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Mittwoch, 15. Februar 2017

USA räumen Einsatz von Uranmunition in Syrien ein

Kampf gegen den IS: USA räumen Einsatz von Uranmunition in Syrien ein

"Die Flugzeuge der USA und ihre Verbündeten haben keine Uranmunition eingesetzt und werden während der Operation Inherent Resolve keine Uranmunition im Irak und in Syrien einsetzen." Das sicherte das Zentralkommando der Vereinigten Staaten (Centcom) im März 2015 zu. Diese Munition sei entwickelt worden, um Panzer auf dem konventionellen Schlachtfeld zu zerstören. "Der IS besitzt aber nicht viele Panzer", begründete das US-Militär seine Entscheidung.
Nun, knapp zwei Jahre später, hat das Pentagon eingeräumt, doch zweimal Uranmunition in Syrien eingesetzt zu haben. Bei zwei Luftangriffen gegen Öl-Lastwagen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien beschossen US-Kampfjets ihre Ziele mit panzerbrechender Munition, deren Projektile abgereichertes Uran enthielten. Bei den Luftschlägen am 16. und 22. November 2015 seien etwa 350 Fahrzeuge zerstört worden. Die Angriffe ereigneten sich im Osten Syriens, in der Nähe der syrisch-irakischen Grenzstadt Abu Kamal beziehungsweise in der Nähe der Großstadt Deir al-Sor.
Nach Angaben von Centcom-Sprecher Josh Jacques feuerten die Jets vom Typ A-10, Spitzname "Warzenschwein", aus ihren Maschinenkanonen insgesamt 5265 30-Millimeter-Patronen auf die IS-Fahrzeuge ab. Das entspricht einer Menge von rund 1,5 Tonnen Munition.
Uranmunition hat enorme Durchschlagskraft
Es ist der erste bestätigte Einsatz von Uranmunition durch das US-Militär seit der Irak-Invasion 2003. Damals verschossen Amerikaner und Briten Hunderte Tonnen dieser radioaktiven Munition. Die gesundheitlichen Spätfolgen sind bis heute nicht abschließend erforscht. Mediziner befürchten aber, dass die Uranpartikel eingeatmet werden können, sich in der Lunge auflösen und so in die Blutbahn und ins Gewebe gelangen. Auch über Wunden könne die Substanz in den Körper eindringen und Vergiftungen oder Krebs auslösen.

Samstag, 12. Dezember 2015

Muslime gegen Unterdrückung und Terror

"Alle Massenaufstände der letzten Jahre in der islamischen Welt waren Aufstände für Demokratie und Menschenrechte, nicht nur die versuchten, wenn auch meist gescheiterten Revolutionen in fast allen arabischen Ländern, ebenso die Protestbewegungen in der Türkei, in Iran, in Pakistan und nicht zuletzt der Aufstand an den Wahlurnen der letzten indonesischen Präsidentschaftswahl. Ebenso zeigen die Flüchtlingsströme an, wo sich viele Muslime ein besseres Leben erhoffen als in ihrer Heimat: jedenfalls nicht in religiösen Diktaturen. Auch die Berichte, die uns aus Mossul oder Rakka selbst erreichen, künden nicht von Begeisterung, sondern von Panik und Verzweiflung der Bevölkerung. Alle maßgeblichen theologischen Autoritäten der islamischen Welt haben den Anspruch des IS verworfen, für den Islam zu sprechen, und im Detail herausgearbeitet, inwiefern dessen Praxis und Ideologie dem Koran und den Grundlehren der islamischen Theologie widersprechen. Und vergessen wir nicht, dass es an vorderster Front Muslime selbst sind, die gegen den „Islamischen Staat“ kämpfen, Kurden, Schiiten, auch sunnitische Stämme und die Angehörigen der irakischen Armee."
(Kermani in seiner Friedenspreisrede 2015)

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Fluchtgründe syrischer Flüchtlinge

Mehrheit der Syrer flieht vor Assad
"Die meisten Syrer fliehen vor dem Assad-Regime – und nicht vor dem IS. Einer Umfrage zufolge möchte mehr als die Hälfte der Flüchtlinge nicht in Deutschland bleiben. [...]
Bei einer Umfrage haben 92 Prozent der Befragten angegeben, vor bewaffneten Auseinandersetzungen geflohen zu sein, erklärte Elias Perabo, der Umfragen-Initiator und Mitbegründer der Organisation "Adopt a Revolution". 
Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sei zwar ebenfalls ein Fluchtgrund, spiele aber eine deutlich geringere Rolle. Gut drei Viertel der Flüchtlinge gaben als Fluchtgrund die Befürchtung an, vom Assad-Regime festgenommen zu werden, nur 42 Prozent fürchteten in Syrien eine Entführung durch den IS."

Sonntag, 16. August 2015

Sind dafür westliche Kriegsschiffe an Flüchtlingen in Seenot vorbei zum Kampf in den libyschen Bürgerkrieg gefahren?

Der Horror erfasst Sirte ZEIT online, 16.8.15

"Gekreuzigte und Enthauptete säumen die Straßen in Gaddafis Geburtsstadt: Nach einem blutigen Aufstand ist das libysche Sirte nun fest in Händen der IS-Terroristen."

Freitag, 24. Juli 2015

Sicht aus den Arabischen Emiraten auf den Konflikt zwischen Türkei und IS

Al Arabiya - Vereinigte Arabische Emirate
Außenansicht: Konflikt mit IS gefährlich für Türkei und Nato 
Nach dem Selbstmordanschlag in Suruç fürchtet der Journalist Aiman Al-Hammad auf dem Nachrichtenportal des Fernsehsenders Al Arabiya aus Dubai, dass die Türkei eine gefährliche Politik gegenüber dem IS betreibt: "In jüngster Zeit ist die Türkei mit ihren Streitkräften überraschend scharf gegen Anhänger des IS vorgegangen. Es scheint, dass dieser Schritt wiederum die Terrororganisation zum Handeln veranlasst hat. Die Türkei befindet sich daher aktuell in einer gefährlichen Konfrontation mit einem Feind, der Zellen im Inneren der Türkei bilden kann und vom Chaos an der syrisch-türkischen Grenze profitiert. [...]
» zum ganzen Artikel (externer Link, arabisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen» Krisen / Kriege» Terrorismus» Türkei

Samstag, 28. März 2015

Michael Lüders "Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet" (Der Nahostkonflikt im Zusammenhang)

Michael Lüders "Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet" 2. Aufl. 2015

Michael Lüders "beschreibt die Fehler und Skandale westlicher Politik mit dem Ausgangs-Sündenfall der Ermordung des iranischen Premierministers Mohammed Mossadegh am 19. August 1953. Das wird die Flucht der bösen Tat werden, die nachfolgend weitere böse Taten produzierte und bis heute nicht beendet ist. Auch durch die totale Panzerung der westlichen Welt, die eines nicht versteht, obwohl sie von ihren christlichen Wurzeln her dazu prädestiniert wäre: Sie kann eigene Fehler nicht zugeben. Der Autor lässt kein Schlupfloch, wir im Westen halten uns immer für die Guten, sind es aber nicht. Denn wir führen weiter eine Kumpanei an mit dem Wahhabismus Saudi Arabiens, der im Grunde genauso schlimm ist wie Al Qaida und der IS. Wir folgen sklavenhaft und unerbittlicher der US-amerika-nischen Politik, obwohl eine eigenständige Politik Europas schon längst den arabischen Raum und Nordafrika hätte gewinnen und auch den Staat Palästina längst hätte begründen können." (Rupert Neudeck)
(zum Text der Rezension*)
*Neudeck stellt darin die provozierende Frage: "Betrachten wir ethische und völkerrechtliche Normen als universale oder müssen Palästinenser, Araber und Muslime hier und da Abstriche hinnehmen, auf Grund der von Deutschen eingerichtetes Todesfabrik Auschwitz?"

Auch wenn man sich mit der Geschichte des Nahen Ostens und des Islamismus schon auszukennen glaubt, kann man diesem Buch eine Fülle weiterer wichtiger Informationen entnehmen. So auch zu dem einen - zumindest vorläufig - erfolgreichen Ergebnis des Arabischen Frühlings, bei Tunesien (S.131-134).
Klarsichtig zeigt er auf, was der Westen durch seine Zerschlagung der diktatorischen Regime in Irak und Libyen für ein Chaos angerichtet hat, und weist er darauf hin, dass es den westlichen Staaten im Nahen Osten nicht primär um "freiheitliche und liberale Werte" geht, sondern um die Beibehaltung des Status quo ("In Wirklichkeit geht es selbstverständlich nicht um Werte, sondern um die Beibehaltung eines Status quo, der Washington und den Europäern nützlich erscheint." S.127) Er kann aber nicht glaubhaft vermitteln, weshalb in diesem Fall die Beseitigung des Status nicht zu solchen einem Chaos führen würde wie im Irak, in Libyen und in Syrien. Tunesien ist doch zu sehr ein Sonderfall. 
Wenn er am Beispiel Chinas darauf hinweist, dass es nicht unbedingt einer Reformation und Aufklärung bedarf, um Staaten zu wirtschaftlichen Erfolg zu führen (S.129), so muss er doch eingestehen, dass der Erfolg dort auch ohne Rechtsstaat erreicht worden ist, obwohl er doch den für notwendig hält. ("Dennoch sind nicht Reformation und Aufklärung  das entscheidende Kriterium für gesellschaftliche Entwicklung und Pluralität, sondern Rechtsstaatlichkeit." S.129)


Mittwoch, 12. November 2014

Ein Rückblick auf die Kriege in Afghanistan und dem Irak