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Donnerstag, 19. Februar 2026

Zweisprachigkeit - Polnisch

 "Polnisch war damals keine Sprache, die man lernt. Es war eine, die man verlernte."

ZEIT-Magazin Nr,8 19.2.26

Jürgen Meisel: "Jede Sprache hat eine emotional Dimension."


Bei mehr als 7000 Sprachen und nur 195 Sprachen gehören für die meisten Menschen mehrere Sprachen zum Alltag.


Samstag, 24. Februar 2024

Ukrainische Migrantinnen und Migranten in Polen

 "Polen hat sich in relativ kurzer Zeit zu einem neuen Einwanderungsland entwickelt, was sowohl auf die erfolgreiche wirtschaftliche Transformation des Landes als auch auf die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen seiner Nachbarländer zurückzuführen ist: Belarus und die Ukraine. Aktuellen Schätzungen der nationalen Statistikbehörde zufolge leben mehr als drei Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Polen – bei einer Gesamtbevölkerung von 37,6 Millionen Menschen. Das Einwanderungsprofil Polens ist jedoch etwas ungewöhnlich, da die überwältigende Mehrheit der ausländischen Bevölkerung aus einem einzigen Land kommt: der Ukraine." (bpb 16.2.24)

Freitag, 24. September 2021

"Polen - das heißt nirgendwo"

 Polen - das heißt nirgendwo von Artur Becker, FR 24.9.21

"Ein bekannter Lektor eines großen und traditionsreichen Verlags aus Deutschland schrieb mir neulich, er habe mein Romanmanuskript „Ein roter Ziegelstein für Izabela“ mit Vergnügen gelesen, der Deutsche interessiere sich aber nicht für Polen und seine Kindheits- und Jugendgeschichten, das Buch werde kein breites Lesepublikum finden. In seiner Ehrlichkeit ein wunderbar durchsichtiges Urteil – und ich musste staunen, habe ich doch schon viele Romane in den letzten 25 Jahren veröffentlicht, deren Handlung in Polen verankert ist, und solche wie „Wodka und Messer“ oder „Drang nach Osten“ sind ja außerdem nicht unbekannt. [...] vor allen Dingen musste ich, nachdem ich die Antwort des Lektors gelesen hatte, an Alfred Jarrys den Dadaismus und das Theater des Absurden und Grotesken vorwegnehmendes Stück „König Ubu“ denken, das 1896 in Paris uraufgeführt wurde. [...] Jarry soll einmal über sein groteskes Drama gesagt haben, es spiele in Polen, also nirgendwo ...International berühmt geworden ist „König Ubu“ erst nach seiner Publikation 1922, lange nach dem Tod des Exzentrikers und Poète maudit im Jahre 1907, dem die Pariser Literaturkritik konsequent aus dem Weg gegangen war. 

Es wurde aber in viele Sprachen übersetzt. Das literarische Multitalent Tadeusz Boy-Zelenski übersetzte „König Ubu“ 1936 ins Polnische, und der Spruch „Polen – das heißt nirgendwo“ wurde schnell zu einem kulturgeschichtlich-idiomatischen Ausdruck, der stark an jene „konzeptuellen Metaphern“ erinnert, die es vermögen, mehrere komplizierte geschichtliche, soziologische und kulturgeschichtliche – auch idiosynkratische – Phänomene bildhaft und in wenigen Worten als ein geschlossenes Ganzes, wie aus einem Guss, zusammenzufassen. [...]"

Samstag, 14. April 2018

Zur Rolle Polens im Kontext des Holocaust

Die Deutschen errichteten die Hauptvernichtungslager auf polnischem Boden.

Bei der Entdeckung von versteckten Juden spielten Einzelpersonen und Verbrecherbanden "nicht selten mit einer ethnisch gemischten – polnischen, deutschen und jüdischen – Struktur und Aufgabenverteilung" eine nicht unwichtige Rolle. (Wikipedia: Szmalcownik)

Wikipedia: Liste der Gerechten unter den Völkern Abschnitt Polen

"Żegota war der Codename für den Rat für die Unterstützung der Juden eine Untergrundorganisation im deutsch besetzten Polen, die zwischen 1942 und 1945 fungierte und unter der Schirmherrschaft der polnischen Exilregierung stand. Im besetzten Europa war sie die einzige Organisation ihrer Art. Mit ihrer Hilfe konnten Tausende von polnischen Juden gerettet werden. Meist wurden für die Juden, die sich auf der „arischen“ Seite verbargen, gefälschte Personaldokumente beschafft, sowie finanzielle Unterstützung und medizinische Betreuung organisiert.
Der Rat für die Unterstützung der Juden wurde im Dezember 1942 als Fortsetzung eines früheren Geheimkomitees gegründet, das Provisorisches Komitee für die Judenhilfe hieß und im September 1942 gegründet worden war.
Allein in Warschau wurden von Żegotas Kinderabteilung, aus dem deutschen Ghetto für Juden in Warschau, mehr als 2.500 jüdische Kinder geschmuggelt und bei polnischen Familien oder in Waisenhäusern, die von Klöstern oder Stadtverwaltungen geführt wurden, versteckt."
(Niconasbeznas bei gutefrage.net)    Dort auch mehr zum Thema

Dienstag, 27. Februar 2018

Polen will Flüchtlingskinder nicht mehr an Schulen unterrichten

Polen will Flüchtlingskinder nicht mehr an Schulen unterrichten, SPON 26.2.18

"Statt an Regelschulen sollen geflüchtete Kinder in Polen künftig in ihren Unterkünften lernen. Kritiker sind entsetzt. [...]
"Einige ausländische Schüler lernen selbst dann nicht, wenn sie eine Schule besuchen, weil sie Wissenslücken haben im Vergleich zu ihren polnischen Mitschülern. Dadurch haben sie Probleme, mit den Schulmaterialien mitzuhalten", heißt es in dem nun veröffentlichten Vorschlag. Das sei nicht nur demotivierend für die ausländischen Schüler, sondern auch für polnische Kinder.
Die Pläne stießen auf massive Kritik. Die Zeitung "Dziennik Gazeta Prawna" warnte vor "Bildungsghettos für Flüchtlinge". Kritiker warfen PiS vor, mit dem Vorschlag auf die kommenden Wahlen zu schielen.  [...]"

Montag, 11. September 2017

Schulreform: Mehr Platz für Polens Helden

Die nationalpopulistische Regierung in Warschau baut das Schulsystem nach ihrem Weltbild um. Vaterländische Kultur und patriotische Werte verdrängen im Lehrplan Toleranz und Vielfalt.
    Von Florian Hassel
    Elżbieta Pros hat als Lehrerin einige Wandlungen polnischer Schulen mitgemacht. Aber eine Reform wie die, die an Polens Schulen zum Schulbeginn am 4. September in Kraft trat, hat Pros in 26 Jahren als Lehrerin noch nicht erlebt. "Die Lehrer sind nicht vorbereitet. Die Eltern sind nicht vorbereitet. Die Kinder sind nicht vorbereitet. Die Lehrbücher sind nicht da. Es ist das reine Chaos", sagt Pros, eine 47 Jahre alte Polnischlehrerin im 65 000-Einwohner-Städtchen Chelm, 220 Kilometer südöstlich von Warschau.

    Pros und die rund 80 Lehrerkollegen und 500 Schüler an ihrer Schule erleben eine Reform, die die von der nationalpopulistischen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) geführte Regierung gegen den Willen betroffener Lehrer, Eltern und vieler Fachleute binnen eines Jahres erdacht und durchgeführt hat. Kern der Reform: 7684 Gymnasien - Polens von der 7. bis zur 9. Klasse führende Mittelschulen, an denen rund eine Million Kinder lernen - wurden aufgelöst oder mit bestehenden Grundschulen zusammengelegt. Künftig gehen Polens Kinder wieder wie zu kommunistischer Zeit acht Jahre in die Grundschule. Von dort sollen sie künftig direkt auf eine Oberstufenschule (Lyzeum) oder eine Berufsschule (Technikum) gehen, um das Abitur zu machen. Auch das Gymnasium von Lehrerin Pros ist nun eine Grundschule. (mehr: SZ 10.9.17)

    Dienstag, 16. Dezember 2014

    Die wandernde Ostgrenze der EU und die Ukraine

    Steffi Marungs Publikation Die wandernde Grenze - Die EU, Polen und der Wandel politischer Räume, 1990-2010 aus dem Jahr 2013 wirft Licht auf die Vorgänge in der Ukraine von 2014.
    In der Vorstellung des Buchs durch das Global and Europeans Studies Institute der Universität Leipzig heißt es: Marung "zeigt, dass die EU den Entwurf ihrer Grenze mit der Schaffung eines Ergänzungsraums verband. Dabei nimmt sie nicht nur die Politik der EU, sondern auch die polnische Ost- und Europapolitik sowie die transnationale Zusammenarbeit in der polnisch-ukrainischen Grenzregion in den Blick." 

    Welche Vorstellungen hat man in der EU darüber, wie die Grenze weiter wandern soll? Geht es dabei um eine Ausweitung von Einflusssphären? Wie weit soll die gegebenenfalls gehen?

    Samstag, 26. Juli 2014

    Weltläufig: keep calm ... et labora

    Südpolnische Benediktinermönche designen T-Shirts mit der Aufschrift
    Keep calm and ora et labora
    So verbinden sie zwei Weltsprachen und Slogans aus unterschiedlichen Epochen:

    Das britische "Keep Calm and Carry On" aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und das "ora et labora" der ersten Benediktinermönche.