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Donnerstag, 6. März 2025

Langfristig Männer mehr gewachsen als Frauen

 "Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus 69 Ländern, aber auch Quellen wie Wikipedia sowie Statistiken aus Großbritannien, und glichen dies mit Daten zum Wohlstand ab. Demnach stiegen mit zunehmendem Lebensstandard Größe und Gewicht.

Mit jedem Anstieg des Wohlstandsindikators HDI (Human Development Index) um 0,2 Punkte wurden demnach Frauen durchschnittlich 1,7 Zentimeter größer und 2,7 Kilogramm schwerer - Männer legten im Mittel 4 Zentimeter und fast 6,5 Kilogramm zu."  (FR 25.1.25)

Dienstag, 13. Dezember 2022

Auch Umweltexperten sehen nicht selten nur Teilprobleme

Wenn Probleme im Zusammenhang gesehen werden, können Lösungsstrategien realistischer werden, aber sie zu entwickeln setzt noch mehr Überblick voraus.

Nicholas Stern: "Es ist sehr wohl möglich, für eine ökonomische Entwicklung in allen Dimensionen [...] zu sorgen und zugleich die Probleme des Klimawandels anzugehen. Ein Wirtschaftswachstum dieser Art ist von wesentlicher Bedeutung für die nahezu 7 Milliarden Menschen, die in Entwicklungsländern leben, viele davon in Armut. Das kann ihren Lebensstandard erhöhen, ihnen gut bezahlte Arbeitsplätze sichern und Zugang zu besserer Bildung und Gesundheitsversorgung bieten. Unsere Herausforderung besteht darin, diese Verbesserung in einer Weise zu gestalten, die unsere Umwelt nicht schädigt. Das wird nur möglich sein, wenn wir unsere Art der Produktion und des Konsums radikal verändern, vor allem so weit ist die Energie betrifft." (S.337)

"Da die Weltbevölkerung weiterhin wächst und Länder mit niedrigen bis mittleren Einkommen ihre Ernährung rasch verändern, werden die Nahrungssysteme die Umweltverträglichkeitsziele in den nächsten Jahrzehnten verfehlen. Selbst wenn wir alle übrigen Quellen für Treibhausgasemissionen ausschalten, werden wir, so hat eine neuere Untersuchung gezeigt, die Schwelle einer Erwärmung um 1,5 °C in den nächsten Jahrzehnten und die eine Erwärmung um 2 °C kurz nach dem Ende des Jahrhunderts überschreiten, falls wir die Produktion und den Konsum unserer Lebensmittel nicht verändern." (S.275)

Donnerstag, 4. August 2022

Grünes Wachstum?

 Herbert Gruhl hat mit Ein Planet wird geplündert schon 1975 die heutige Vorstellung von "grünem Wachstum" sehr deutlich infrage gestellt, als er erklärte, dass es darauf ankomme, 

"die weite Zeithorizonte umfassende Produktionsweise der Natur von der „kurzfristigen Produktion des Menschen“ zu unterscheiden, welche mit ihren „gigantischen Erfolgen“ ihre eigenen „Niederlagen“ schaffe und damit eine „Schreckensbilanz unserer Politik“ notwendig mache" (Wikipedia)

Trotzdem gibt es selbstverständlich - in extremem Maße im Bereich der erneuerbaren Energien - Bereiche, wo Wachstum unumgänglich ist. Dabei sind insbesondere Konflikte mit Artenschutz nicht zu vermeiden. Daher kommt es auch hier auf Verhältnismäßigkeit an. 

Eine enge Nutzwertanalyse, die nur auf die aktuellen betriebs- und volkswirtschaftlichen Auswirkungen blickt, würde man freilich der Verhältnismäßigkeit nicht gerecht.

Freitag, 19. April 2019

Zur Analogie des Brandes von Notre Dame mit ...

In Notre Dame wurde ein Feueralarm ausgelöst. Man suchte nach und fand nichts.
Das was vorlag, war so unscheinbar, dass man es nicht entdecken konnte, wenn man nicht wusste, was genau man suchen musste und wo in etwa es zu finden wäre.
Nach dem zweiten Alarm schließlich wurde das Feuer entdeckt und allgemeiner Alarm ausgelöst. Hunderte kamen um zu helfen. Fragwürdige Lösungen wie Löschflugzeuge, die tonnenweise Wasser hätten ablassen können, wurden verworfen, weil sie vermutlich noch mehr Zerstörungen hätten anrichten können. Schließlich war der größte Brandherd eingedämmt. Wenige Minuten später hätten die Haupttürme einstürzen können.

Noch musste Brandwache gehalten werden, weil nicht bekannt war, ob und wo noch etwas glimmte, das das Feuer von neuem hätte aufflammen lassen können. Da war schon die Spendenbereitschaft groß. 500 Millionen Euro von Privaten, in 5 Jahren wird die Kirche wieder hergestellt sein, versprach der Staatspräsident.

Auffallend ist die Analogie zum Klimawandel.
Es gibt Warnzeichen: Die menschliche Zivilisation zerstört ihre Lebensgrundlagen: Es erscheint "Der stumme Frühling" als Warnung vor DDT und dem Insekten- und Vogelsterben, das es auslöste. Mit dem Verbot von DDT konnte das eingedämmt werden. "Falscher Alarm!" - Dann erscheint "Die Grenzen des Wachstums": Die Ressourcen auf der Erde sind begrenzt. Nur Regelkreise bleiben über kosmische Zeiten hin aufrechterhalten. Dauerhaftes exponentielles Wachstum muss zur Katastrophe führen.
"Falscher Alarm!" Es gibt Ersatzstoffe, selbst das vielseitige Erdöl, das besonders früh auszugehen drohte, kann über Fracking im Überschuss produziert werden, so dass die Preise fallen.
Wir reden zwar weiter von Nachhaltigkeit, fühlen uns aber sicher, dass irgendwo eine neue technische Lösung einen Ausweg bietet.

Jetzt wird von 12 Jahren gesprochen, die noch bleiben, um ein Kippen zu verhindern.
Ein beängstigend kleines Zeitfenster.
Nun: selbst wenn ein Turm stürzt, kann man ihn wieder aufbauen. In Stunden der Not wächst die Hilfsbereitschaft.

Doch hier endet die Analogie. Nach dem Zusammenbruch eines Wachstumszyklus gibt es zwar einen Neuaufbau, aber unter geänderten Bedingungen. Die Natur regeneriert sich. Aber ob danach für die Menschheit noch Platz ist, bleibt unklar.
Wir wissen nicht, wie die Regeneration stattfinden wird, und haben nicht die Zeit, ein paar Millionen Jahre abzuwarten, bis vielleicht wieder Platz für die Menschheit ist.
Was tun? 

Samstag, 20. Mai 2017

Niko Paech

Nico Paech: Die Legende vom nachhaltigen Wachstum Le monde diplomatique 10.09.2010


Interview mit Nico Paech: "Grünes Wachstum" gibt es nicht SZ 17.1.2014

"Für die einen, die sich nach einer Alternative zum Immer-mehr-Kapitalismus sehnen, ist er eine Ikone, weil er vordenkt, wie eine Welt ohne Wirtschaftswachstum funktionieren könnte: mit Menschen, die nur 20 Stunden in der Woche arbeiten, die weniger konsumieren, ihre Lebensmittel selbst anbauen und kaum noch reisen.  [...] Auf der Liste der weltweiten "Thought Leaders" – jener Liste einflussreicher Köpfe, die das Gottlieb Duttweiler Institut zusammenstellt, ein Schweizer Thinktank – landete er 2015 auf Platz 18. Vor etablierten Ökonomen wie Axel Ockenfels, Hans-Werner Sinn oder Thomas Straubhaar. Wollte die Universität Oldenburg so einen wirklich loswerden? [...] Nun aber wird die Stelle neu ausgeschrieben. Allerdings verändert sich der Ausschreibungstext. Und zwar so, dass Paech keine Chance mehr hat. Hieß es ursprünglich, es werde eine Persönlichkeit gesucht, die "einschlägige nationale und internationale wissenschaftliche Publikationen" vorweisen kann, ist nun nur noch von "international sichtbaren Publikationen" die Rede, von denen Paech nur wenige zu bieten hat. Zudem werden plötzlich "hervorragende empirische Methodenkenntnisse" gefordert. Paech aber ist vor allem Theoretiker."
Was bewegt Niko Paech? Der Verstoßene ZEIT Nr. 11/2017 9.3.17

Vorzeigeprofessor Paech verlässt Uni Oldenburg NDR.de 15.12.2016

Profil Niko Paech an Universität Oldenburg

Niko Paech in Wikipedia

Niko Paech in der Diskussion:
"[...] Eppler: Weltweit wächst die Bevölkerung und wir werden die fossilen Energien nicht nur einschränken, sondern zum größten Teil im Boden lassen und die ganze Geschichte mit dem Fracking schlicht vergessen müssen, damit dieser Planet bewohnbar bleibt. Die Energiewende ist eine der Grundbedingungen dafür. Sie hat einen ganz eigenen Wert. Deshalb darf man sie nicht bagatellisieren. 

Paech: Wir müssen aber mit einer Reduktion unserer Ansprüche den Möglichkeiten einer ökologischen Nutzung der Erneuerbaren entgegenkommen. Sonst dient die Energiewende dazu, ein maßloses System zu erhalten. [...]"  (Verzichten oder grün wachsen ZEIT 3.11.16)

Samstag, 14. Februar 2015

Sinnvolles Wachstum?

Alle wissen es: Wenn die Wirtschaft weiter wächst, dann heizen wir das Klima auf und pflügen jeden Quadratmeter Natur auf der Erde um, um Rohstoffe zu fördern. Und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt das Wachstum schon seit 25 Jahren nicht mehr. (Wolfgang Kessler, Chefredakteur von Publik Forum in der FR vom 14.2.15, S.17)
Alle könnten es wissen. Aber die meisten verstehen sich darauf, sich um diese Wahrheiten herumzumogeln. Wenn das Benzin so viel billiger wird, wenn Putin auf seinem Öl sitzen bleibt, dann muss doch die Ölmenge zugenommen haben. (Dass Fracking die Verschleuderung eines menschheitswichtigen Rohstoffs für kurzfristige Markt- und Machtinteressen bedeutet, baucht man nicht zu glauben.) Selbst Manager, die es besser wissen müssten - schließlich haben sie ständig mit den Fährnissen exponentiellen Wachtums zu tun - verfallen gern der Propaganda, die sie selbst in Auftrag gegeben haben.
Wir entdecken ja ständig Ersatzstoffe. Es gibt ja das schöne Steuerungselement der Emissionszertifikate. Steinkohle wird immer weniger verbraucht (dafür umso mehr die weit umweltschädlichere Braunkohle).

Und es ist zwar richtig, dass 80 Menschen auf dieser Welt schon so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Aber um so viel Vermögen zusammen zu bekommen, wie es der Rest der Menschheit besitzt, muss man immerhin 1 Prozent der Weltbevölkerung dagegen halten.
So schlecht kann es den 99% also gar nicht gehen.
So rechnet die ZEIT denn auch in einer ihrer letzten Nummern vor, wie privilegiert der deutsche Mittelstand gegenüber den ärmeren Schichten der Bevölkerung ist und dass er deshalb zu Unrecht über das ungebremste Anwachsen des Vermögensanteils des reichsten Promilles der Welt klage.

Wer über Ungerechtigkeiten auf der Welt klagt, fühlt nur Sozialneid, und den Klimawandel werden wir genauso souverän meistern wie die Eurokrise.

Wie viel angenehmer ist Selbstbetrug, als sich klar zu machen, dass man umsteuern muss auch dann, wenn die überwältigende Mehrheit nicht daran denkt, es zu tun.

Wir alle könnten es wissen.

Wolfgang Kessler schließt seinen Text (in der FR s.o.):
Wenn die Wirtschaft läuft, fällt das Umsteuern auf neue Ziele leichter als in der Krise. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Sonntag, 7. April 2013

Gibt es Wohlstand auch ohne Wachstum?

Ein Arbeitsblatt dazu (pdf) bietet ZEIT für die Schule an.

U.a. findet sich dort ein gekürzter Text von Uchatius aus der ZEIT, den ich hier zitiere:

Leon Müller wird aller Voraussicht nach in 25 Jahren nicht doppelt so viel konsumieren wie Jan Müller heute, aber er wird weiterhin einkaufen gehen, wird sich Computer, Fernseher, Videospiele anschaffen. Er wird nicht als Asket leben. Er wird es nur irgendwann nicht mehr
schaffen, sich all den Besitz anzueignen, der nötig wäre, um die Wachstumsraten oben zu halten.
 Passender ist daher ein anderes Wort, eines, das einem einfällt, wenn man diese Zahl sieht, mit der Jung von Matt die Körpergröße des Jan Müller beziffert: Er misst 1,81 Meter. Das ist interessant, weil der amerikanische Wirtschaftshistoriker John Komlos schon vor Jahren herausgefunden hat, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Körpergröße und Wohlstandsniveau. Wilhelm Müller, der typische 18-Jährige der Jahrhundertwende, war 1,67 Meter groß, fünfzig Jahre später lag die Durchschnittsgröße bei 1,74 Metern, Anfang der achtziger Jahre bei 1,79 Metern.
Dann aber, mit steigendem Wohlstand, verlangsamte sich das Wachstum, geriet ins Stocken, inzwischen, melden Anthropologen, nimmt die Körpergröße der Deutschen nicht mehr zu. Sie hat ihr Maximum erreicht. Jan Müller ist nicht größer als der typische Jugendliche der neunziger Jahre. In Amerika werden die Menschen sogar wieder kleiner.
Die Deutschen sind nicht satt. Sie sind ausgewachsen.
Wolfgang Uchatius, DIE ZEIT Nr. 10, 28. 2. 2013, http://www.zeit.de/2013/10/DOS-Konsum (gekürzt)