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Montag, 9. März 2026

Das Zusammenleben miit Flüchtlingen in der Nachkriegszeit

Wir hatten eine Flüchtlingsfamilie als Untermieter, das war für meine Mutter schwierig. Die Flüchtlinge hatten etwas andere Werte.

Meine Mutter hat sich damit geholfen, dass sie sich von Zeit zu Zeit in komischer Übertriebenheit gegenseitig beschimpft haben. Da konnten sie Dampf ablassen, ohne dass es Missstimmung vergrößerte. Ich wusste schon als Kind von ca. 5 Jahren, dass es Schauspielerei war. Erst 10 - 20 Jahre später habe ich erfahren, welche Funktion diese Schauspielerei erfüllte.

Wenn man so eng aufeinander sitzt, gibt es notwendigerweise Spannungen. Aber irgendwelche Abwertung gab es nicht. Ich habe nur schon relativ früh bemerkt, dass es meiner Mutter (mein Vater war im Krieg geblieben) nicht recht war, dass ich als Kleinster immer wieder einmal Süßigkeiten von der Untermieterin bekam. Aber dass es darüber eine Auseinandersetzung gab, habe ich nicht mitbekommen.

Also, es gab Spannungen, die nicht leicht auszuhalten waren. Dass das bei uns nicht so deutlich wurde, lag allerdings wohl nicht nur am Geschick meiner Mutter, sondern auch weitgehend daran, dass die Untermieterin mitgespielt hat. Der Mann der Untermieterin hat sich weitgehend herausgehalten.

Aber da habe ich vermutlich als Kind vieles nicht mitbekommen. Als ich älter war, hatten sich die Rituale und Regeln wohl schon eingespielt. Aber selbstverständlich empfand man es als Befreiung, als sie ausziehen konnten.

Die Zeit, dass zwei Familien bei uns Untermieter waren, habe ich überhaupt nicht in Erinnerung. Dass das der Fall war, habe ich nur nachher aus schriftlichen Unterlagen entnommen.

Aus historischen Untersuchungen geht klar hervor, dass es große Spannungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen gab.

Wenn die Flüchtlinge in Lagern getrennt von den Einheimischen wohnten, wurden sie oft gemieden und als Unterklasse behandelt.

Meine Mutter hat 1950/51 einen Leserbrief geschrieben, wo sie für die Flüchtlinge in dem Lager eintrat:

"Vor 9 Jahren begann man das Ostlandlager aufzubauen, um die Ostarbeiter [ verschleppte Zwangsarbeiter]unterzubringen, die unseren fehlenden Arbeitskräfte ersetzen sollten. Seitdem bin ich zu allen Jahreszeiten am Ostlandlager vorbeigekommen, denn mein Garten liegt ein kleines Stück dahinter. Jahr für Jahr änderte sich das Bild. Um die Barackenlager herrschte Morast und grau-schwarze Farbe, bis eines Tages alles still und verlassen da lag. Man ging scheu um die Haufen von Lumpen, Kleidern und Hausgerät herum, bis sie allmählich verbrannt wurden.

Und dann wurde desinfiziert und gereinigt und ausgebessert, es kamen die Flüchtlinge aus dem deutschen Osten. Immer mehr und immer mehr kamen und gingen und immer neue trafen ein, die Menschen wechselten dauernd, aber eines blieb stetig überall das Ziel Sauberkeit, die Arbeit an der Verbesserung des Lagers und Ordnung. Mit Gemüsebeten fing es an. [Unleserlich] Sträucher und Blumen. Im letzten Jahr aber ist ein wesentlicher Aufstieg zu beobachten. Ein Zaun trennt das eigentliche Lager von den Stadtbaracken, Wäschepfähle stehen ordentlich auf dem Rasen, an dem entlang schöne Blumen gepflegt sind. Blasmusik ruft abends zu christlicher Unterweisung, man sieht das [unleserlich] denn durch den Rundfunk hört man die verschiedenen Sorgen schwer geprüfter Heimatvertriebener, den quälenden Aufenthalt in den Behelfsunterkünften zu erleichtern. Täglich hoffen diese Menschen, abgerufen zu werden zu einer Arbeit in ein unbekanntes Gebiet, in dem sie ihre hier abgestellten Möbel unterbringen können. Es ist eine unerhört anstrengende, kraftzehrende Wartezeit.

Wollen wir diesen unseren Brüdern und Schwestern das Leben noch schwerer machen durch Unfreundlichkeit und Nichtachtung? Sollten wir Ihnen nicht durch Höflichkeit und Hilfsbereitschaft zeigen, dass wir ihre schwierige Lage erkennen. Heimatlose Menschen sind wund und empfinden Liebe und Güte doppelt stark, aber auch alle Herzenskälte. Wir wollen heilen helfen, denn die Wunden der anderen machen auch uns krank. Wir alle aber wollen gesunden."

Das Gefühl "Wir halten zusammen" bestand nicht von selbst, es kostete viel Mühe, es zu wecken und aufrechtzuerhalten.

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Warum warne ich nicht vor "Umvolkung"?

  Ich habe seit den 70er Jahren das Problem angesprochen, dass Flucht so erschwert wird, dass immer wieder Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa umkommen, und auch darüber gesprochen, dass die Hilfen zur Integration von Flüchtlingen unzureichend waren. Seit Ende der 80er Jahre war ich in der Arbeit für Asylbewerber engagiert. Im ersten Jahrzehnt meiner Arbeit in der Wikipedia habe ich dort auf das Problem der Abwehr von Flüchtlingen und darauf hingewiesen, dass im Atlantik und im Mittelmeer weit mehr Menschen umkommen sind, als es Mauertote gab. 

Eine umfassendere Seite über die verschiedensten Probleme im Zusammenhang mit Flüchtlingen entstand gegen 2009, etwa 2015/16 habe ich ihn dann in die Wikiversity gestellt, weil das Wiki, in der er stand, abgeschaltet wurde.

Während ich mich seit Jahrzehnten mit diesen Problemen befasse, denen schon Zehntausende zum Opfer gefallen sind, wollen AfD-Anhänger die Probleme nicht wahrhaben. Da hilft es auch nicht, wenn der Papst vor einer Globalisierung der Gleichgültigkeit warnt. Genaue Zahlen der Opfer kennt man ja nicht. Denn während viele der Ertrunkenen irgendwann an einer Küste angespült werden (manche trieben freilich schon vor Jahrzehnten im Atlantik fern von jeder Küste), die, die in der Wüste verdurstet sind, bleiben liegen, wo sie starben ("Niemand weiß, wie viele Menschen schon auf diese Weise umgekommen sind. Auf jede Leiche, die in der Sahara entdeckt wird - im Jahre 2015 wurden mindestens 40 gezählt -, kommen weitere fünf bis fünfzig, die nie gefunden werden." "(S.36))

Aber natürlich wird vor Umvolkung gewarnt, wenn trotz all der Todesopfer dennoch von den über 100 Millionen Flüchtlingen eine kleine Prozentzahl nach Europa kommt und nicht wenige davon nach Deutschland, obwohl es nicht ans Mittelmeer grenzt, wo die Staaten direkt mit den Flüchtlingen zu tun haben. "Umvolkung" nennen sie es, wenn man die Mittelmeeranrainerstaaten nicht mit dem Problem allein lässt, sondern einen Teil der Flüchtlinge ins Land lässt.

Es werden weiterhin Flüchtlinge in Deutschland Asyl finden, so wie während der Schreckensherrschaft Hitlers viele Deutsche - vor allem in Europa und Nordamerika - Aufnahme gefunden haben. Ich habe jahrelang mit Flüchtlingen aus Nazideutschland zusammengelebt und kenne deren Schicksale. Nun, wenn die AfD ihr Ziel erreicht, dann werden es weniger sein. "Ich hatte an der Grenze das Zyankali dabei, wenn ich nicht aufgenommen worden wäre", sagte mir eine Frau aus der Deutschen Gemeinde in Oxford, die in der Hitlerzeit nach England kam.

Zyankali gegen Umvolkung? Was denken sich AfD-Anhänger dabei?

Ein späterer Richter am Bundesverfassungsgericht (Er arbeitete dort von 1951-1971) überlebte die Nazizeit in Großbritannien. Was wäre gewesen, wenn die Briten zu große Angst vor Umvolkung gehabt und ihn nicht ins Land gelassen hätten?

Mittwoch, 30. Juli 2025

El Hiero ist müde

 Zwischen stiller Hilfe und lautem Protest FR 29./30.7.2025 Teresa Liesenfeld 

Auf der Kanareninsel El Hierro treffen Fluchtrealität und Urlaubsidylle aufeinander. Rund 47 000 Menschen sind hier im vergangenen Jahr in kleinen Booten aus Westafrika angekommen. Das Dorf La Restinga zeigt sich solidarisch – aber wie lange noch?

[...] Vier Tage war das Cayuco auf dem Atlantik unterwegs, hat rund 1000 Kilometer zurückgelegt. Jetzt trennt es nur noch das knallorangene Rettungsboot der spanischen Seenotrettung vom europäischem Festland.

66 Menschen gehen in dieser Nacht von Bord. 62 Männer, 4 Frauen. 66 Einzelschicksale. 66 geglückte Überfahrten. Ein Mann ist so schwach, dass er mit einem Rollstuhl in einen der Container des Roten Kreuzes gebracht wird, die sich im Hafen aneinanderreihen. Ins Krankenhaus muss heute Nacht niemand. Während die schrillen Karaoke-Stimmen von der Hafenpromenade herüberschallen, können Solares und der Rest der Rettungscrew aufatmen. Wenigstens für den Moment.

Der schlimmste Ort zum Arbeiten

Hier in La Restinga, dem 500-Seelen-Dorf, sind im vergangenen Jahr die meisten der rund 47 000 Migrant:innen angekommen, die 2024 die Kanaren erreicht haben. 24 003 waren es laut der spanische Nachrichtenagentur EFE, die die Daten von Gesundheitsdiensten, Notfalldiensten und staatlichen Behörden ausgewertet hat. Sie kommen in diesen kleinen Fischerbooten, dicht gedrängt, die meisten von ihnen stammen aus Gambia, Mali, Mauretanien, Senegal, aus Guinea-Bissau und Guinea. Je nachdem, woher sie kommen, wie der Wind steht, wie ruhig oder unruhig das Meer ist, kann so eine Überfahrt zwischen vier und vierzehn Tagen dauern. Tage, in denen das Boot im Gleichgewicht bleiben muss, auch bei hohen Wellen. Die sind im schlechtesten Fall bis zu vier Meter hoch. Schon kleine Gewichtsverlagerungen können das Boot zum Kentern bringen. Tage, in denen sich die Insassen nicht bewegen können. [...]

„La Restinga sagt Basta“ steht auf einem der selbst gebastelten Schilder der etwa 80 Demonstrant:innen, die sich an der Hafenpromenade zusammengefunden haben. „Nein zur Besetzung der Mole“, „weniger reden, mehr verriegeln“ und „La Restinga ist keine Mülldeponie“. Die lokale Presse ist da, aus einem Lautsprecher tönen die Forderungen der Demonstrant:innen. „Wir demonstrieren in erster Linie dagegen, dass unser Dorf so beeinträchtigt wird“, erzählt Regula, Schweizer Rentnerin, die seit acht Jahren hier im Dorf lebt. „Diese Zone war Spaziergelände“ – sie zeigt auf den hinteren Teil der Hafenmole, wo die Container des Roten Kreuzes stehen – „man hat hier gebadet im Sommer, überall hier, wo Treppen sind. Jetzt ist alles abgesperrt.“ [...]"

https://www.fr.de/politik/el-hierro-ist-muede-flucht-und-migration-asylpolitik-solidaritaet-93857944.html

Donnerstag, 14. November 2024

Eine Meldung zur Änderung des Flüchtlingsaukommens zwischen 1991 und 2006

 "Seit 1991 hat sich die Zahl der Asylanträge in Industrieländern von 655 100 laut Angaben des UNHCR 331 600 erniedrigt. Seit Asylanträge weitgehend aussichtslos geworden sind, versuchen Flüchtlinge illegal einzureisen. 

Allein seit Beginn dieses Jahres sind 1000 Menschen beim Versuch, die Kanarischen Inseln zu erreichen, umgekommen. So das spanische Rote Kreuz.
Spanien beteiligt sich an den Kosten (monatlich 230 000 Dollar), die Mauretanien für die Ausbildung von Grenzschützern und den Aufbau von Auffanglagern aufbringt. Damit hofft man, den neuen Ausweg zu verstopfen, den Flüchtlinge gefunden haben, seit Marokko "seine Grenzen besser gesichert hat", unter dem Druck der EU versteht sich." (dpa 18.3.06)

Mittwoch, 21. Juni 2023

Europäischer Asylkompromiss und Fluchtrealität

 Stichwort Asylkompromiss in der Wikipedia (1992 in Deutschland)

 Stichwort: Asylpolitik der Europäischen Union 

"[...] Am 8. Juni 2023 beschlossen die Innenminister der EU eine deutliche Verschärfung der Asylgesetze.[90] Diese sieht unter anderem vor:

  • Registrierung, Identitäts- und Asylprüfungen in großen gefängnisähnlichen[90] Asylzentren an den EU-Außengrenzen.
  • Asylantragsteller aus sicheren Herkunftsstaaten und aus Staaten mit einer durchschnittlich geringeren Anerkennungsquote von 20 Prozent sollen bei Ablehnung ihres Antrages direkt aus diesen Lagern abgeschoben werden.
  • Neben dem härteren Asylverfahren sollen jetzt auch alle EU-Länder in die Pflicht genommen werden. Die Aufnahme von Flüchtlingen ist künftig nicht mehr freiwillig; wer nicht genügend aufnimmt, soll zahlen.

Ungarn stimmte wegen der neuen Ausgleichszahlungen gegen den Plan, ebenso Polen, die Slowakei sowie teilweise Tschechien – die so genannte Visegrád-Gruppe tritt schon seit vielen Jahren gemeinsam dafür ein, deutlich weniger Flüchtlinge aufzunehmen. Abgesehen davon wurde die Reform nur von Bulgarien und Malta nicht unterstützt.[90]

Die deutsche Bundesregierung hatte in den Verhandlungen die Position vertreten, dass Familien mit Kindern unter 18 Jahren sowie alle unbegleiteten Minderjährigen generell aus den vorgesehenen Asylverfahren an den EU-Grenzen auszunehmen wären. Mit dieser Ausnahmeregel konnte sich die deutsche Regierung aber nicht durchsetzen.[91] Es wurde wie ursprünglich von der EU-Kommission geplant[92] beschlossen, dass nur Familien mit Kindern unter 12 Jahren von einem Grenzverfahren zur Prüfung eines möglichen Asylanspruchs ausgenommen werden sollen und nur, sofern keine Sicherheitsbedenken bestehen.

In einem offenen Brief an die deutsche Bundesregierung kritisierten dutzende bekannte Persönlichkeiten die Reformpläne bereits im Vorhinein als die „massivsten EU-Asylrechtsverschärfungen jemals“.[93] Auch Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Beschlüsse scharf, bspw. Amnesty International.[94] [...]"(https://de.wikipedia.org/wiki/Asylpolitik_der_Europ%C3%A4ischen_Union#Seit_2022)

Fluchtrealität 2023

Stefanos Paikos: Wege der Flucht: Auf den gefährlichen Routen nach Europa (FR 16..6.2023)

"[...] Die erste Station im Jahr 2021 war die Insel Lesbos. Nach dem Brand im Jahr 2020 und der Umsiedlung der geflüchteten Menschen ins neue Lager Kara Tepe konzentrierte sich meine Arbeit primär auf die Lebensumstände im neuen Lager. Meine griechische Staatsbürgerschaft und meine Sprachkenntnisse haben mir schlussendlich dazu verholfen, ins Lager zu gelangen und dort zu fotografieren. Ein wichtiger Aspekt meines Projekts war es, nicht nur die geflüchteten Menschen zu dokumentieren, sondern auch den Umgang der griechischen Bevölkerung mit den aktuellen Krisen des Landes wie der Flüchtlingskrise, der Corona-Pandemie und der Wirtschaftskrise einzufangen. [...]

Am 8. September 2020 ereignete sich eine humanitäre Katastrophe auf der ägäischen Insel Lesbos, als das Flüchtlingslager Moria in Flammen aufging. Mehr als 12.600 Menschen, die in dem Lager lebten, verloren schlagartig ihre Unterkunft und ihre Existenzgrundlagen. Das Lager befand sich im Landesinneren der Insel, nahe der Stadt Mytilini, und hatte zu seiner Höchstzeit fast 20 000 Bewohner:innen. Es war Europas größtes Flüchtlingslager, und die Bedingungen dort waren jahrelang katastrophal. [...]

Im Januar 2023 traf ich mich mit Milad Ebrahimi, einem jungen Mann aus dem Iran mit afghanischen Wurzeln, der durch seine Beteiligung an dem Film „A Short Story of Moria“ bekannt wurde. Mittlerweile lebt Milad, der in der iranischen Großstadt Karadsch geboren wurde, in Hamburg. Wir vereinbarten ein Treffen, um über seine Lebensgeschichte und über seine Reise vom Iran bis nach Deutschland zu sprechen. Als ich Milad das erste Mal traf, sah er nicht aus wie in dem Kurzfilm. Die Jahre und die Erlebnisse hatten ihre Spuren hinterlassen. [...]

Im Interview erzählte er von der Organisation der Schmugglerbanden und deren Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg. In jeder neuen Stadt musste er einen neuen Fahrer bezahlen, und um nicht betrogen zu werden, gab es auf der Seite der Reisenden einen Mittelsmann, der das Geld verwaltete. Würden sie ihr Ziel nicht erreichen, würde der Fahrer das Geld auch nie bekommen. 

Die Reise dauerte fast vier Monate, und während dieser Zeit musste er in Bahnhöfen, Polizeistationen, auf Parkbänken oder der Straße übernachten. Bezahlt, schätzt er, hat er für die Reise 2000 bis 3000 Dollar. In Istanbul angekommen, benötigte er vier Versuche, um die griechische Insel Lesbos zu erreichen. Während seiner gesamten Reise wusste er nicht, was ihn auf der Insel erwarten würde. Bis dahin war Europa für ihn ein Ausweg. Doch dieses Bild änderte sich schlagartig, als er auf Lesbos ankam. Heute sitzt er in einem 14 Quadratmeter großen Zimmer, das er mit einem Mitbewohner teilt, und wartet auf das Urteil, ob sein Asylantrag genehmigt wird. [...]"


Zur gegenwärtigen Situation auf den Fluchtwegen

"[...] Ein Jahr nach meinem Besuch auf der Insel Lesbos stand ich nun auf der anderen Seite der Meerenge und blickte, wie viele andere vor mir, auf die Insel. Aus Korubasi führte eine steile, etwa fünf Kilometer lange Straße Richtung Meer hinunter. [...]

Am Strand angekommen, war das Areal mit Kleidungsstücken übersät. Der 500 Meter lange Abschnitt war in zwei Bereiche unterteilt, einen kieseligen Strandabschnitt direkt am Wasser und einen hinteren Bereich mit Gras. Diese Bereiche waren durch Olivenbäume und Büsche voneinander getrennt.

Es war offensichtlich, dass viele Menschen diesen Ort passiert haben mussten, da die Menge an zurückgelassenen Gegenständen wie Hosen, Unterwäsche, Büstenhaltern, Schuhen und sogar zerstörte Schlauchboote darauf hindeutete. Am Ende der Grünfläche, umgeben von Olivenbäumen, erhoben sich zwei unvollendete Häuser. Beide waren offensichtlich von ihren Besitzern verlassen worden. Der Zustand der Gebäude war desolat, die Innenräume waren mit zurückgelassenen Habseligkeiten überfüllt und der Zugang war erschwert. [...]" (Wege der Flucht: Auf den gefährlichen Routen nach EuropaFR 16..6.2023)

Donnerstag, 4. August 2022

Flucht und Veränderung

 Wer hat etwas gegen #Flucht außer dem Kerkermeister? (Tolkien)

Warum haben so viele etwas gegen #Flüchtlinge, selbst wenn sie selbst geflohen sind? #Flucht

Es gibt Studien, die zeigen, dass #Leser von #Fantasy politisch aktiver sind. Denn sie können sich vorstellen, dass es andere #Wirklichkeit en gibt. (Cornelia Funke) #Realismus #Realos

Montag, 30. November 2020

Links

Nackenmuskeltraining

Kleine Übungen für morgens vor dem Aufstehen

MIGRANTEN AUF DEN KANAREN: Spanien räumt umstrittenes Lager, FAZ 30.11.20

"Viel zu viele Migranten mussten sich den Platz in einem kleinen Lager am Hafen von Arguineguín teilen. Nun wurden sie andernorts in Zelten und Hotels untergebracht. Die Verantwortlichen in den Touristenorten sehen das nicht gerne."

Coronavirus: Der lange Weg zur Herdenimmunität SZ 30. November 2020

"Auf Grundlage der bislang bekannten Eckdaten hat die SZ eine grobe Überschlagsrechnung angestellt. Demnach wird es in etwa bis Ende des kommenden Jahres dauern, bis Deutschland Herdenimmunität erreicht."

Europa in der Erdgas-Falle

"Die Energie-Industrie will mit Hilfe der Europäischen Union mehr als 100 Milliarden Euro in neue Erdgas-Infrastruktur investieren. Das könnte auch gelingen, weil die Gaslobby in Brüssel an der Netzplanung beteiligt wird. Wissenschaftler warnen nun, neue Projekte bedrohen das Erreichen der Klimaziele."

Der Millionär bei Günter Jauch im Interview Spiegel 2.12.2010

Freitag, 11. September 2020

Was hat der Holocaust damit zu tun, dass seit Jahren auf Lesbos Flüchtlinge in unerträglichen Lebensverhältnissen aushalten müssen?

Es geht darum, dass wir gegenüber fast allen anderen Bewohnern der Erde bevorzugt sind. Und das aufgrund der vielfältigen Hilfen, die die Generationen der Deutschen nach 1945 erfahren haben: Carepakete, Marshallplan und die Hilfen, eine Demokratie aufzubauen. Und das, obwohl die Mehrzahl der Deutschen aufgrund unzureichenden Widerstandes am Holocaust mitschuldig geworden war.

Wir sollten dankbar sein, dass wir deshalb in einer so viel bevorzugteren Situation sind als z.B. die Generation, die das Wirtschaftswunder aufgebaut hat, und deshalb anderen Leuten helfen, so wie damals Deutschland geholfen wurde. Dank dieser Bereitschaft (vor allem von Amerikanern, denen es damals viel besser ging als den Deutschen), aber auch von Franzosen, die von Deutschen überfallen wurden, und Engländern (Briten), deren Land von Deutschen bombardiert wurde und deren Wirtschaft aufgrund der Kriegsanstrengungen 1945 am Boden lag, ist es gelungen, eine relativ solide Demokratie mit einem ziemlich stabilen Sozialsystem und einer florierenden Wirtschaft zu schaffen.

Dass damals Deutschen geholfen wurde, hätte dazu führen müssen, dass wir mehr als etwa 50 Kinder bei uns aufgenommen hätten.

Wenn jetzt drei, vier oder auch deutlich mehr Geflüchtete in einer verzweifelten Situation Brandstiftung begangen haben, um deutlich zu machen, wie unerträglich ihr Leiden ist, ist das kein Grund, nicht wenigstens ein paar tausend Menschen bei uns aufzunehmen.

Hätten sie sich selbst verbrennen sollen? Dann hätte ein Großteil der Deutschen auch dazu vermutlich gesagt: "Weiter so!"


Moria: Katastrophe mit Ansage

Deshalb: Moria Soforthilfe


Der Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kündigt an, für die nächste Legislaturperiode nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren und sein Ministeramt niederzulegen.

"Zuletzt gab es wegen der Aufnahme von Flüchtlingen aus Lesbos Unstimmigkeiten in der Regierung. Sein Abschied hat nach seinen Angaben damit aber nichts zu tun. [...] In Fragen der Entwicklungshilfe setzte er sich damit wiederholt von der CSU-Linie ab - zuletzt in der Debatte um die Aufnahme von Migranten aus dem abgebrannten Lager Moria auf Lesbos. Müller forderte, 2000 der Migranten in Deutschland aufzunehmen. Damit stellte er sich auch gegen die Linie der Bundesregierung.[...]"

https://www.fr.de/politik/entwicklungsminister-mueller-zieht-sich-zurueck-zr-13900521.html FR 13.9.20


Sonntag, 23. August 2020

Zur Entwicklung des Flüchtlingsproblems von 2015 bis 2020

Juli 2015 hat Angela Merkel einer Geflüchteten palästinensischen Ursprungs erklärt,  "dass in den palästinensischen Lagern im Libanon noch Abertausende Flüchtlinge sitzen. Deutschland könne es nicht schaffen, allen Flüchtlingen im Nahen Osten oder denen in Afrika zuzurufen: 'Ihr könnt alle kommen.' " (Hannoversche Allgemeine 16.7.2015Daraufhin  gab es unter dem Hashtah #merkelstreichelt eine große Empörungswelle über ihre Reaktion. 
Am 31.8.2015 sagt Angela Merkel über die Bewältigung des Flüchtlingsproblems: "Wir schaffen das." Am 4.9.15 entscheidet sie, Flüchtlinge aufzunehmen, die sich aus Budapest aufmachen, um zu Fuß nach Österreich zu laufen. Sie sollen ausnahmsweise die Grenze passieren dürfen. 
Am 3.6.2019 erheben Menschenrechtsanwälte beim Internationalen Strafgerichtshof in Klage gegen Angela Merkel und andere Politiker, ihre Politik Bewältigung des Flüchtlingsproblems sei ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Die Klage wird am 12.10.19 angenommen. 
Am 23. 7. 2020 erklärt Merkels Kabinettsmitglied Bundesminister Seehofer: "Der Zustand ungeordneter Migration muss beendet werden."
Was ist da vor sich gegangen?

Eine Antwort darauf hat Caterina Lobenstein am 20. August 2020 in dem ZEIT-Artikel An der Grenze in 110 Nachrichten gegeben. Daraus zitiere ich im Folgenden einzelne Nachrichten. Die Zitate sollen dazu anregen, den vollständigen Text zu lesen
Im Fall, dass der Eindruck entsteht, dass das nicht gelingt, werde ich sie wieder löschen.
(Sobald die Textauszüge in ein neues Jahr springen, wird die Jahreszahl fett gedruckt.)

"Vor fünf Jahren entschied Angela Merkel, mehrere Hunderttausend Flüchtlinge ins Land zu lassen. Und heute? Eine Geschichte in 110 Nachrichten"

"Spätsommer 2015: In Syrien ist seit vier Jahren Krieg. Der "Islamische Staat" rückt vor, das Assad-Regime bombardiert aus der Luft, selbst Kinder werden an die Front geschickt. In den Flüchtlingslagern der Nachbarstaaten Jordanien und Libanon gehen die Nahrungsmittel aus.
Auch in Afghanistan fliehen die Menschen vor Terror und Krieg, ebenso im Irak und in Nigeria. Und vielerorts treibt die Armut die Menschen aus ihrer Heimat. In dieser Situation entscheidet Angela Merkel, mehrere Hunderttausend Flüchtlinge und Migranten ins Land zu lassen. Fortan gilt sie weltweit als Fürsprecherin der Menschlichkeit, als "Flüchtlingskanzlerin".
Tatsächlich werden die Grenzen der Menschlichkeit bald enger gezogen. In Deutschland und Europa beginnt damals ein Drama um Öffnung und Abschottung, das bis heute andauert. Es treten auf: Flüchtlinge und Schlepper, Grenzpolizisten und Seenotretter, Nationalisten und Humanisten, Demokraten und Autokraten. Die folgenden Seiten erzählen diese Geschichte anhand von Nachrichten aus den vergangenen fünf Jahren. Die meisten Ereignisse haben sich zugetragen, als das Land längst wieder über andere Themen sprach.
[...]
31. August 2015 Angela Merkel hält ihre Sommerpressekonferenz. Sie sagt zum ersten Mal den Satz, der später berühmt und berüchtigt werden wird: "Wir schaffen das." [...]
19. März 2016 Im Norden Syriens sind mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht Richtung Türkei, werden aber nicht ins Land hineingelassen. Nach dem Deal mit der EU hat die Türkei, in der bereits rund drei Millionen syrische Flüchtlinge leben, ihre Grenze weitgehend verriegelt. Betonmauern versperren den Weg, drei Meter hoch, Hunderte Kilometer lang. Soldaten patrouillieren mit Gewehren, moderne Sensoren registrieren selbst kleinste Bewegungen. Den Grenzwall, den Merkel nie wollte, hat Erdoğan für sie errichtet.
21. März 2016 In Idomeni, wo sich mittlerweile mehr als 10.000 Menschen stauen, versucht ein Mann sich anzuzünden.
22. März 2016 In Brüssel sprengen sich drei IS-Terroristen in die Luft. Sie töten 32 Menschen, mehr als 300 werden verletzt.
4. April 2016 Auf den griechischen Inseln, die kein Flüchtling mehr Richtung europäisches Festland verlassen darf, werden einige Syrer in die Türkei abgeschoben. Eigentlich sieht der EU-Türkei-Deal vor, dass alle zurückgeschickt werden. Dieser Plan aber geht nicht auf. Unter anderem, weil Griechenlands Behörden überlastet und viele Gerichte der Auffassung sind, die Türkei sei für Flüchtlinge kein sicherer Ort. In den Lagern auf Lesbos, Samos und den anderen Ägäis-Inseln stauen sich fortan Tausende Menschen.
12. April 2016 In Italien kommen an einem einzigen Tag mehr als 2200 Flüchtlinge an. Während die Fluchtroute über die Ägäis und den Balkan nun weitgehend versperrt ist, kommen über das zentrale Mittelmeer zwischen Libyen und Italien jeden Monat weiterhin Zehntausende Menschen. Insgesamt erreichen 2016 mehr als 180.000 Bootsflüchtlinge das Land, sie kommen vor allem aus Eritrea, dem Sudan und Westafrika.
6. November 2017 Im Mittelmeer filmen Aktivisten der Organisation Seawatch ein Rettungsmanöver der libyschen Küstenwache. Auf dem Video sieht man, wie Gerettete an Bord des libyschen Schiffs mit Seilen verprügelt werden. Und wie die Libyer mit hoher Geschwindigkeit losfahren, obwohl noch ein Mensch an der Außenleiter hängt. Ein Helikopter des italienischen Militärs beobachtet sie dabei. Als die Italiener den Mann an der Leiter entdecken, rufen sie über Funk: "Libysche Küstenwache, stoppen Sie den Motor! Hier spricht der italienische Marinehelikopter! Sie haben eine Person an der Leiter. Wir fordern Sie auf, zu stoppen! Jetzt! Jetzt! Jetzt!" Die Libyer fahren unbeirrt weiter.
14. November 2017 Der amerikanische Nachrichtensender CNN veröffentlicht erstmals Filmmaterial, das die Existenz der Sklavenmärkte in Libyen belegen soll. Das Video zeigt eine nächtliche Auktion in einem Hinterhof. Dort wird unter anderem ein Mann aus Nigeria als "großer, starker Junge für die Feldarbeit" angepriesen. Anschließend wird er versteigert, für umgerechnet 800 Dollar.
21. November 2017 In Serbien wird das sechsjährige afghanische Mädchen Madina Hussini von einem Zug erfasst und getötet. Das Mädchen und seine Familie hatten versucht, über die grüne Grenze nach Kroatien zu kommen, um dort um Asyl zu bitten. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden sie jedoch von kroatischen Polizisten unrechtmäßig zurück nach Serbien geschickt. Die Polizisten hätten sie angewiesen, den Bahngleisen zu folgen. Die Polizei bestreitet das.
31. Dezember 2017 Angela Merkel hält ihre Neujahrsansprache. Die Flüchtlinge kommen darin nicht mehr vor.
24. April 2018 Geberkonferenz für Syrien in Brüssel. Von der Summe, die Hilfsorganisationen benötigen, um Kriegsgeschädigte und Binnenflüchtlinge zu versorgen, ist erst ein knappes Viertel zugesagt. Bundesaußenminister Heiko Maas verspricht eine Milliarde Euro, zusätzlich zu laufenden Verpflichtungen. Laut den Vereinten Nationen sind in Syrien mehr als 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
25. Juni 2018 Auf dem Dresdner Neumarkt spricht Pegida-Mitgründer Siegfried Däbritz vor seinen Anhängern über das deutsche Rettungsschiff Lifeline, das zur selben Zeit mit 234 Flüchtlingen an Bord ziellos auf dem Mittelmeer treibt, weil kein europäischer Staat es einlaufen lassen will. Die Pegida-Demonstranten skandieren: "Absaufen! Absaufen!"
28. Juni 2018 Die libysche Küstenwache bekommt eine eigene Seenotrettungszone zugeteilt. Von nun an koordiniert nicht mehr Italien, sondern Libyen die Rettungseinsätze im Mittelmeer. Der Rückführung der schiffbrüchigen Flüchtlinge nach Libyen steht nichts mehr im Weg – das Ziel der europäischen Abkommen mit Libyen ist erfüllt. Nur die zivilen Retter beharren darauf, die Menschen nach Europa zu bringen. Sie werden von der italienischen Regierung nun immer öfter behindert: Strafverfahren werden verhängt, Schiffe beschlagnahmt, Kapitäne verklagt. Und: Die Italiener und andere EU-Mittelmeeranrainer verbieten den zivilen Rettern, ihre Häfen anzusteuern.
10. Juli 2018 In München startet ein Abschiebeflug nach Kabul, an Bord 69 abgelehnte afghanische Asylbewerber. Horst Seehofer hat an diesem Tag Geburtstag. Er sagt: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir so nicht bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden." Einer der Abgeschobenen wird sich nach seiner Ankunft in Kabul erhängen.
20. November 2018 Italienische Behörden kündigen an, das zivile Rettungsschiff Aquarius zu beschlagnahmen – wegen angeblicher Fehler bei der Entsorgung von Bordabfällen.
6. Dezember 2018 Das Rettungsschiff Aquarius beendet seinen Einsatz im Mittelmeer. Der politische Druck sei zu groß geworden, sagen die Betreiber.
10. Februar 2019 Im Hafen von Palma de Mallorca steht ein Mann vor einem Schiff mit dunkelblauem Rumpf und weint: der Vater von Alan Kurdi, der mittlerweile im Irak lebt. Er hatte auf dem Mittelmeer seine Frau und seine beiden Söhne verloren. Jetzt ist er angereist, um ein ziviles Rettungsschiff zu taufen: auf den Namen seines Sohnes.
3. Juni 2019 Die Menschenrechtsanwälte Omer Shatz und Juan Branco reichen beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Klage gegen europäische Politiker und Beamte ein, darunter Angela Merkel. Shatz, der an den Universitäten Sciences Po und Yale lehrt, sagt, die Toten im Mittelmeer seien "fester Bestandteil des Plans, die Migrationsströme aus Afrika einzudämmen. Diese Politik wurde in den letzten fünf Jahren vorsätzlich entworfen und umgesetzt. Sie ist keine Tragödie: Sie ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Die Chefanklägerin des Gerichtshofes, Fatou Bensouda, untersucht bereits seit 2017 mutmaßliche Verbrechen, die in den libyschen Lagern begangen wurden. Mit ihrer Klage wollen die beiden Anwälte bewirken, dass die Untersuchungen auf europäische Politiker ausgeweitet werden, die für die Kooperation mit Libyen verantwortlich sind.
12. Juni 2019 Vor der libyschen Küste rettet das Schiff Seawatch 53 Menschen. Am Steuer steht eine 31-jährige deutsche Kapitänin namens Carola Rackete. Nachdem sie 17 Tage vergeblich einen europäischen Hafen gesucht hatte, um die Menschen an Land zu lassen, fährt sie gegen den Willen der italienischen Regierung in den Hafen von Lampedusa ein. Als sie von Bord geht, wird sie festgenommen. Wenig später kommt sie frei.
2. Juli 2019 In Tadschura, einem Stadtteil von Tripolis, wird ein Lager für Flüchtlinge und Migranten bombardiert. Etwa 60 Insassen sterben.
23. August 2019 An der belgischen Küste wird die Leiche eines 48-jährigen Mannes aus dem Irak angespült. Er wollte durch den Ärmelkanal nach Großbritannien schwimmen – mit einer selbst gebastelten Schwimmweste aus leeren Plastikflaschen. Laut Medienberichten soll der Mann zuvor vergeblich versucht haben, in Deutschland Schutz zu bekommen.
12. Oktober 2019 Der internationale Gerichtshof in Den Haag nimmt die Klage gegen Angela Merkel und weitere europäische Politiker und Beamte an.
30. Oktober 2019 Der italienische Außenminister Luigi Di Maio spricht im italienischen Parlament. Er sagt, die Zahl der Bootsflüchtlinge aus Libyen sei innerhalb von zwei Jahren von 170.000 auf 2000 gefallen: "Das Abkommen funktioniert." Auch die Zahl der Toten im zentralen Mittelmeer ist gesunken, von knapp 2900 im Jahr 2017 auf 750 im Jahr 2019.
30. Januar 2020 Griechenland kündigt an, einen schwimmenden Zaun im Mittelmeer zu installieren, um Flüchtlinge abzuhalten. Im Lager Moria auf Lesbos hausen mittlerweile mehr als 20.000 Asylbewerber. Für sie alle stellt die griechische Regierung nur zwei Ärzte bereit. Insgesamt stecken auf den griechischen Inseln 40.000 Schutzsuchende fest. Einige deutsche Politiker fordern, zumindest minderjährige Bewohner zu evakuieren. Zwei Monate später wird in Hannover ein Flugzeug landen – mit 47 jungen Flüchtlingen aus Griechenland an Bord.
19. Februar 2020 Schwere Kämpfe und Luftangriffe in Idlib lösen eine Massenflucht aus. Seit Dezember 2019 wurden im Nordwesten Syriens rund 900.000 Menschen vertrieben.
23. Juli 2020 Bundesinnenminister Horst Seehofer trifft sich mit europäischen Amtskollegen in Wien. "Die Migration auf der Westbalkanroute steigt", sagt er. "Der Zustand ungeordneter Migration muss beendet werden."

Im Jahr 2015 sind 1.065.000 Asylbewerber in die EU gelangt. Fünf Jahre später waren es in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 nur noch 41.129.
Seit 2015 haben laut offiziellen Angaben 15.602 Menschen ihr Leben im Mittelmeer verloren.
Die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist seit dem Sommer 2015 gestiegen: Damals waren 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Heute sind es fast 80 Millionen."

https://www.zeit.de/2020/35/fluechtlinge-fluechtlingskrise-2015-europaeische-union-grenzen/komplettansicht

Sieh auch:
5 Jahre nach: "Wir schaffen das!" Eine Zwischenbilanz von Arnfried Schenk, ZEIT 19.8.2020

Experte warnt vor Massenflucht FR 23.8.2020

Flüchtlinge (ZUM-wiki-Artikel, aktueller Stand. Die Erstfassung stammt vom 5.8.2009)