Posts mit dem Label Klimagipfel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Klimagipfel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 7. September 2023

Die erste afrikanische Klimagipfelkonferenz deutet auf eine neue Rolle Afrikas hin

In Zeiten des Kalten Krieges war Afrika immer wieder Schauplatz von "Stellvertreterkriegen", bei denen die beiden Supermächte USA und Sowjetunion innerafrikanische Konflikte nutzten, um ihre Einflusssphären in Afrika auszudehnen beziehungsweise zu verteidigen. Die Folge war, dass Afrika nicht zur Ruhe kam und seine Chancen zur Entwicklung nicht nutzen konnte. So lautet eine beliebte Deutung der afrikanischen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. und zu Anfang des 21. Jahrhunderts.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion, der Aufstieg Chinas, die Corona-Pandemie und die allgemeine Erkenntnis, dass der menschengemachte Klimawandel verheerende Folgen für die gesamte Menschheit haben wird, wenn ihm nicht Einhalt geboten wird, eröffnen eine neue Sicht auf die Situation Afrikas.

Es gibt nicht mehr zwei Blöcke und die "Dritte Welt", deren Staaten nur die Wahl haben, sich einer Seite anzuschließen oder auf sich selbst zurückgeworfen die Folgen des Kolonialismus Stein für Stein beiseite zu räumen.

Der "Globale Süden" hat über die Kooperation der BRICS-Staaten (BrasilienRusslandIndienChina und Südafrika) eine Möglichkeit gefunden, manche gemeinsame Interessen deutlich vernehmbar zu vertreten, auch wenn angesichts der vielen Unterschiede zwischen diesen Staaten noch nicht viele Gemeinsamkeiten bestehen. Aber auch ganz Afrika selbst spielt eine neue Rolle. Kein anderer Kontinent hat so viel Potenzial für Solar- und Windenergie, so viele Rohstoffe, die für die Transformation zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft gebraucht werden. Und angesichts der Konkurrenz zwischen den USA und ihrem Juniorpartner Europa einerseits und China andererseits, das Partner für eine zukünftige Führungsrolle sucht, sind plötzlich alle afrikanischen Staaten als Bundesgenossen gefragt.

Wenn beim ersten afrikanischen Klimagipfel Kenias Präsident William Ruto sagte: "Diejenigen, die den ganzen Müll verursacht haben, wollen jetzt die Rechnung nicht bezahlen", kann er darauf verweisen, dass über 90 Prozent von Kenias Strombedarf mit erneuerbaren Energien abgedeckt wird. Hier ist Kenia Vorreiter. Weder USA noch China, weder Europäische Union noch Russland können auf Vergleichbares verweisen. Das gilt auch im Bezug auf Afrika allgemein. Es ist der Kontinent mit 60 Prozent der weltweiten erneuerbaren Energieanlagen, darunter Solar- und Windenergie, Geothermie und Wasserkraft.

"Kein Land soll je wählen müssen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Klimaschutz" so lautet ein Satz in der vorgesehenen Abschlusserklärung für die Konferenz in Nairobi.

"Genau darin liegt die Kernfrage für so viele afrikanische Staaten: Gibt es einen 'grünen Weg' aus der Armut? Ja sagt William Ruto und forderte auf dem Gipfel unter anderem eine globale CO2-Steuer." (sieh: Der grüne Weg aus der Armut, ZEIT 7.9.23, S.7)

Olúfẹ́mi O. Táíwò schreibt dazu: "Wir müssen Leitungen schaffen, die den bisher Entmachteten Vorteile zufließen lassen und diejenigen, die durch die Ungerechtigkeit von gestern bereichert und ermächtigt wurden, dazu bringen, ihren gerechten Anteil an den globalen Belastungen zu übernehmen, die aus den Reaktionen auf die Klimakrise und dem Schutz unseres Lebens auf diesem Planeten erwachsen. " (Greta Thunberg: Das Klima-Buch, S.451/452)

Mehr dazu:

Samstag, 14. Dezember 2019

Merkel warnte schon vor 10 Jahren vor "Panikmache beim Klimaschutz"

Merkel warnt vor Panikmache beim Klimaschutz (Spiegel online 13.12.2009)

"Die Naturwissenschaftlerin Angela Merkel hat keinen Zweifel an der These, dass der Mensch für den rapiden Anstieg der Temperaturen auf dem Planeten verantwortlich ist. Als Kanzlerin ist sie allerdings nicht nur für die konkreten Gegenmaßnahmen zuständig, sondern muss diese auch den Wählern erklären. [...]  
Gleichzeitig warnte sie vor einer übertriebenen Sorge, dass die Bekämpfung des Klimawandels bei den Bürgern vor allem zu Einschränkungen führen wird. "Wir werden in vielem lernen, bewusster zu leben", sagte die Kanzlerin weiter, aber Wohlstand sei nicht in erster Linie eine Frage der Verbrauchsmenge, sondern habe auch etwas mit Wohlbefinden zu tun. Wenn an den Beginn des notwendigen Wandels die Angst vor Verzicht gestellt werde, "dann blockieren wir uns unnötig und verspielen unsere Zukunft", erklärte Merkel. "Wir werden unser Leben so verändern, dass wir uns weiter wohlfühlen. Jeder kann es auch in Zukunft warm haben." (Spiegel online 13.12.2009)


Zu den damaligen Forderungen:

Der Text von Avaaz

Die Welt will ein echtes Abkommen
Internationale Erklärung:
Heute versammeln wir uns hier – zusammen mit anderen Gruppen weltweit – um zusammenzustehen und unseren Planeten zu retten.
Die fragile Balance der Erde, die uns immer erhalten hat, verändert sich. Wir verändern sie.
Wir verursachen eine Erwärmung, die zu weiterer Erwärmung führt. Die Polkappen schmelzen, die Regenwälder sterben, und diese Spirale kann sich so schnell weiterdrehen, dass sie in nur fünf Jahren außer Kontrolle gerät.
Der Klimawandel scheint weit weg – doch er steht unmittelbar bevor. Viele von uns haben bislang geschlummert. Doch für andere ist der Klimawandel bereits greifbare Verwüstung.
Es ist das schwindende Leuchten in den Augen eines Kindes, wenn vorrückende Wüsten Ackerland zu Staub verwandeln und eine Familie verhungert.
Es ist ein Heim, eine Existenzgrundlage, es sind die Erinnerungen eines ganzen Lebens, weggespült von stetig steigenden Fluten und verheerenden Stürmen.
Es ist der tödliche Kampf von benachbarten Stämmen, das verzweifelte Ringen um die letzten noch existierenden Wasserlöcher.
Es ist eine ganze stolze Inselnation, die flieht, weil ihr Wasser vom Meer vergiftet ist, weil ihr Land in den Wellen versinkt.
Und es sind die Spannungen, wenn Tausende von Flüchtlingen von ihrem zerstörten Land in die Städte der ärmsten Länder drängen.
Doch das ist nur der bittere Vorgeschmack eines sich zusammenbrauenden Sturms. Das ist die Zukunft, die uns alle bedroht – niemand entrinnt dieser Verwüstung, weder Arm noch Reich, weder Nord noch Süd.
Aber wir können uns noch retten, wenn die Energien ändern, die unsere Gesellschaften am Laufen halten. Wir können aufhören, Öl, Kohle und Holz zu verbrennen. Wir können stattdessen die Energie der Sonne, des Windes und des Wassers nutzen. Aber wir müssen es alle zusammen tun. Und wir müssen es jetzt tun.
Die Entscheidungen, die wir heute treffen, entscheiden die Zukunft der Menschheit.
Daher haben wir uns heute versammelt, zu 2.000 Events in 130 Ländern, überall auf der Welt: Um die Welt mit einem Ruf zum Handeln zu erhellen, als Signal der Hoffnung.
Wir rufen unsere Politiker dringend zum Handeln auf fordern ein echtes Abkommen.
Ein echtes Abkommen muss ambitioniert sein. Wir fordern eine Vereinbarung, die das Anwachsen des gefährlichen Kohlenstoffausstoßes innerhalb von fünf Jahren stoppt und ihn stattdessen schnell auf einen sicheren Grad von 350 Teilen pro Million in der Atmosphäre reduziert.
Ein echtes Abkommen muss fair sein. Wir fordern eine Vereinbarung, die $200 Milliarden pro Jahr garantiert, um den armen Ländern zu helfen, die Krise zu bekämpfen, die sie nicht selbst verursacht haben.
Ein echtes Abkommen muss verbindlich sein. Wir werden keine leeren Versprechungen zulassen. Wir fordern eine Vereinbarung, die den Schutz unseres Planeten in allen Ländern zum Gesetz macht.
Dies ist das wichtigste Abkommen unserer Zeit. Jedes Land muss Teil der Lösung werden. Weniger werden wir nicht akzeptieren.
Heute versammeln wir uns als Bürger der Welt mit einer gemeinsamen Absicht – und einem gemeinsamen Schicksal. Dies ist eine Chance, unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt zu hinterlassen, auf die wir stolz sein können.
Die Stunde vor der Dämmerung ist die dunkelste. Unsere Bewegung ist wach, der Moment gehört uns, die Zukunft liegt in unseren Händen und die Botschaft ist eindeutig:
Die Welt will ein echtes Abkommen!

Vor 10 Jahren wurde völlig unzureichend reagiert. Dementsprechend schwieriger ist die Lage heute. Daher kommt das bescheidene Klimapaket, das die Bundesregierung jetzt vorgelegt hat, jetzt zu spät und ist wieder unzureichend. 
Wieder warnt Merkel vor der "Angst vor Verzicht", ist aber nicht bereit oder nicht imstande für einen Ausgleich für die Benachteiligten zu sorgen.
Ob die Sorge vor einem Ende der Koalition daran etwas ändert?

Montag, 9. September 2019

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Was kann Macrons Klimagipfel erreichen?

Mit dem One Planet Summit hat sich Frankreichs Präsident Macron für mehr Klima-Engagement stark gemacht. Um die vor zwei Jahren in Parisbeschlossenen Klimaziele zu erreichen, seien zusätzliche Anstrengungen nötig, appellierte Macron an die anwesenden Staatschefs, privaten und institutionellen Investoren. Europas Presse ist seinem Vorhaben gegenüber so kritisch wie angetan.
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (CH)

Mehr als mediales Tamtam?

Viele, die die Macht hätten, etwas zu verändern, sind dem Gipfel ferngeblieben, bemängelt die Neue Zürcher Zeitung:
„Es muss sich ... erst noch weisen, ob der von Macron mit viel medialem Tamtam organisierte One-Planet-Gipfel mehr konkrete Resultate zeitigen wird oder ob er bloss ein Anlass der bereits altbekannten Willigen war. Dass sich neben dem nicht eingeladenen Präsidenten Trump auch die Staats- und Regierungschefs grosser Länder wie Deutschlands, Chinas oder Indiens nicht nach Paris bemühten, weckt Zweifel. Das umso mehr, als etwa zur Durchsetzung wirkungsvoll hoher Preise im CO2-Emissionshandel zwischenstaatliche Regelungen erforderlich wären.“
Nikos Tzermias
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
LA LIBRE BELGIQUE (BE)

Viel Show, aber auch viel Inhalt

Der Gipfel war vor allem eine PR-Veranstaltung, allerdings eine sehr nützliche, betont La Libre Belgique:
„Er wurde zum 'Place to be' für Firmen und Staatschefs, die Wert darauf legen, ihr Klima-Engagement zu betonen. Zwar waren ihre Versprechen von ganz unterschiedlicher Tragweite. Eines hatten sie jedoch gemeinsam: Mit finanziellen Mitteln soll dem Klimawandel der Kampf angesagt werden. … Nicht zuletzt war der Gipfel auch eine Botschaft Macrons an Donald Trump. Dieses Treffen der Motiviertesten sollte zeigen, wie isoliert der US-Präsident in Sachen Klimaschutz ist. Ja, ja und nochmals ja: Der Gipfel war eine PR-Maßnahme. Aber eine notwendige.“
Sophie Devillers
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
LA REPUBBLICA (IT)

Macron weiß, wo Geld und Einfluss sitzen

Macron hat begriffen, dass im Kampf gegen den Klimawandel private Geldgeber wichtiger sind als unwillige Staatschefs, lobt La Repubblica:
„Zwar glänzte der US-Präsident durch Abwesenheit, dennoch fehlte Amerika nicht auf dem Gipfel. ... Stars wie Leonardo Di Caprio und Sean Penn kamen, vor allem aber Geldgeber wie Bill und Melinda Gates. Sie versprachen 315 Millionen Dollar um afrikanischen Bauern zu helfen. Die Gates sind die besten Repräsentanten in Macrons 'Koalition der Philanthropen'. Der 'One Planet Summit' war nämlich vor allem eine Spendensammelaktion auf höchstem Niveau, um im Kampf gegen den Klimawandel Konkretes zu leisten. Das war das erklärte Ziel des jungen Präsidenten, der die Finanzwelt gut kennt. Macron ist es gelungen, Gelder locker zu machen, mit denen nun versucht werden kann, einige Versprechen von vor zwei Jahreneinzulösen.“
Anais Ginori
Teilen auf
zur Homepage
 
DIE WELT (DE)

Das Ergebnis zählt

Obwohl Macron alles andere als ein Umweltschützer der ersten Stunde ist, findet Die Welt es unfair, seine Ernsthaftigkeit in Zweifel zu stellen:
„Oft sind die spät Bekehrten die eifrigsten Prediger. Sicher ist, dass der junge französische Präsident in eine Machtlücke gesprungen ist, die niemand anderer besetzen will und kann… Macron setzt Themen, will Interpretationshoheit und den Spielmeister geben. Anders als die Neuerfindung der EU ist der Kampf gegen den Klimawandel ein Thema, das weltweit trägt. Die grüne Revolution der Finanzwirtschaft auszurufen, damit die Energiewende kein leeres Versprechen bleibt, das ist typisch Macron: Er will Dinge in Bewegung bringen. Und solange das Ergebnis stimmt, sind Motivation und Beweggründe zweitrangig.“
Martina Meister
Teilen auf
Zum Originalartikel

Mittwoch, 10. September 2014

Klimademonstration am 21.9. in Darmstadt

21.9.14 14:30

Luisenplatz, 64283 Darmstadt, Deutschland
Darmstadt, HESSEN
Aufruf der Demonstrationsleitung
Am Sonntag, den 21. September, nur wenige Tage vor einem entscheidenden UN-Klimagipfel, nehmen Avaaz-Mitglieder auf der ganzen Welt an einem Klima-Aktionstag teil. Die Politiker denken, dass sich nicht genügend Menschen wirklich um das Klima sorgen. Darum stellen sie sich immer noch nicht der Herausforderung, unseren Planeten zu retten. Doch am 21. September haben wir eine beispiellose Gelegenheit, ihnen zu zeigen, dass sie sich getäuscht haben - und zwar mit der größten Klima-Mobilisierung aller Zeiten. Unter dem Motto: "Heiden trommeln für das Weltklima" treffen wir uns am 21.8 um 14:30 Uhr auf dem Luisenplatz in Darmstadt. Wir fangen auf dem Luisenplatz an, laufen zum Ludwigsplatz und von dort auf den Marktplatz. Diese Plätze haben alle guten Zulauf, weil dort diverse Cafés sind. Anberaumt haben wir ca. eine ½ Stunde pro Platz. Die Aktion ist mit dem Darmstädter Ordnungsamt abgesprochen, sodass wir bis spätestens 18 Uhr wieder abgerückt sein müssen. Bringt also Eure Trommeln, Rasseln und gute Laune mit! - oder kommt einfach so dazu.