Posts mit dem Label Gleichberechtigung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gleichberechtigung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 13. März 2025

Zur Gleichstellung von Mann und Frau in Deutschland

Im Deutschen Reich wurde 1880 per Ministererlass eingeführt, dass Lehrerinnen nicht heiraten durften. Bei einer Heirat mussten sie ihre Stellung aufgeben. In der Bundesrepublik Deutschland blieb der Lehrerinnenzölibat in einigen Bundesländern noch bis in die 1950er Jahre bestehen. In Baden-Württemberg wurde er erst 1956 abgeschafft.

Evangelische Pfarrer hatten in in den meisten deutschen Landeskirchen ihre Frau der Kirchenleitung vorzustellen, da die kirchliche Erwartung dahin ging, dass die Pfarrfrau sich erheblich in das Gemeindeleben einbrachte.  Etwa seit 2024 eine solche Vorstellung nicht mehr üblich. Die Regelungen unterschieden sich allerdings schon länger in den verschiedenen Landeskirchen, Propsteien und Kirchenkreisen. 

Bis 1958 hatte der Ehemann das Recht, den Arbeitsvertrag seiner Frau zu kündigen, denn es galt noch der Grundsatz der Hausfrauenehe.

Bis zum 1. Juli 1977 brauchte die Ehefrau rechtlich gesehen für ihre Berufstätigkeit noch die Zustimmung ihres Mannes. In der Praxis war das aber den meisten Eheleuten schon seit Jahren nicht bewusst. Arbeitgeber fragten im Prinzip auch nie nach dieser Zustimmung. 

Erstes Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts 1976

Freitag, 1. Januar 2021

Worüber man sich nichts vormachen sollte

 Was aber die meisten von uns nicht wahrhaben wollen:

Was wir Recycling nennen, um es attraktiv zu machen, ist fast immer Downcycling. 

Das heutige Überangebot an Gütern setzt zweierlei voraus: Ausbeutung der Natur und der Minderprivilegierten.

    Ausbeutung der Natur führt zu zu hohen CO2-Emissionen. 

    Einführung der Gleichstellung von Mann und Frau in der Arbeitswelt und von Inklusion         von Behinderten im Bildungsbereich erfordert mehr Arbeitskräfte, gegenwärtig noch                verdeckt durch die ehrenamtliche Arbeit  von Großeltern  (Arbeitsbereich) oder Eltern           (Bildungsbereich) (de facto meist nur Großmüttern und Müttern) oder zur einseitigen Benachteiligung der Schlechterverdienenden. Die alte Großfamilie gibt es nur noch im extremen Ausnahmefall.

Dabei ginge es anders: NACHHALTIGE Produktion, Umbau des Bildungsbereichs.  Aber beides wird verweigert, weil Überproduktion bequemer ist und mehr Gewinne bringt.

Dienstag, 17. Dezember 2019

Montag, 5. November 2018

Hans Kuhn. Das alte Island

Es gibt auf unserem Erdball kein anderes Land von ähnlicher Größe und Lage sowie auch Eignung für menschliches Leben, das bis in die geschichtliche Frühzeit menschenleer geblieben ist. So hat die Einzigartigkeit Islands schon begonnen, bevor es in die Geschichte eintrat.
Es sind jedoch vor den Skandinaviern trotzdem schon Menschen auf die Insel gekommen, wahrscheinlich sogar schon einzelne Römer. In Südostisland sind drei römische Münzen aus den letzten Jahrzehnten dritten nachchristlichen Jahrhunderts gefunden worden. Sie sind aus so schlechtem Metall, daß sie im freien Germanien nur ganz selten Einlaß gefunden haben, und sind daher höchstwahrscheinlich von Römern selbst ins Land gebracht, und zwar wohl mit einem Schiffe, das von den Britischen Inseln an die isländische Küste verschlagen wurde und dessen Besatzung sich an Land retten konnte [...] zu einer Ansiedlung, die sich halten konnte, ist es jedenfalls nicht gekommen.
Um 800 müssen dann irische Anachoreten nach Island gekommen sein.[...] Wahrscheinlich hielten sich diese Einsiedler nur in den Sommermonaten in Island auf. Die Zeit um 800 oder kurz davor, in der sie angefangen zu haben scheinen, die ferne Insel aufzusuchen, deutet darauf, das es ein Ausweichen vor den Wikingern gewesen ist, die gerade damals begannen, nach Schottland und Irland über zugreifen.
Es mag auffallend erscheinen, daß die Eskimos den viel kürzeren Weg von Grönland nach Island offenbar nie gefunden haben. Denn hätten sie es getan, dann würden Sie sich sicherlich auf ihm festgesetzt und es nicht wieder verlassen haben. Die Erklärung liegt in der oben berührten völligen Unwirtlichkeit der Island zugewandten Ostküste Grönlands.(S.18/19)


Männer und Frauen waren nicht gleichberechtigt; aber die Frauen hatten mehr Rechte, als man vielleicht vermuten könnte.
So konnten sie die Scheidung aussprechen (Kuhn: Island, S.91: Scheidung); andererseits wurde Ehebruch von Frauen schwer bestraft, während Männer nur mit verheirateten Frauen die Ehe brechen konnten. Nebenfrauen und Beischläferinnen waren nicht ungewöhnlich (ebda, S.91); es gibt aber zumindest ein Beispiel, wo eine Ehefrau darauf bestanden hat, dass die Nebenfrau den Hof des Ehepaars verließ (ebda, S.92).

Die öffentliche Rolle der Frauen ging nach der Einführung des Christentums zurück. Bis 1030, dem Ende der Sagazeit, waren "6 Frauen namentlich bekannt [...], welche gedichtet haben" (Kuhn: Island, S.93). Offenbar eine Auswirkung des Satzes "Das Weib schweige in der Gemeinde". Das Nebenfrauenwesen konnte die Kirche lange nicht beseitigen, vielmehr wurden in der Sturlungenzeit auch Liebschaften von Frauen geduldet. (S.93)
(Hans Kuhn. Das alte Island, 1971)

Zum Vergleich:
Wikipedia: Geschichte Islands, Die erste Besiedlung