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Dienstag, 19. August 2025

Rettet die Vielfalt

 

Rettet die Vielfalt Ein Plädoyer für mehr Eigensinn und Gemeinsinn zugleich. Makroskop 13.8.25

"[...] Die Touristen dürfen eine mittelalterlich eingerichtete Wohnung begutachten und werden in einem Museum über dies und das aufgeklärt. Das Museum lässt uns wissen, dass es damals eine „Vielfalt der städtischen Gesellschaft“ gab. Die „diversity in civic society“ zeige sich in einer Einwohnerschaft, die „Bettler, Tagelöhner, Bedienstete und Handwerker ebenso wie Kaufleute, Handelsherren, Gelehrte, Kirchenleute und Patrizier“ umfasse. Die Ständegesellschaft wird dem modernen Zeitgenossen als „diversity“ verkauft. Die soziale Immobilität und Ungleichheit des Mittelalters verschwinden in historisch nicht informierten Marketingphrasen [...] 

Hier eine Kritik, die dezidiert nicht aus der rechten Ecke kommt. Meine These ist, dass die Gender-, Vielfalts- oder Identitätstheoretiker mit ihrem angeblichen Kampf für diversity die Voraussetzungen menschlicher Individualität zerstören. [...]

Die Sprachphilosophie der Identitätstheoretiker ist von Michel Foucault (damit letztlich von Nietzsche) geprägt. Sprache ist für diese Theorie immer und nur Macht. Wenn einem Jungen gesagt wird, dass er ein Junge ist, dann ist das eine Form der Machtausübung. Er wird in ein soziokulturelles Konzept gezwängt, ohne dass ihm die Möglichkeit gegeben wird, selbst zu bestimmen, wer er ist und sein möchte.

Richtig ist, dass Spracherwerb immer mit der Aneignung kulturellen Wissens verbunden ist, das die Welt durch eine bestimmte Brille betrachtet. Aspekte der Welt werden in der Sprachaneignung akzentuiert und differenziert, andere hingegen ausgeblendet und nicht wahrgenommen. Andere Möglichkeiten der Weltsicht gehen verloren. Hinzukommt, dass Spracherwerb ganz wesentlich mit Geboten und Verboten, mit Ansagen, was erlaubt ist und was nicht, was richtig und was falsch ist, verbunden ist. Kindlicher Spracherwerb und kindlicher Erwerb der sozialen Normen und Werte einer Gesellschaft sind dasselbe. Insofern ist Sprache ein Machtinstrument.

Spinnt man diesen Gedanken der Identitätstheorie zu Ende und will man eine machtfreie Erziehung, müsste man dafür plädieren, dass jedes Kind seine eigene Sprache entwickeln oder eine vorgefundene Sprache auf seine besondere Weise aneignen muss, um seine besondere Identität zu finden. Aller Einfluss von außen stellt eine Verstümmelung des sich selbst schaffenden Subjekts dar. So weit geht hoffentlich niemand. 

Denn Sprache kann man nicht alleine lernen, es bedarf immer Dritter, die die regelkonforme Verwendung eines Ausdrucks bestätigen. Ohne das ist im Hirn nur Durcheinander.

Gegenüber dem identitätstheoretischen eindimensionalen Sprachverständnis muss man die Ambivalenz von Sprache betonen: (Kindlicher) Spracherwerb bedeutet nicht nur Machtausübung Dritter, Sprache ist auch die Voraussetzung dafür, dass Vernunft in die Welt und in den kindlichen Kopf kommt. Sprache ist Voraussetzung dafür, dass ich Freiheit erlange. [...] Jede Tradition, die nicht in Frage gestellt werden muss, macht das Leben leichter, aber sie muss immer in Frage gestellt werden, wenn sie der Wahrheit im Wege steht. [...]

Die Mehrheitsmeinung in der Gesellschaft hält an der Zweigeschlechtlichkeit fest. Das wird sich so schnell nicht ändern. Es gehört zur „diversity“ einer Gesellschaft, dass es in ihr Gruppen gibt, die das queere Weltbild ablehnen. Nicht jeder, der daran Zweifel hat, dass es viele Geschlechter „gibt“ (was immer das genau heißt), ist ein demokratieloser Rechter. [...]"

Sonntag, 8. Dezember 2024

Mittwoch, 20. November 2024

Einfache Sprache und das WikiProjekt: KI und Wikipedia

Alle-profitieren-davon-wenn-Texte-leichter-sind, FR 25.11.24

Gegenwärtige Diskussion: Wikipedia Diskussion:WikiProjekt KI und Wikipedia 


In der Wikipedia ist eine Spezialistin Benutzer:BineMan ur Navigation springen

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Dr. Sabine Manning

Herausgeberin von:

Aktiv in der Sprachforschung. Engagiert für KI und Einfache Sprache. Begeistert für Teamarbeit. Mein Motto: Sags EINFACH! [http://sagseinfach.org/]

Mitglied des DIN-Arbeitskreises Einfache Sprache

Mitglied von Wikimedia

Mitwirkung bei Wikipedia Diskussion:WikiProjekt KI und Wikipedia

Mitwirkung beim Wikipedia-Artikel Einfache Sprache



Freitag, 5. Januar 2024

Ostfriesisch und Saterfriesisch

 Wenn man in einem Land, in dem viel Sprachforschung betrieben wird, eine Sprache spricht, die mit der Nationalsprache verwandt ist, aber nur wenige Sprecher hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man sich für Sprachen interessiert. Und auch die, dass die eigene Sprache Aufmerksamkeit in der Wikipedia findet.

So gibt es in 61 Sprachsektionen der Wikipedia einen Artikel über das Ostfriesische und für das Saterfriesisch, das nur 1500 bis 2000 Personen sprechen, gibt es sogar eine eigene Wikipedia. 

Dienstag, 26. September 2023

Duolingo

 Das Internetsprachlernpogramm, das ich am meisten nutze, ist duolingo.

Am 11. Oktober 2023 gibt es viele Informationen über dies Lernprogramm.

https://www.duolingo.com/duocon

Donnerstag, 9. März 2023

Zum Sprachgebrauch in politischen Diskussionen

  "Im Berliner Rundfunk läuft „Imagine“, und ich versuche etwas zu denken, in der Art von: verfickte Peacenik-Rotzekacke. John Lennon war auch so ein Sackgesicht. Kein Wunder, dass das FBI hinter ihm her war. Leider kriegten sie ihn nie am Arsch.


Große Beleidigungen

Am Ende waren beide chancenlos, gegen Die Zeit. Der Stimme des Bildungsbürgertums gelang es, eine Solidaritätserklärung an die Ukraine mit „Ich wünsche mir einen totalen Sieg“ zu überschreiben. Auf den Tag genau 80 Jahre nach Goebbels’ Sportpalastrede. Beim Schlag zählt nicht nur die Wucht. Aufs Timing kommt es an.

Als Medienmensch kannst du dich nicht verbal wegducken. Wort ist Waffe, du kämpfst bei den Guten, gegen Wagenknecht und Schwarzer. Denn die „scheißen auf ukrainische Gräber“ beziehungsweise „sind Putinfotzen“. Ersteres hat Sarah Bosetti recherchiert, eine öffentlich-rechtliche Humorstilistin, die zuletzt Impfskeptiker mit problemlos aus dem Volkskörper zu entfernenden Blinddärmen assoziierte.

Den Rest twitterte der österreichische Blogger Christian Kreil. Er schreibt für den Wiener Standard, ein diskriminierungssensibles Blatt. Weil jene Vokabel in meinen Texten nicht vorkommt, musste ich nachsehen, ob sie nicht doch mit V geschrieben wird. Nein, der Herr liegt, orthografisch, richtig. Zudem ist er gendergerecht genug, feindliche Männer als „Putinschwanzlutscher“ zu bezeichnen.


Metaphern fügen sich nicht in ihr Schicksal

Als progressiv versteht sich auch das „Browserballett“. Die ZDF-Online-Satiresendung schnitt Wagenknecht’sche Redefetzen zusammen, hierzu: „Alice Schwarzer und ich fangen jetzt auch an, uns die Schamhaare zu rasieren, um Putin ein Verhandlungsangebot zu unterbreiten.“ Ich bin stolz, mit meiner Demokratieabgabe diesen tiefenpsychologisch interessanten Ausflug ins Diskussionsparterre unterstützt zu haben.

Der Unterhaltungskünstler Bastian Bielendorfer ergänzte, Frau Wagenknecht sei „einfach nur die leere Hülle eines seelisch und menschlich komplett verdorbenen Zellhaufens“. Nun ist die Hülle eines Zellhaufens aber gar nicht leer. Da ist ja der Zellhaufen drin. Ein häufiges Problem bei der Injuriensuche: Metaphern fügen sich nicht in ihr Schicksal. Das passiert sogar, wenn man vorher bei Julius Streicher nachgeschlagen hat.

Oldschool-Wertarbeit liefert Ex-FAZ-Herausgeber Hugo Müller-Vogg. Ihre „Machtbesessenheit, gepaart mit Intelligenz und Skrupellosigkeit“, mache Wagenknecht zur „gefährlichsten Frau Deutschlands“. Diesen Ehrentitel trug einst RAF-Mitarbeiterin Brigitte Mohnhaupt. [...]"



Berliner Zeitung 08.03.2023

Mittwoch, 17. August 2022

Die Leiden der Wikipedia

 Die Wikipedia ist zweifellos weiblich, auch wenn hinter diesem grammatischen Geschlecht viele - relativ junge Wikipedianer - zugange sind und die vielen klugen Wikipedianerinnen weiterhin in der Minderzahl sind.

Leiden tun Benutzer*innen unter der Diskussion zum Artikel Geschlechtergerechte Sprache, 

Jedenfalls, so weit sie versuchen, den Artikel und die Diskussion überschaubar und nachvollziehbar zu halten. 

Es kostet viel Arbeit, den Standard der Wikipedia zu erhalten und sie gleichzeitig immer wieder benutzbar zu machen. 

Meinen Respekt und mein Mitleid an alle Beteiligten. 

Freitag, 16. April 2021

Dialekte bei Tieren

Tierisches Geschwätz Von Urs Willmann ZEIT 18.2.21

Nicht allein der Mensch redet Dialekt. Auch Ziegen, Nacktmulle und sogar Bakterien passen sich sprachlich ihrer Umgebung an. 

"[...] Für die Mainzer Mikrobiologen Nazzareno Dominelli und Ralf Heermann, Autoren eines Fachartikels in Biologie in unserer Zeit, handelt es sich bei diesen Kommunikationsformen um nichts anderes als "unterschiedliche Sprachen und Dialekte". Den Einzellern gelinge sogar, was kaum ein Homo sapiens schafft: Sie kommunizieren "mit mehreren Dialekten parallel".

Da bakterielle Infektionen fast immer von der geglückten Kommunikation mit dem Wirt abhängen, haben die beiden Forscher einen kühnen Plan: Wer den Small Talk eines gefährlichen Bazillus versteht, besitzt vielleicht den Schlüssel, die Kommunikation kräftig zu stören. Sprich: die Infektion zu verhindern. Fundierte Sprachkenntnisse könnten so in Zukunft die Menschheit vor Seuchen retten. Zumindest dann, wenn sie von Bakterien übertragen werden – und wir ihren Dialekt verstehen."

Donnerstag, 9. April 2020

Natascha Strobl: Die Rechten und die Sprache

https://www.fr.de/politik/extremismus-forscherin-analysiert-sprache-rechtsextremen-13553622.html online aktualisiert: 27.02.20 20:15

Strobl erläutert zwei Narrative der Rechten:
1. 2015 als Stunde null: "Urkatastropne"
2. die "Rationalisierung" - der"Große Austausch"

und 5 Strategien:
1. Entmenschlichung durch Naturkatastrophen
2. Neologismen (z.B. Teddybärenwerfer und Willkommensklatscher zur Abwertung von Empathie u Solidarität)
3. Mimikry (Nachahmung eines bestehenden Diskurses unter Entfernung des Sinnes)
4. Umkehr ("Linksfaschismus")
5. falsches Bedauern ("Wir können nicht alle nehmen.")
"Es suggeriert, die eigene harte Position sei vielleicht nicht schön, aber alternativlos. Mit dieser vermeintlich bedauernden Position beendet man aber gleichzeitig den Sachdiskurs, denn alle Gegenpositionen werden in den Bereich der Fantasie verbannt. Das mag ja nett klingen, was Linke oder die Kirche sagen, aber ist leider unrealistisch. Die Macht darüber zu bestimmen, was realistisch ist und was nicht, schreiben sich Rechte in diesem Fall alleine selbst zu."

FR Druckausgabe 22./23.2.2020

Samstag, 3. August 2019

Zum Verhältnis der arabischen Sprachen untereinander

Auf gutefrage.net finden sich dazu zwei sich leicht widersprechende, aber sich auch ergänzende Antworten:

Hocharabisch "ist die Schriftsprache, die Sprachwurzel. Alles Geschriebene ist in Hocharabisch, auch Zeitungen.
Dann gibt es das Gesprochene. Es unterscheidet sich drastisch. Ein Arabisch-Prof meinte mal, es wäre so verschieden wie Latein zu deutsch, englisch, französisch. In den Ländern werden diese Sprachen gesprochen.
Natürlich können viele Araber nur die gesprochene Sprache. Was zu dem Ergebnis führt, dass sie teilweise ihre eigenen Zeitungen nicht lesen können.
Tunesier und Marokkaner sprechen daher verschiedene Sprachen.
Allerdings besteht eine Tendenz, dass "alle" den Dialekt aus Ägypten können / lernen (wie wir englisch). Er heisst "Kairinisch"." (Antwort von Mauritan auf diese Frage: https://www.gutefrage.net/frage/welche-unterschiede-gibt-es-zwischen-den-verschiedenen-arabischen-sprachen-in-afrika? )

"Manche Dialekte sind sich so unterschiedlich, dass sie sich nicht gut verständigen können. Aber z. B. versteht der Marokkaner den Ägypter besser als andersherum. Und marokkanisch und saudi-arabisch sind auch sehr unterschiedlich. Es kommt oft auf die jeweilige Gegend an, also untereinander können sich z. B. Syrer, Ägypter, Libanesen und Palestinenser sehr gut verständigen." (Antwort von Somayyah1 auf diese Frage: https://www.gutefrage.net/frage/welche-arten-von-arabischen-sprachen-gibt-es )

In der Praxis bedeutet das:  Ob man von Sprachen oder Dialekten sprechen will, macht in der Sache keinen großen Unterschied. Wer Hocharabisch beherrscht und sprachbegabt ist, wird sich in die verschiedenen arabischen Sprachen/Dialekte relativ gut einhören und sich irgendwie verständigen können. Aber wer weniger sprachbegabt ist, steht als Sprecher des Hocharabischen (genauso wie ein Sprecher des Hochdeutschen auf dem Land in Bayern oder Schleswig-Holstein) vor unüberwindlichen Hindernissen, sobald er auf Menschen trifft, die nicht ebenfalls Hocharabisch können. 
Dialektsprecher diesseits und jenseits der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland verstehen sich gut. Wer aber nur Hochdeutsch kann, wird beide nicht verstehen, wenn sie miteinander sprechen, sie aber werden ihn relativ gut verstehen, weil sie daran gewöhnt sind,  dass andere nur Hochsprache können. 

Wer viele europäische Sprachen beherrscht, kann es sich leisten, von den "indogermanischen Dialekten" zu sprechen. Wer nur eine Hochsprache kann und außerdem noch schwerhörig ist, kommt mit "Dialekten" nicht zurecht, egal, ob sie indogermanisch, germanisch, romanisch, slawisch oder deutsch sind. 
Aber wer die kroatische Hochsprache nicht sehr gut beherrscht, wird nicht unterscheiden können, ob jemand auf Serbisch oder auf Kroatisch zu ihm spricht.

Freitag, 12. Juli 2019

Über das Alter von Sprachen

Auf gutefrage.net wurde die Frage gestellt:

Welche Sprache ist älter, Italienisch oder Englisch?

Unter dem Link zur Frage sind auch die Antworten zu finden. Ich zitiere aus der Antwort von Ruenbezahl:
"Sprachen haben kein Geburtsdatum, sondern entwickeln sich nach und nach, wobei ein einheitlicher Staat hilfreich ist, um aus verschiedenen Dialekten eine Sprache zu formen. Italien gibt es erst seit 1861, und im ersten italienischen Parlament wurde Französisch gesprochen, weil die Verständigung in den verschiedenen italienischen Dialekten zu schwierig war. [...] Englisch ist eindeutig wesentlich älter als Italienisch, auch weil das englische Königreich sehr viel älter ist."
Freilich stellt sich die Frage, welches Italienisch und welches Englisch?
Dante hat die Göttliche Komödie in der Volkssprache geschrieben. Also hat es spätestens 1307 ein Italienisch gegeben, das ermöglichte, damit Werke zu schaffen, die zu den besten der Weltliteratur gehören. Chaucer hat (von ungefähr 1387 an) in "einer Zeit, in der die englische Dichtung noch vorwiegend auf Latein, Französisch oder Anglonormannisch geschrieben wurde, [...] die Volkssprache [gebraucht] und erhob dadurch das Mittelenglische zur Literatursprache" (Wikipedia)
Insofern wäre das Italienische als Literatursprache älter als das Englische. Freilich, das Epos Beowulf stellt laut Wikipedia: "das bedeutendste erhaltene Einzelwerk angelsächsischer Sprache dar; gleichzeitig macht es zehn Prozent des gesamten erhaltenen Textguts dieser Sprachform aus. Das Epos entstand vermutlich nach dem Jahr 700". 
Das Angelsächsische ("die älteste schriftlich bezeugte Sprachstufe der englischen Sprache" - Wikipedia: "Altenglisch") ist aber ganz eindeutig nur ein Vorläufer der englischen Sprache, die ab 1066 ganz wesentlich vom mittelalterlichen Französisch geprägt wurde. 
Das Anglonormannische blieb bis "zum Ende des 14. Jahrhunderts [...] (neben Latein) Sprache des englischen Hofs, der Verwaltung und Justiz. In der Literatur wurde es seit Mitte des 13. Jahrhunderts vom Mittelenglischen abgelöst. Eine der populärsten anglonormannischen Schriftstellerinnen war Marie de France." (Wikipedia) Allerdings heißt es in dem Artikel zu ihr in der Wikipedia Marie de France "war eine französischsprachige Dichterin". 
Die Frage nach dem Alter einer Sprache ist also nie einfach zu beantworten, zumal sie immer auch schon existiert hat, bevor Schriftzeugnisse in dieser Sprache entstanden. Ruenbezahl sagt also sehr zu recht: "Sprachen haben kein Geburtsdatum"

Freitag, 26. Januar 2018

Britisches Understatement in Gefahr

Die Times berichtete am 13.11.2017:

"It is frightfully bad news for “quite”, and an awfully poor outcome for “terribly”. It is fairly sad for many of the rest of us too. English, an academic claims, is losing its gradable adverbs. [...] That kind of stiff upper-lipped sentence construction is under threat. [...]
Professor Baker said: "If anything marks out the British linguistically, it's their baroque way of using adverbs, espacially as a form of polite sangfroid or poise [...]."

Mit anderen Worten: Wenn man keine Grad-Adverbien mehr hat, kann man nicht mehr die eleganten Abstufungen ausdrücken, die es erlauben, "the worst day ever" in euphemistischem Understatement zu umschreiben mit "things perhaps aren't qite as wonderful as they could be".

Freilich, die Gefahr von Missverständnissen zwischen Briten und Amerikanern - oder paradoxer ausgedrückt: Das Phänomen "divided by a common language" wird reduziert.

Dies Phänomen soll im Koreakrieg Hunderten von britischen Soldaten das Leben gekostet haben, weil sie mit 650 Soldaten einer chinesischen Division mit 10 000 Mann gegenüber stehend dem US-General berichtet haben sollen, ihre Situation sei "a bit sticky".

Man sieht, wenn man die gleiche Sprache benutzt, kann das noch gefährlicher werden, als wenn man nur ein britisches "mobile phone" in ein deutsches Handy verwandelt.