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Dienstag, 29. April 2025

Ist Greta Thunberg eine Antisemitin, wenn sie die gegwärtige Politik des Staates Israel angreift?

 Es ist wichtig, sich klarzumachen, was die Hamas aus dem Angriff auf das Welthandelszentrum 2001 gelernt hat: Wenn man einen Staat, der einem militärisch völlig überlegen ist, treffen will, muss man zeigen, dass terroristische Angriffe auf die Zivilbevölkerung trotzdem möglich sind und das nicht nur durch Selbstmordattentate, sondern indem man die Zivilbevölkerung großer Teile des Landes in Angst und Schrecken versetzt.

Im Fall der USA hat das dazu geführt, dass sie Afghanistan angegriffen haben, das sie aber nicht langfristig halten konnten, sondern aus dem sie wie in Vietnam als Verlierer abziehen mussten. Es hat außerdem dazu geführt, dass sie den Irak angegriffen haben, wo es dann zu weltweit zu verfolgenden Folterungen kam, und es hat die Einrichtung eines illegalen Gefangenenlagers auf fremdem Staatsgebiet zur Folge gehabt, das mehrere US-Präsidentschaften überdauert hat, weil alle Versuche, es aufzulösen, gescheitert sind.

Die Absicht der Hamas war es, entsprechende Reaktionen Israels auszulösen. Daher die abscheulichen Mordtaten und Verbrechen und zusätzlich die Geiselnahmen, die dauerhaften Druck auf die israelische Bevölkerung und damit auf die Regierung ermöglichten.

Die erste Reaktion Israels war verhältnismäßig: Tötung von Hamasanführern und die Entmachtung der Hisbollah, die im Norden Israels ein ähnliche Gefahr wie die Hamas darstellte. Völlig unverhältnismäßig war der Angriff auf die Bevölkerung im Gazastreifen, ihre Vertreibung in den Süden mit nachfolgendem Angriff auf die Bevölkerung im Süden, wohin sie geflohen waren. Die Bombardements auf den Gazastreifen dauern inzwischen anderthalb Jahre an, inzwischen sind zigtausende Palästinenser umgekommen (über die Zahl 50 000 lässt sich streiten, über 20 000 sind es inzwischen bestimmt). Nach UN-Angaben sind davon inzwischen etwa 70 Prozent Frauen und Kinder. Hinzu kommt die fast zwei Monate andauernde Blockade von Hilfslieferungen, die nicht damit begründet werden kann, dass zwischen Terroristen und Zivilbevölkerung keine eindeutige Abgrenzung möglich sei. Wenn Israel im Libanon und sogar im Iran Terroristen gezielt töten kann, kann man nicht rechtfertigen, der gesamten Bevölkerung eines Gebietes die Lebensgrundlagen zu entziehen, um weitere Hamasmitglieder auszuschalten.

Kritik an dieser Entwicklung ist kein Antisemitismus. Dass Greta Thunberg angesichts der absehbaren Unverhältnismäßigkeit nicht angemessen auf den seelischen Schock reagiert hat, den die ungeheuerlichen Gewalttaten der Hamas ausgelöst haben, nicht nur in Israel, sondern bei Juden in der ganzen Welt, erkläre ich mir durch ihren Autismus.

Wir Durchschnittsbürger reagieren auf das Leid, das wir mit ansehen müssen, stärker als auf das von Millionen von Opfern von Kriegen und Naturkatastrophen. Autisten haben oft größere Probleme, sich in Menschen einzufühlen. Dagegen hat Greta auf die Gefahren, die der Klimawandel heraufbeschworen hat, angemessener reagiert als wir. Denn beim Klimawandel geht es nicht um "nur" Zehntausende oder Hunderttausende von Todesopfern wie bei Schlachten oder einem Atombombenangriff, sondern um die Gefährdung der Überlebensmöglichkeit von Hunderten von Millionen. Wie J. Randers in seinem neuen Bericht an den Club of Rome zu 2052 nüchtern angemerkt hat: Selbst wenn wegen eines Atomkriegs Milliarden von Menschen umkommen sollten, würde das nichts daran ändern, dass ein weltweiter Temperaturanstieg von 3 oder 4 Grad so viel natürliche Lebensressourcen zerstören würde, dass es für die Lebenschancen der übrigen Menschheit keinen merkbaren Unterschied machte.

Wir Durchschnittsmenschen - oder zumindest solche wie ich - können in diesen Dimensionen gar nicht denken. Greta Thunberg hat sich schon 2018 gewundert, dass über Naturkatastrophen und Kriege mehr berichtet wird als über die uns drohende Weltkatastrophe. Eine Antisemitin ist sie deshalb nicht.

Mittwoch, 9. Oktober 2024

Zu Greta Thunbergs Kritik an Israels Gazakrieg

 Greta Thunberg hat eine weltweite Klimaschutzbewegung in Gang gesetzt und die wichtigste populärwissenschaftlich Publikation zum Klimawandel herausgebracht, bei der rund hundert zum Teil weltberühmte Wissenschaftler mitgearbeitet haben, unter anderem Piketty.

In Israel gab es vor dem Hamasüberfall am 7.10.2023 eine starke Protestbewegung gegen die Regierung Netanjahu. Aufgrund der furchtbaren Grausamkeiten der Hamas sind Juden auf der ganzen Welt in Angst, umso mehr, weil jetzt viele muslimische Demonstrationen gegen Israels Reaktionen auf den Überfall stattfinden und es zusätzlich auch weltweit zu Gewalttaten gegen Juden kommt.

Dass eine jetzt 21-Jährige nicht wie ein professioneller Politiker ihre Reaktion auf den Gazakrieg diplomatisch abgestimmt formuliert, ist m.E. bedauerlich. Andere Vertreter von Fridays for Future reagieren da deutlich sensibler, nicht zuletzt Luisa Neubauer.

Dabei sollte man aber auch bedenken, dass in Skandinavien allgemein kein Schuldgefühl gegenüber Juden besteht, weil Dänemark und Norwegen während ihrer Besetzung durch die deutsche Wehrmacht sehr viel zum Schutz der Juden getan haben und Schweden in der berühmten Nacht, als Tausende von Juden von Dänemark nach Schweden flohen, dabei geholfen hat und auch sonst vielen Juden die Zuflucht ermöglicht hat.

Da ist es verständlich, wenn das Mitleid mit den Palästinensern, die vor der der israelischen Armee fliehen mussten und dennoch zu Zehntausenden getötet wurden, stärker wirkt als bei uns in Deutschland.

In den letzten Jahren hat Antisemitismus zwar in Schweden zugenommen (weitgehend aus denselben Gründen wie bei uns), aber von Greta Thunberg habe ich persönlich keine antisemitische Äußerung mitbekommen, sondern nur Anklagen gegen die unverhältnismäßige Reaktion Israels auf den schrecklichen Überfall der Hamas.

Ob die militärische Reaktion Israels die Sicherheit der Bevölkerung befördert, ist noch nicht ausgemacht. Dass sie eine Regelung zur Freilassung der Geiseln unwahrscheinlicher macht, dürfte aber klar sein.

Ich bin überzeugt: Wenn Greta Thunberg geahnt hätte, wie sehr ihre Mitleidsreaktion der Fridays for Future Bewegung schaden könnte, hätte sie sicher anders reagiert. Denn ihr ist noch mehr als den meisten anderen Klimaschützern klar, wie der Klimawandel viele Millionen ins Unglück stürzen wird und dass er große Regionen der Welt unbewohnbar machen wird. Gegenüber dieser bevorstehenden Katastrophe wiegen Zehntausende oder Hunderttausende, die im Krieg umkommen, aus meiner Sicht leicht. Einer jungen Frau sollte man es aber nicht übelnehmen, wenn sie eine solche fast zynische Überlegung nicht anstellt, wenn sie die Fernsehnachrichten vom Gaza- und Libanonkrieg verfolgt.

Mittwoch, 24. April 2024

Greta Thunberg wird in Schweden angeklagt ...

 ...  wegen zivilen Ungehorsams 

"[...] Der Gerichtstermin wurde nach Angaben eines Gerichtsmitarbeiters für den 8. Mai festgelegt. Thunberg weist die Vorwürfe zurück. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

Zusammen mit weiteren Aktivistinnen und Aktivisten hatte Thunberg ab dem 11. März 

für mehrere Tage den Haupteingang des schwedischen Parlaments blockiert. Dabei wurde sie wiederholt von der Polizei weggetragen.

Thunberg ist bereits zweimal von schwedischen Gerichten wegen zivilen Ungehorsams bei Klimaprotesten zu Geldstrafen verurteilt worden. Ein Londoner Gericht hatte im Februar ein 

Verfahren gegen die Klimaaktivistin wegen rechtswidriger Auflagen der britischen Polizei 

eingestellt." (ZEIT 23.4.24)


Was weltweit für mehr Aufmerksamkeit und bei vielen Regierungen engagierteres Handeln

gesorgt hat, soll jetzt strafbar sein. 

Interessant ist das in Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum 

deutschen Klimagesetz. Gelten in Schweden die Freiheitsrechte der kommenden Generationen 

nichts? Das wird sich im Prozessverlauf zeigen.

Dienstag, 21. November 2023

Ist Greta Thunberg Antisemitin? - Bisher sind von ihr nur Aussagen zur Solidarität mit Palästinensern bekannt.

 Ich habe meinerseits keine antisemitische Äußerung Greta Thunbergs gefunden, allerdings auch keine, in der sie im Zusammenhang mit ihrer Forderung nach Frieden und Gerechtigkeit ausdrücklich darauf hinweist, dass die Hamas mit bestialischen Morden und mit ihren Geiselnahmen dagegen verstoßen hat. Muss man das aber tun, wo doch inzwischen bekannt ist, wie sehr die Hams von den Palästinensern im Gazastreifen abgelehnt wird?

Jens Berger ist der Frage nach Gretas Anisemitismus intensiver nachgegangen und verbindet das mit scharfen Angriffen auf Organe der deutschen Qualitätspresse. Die Angriffe mache ich mir nicht zu eigen. Aber für antisemitisch kann ich Thunbergs Äußerungen weiterhin nicht halten. 

"Der aktuelle SPIEGEL widmet der „Greta-Frage“ als Titelthema gleich ganze 14 Seiten; 14 Seiten, auf denen sich der SPIEGEL fragt, ob die Schwedin „Antisemitin oder einfach nur naiv“ ist und die Antwort trotz Fragezeichen gleich mitbringt: Ja, das Vorbild unserer Kinder ist eine Antisemitin. Was hat Thunberg verbrochen, wird man sich nun fragen. Doch auf diese Frage findet man auch nach mehrfacher Lektüre der SPIEGEL-Titelstory keine Antwort. [...]

Startschuss der Kampagne war ein Beitrag, den Thunberg am 20. Oktober in den sozialen Netzwerken verfasst hat und in dem sie zusammen mit drei anderen Klimaaktivistinnen ihre Solidarität mit den Palästinensern ausdrückte und einen Waffenstillstand fordert. [...] 

auf einer Klimademo in Amsterdam [...] stand Thunberg mit einer Kufiya auf der Bühne und sagte, die Klimaschutzbewegung habe die Pflicht, „auf die Stimmen jener zu hören, die unterdrückt sind und für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen“. Sie haben richtig gelesen. Dieses Zitat wird im SPIEGEL-Artikel tatsächlich als Beleg für eine antisemitische Grundhaltung Thunbergs herangezogen. [...]" (Jens Berger, Nachdenkseiten 21.11.23)


Montag, 4. November 2019

Nach der Verlegung der UN-Klimakonferenz von Chile nach Spanien sucht Greta Reisemöglichkeit

Die spanische Umweltministerin hat Greta Thunberg versprochen, ihr eine Reisemöglichkeit nach Madrid zu verschaffen.
Welche Umweltstandards dabei eingehalten werden können, ist noch offen.
utopia.de 4.11.19

Sonntag, 17. März 2019

The Times They Are a-Changin’ (1964 - 2019)

"Times are changing" *2003 *1988 Sie 16, er schon 29, beide sprachen in Davos. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos glaubt man noch an *1899 hat *1971 gelesen.


Weltwirtschaftsforum: Gewinne privatisieren, die Risikohaftung übernimmt der Staat ("too big to fail")

Greta: Wir hören nicht auf, bis ihr handelt.


Piketty: Die Vermögensverteilung von heute entspricht genau der in Frankreich vor der Französischen Revolution. Aber weltweit.

sieh auch: Piketty: Kapital und Ideologie

Diese Kurzformulierungen sind keine Zitate (ohnehin sind sie ursprünglich in drei verschiedenen Sprachen formuliert), sondern schlagwortartige Zusammenfassungen. 
Die Hauptaussagen der Personen findet man über die Links.


Montag, 18. Februar 2019

Ich warne die Völker der Welt vor Greta Thunberg

Es ist ziemlich sicher, dass Fridays for Future sich irgendwann mal totläuft.

Auf die Dauer ist Schulstreik noch langweiliger als Unterricht, wenn die Schüler der Welt merken, dass die Erwachsenengeneration sich nicht bewegt.
(Dazu: Autoindustrie und Verkehrsministerium vereint für die Fortsetzung des Dieselskandals. und Ein Land mit Stockholm-Syndrom)
Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds:
"[...] wir brauchen eine Steuer auf Kohlendioxid. [...] Im Moment ist sie zu niedrig. Nach unseren Berechnungen liegt der Durchschnittspreis für eine Tonne Kohlendioxid bei zwei Dollar. Um das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, brauchen wir bis 2030 Preise von 50 bis 100 Dollar pro Tonne." (ZEIT 21.2.19) [Diese Steuer wird seit Jahren gefordert, aber nicht eingeführt.] )


Aber: Rachel Carsons Werk Silent Spring (Der stumme Frühling) war zwar relativ folgenlos. Das Insektensterben ist trotz der Umweltbewegung zustande gekommen, die vor über 50 Jahren auch dank Carsons Buch ihren Lauf um die Welt angetreten hat. (Wikipedia: Silent Spring "helped to inspire an environmental movement that led to the creation of the U.S. Environmental Protection Agency.[3][4]")

Auch wenn Millionen von Schülern für Maßnahmen gegen den von Menschen beeinflussten Klimawandel eintreten, es wird ihnen nichts nützen.
Nur: So wie Rachel Carson nach über 50 Jahren nicht vergessen ist, so wird auch Greta Thunberg auch 2070 nicht vergessen sein. Das Mädchen, die junge Frau, die bereit war, Schulerfolg, Karriere und - sie hat es schon einmal bewiesen - ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Nicht im Zeichen des Internets und der nachfolgenden Technologien.

Der Fehler war, dass man zugelassen hat, dass sie und ihr Ziel weltweit bekannt geworden sind.
Einfach wäre es, wenn man nachweisen könnte, dass sie nur aufgrund der Geltungssucht ihrer Eltern tätig geworden ist. Nur, wer glaubt, dass Eltern eines solchen Mädchens so dumm sein können, zu glauben, sie könnten diese ihre Absicht vor den Tausenden von Journalisten verbergen, die jetzt auf ihre Fährte gesetzt sind?
Die gegenwärtige Schülergeneration wird die Lust am Streiken verlieren. Aber was werden die Kinder dieser Generation ihren Eltern entgegenhalten: "Ihr habt es gewusst, was auf euch und uns zukommen würde. Sonst hättet ihr doch nicht gestreikt."
Natürlich werden sie sich herauszureden versuchen: "Ich war doch nur ein Mitläufer."
Doch je katastrophaler die Folgen des Klimawandels werden, desto weniger werden die nachwachsenden Generationen das ihren Eltern abnehmen.
2015 gab es doch diese Weltklimakonferenz (UN-Klimakonferenz in Paris 2015). "Dort wurde als Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 195 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention vereinbart.[35] "(Wikipedia)
Eine überwältigende Mehrheit der "Staatslenker" der Welt hat sich da verpflichtet. Und ihr habt sie nicht beim Wort genommen und es bei ein paar folgenlosen Demonstrationen belassen. 
Greta Thunberg ist nicht normal. Sie kämpft dafür, dass die Regierungen der Welt oder oder doch zumindest die schwedische zu ihrem Wort stehen, obwohl sie überzeugt ist, dass sie es nicht tun werden. Sie hat beschlossen, Märtyrerin zu werden. 

Wenn dann die Wetterkatastrophen laufend zunehmen, wenn weltweit der Meeresspiegel ständig ansteigt, dann ist das nicht die Zeit, wo man sie vergisst, sie, die sich für alle künftigen Generationen aller Völker der Welt eingesetzt hat, obwohl sie überzeugt war, dass es erfolglos sein wird. 
Die Verschwörer des 20. Julis wollten die moralische Ehre des deutschen Volkes retten.
Lange hat man ihnen Hochverrat vorgeworfen und ihr Ansehen auch in der neu entstandenen Bundesrepublik geschmäht. Es hat nicht vorgehalten. Greta Thunberg geht es um mehr als um die Ehre des schwedischen Volkes.

Greta Thunberg wird nicht als ein die Schule schwänzendes Mädchen in die Geschichte eingehen. Selbst dann nicht, wenn das Unwahrscheinliche eintritt und ihr Protest Erfolg hat. 
Sie hat weltweit darauf hingewiesen, dass zwar viele den Ernst der Lage erkannt haben, aber nur wenige dem Ernst der Lage entsprechend gehandelt haben. 

2070 werden nur noch spezialisierte Historiker wissen, über welche Fragen man sich 2018 in der CDU/CSU gestritten hat. Und dass irgendein CSU-Minister in irgendeinem Zusammenhang über Menschenverstand gesprochen hat. Aber dass die Menschheit vor dann über 100 Jahren gewarnt war und wieder besseres Wissen falsche Prioritäten gesetzt wurden, daran wird sich die junge Generation erinnern. 
Steht zu hoffen, dass die große Abrechnung zwischen den Generationen über fehlende Generationengerechtigkeit dann schon stattgefunden hat, auch wenn Fridays for Future noch nicht die Wende gebracht haben wird. Wer nach 1962 und 1972 den dritten großen Weckruf  verbreitet hat, wird man dann noch wissen.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Greta Thunbergs Ted Talk in Stockholm

wurde im November gehalten und am 12.12.2018 bei Youtube veröffentlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=EAmmUIEsN9A


"TED (Abkürzung für Technology, Entertainment, Design) – ursprünglich eine alljährliche Innovations-Konferenzin Monterey, Kalifornien – ist vor allem bekannt durch die TED-Talks-Website, auf der die besten Vorträge als Videos kostenlos ins Netz gestellt werden."
https://de.wikipedia.org/wiki/TED_(Konferenz)

Wenn man auf die Seite der TED-Talks geht, kann man über 14 Videos direkt anklicken, von einem läuft der Ton, ohne dass man ihn angeklickt hat.
Von Greta Thunberg ist nichts zu sehen.
Auf die Suche mit ihrem Namen hin werden über 20 Videos angezeigt.

In ihrer Ansprache sagt sie, niemand spräche über die Klimakrise. Das ist natürlich eine Übertreibung. Aber wenn die Gefahr wirklich viel größer ist als die eines Weltkriegs, der 100 Millionen von Menschenleben kostet*  und das Eintreten eines Kippens des Klimas mit jedem Jahr, wo nicht radikal gehandelt wird, immer größer wird:

Wie kann dann über eine Flüchtlingskrise, über drohende Arbeitslosigkeit, über Stuttgart21 und den Berlingroßflughafen diskutiert werden, als ob sie in irgendeiner Weise wichtiger sein könnten als diese Gefahr. (Was war doch damals angeblich die "Mutter aller Probleme"?)

Für einen verständigen Menschen, der nicht durch jahrzehntelange Erfahrung abgehärtet ist, kann das doch in der Tat nur bedeuten, dass die Gefahr, die die Klimaforscher aufgezeigt haben, in Wirklichkeit gar nicht besteht oder dass
die große Mehrheit beschweigt, was sie nicht wissen will.

Insofern ist die verständige Greta in der Tat wie das Kind, das als erstes ausspricht, dass der Kaiser nackt ist.

Jørgen Randers schrieb 2012: "Würden die Bomben 100 Millionen Menschen töten [...] würden [sie] die Weltwirtschaft lediglich acht Monate [...] und die Bevölkerung um zwölf Monate zurückwerfen." (2052. Der neue Bericht an den Club of Rome, S.296)
Vom Klimawandel nimmt er an, dass er vermutlich nur ein bis zwei Milliarden Menschen ein Überleben gestatten wird.

Wir sind resigniert. Greta Thunberg hat auch keine Hoffnung mehr, aber sie handelt.