Wie war das mit Adenauer, dem Prager Frühling, dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Reformpolitik Willy Brandts?
Die Aufgabe ist viel zu schwer für mich. Deshalb lege ich den Wert auf kurz und vereinfache unsäglich. Dadurch wird es falsch, aber vielleicht ein Anlass zum Nachdenken.
Adenauer: Keine Experimente! Festhalten am status quo einer kapitalistischen, gemäßigt sozialen Gesellschaft
Prager Frühling: Experimente. Mehr Demokratie wagen. Mut den Sozialismus zu mehr Freiheit hin zu verändern. (Das heißt Reformen von der anderen Seite aus: Demokratischer Sozialismus.)
Die SU brach zusammen, weil ihre Rüstung sie wirtschaftlich überforderte und westlicher Konsum und westliche Freiheiten attraktiv waren. Vor allem aber, weil Gorbatschow den Kalten Krieg mit der Weltkriegsgefahr überwinden wollte und weil das Politbüro der KPdSU ihn machen ließ.
Willy Brandts Strategie war "Zugeständnisse und Verhandlungen" Dagegen ist die vom Westen errichtete "Neue Weltordnung" gescheitert (vgl. http://fontanefan2.blogspot.de/2014/09/responsibility-to-protect-liebenswerte.html)
Brandts "Mehr Demokratie wagen" beendete den Streit der Generationen, wie er in der Studentenbewegung halb gewaltsam geführt wurde, indem er Reformen (Experimente!) von seiten des Staates einführte. Es konnte aber nicht verhindern, dass die Vorstellung, diese Fragen sollten nicht innerhalb der Institutionen, sondern durch Gewalt gelöst werden, von der Roten Armee Fraktion zum Exzess getrieben wurde.
Innenpolitisch ist er gescheitert, weil die Reformen Begehrlichkeiten weckten, die innerhalb des Systems nicht zu erfüllen waren, sondern die Wirtschaftskraft überforderten (Vergleiche die SU). - Noch heute ist nicht klar, ob ein sozialer Kapitalismus oder ein demokratischer Sozialismus möglich ist oder ob soziale Gerechtigkeit und Freiheit zu verbinden die Menschheit überfordert.
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Montag, 22. September 2014
Dienstag, 10. Dezember 2013
Brandt 100, Schmidt nur 95
Beide Politiker werden zu ihrem Geburtstag im Dezember gefeiert, Brandt zu seinem 100. Geburtstag am 18.12., Schmidt 5 Tage darauf zu seinem 95. am 23.12. - Vermutlich sind beide nicht in Feierlaune: Brandt nicht, weil es im Jenseits vermutlich Besseres zu tun gibt, als zu feiern. Schmidt nicht, weil im Regelfall bei einem Alter über 90 Jahre die Nachteile des Alterns die Vorzüge überwiegen.
Beide haben nach ihrer Kanzlerschaft eine beachtliche politische Karriere erlebt, etwas, was bisher keinem CDU-Kanzler gelungen ist. Brandt erlebte eine beachtliche Karriere als Vorsitzender der SPD und Präsident der Sozialistischen Internationale (nach knapp 45 Jahren Kanzlerschaft war er ca. 16 Jahre lang Präsident der SI (etwa so lange wie Kohl Kanzler). Helmut Schmidt wurde nach Herausgeber der ZEIT höchst produktiver Autor und politischer Ratgeber von fast ganz Deutschland.
Spiegel online schreibt über die Fernsehsendungen anlässlich dieser Geburtstage:
"Willy Brandt - Erinnerungen an ein Politikerleben", Dienstag, 10. Dezember, 20.15 Uhr, Arte + 17. Dezember, 22.45 Uhr, ARD
"Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing - Eine Männerfreundschaft", Dienstag, 10. Dezember, 21.50 Uhr, Arte
Sebastian Hammelehle stellt in seinem Artikel heraus, die SPD leide unter der Spannung des intensiven Verhältnisses zur Utopie und des gebrochenen Verhältnisses zur Macht.
Beide haben nach ihrer Kanzlerschaft eine beachtliche politische Karriere erlebt, etwas, was bisher keinem CDU-Kanzler gelungen ist. Brandt erlebte eine beachtliche Karriere als Vorsitzender der SPD und Präsident der Sozialistischen Internationale (nach knapp 45 Jahren Kanzlerschaft war er ca. 16 Jahre lang Präsident der SI (etwa so lange wie Kohl Kanzler). Helmut Schmidt wurde nach Herausgeber der ZEIT höchst produktiver Autor und politischer Ratgeber von fast ganz Deutschland.
Spiegel online schreibt über die Fernsehsendungen anlässlich dieser Geburtstage:
"Willy Brandt - Erinnerungen an ein Politikerleben", Dienstag, 10. Dezember, 20.15 Uhr, Arte + 17. Dezember, 22.45 Uhr, ARD
"Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing - Eine Männerfreundschaft", Dienstag, 10. Dezember, 21.50 Uhr, Arte
Sebastian Hammelehle stellt in seinem Artikel heraus, die SPD leide unter der Spannung des intensiven Verhältnisses zur Utopie und des gebrochenen Verhältnisses zur Macht.
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