibt, so dass das ökonomische Interesse eine Anpassung an ökologische Zielsetzungen ermöglicht.
Was aber, wenn der Markt völlig aus dem Gleichgewicht geraten ist?

Dann beschließt man in Paris Regelungen zur CO2-Eindämmung, die innerhalb von Jahrzehnten Erfolg versprechen, und binnen weniger Monate hat ein falscher Preis, der das Gegenteil der ökologischen Wahrheit sagt, all diese Pläne Makulatur werden lassen.
Was geschieht gegenwärtig?
Die USA favorisieren Fracking, um nicht auf den internationalen Energiemarkt angewiesen zu sein, auf dem China die Nachfrage gewaltig erhöht hat. Das trifft auf eine Situation, wo die chinesischen Wachstumsraten sinken. Damit ist eine Krise aus dem Genre Schweinezyklus angesagt.
Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen auf nahe Null, um Deflation zu verhindern, die durch den niedrigen Ölpreis verursacht wird.

Die Liste müsste man fortsetzen.
mehr dazu findet sich in: Der Fluch des billigen Öls von  20.1.16 auf Nachdenkseiten
"[...] Der niedrige Ölpreis produziert mehr Verlierer als Gewinner und birgt unkalkulierbare Risiken. Er ist ungesund niedrig, zumal der Verfall so schnell kam, dass die ölexportierenden Länder kaum eine Chance hatten, strukturell auf die niedrigen Preise zu reagieren. Chaos, Zerfall und Kriege könnten eine Folge eines langanhaltenden Preisverfalls sein. Politische Lösungen sind derweil nicht in Sicht. Wahrscheinlich wird die Krise eher ökonomisch „gelöst“. Schließlich ist die Ölförderung bei derart niedrigen Preisen nur noch am Persischen Golf profitabel. Und dauerhafte Verluste wird kein Förderer hinnehmen können. [...]"

Ich halte dazu fest:
Während die Welt durch Treibhausgase erhitzt wird, ertrinkt der Energiemarkt im billigen Öl.
Das hängt zusammen.

"Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geisterwerd ich nun nicht los.


heißt es im Zauberlehrling.


Samstag, 25. April 2015

Klimawandel: Noch lässt sich das Schlimmste verhüten

Ich hielte es für falsch, wenn bei der Behandlung des Klimawandels die Schüler zu dem Ergebnis kommen müssten: Der Klimawandel ist zwar menschengemacht, aber die Menschheit hat keine Chance mehr, an der Katastrophe etwas zu ändern. 
Deshalb habe ich zu dem Prognoseartikel 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome jetzt auch den handlungsorientierten Artikel Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima ins ZUM-Wiki eingestellt. 
Meiner Meinung nach sind die beiden Artikel zusammen eine geeignete Grundlage für die Behandlung des Klimawandels, wenn man für meteorologische und naturwissenschaftliche Fragen auch den Artikel Klimawandel beizieht. 
Obwohl bei beiden auch Hilfestellungen für den Unterricht gegeben werden,  wäre es freilich sinnvoll, wenn auch Hinweise gegeben würden, wie man eine Unterrichtsreihe zu diesem Thema gestalten sollte. Wer fühlt sich angesprochen, "aus dem Nähkästchen zu plaudern"?
Der bisherige Artikel zum Klimawandel scheint mir jetzt nicht mehr zureichend, weil es mir sinnvoll erscheint, dass Schüler die Möglichkeit bekommen, die Argumente von Randers und Naomi Klein anhand von Textausschnitten kennen zu lernen und nachvollziehen zu können.

Freitag, 24. April 2015

TTIP kann Maßnahmen gegen das Treibhausklima verhindern, das Treibhausklima führt zu Klimaflucht

Zum Zusammenhang von TTIP und Maßnahmen zum Klimaschutz sagt Naomi Klein:
Um den Klimawandel effektiv zu bekämpfen, brauchen wir eine Wiederbelebung der regionalen Wirtschaft, wir müssen den Einfluss der Konzerne zurückdrängen, Freihandelsabkommen blockieren. Es müssen große Summen in den Umbau der Agrarwirtschaft und der öffentlichen Infrastruktur fließen, die Energie- und Wasserversorgung und den Umbau der Städte, um den Verkehr zu vermindern. Ein riesiges Programm, dass schnell umgesetzt werden muss. Ist das möglich? Natürlich. Ist das möglich, ohne die Grundregeln des deregulierten Kapitalismus anzugreifen? Keinesfalls. ("Das Wirtschaftssystem in Frage stellen" FR 29.3.15)
Mehr dazu von Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima

Zum Zusammenhang von Klimawandel und Flucht schreibt der Guardian am 8.3.2015
In 2014, around 3,500 boat people died trying to cross the Mediterranean to enter Europe. They risked their lives and lost. According to the UN High Commissioner for Refugees around 218,000 people got to Europe “by irregular means” last year. They took a chance and survived.
Among them were those fleeing the violence in Syria, and of these, a proportion must be counted as climate refugees. Possibly because of global warming, the years 2007 to 2010 saw the most sustained drought on record in the Fertile Crescent. Agriculture collapsed, and around 1.5 million people abandoned failing farms in the countryside for Damascus and other cities. That is, they became climate refugees. Livestock was obliterated, cereal prices doubled, and children started to sicken with nutrition-related illnesses. The 2011 Syrian uprising against the Assad regime began in the crowded settlements of climate refugees. [Hervorhebungen von mir]
Dazu führt er weiter aus: Wanderungs- und Fluchtbewegungen aufgrund klimatischer Veränderungen gab es schon seit prähistorischer Zeit.  [Fontanefan: Aus der Schulzeit kennen die meisten von uns wohl die Wanderung der Kimbern und Teutonen. ] Neu ist, dass es um menschengemachte Klimaveränderungen geht.
Zitat aus dem genannten Guardianartikel:
"[...] burning existing stocks of oil, gas and coal could, as Naomi Klein has written, result in cities drowning, citizens fleeing storms and droughts, and whole cultures being swallowed by the sea." 

Über das Schicksal der knapp 3,8 Millionen syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge berichtet Amnesty International.

Über die Gefahren von Unternehmensklagen berichtet das Handelsblatt am Beispiel von Vattenfall

Sonntag, 26. Oktober 2014

Nullzeit oder digitale Revolution?

GERALD BRAUNBERGERNullzeit, faznet   

"Null Wachstum. Null Inflation. Null Zins. In vielen Ländern scheint die Wirtschaft zu erstarren. Doch gleichzeitig kündigt sich machtvoll eine umwälzende Revolution an. Es kann unruhig werden."

Mal wieder einer der Artikel, wo anscheinend nichts davon begriffen ist, dass wir jede Art von technischem Fortschritt, nicht nur die digitale Revolution dafür brauchen, um die Klimaerwärmung zu verlangsamen und die sozialen Folgen (Ungerechtigkeiten, Verteilungskämpfe, Kriege) in Schach zu halten, nicht aber, um Wachstum zu schaffen. Auch wenn in diesem Fall die Gefahren, die eine Umwälzung mit neuem Wachstum sich bringen wird, in den Blick kommen.

Vgl. dazu Jorgen Randers2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre
"Ich glaube nicht, dass der Kapitalismus in den kommenden 40 Jahren unverändert weiter existieren wird. Der Name wird bleiben, doch die Funktionsweise der kapitalistischen Gesellschaft wird sich auf zweierlei Arten wandeln: Investitionsströme werden nicht mehr nur von Profitabilität gesteuert werden und Unternehmen werden gezwungen sein, nicht nur über ihre finanziellen Leistungen Rechenschaft abzulegen, sondern auch über die ökologischen und gesellschaftlichen Konsequenzen ihres Handelns.
[...] Die globale Gesellschaft wird sich in den kommenden 40 Jahren wachsenden Herausforderungen gegenübersehen, deren Lösung zusätzliche Investitionen verlangt. In immer mehr Fällen wird ein Eingreifen notwendig sein, bevor diese Investitionsprojekte aus wirtschaftlicher Sicht profitabel werden. Idealerweise löst der Staat solche Probleme durch eine Anpassung der relativen Preise (die "Internalisierung externer Kosten und Nutzen"), aber dieses könnte sich in der Praxis als schwierig erweisen. Rascher geht es, wenn man die Steuern erhöht und die Einnahmen direkt in die gesellschaftlich notwendigen Projekte investiert." (S.250)