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Montag, 12. Dezember 2022

Ansprache eines 12jährigen Mädchens in Rio de Janeiro 1992

  https://www.youtube.com/watch?v=oJJGuIZVfLM

Severn Suzuki, damals 12 Jahre alt

Weshalb war es möglich, dass die Worte des „Mädchen(s), das die Welt zum Schweigen brachte“ so rasch verhallten ?

Weshalb musste es 26 Jahre dauern, bis das Anliegen der Kinder wirklich weltweit wahrgenommen wurde?

Es gab ein Interesse von Mächtigen, dass diese Worte und Argumente nicht bekannt wurden.

Das Klima-Buch von Greta Thunberg, die über hundert Experten dafür gewonnen hat, die Situation zu erklären und Wege zur Verhinderung der Katastrophe aufzuzeigen, ist bisher noch kein Bestseller. Wer hat wohl ein Interesse daran, dass es keiner wird?

Wir dürfen nicht vergessen, dass schon vor 30 Jahren Kinder ausgesprochen haben, dass die (mächtigsten) Erwachsenen ohne Not ihre Zukunft zerstörten.

https://www.youtube.com/watch?v=FjuY0iabhV8

Vor 30 Jahren setzten viele ihre Hoffnung auf die junge Generation, zu der Severn Suzuki gehörte, die mit 9 Jahren ihre erste Kinderorganisation gründete und bis heute kämpft. 

"Im Alter von 9 Jahren gründete Cullis-Suzuki an der Lord-Tennyson-Grundschule in ihrer Geburtsstadt Vancouver den Umwelt-Club Environmental Children’s Organization (ECO). Die Mitglieder beschäftigten sich gemeinsam mit Ursachen und Lösungen für verschiedene Umweltprobleme.[9]

1992 sammelten die zwölfjährige Severn und die Mitglieder des Umwelt-Clubs ECO Spenden, um an der ersten Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro teilzunehmen. Zusammen mit Michelle Quigg, Vanessa Suttie und Morgan Geisler reiste Cullis-Suzuki schließlich zur Konferenz nach Rio de Janeiro und hielt vor den Delegierten der Vereinten Nationen eine eindringliche Rede über die Grenzen des Wachstums und der Ressourcenausbeutung des Planeten Erde aus der Sicht heutiger und zukünftiger Generationen. Mit dieser sechsminütigen Rede[5] wurde sie bekannt als „das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte“.[10][11]

1993 wurde Cullis-Suzukis erstes Buch mit dem Originaltitel Tell the World veröffentlicht, ein 32-seitiger Umweltratgeber für Familien." (Wikipedia)

sieh auch:

https://www.youtube.com/watch?v=oJJGuIZVfLM ab Minute 8:30

Mittwoch, 25. März 2020

Was braucht ein Kind?

"Sie brauchen andere, gleichaltrige Kinder, Spielplatz, frische Luft, ihren gewohnten Alltag, ihre Freunde, ihre anderen Bezugspersonen und mehr als 20m² kindgerechtes Spielparadies."
https://twitter.com/Fledermama/status/1242555703270793228
Diese Antwort wurde in zwischen mit über 90 Likes versehen.*

Wie viele Kinder haben das nie? (sozial benachteiligte, kranke ...)
Seit wann bestehen wir darauf, dass das auch Kindern geboten wird, bevor sie dreieinhalb Jahre alt geworden sind?
Wieso ist es eine große Ungerechtigkeit, wenn ihnen das 14 Tage außerhalb der Kita-Ferien entzogen wird?

Wenn die Kontakteinschränkungen nicht genügend Erfolg haben und wir auf diesen Ansprüchen bestehen, könnten Konflikte entstehen.
Notzeiten sind den meisten von uns zeit ihres Lebens so gut wie erspart geblieben.

Kontakteinschränkungen sind besser als ein allgemeines Ausgehverbot (sofern sich fast alle daran halten). Denn in der Tat: Bewegungsmöglichkeit in frischer Luft für das Kind und etwas anderes als die gleichen 4 Wände für die Betreuungsperson sind höchst wünschenswert und sollten nicht ohne Notwendigkeit entzogen werden. Wie viele Kinder haben Spielmöglichkeiten im Freien, die für sie reserviert werden können? Die wenigsten.

*An meiner Einschätzung, was Kinder hauptsächlich brauchen, halte ich freilich fest:
"Sie brauchen Zuwendung. Nur wenn sie die anderswo nicht bekommen, brauchen sie die Kita. - Dass du sie [die Kita] ihnen nicht ersetzen kannst, liegt an der Gesellschaft nicht an dir."







Samstag, 5. November 2016

Mutterliebe

"Urform der Mutterliebe gibt es nicht" FR 6.1.2014
"Die Entwicklungspsychologin Heidemarie Keller spricht über den Umgang mit Kindern in unterschiedlichen Gegenden der Erde." 
"Bei den Nso ist statt einer einzelnen Mutter die Gruppe, der Clan gemeinsam für die Kinder verantwortlich. Mütter müssen hier wie alle Stammesmitglieder, vor allem die Frauen, sehr hart arbeiten, auf dem Feld oder im Haushalt. Sie haben gar nicht die Zeit, sich ausführlich mit einem einzigen Kind zu beschäftigen, da ist der Körperkontakt im Tragetuch besonders wichtig, er ist ja ebenfalls eine Form von Aufmerksamkeit. Doch ein Baby ansehen und mit ihm Zwiesprache halten, das ist bei Nso-Müttern überhaupt nicht üblich. Im Gegenteil: Sie pusten ihren Babys sogar ins Gesicht, um ihnen den Blickkontakt abzugewöhnen."
"Was würde eine Nso-Frau zu den hiesigen Diskussionen zur Kinderbetreuung sagen, bei denen sich Mütter feindlich gegenüberstehen, weil die eine ihr Kind mit eineinhalb und die andere mit drei Jahren in die Kita gibt?
Sie fänden das sicherlich absurd. Und auch wir sollten uns öfter einmal klar machen, dass die Debatten, die wir so erbittert führen, nur in einem winzigen Teil der Welt in irgendeiner Weise relevant sind."
"Wenn Sie sich das klarmachen, verliert die Krippendiskussion einiges an Relevanz. Das ist reine Ideologie, auch wenn sie in der Form wissenschaftlicher Studien daherkommt. Wissenschaftler agieren ja nicht geistig im luftleeren Raum, sie halten ihr eigenes Umfeld für prototypisch. Jede Wissenschaft ist gleichzeitig auch Weltanschauung und beruht auf Konventionen."
"Ich empfinde es als großes Glück, dass Familien hierzulande aus verschiedenen Lebensmodellen wählen können. Vielleicht sollten wir uns das häufiger bewusst machen."

Freitag, 2. Oktober 2015

Smartphones in Kinderhand

Wie die Erziehung beim Smartphone-Konsum versagt 

"Die Auswirkungen von Smartphones sind vor allem bei Kindern verheerend. Eine Studie zeigt: Eltern sind oft machtlos. Mannheimer Forscher haben vier verschiedene Erziehungsstrategien ausgemacht. [...]
Fast die Hälfte gibt zu, durch das Handy abgelenkt zu werden, etwa von den Hausaufgaben (48 Prozent), oder unüberlegt persönliche Daten preiszugeben (43 Prozent).
Mehr als jeder vierte junge Befragte gab an, schon einmal Nachrichten von Fremden erhalten zu haben.
Jeder Vierte fühlt sich durch die permanente Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp gestresst (24 Prozent).
 Jeder Fünfte (21 Prozent) ist schon auf nicht jugendfreien Seiten gelandet, gibt schulische Probleme durch seine starke Handynutzung zu (20 Prozent) und hat via Smartphone schon Gewaltvideos mit entwürdigenden Darstellungen bekommen (19 Prozent).
Jeder Siebte (15 Prozent) bemängelt, dass die echten Kontakte zu Freunden zu kurz kommen.
Jeder Zehnte (11 Prozent) ist bereits Opfer digitalen Mobbings oder von Ausgrenzung aus WhatsApp-Gruppen geworden.
Am geringsten scheint bei den Acht- bis Vierzehnjährigen noch das Problem des sogenannten Sextings: Nur knapp jeder zwanzigste Befragte (4 Prozent) gab an, bereits intime Fotos verschickt zu haben. [...]
Die Forscher fanden vier verschiedene Typen von Eltern:
Ein Siebtel (15 Prozent) kapituliert vor den mobilen Multifunktionsapparaten und verzichtet auf erzieherische Vorgaben.
Im Gegensatz zu dieser "Laissez-faire"-Gruppe stehen die "ängstlich-konservativen Reglementierer". Sie schränken den Umgang mit dem Smartphone ein und ignorieren die Nachteile, die ihren Kindern dadurch entstehen.
 Die "freundschaftlichen Liberalen" setzen auf ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Kindern, können deren Handybegeisterung nachvollziehen und machen sich wenig Sorgen.
Die "kindzentrierten Aktiven" setzen sich mit dem Handykonsum ihrer Kinder stark auseinander, sprechen viel darüber und bemühen sich um nachvollziehbare Vorgaben für einen altersgerechten Umgang.
Technische Nutzungseinschränkungen sind den meisten Eltern unbekannt. Medienpädagogischen Rat aus dem Internet holen sich ebenfalls die wenigsten, fanden die Forscher heraus.

Samstag, 10. Januar 2015

kindliche Redefreiheit

"Kinder haben eine andere Perspektive als Erwachsene: Sie verstehen noch nicht die komplizierten Regeln, dass etwas vor manchen Personen okay ist und vor anderen nicht."
Schuhrke und Kollegen hatten vor mehreren Jahren in einer Studie 41 Familien befragt und dabei gesehen, dass Kinder zwischen vier und sieben Jahren ein Gefühl von Selbstscham entwickeln, etwa was die eigene Nacktheit oder Toilettengänge angeht.
"Nachdem sie diese Selbstscham entwickelt haben, kommt auch noch etwas dazu, das wir die Fähigkeit zur Fremdscham nennen, also sich stellvertretend für andere zu schämen, aber auch Rücksicht auf andere zu nehmen." Diese Fähigkeit beginne etwa im Vorschulalter. (Das Leiden der Eltern an ehrlichen Kinderworten, 9.1.15)
"Rücksicht auf andere zu nehmen", das darf man von Kindern erst fordern, wenn sie es können.

Da gibt es eine Parallele zur Satire (vgl. mein voriger Beitrag): Wenn es keine anderen Mittel gibt, sich gegen Unterdrückung zu wehren, darf Satire alles. Aber solange es andere Möglichkeiten gibt, gilt Verhältnismäßigkeit der Mittel.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Ein Brief aus dem Revolutionsjahr 1848

Neujahr 1848

Liebe Eltern
Wir haben wieder einen Punkt in unserem Leben erreicht, wo man pflegt, einen Augenblick stille zu stehen, um einmal um sich herzublicken. Dieser Punkt: ist der Neujahrstag. Blicke ich nun auf meine durchlebten Tage, so finde ich, daß Sie, theure Eltern, mir alles waren. Sie sorgten für die Erhaltung meines Leibes, Sie sorgten für die Veredelung meines Geistes; Sie suchten mir Freuden zu bereiten, wo Sie nur konnten; und was habe ich Ihnen dafür wieder geben können? Nichts, auch gar nichts. Darum fordert dies Alles mich zum wärmsten Danke auf. Ich blicke daher mit Hoffnung in die Zukunft und will besonders am ersten Tage dieses neuen Jahres den lieben Gott, bitten, daß er Sie, liebe Eltern, noch recht oft dieses Fest erleben und daß er mich gut und fromm werden lasse, damit ich Ihnen auch einst Freude machen und beweisen kann, daß ich würdig bin zu heißen

                                                                                                  Ihre dankbare Tochter ...

Die Verfasserin war damals neun Jahre alt.