Posts mit dem Label Trump werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Trump werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 22. Mai 2026

Windräder oder Golfplätze?

 Trump setzt sich durch

Mit Windkraft lässt sich Geld verdienen. Aber MAGA-Ideologie schert sich nicht um Wirtschaftlichkeit. Das zeigt sich am Aufstieg und Fall des Windkraftkonzerns Ørsted.

Sonntag, 18. Januar 2026

Klimagefahr durch venezolanisches Öl

 Hugo Chavez, der Vorgänger von Nicolás Maduro  hat unfreiwillig der Menschheit einen großen Dienst geleistet. Denn als er die politische Kontrolle des staatlichen Ölkonzerns PDVSA  übernahm,  wurde über Venezuela ein Wirtschaftsboykott verhängt, der dazu führte, dass Venezuela weniger Öl verkaufte und entsprechen auch weniger gefördert wurde. In den 1990er Jahre waren es noch 3,5 Millionen Barrel pro Tag, 2020 waren es unter  0,4 Millionen (inzwischen etwas mehr: knapp 1 Million). (Beleg)

Weshalb ist das gut?

1. Die kritische Grenze für das Weltklima liegt bei einem weltweiten Temperaturanstieg zwischen 1,5 und 2,0 Grad. Alles Erdöl, das jetzt noch gefördert wird, verringert die Chance, den Anstieg unter 2,0 Grad zu halten.

2. Venezolanisches Öl ist besonders umweltschädlich. (schwer, teerartig und schwefelreich). Die Aufbereitung ist dementsprechend energieintensiv, sie erfordert pro Barrel knapp 1,5 t, während sie bei dem relativ sauberem norwegischen Öl bei etwa 1,6 kg liegt, als nahezu nur ein Tausendstel des Aufwandes bei venezolanischen Öl. 

3. Venezuelas Ölreserven liegen bei über 300 Milliarden Barrel gegenüber 46 Milliarden der USA. Sie reichten, wenn sie gefördert würden, also aus, den Temperaturanstieg in katastrophale Höhen zu treiben. Weit über die 2,0-Grad-Grenze hinaus. 

Donald Trump hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er die Kontrolle über das venezolanische Öl bekommen möchte, um die Ölproduktion wieder auf das alte Niveau zu steigern.

Die Folgen, die das für die Menschheit hätte, sind unabsehbar. Allerdings, dass die gegenwärtigen Kriege von der dann zu erwartenden Katastrophe weit übertroffen würden, ist leider ziemlich eindeutig.

Dazu:

Öl als Brandbeschleuniger, Frankfurter Rundschau 16.1.2026

Samstag, 29. November 2025

Aktiv gegen Umweltschutz

 "Jahr eins der Vergeltung

Donald Trump und ein Pipeline-Milliardär versuchen, die amerikanische Umweltbewegung zu zerstören. Das erste Opfer, dem die Pleite droht: Greenpeace USA.
[...] Gleich nach seiner Vereidigung erließ Donald Trump ein Notstandsdekret, das die Ausweitung der heimischen Produktion von Kohle, Gas und Öl zur obersten Priorität machte. So ging es dann weiter: Er gab das Schutzgebiet Alaska Arctic Wildlife Refuge für Ölkonzerne frei, erst vergangene Woche wurden neue Förderplattformen vor den Küsten Floridas und Kaliforniens genehmigt. Trump kassierte grüne Energieprogramme seines Vorgängers Joe Biden, er machte einen Fracking-Unternehmer zum Energieminister und besetzte die Umweltbehörde EPA mit Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie. [...] 

Auch in den Bundesstaaten, in denen viel Öl gefördert wird, bahnte sich schon zuvor ein breiter Rachefeldzug gegen lästige Umweltschützer an, der nun auch aus dem Weißen Haus unterstützt wird. In Louisiana etwa beschlossen die Volksvertreter schon 2024, dass bestimmte Formen des zivilen Ungehorsams als "organisierte Kriminalität" geahndet werden können. Das gilt auch, wenn die Betroffenen lediglich an der Organisation eines solchen Protests beteiligt waren. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 50 Jahre Haft mit schwerer körperlicher Arbeit und eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Dollar. In dem Bundesstaat gelten ohnehin schon seit August 2018 harte Strafen für Personen, die sich unerlaubt in der Nähe von Pipelines aufhalten. Deshalb will hier kaum jemand offen reden. [...] 

Im Februar verurteilte ein Geschworenengericht in North Dakota – auch ein Bundesstaat, in dem Ölförderung eine der wichtigsten Branchen darstellt – Greenpeace dazu, mehr als 660 Millionen US-Dollar Schadensersatz zu zahlen, weil Greenpeace-Aktivisten sich gegenüber einem Pipeline-Betreiber des Hausfriedensbruchs, der Belästigung, Verschwörung und Verleumdung schuldig gemacht hätten. Inzwischen hat der Richter die Strafzahlung zwar halbiert, Greenpeace droht in den USA dennoch die Abwicklung, falls das Urteil Bestand hat. Die Entscheidung der Jury ist vorläufig, der Richter muss das Urteil noch bestätigen. Greenpeace erklärte, in Berufung gehen zu wollen. [...]

Wer verstehen will, wie die US-Umweltbewegung in diese Lage geraten konnte, muss wissen, wer Kelcy Warren ist. Er ist der Chef des Unternehmens Energy Transfer, das Greenpeace so erfolgreich verklagt hat. Der 70-jährige Texaner ist schon lange bekannt für seine markigen Sprüche über Umweltschützer, die sich gegen seine Pipelines stellten: Diese gehörten "aus dem Genpool" der Menschheit entfernt, sagte er einmal bei einer Veranstaltung.

Bekannt ist Warren auch für seinen guten Geschäftssinn. Nach dem Untergang des Energiekonzerns Enron 2001 hatte er dessen Pipelines für einen Spottpreis übernommen. Niemand sah damals großes Potenzial darin, aber dann brach die amerikanische Fracking-Revolution aus, eine neue und aus Umweltgesichtspunkten umstrittene Fördermethode für Öl und Gas. Sie löste einen Riesenboom in der fossilen Brennstoffindustrie aus und machte den Röhrenbesitzer Warren zum Multimilliardär. Nun baut er im ganzen Land immer mehr Pipelines, damit Gas und Öl ihren Weg zu den Kunden finden: Derzeit sind vier neue Ölhäfen im Golf von Mexiko sowie fünf Flüssiggasterminals im Bau, alle für den Export. Europa gehört inzwischen zu den größten Abnehmern von amerikanischem Flüssiggas, das per Tanker über den Atlantik geht. In Deutschland machen Importe aus den USA 90 Prozent der Flüssiggaseinfuhr aus."

"Jahr eins der Vergeltung" ZEIT 26.11.25

Samstag, 22. November 2025

euro|topics Was ist von Putin zu erhoffen?

 

Aktuálně.cz (CZ)

Kyjiw in absurder Lage

Aktuálně.cz kommentiert:

„Der Plan ist absurd. Die Ukraine soll die Annexion der Krim anerkennen, den noch unbesetzten Teil des Donbass abtreten und einer Reduzierung ihrer Armee zustimmen. Genau das bietet der amerikanische Friedensplan Kyjiw an. Die einzige Hoffnung der Ukrainer ruht nun paradoxerweise auf Wladimir Putin, der wie immer die Masche abziehen kann: 'Mir reicht das nicht, ich will noch mehr.'“

weitere Kommentare

https://www.eurotopics.net/de/348701/ukraine-plan-kapitulation-oder-friedenssicherung? 

Montag, 6. Oktober 2025

Trumps Remigrationspolitik

 "[...] US-Präsident Donald Trump lässt Jagd auf Migranten und Migrantinnen machen. Die Einwanderungsbehörde ICE durchsucht ganze Stadtviertel nach „illegalen Ausländern“, nimmt Tausende fest und verfrachtet sie in Internierungslager. Perspektive: Deportation in das Herkunftsland. Gleichzeitig wird die US-Grenze zu Mexiko dicht gemacht. US-Unternehmen klagen bereits, dass ihnen die Billigarbeitskräfte ausgehen. 

Länder wie Nicaragua, Honduras oder El Salvador hängen von den Überweisungen ihrer in den USA arbeitenden Landsleute ab. Washingtons Maßnahmen könnten damit „Armut, Ungleichheit und Kriminalität in ohnehin schon fragilen Volkswirtschaften weiter verschärfen und genau den Migrationsdruck verstärken, den sie einzudämmen versuchen“ – diese Warnung kommt nicht von einer NGO, sondern vom Internationalen Bankeninstitut IIF. [...]

Viele Menschen aus armen Ländern suchen ihr Glück in den Zentren der Weltwirtschaft, wo sie auf dem Bau, im Handel, in der Gastronomie oder der Landwirtschaft arbeiten. Mit einem Teil ihres meist schmalen Lohns unterstützen sie ihre Familien in der Heimat. Diese Überweisungen, so genannte „Remittances“, machen einen Großteil der Finanzflüsse in den Globalen Süden aus. 2024 erreichten sie laut Weltbank weltweit 905 Milliarden Dollar. Damit sind Remittances für die ärmsten Länder wichtiger als die offizielle Entwicklungshilfe oder Direktinvestitionen aus dem Ausland.

Die armen Regionen Zentralamerikas leben von den Remittances

Gerade die armen Regionen Zentralamerikas leben von den Remittances. Denn von hier stammt ein Großteil der Migranten in den USA. „Die Menschen verlassen diese Länder aufgrund einer Kombination aus extremer Armut, Gewalt durch Banden und kriminelle Gruppen ..."

FR 6.10.25

Sonntag, 24. August 2025

Trump 2024

 "Krasse Enthüllung über Donald Trump! Der TV-Sender CNN veröffentlichte nun Tonaufnahmen. Sollte er das wirklich gesagt haben, drohte er Russland und China mit einem Dritten Weltkrieg! Auf diesen Aufnahmen spricht Trump mit Wahlkampfspendern über seine Gespräche mit Wladimir Putin und Chinas Machthaber Xi Jinping. Die Aussagen stammen aus dem Wahlkampf 2024. Es geht dabei um extreme militärische Sanktionen.

So behauptet Trump, dass er Putin während seiner ersten Amtszeit gesagt habe: „Wenn du in die Ukraine einmarschierst, werde ich Moskau in Grund und Boden bombardieren. Ich sage dir, ich habe keine andere Wahl.‘ "

https://www.derwesten.de/politik/trump-putin-moskau-ukraine-china-bombardieren-krasse-id301676325.html

Ob es gesagt wurde oder nicht. Es hat Trump jedenfalls nicht geholfen den Ukrainekrieg nach Beginn seiner 2. Amtszeit binnen 24 Stunden zu beenden.

Dienstag, 8. April 2025

Trumps Nebenerwerbsgeschäfte

 Millionen aus einem saudischen Staatsfonds für ein Golfturnier (Besitzer des Golfplatzes und zufällig auch noch Gewinner des Turniers: Donald Trump). Millionen von willigen Spendern für ein gemeinsames Abendessen mit Trump. Dazu nicht nur eine, sondern zwei Kryptowährungen, über die Trump diskret Beträge in beliebiger Höhe zugesteckt werden können... (Spiegel 8.4.25)

Mittwoch, 12. März 2025

Trumps Wirtschaftspolitik

 Sie wirkt erratisch, folgt aber Plänen ausgewiesener Wirtschaftswissenschaftler, die Chancen darin sehen, die ganze Welt (insbesondere China!) für den Ausbau der US-Wirtschaft zu zahlen:

"[...] Die Grundlagen dafür finden sich in einem Papier von Stephen Miran, bis vor Kurzem ein nahezu unbekannter Ökonom. Der Harvard-Absolvent und ehemalige Fondsmanager war bereits während der ersten Amtszeit Trumps im Finanzministerium tätig. Jetzt hat Trump den 41-Jährigen zum Vorsitzenden des Council of Economic Advisers nominiert, dem wichtigsten Beratergremium des Präsidenten für Wirtschaftsfragen.
 In einem 40-Seiten-Papier mit dem leicht ironischen Titel "Ein Benutzerhandbuch zur Umstrukturierung des globalen Handelssystems", das er kurz nach Trumps Wahlsieg im vergangenen November postete, legt Miran dar, wie Trumps Regierung diese Umstrukturierung gegen Verbündete wie Gegner durchsetzen könnte. Miran betont zwar an verschiedenen Stellen, seine Ausführungen seien keineswegs ein politischer Leitfaden. Er versuche lediglich, das wirtschaftliche Ungleichgewicht im Welthandel zu diagnostizieren und dabei die "Kritik der Nationalisten am gegenwärtigen System" aufzugreifen sowie "Instrumente" zu beschreiben, mit denen dieses Ungleichgewicht angegangen werden kann. Doch wer sein Papier liest, erkennt schnell, wie Trumps Gebaren und seine Politik den Ausführungen ähneln. [...]
In einer neuen Weltordnung soll künftig der Rest der Welt für den militärischen und finanziellen Schutzschirm "made in USA" bezahlen. [...] 
Der Welthandel soll zugunsten der USA neu ausgerichtet werden. Außerdem sehen die Berater eine Chance, die enorme US-Schuldenlast zu reduzieren – mithilfe ausländischer Nationen und Investoren. Aktuell beläuft sich der Schuldenberg der USA auf unglaubliche 36 Billionen US-Dollar – das ist knapp achtmal so viel wie die jährliche deutsche Wirtschaftsleistung. Allein um die Anleihen zu bedienen, geben die amerikanischen Steuerzahler inzwischen drei Milliarden Dollar nur für Zinsen aus – und zwar täglich. Die jährlichen Zinszahlungen übersteigen inzwischen sogar die Militärausgaben. 
 [Wie das geändert werden soll:...]
Ausländische Gläubiger, die US-Staatsanleihen halten, die zwei, zehn oder 30 Jahre lang laufen, würde gezwungen, diese gegen neue einzutauschen. Diese hätten eine Laufzeit von 100 Jahren, und die US-Regierung würde keine Zinsen mehr zahlen. Nach Ende der Laufzeit sollten die Gläubiger ihr Kapital mit einem Zuschlag von der US-Staatskasse zurückerhalten. [...] 
"Ich denke, wir legen Kriterien fest, die man grün-gelb-rot nennen kann", sagte Bessent [der neue US-Finanzminister]. In die grüne Box kämen Nationen, die aus Sicht der Trump-Regierung die Forderungen voll erfüllen. Länder, die Trumps Anforderungen nur zum Teil erfüllen oder gar ignorierten, sollten in die gelbe beziehungsweise rote Box. Und sie müssten mit hohen Zöllen rechnen. Bessent gab ein Beispiel, warum etwa ein Land wie Indien unter diesem Regime mit 20 Prozent Zöllen in den USA rechnen müsste: "Wenn Sie sanktioniertes russisches Öl kaufen wollen, dann sind Sie in der gelben Box. Und … wenn Sie dieses Öl weiterhin kaufen, dann bewegen Sie sich auf die rote Box zu."
Länder, die also in die "grüne Box" wollen und den Zugang zum weltgrößten Absatzmarkt nicht verlieren wollen, müssten also die hundertjährigen Staatsanleihen kaufen, sozusagen als Eintrittsgebühr zum US-Markt. Wie aber könnte man die anderen Länder zu diesem Deal bringen? Indem man ihnen mit so hohen Strafzöllen droht, dass die Länder de facto den Zugang zum US-Markt verlieren. Oder indem man ihnen droht, den militärischen Schutz zu entziehen. Aus dieser Perspektive betrachtet ergeben Trumps aggressive Zölle gegen Kanada und Mexiko – immerhin die wichtigsten und engsten Handelspartner der USA – plötzlich Sinn. Und auch die Drohungen der Trump-Regierung, europäischen Verbündeten militärischen Schutz zu entziehen, passen in dieses Bild. [...]" Heike Buchter ZEIT online 11.3.25
mehr dazu: 

Freitag, 7. März 2025

Wie Trumps Forschungspolitik es unternimmt, Forschung zu verhindern

 Was Musk mit der Wikipedia versucht, nämlich ihre Ergebnisse zu unterdrücken, das unternimmt Trump mit Hilfe der US-Bürokratie: Er versucht, die Forschungsergebnisse zu unterdrücken und Forschungsgrundlagen zu zerstören (ZEIT, 6.3.2025: Nicolas Killian: "Gleichberechtigung"? Sofort löschen! Der Feldzug der neuen US-Regierung gegen missliebige Forschung gefährdet die Basis jeder Wissenschaft: vertrauenswürdige Daten.)

Daraus:

"Während Massenentlassungen und Milliardenkürzungen in staatlichen Forschungsinstituten seit Trumps Rückkehr für Schlagzeilen sorgen, wogt ein weiterer Kampf eher unbemerkt, obwohl seine Folgen nicht minder zerstörerisch sind. Es geht um Forschungsdaten, den Rohstoff vieler Wissenschaften. Datensätze verschwinden, werden nicht veröffentlicht oder, vielleicht noch problematischer, sie werden verändert. [...] Unter anderem weil Trump "die woke Gender-Ideologie" schmäht und damit die LGBTQ-Community angreift, zu der sich rund neun Prozent der Erwachsenen in den USA zählen. Er will das "verschwenderische und schädliche" Konzept der "Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion" stoppen. Das geht auf Kosten ohnehin benachteiligter Minderheiten, zum Beispiel schwarzer Menschen, die in den USA eine fünf Jahre geringere Lebenserwartung haben als Weiße. [...] An den meisten klinischen Studien nahmen bisher vor allem junge, weiße Männer teil – also genau jene Menschen, die Ramachandran kaum behandelt.  Wenn sie ein Medikament verschreibt, weiß sie deshalb oft nicht, wie wirksam oder sicher es für ihre Patienten tatsächlich ist. "An diesen Menschen wurde es nie getestet", sagt sie. Deshalb blickt sie mit Sorge auf das Gerücht, die FDA habe ganz aufgehört, Nebenwirkungen von Medikamenten nach Geschlechtsidentität und einigen anderen demografischen Merkmalen zu erfassen. Diese Maßnahmen, sagt Ramachandran, könnten sich also über Generationen hinweg auswirken. Dabei wäre das nicht nur ungerecht, sondern auch teuer: Eine Studie hat gezeigt, dass im Jahr 2018 ethnische Ungleichheiten im US-Gesundheitswesen die Wirtschaft des Landes 451 Milliarden Dollar kosteten. Zudem orientieren sich viele Länder an den USA, wenn sie neue Arzneien zulassen. So könnte es weltweite Folgen haben, wenn in Amerika aus ideologischen Gründen die Datenqualität leidet. [...]"

Was sonst nur in Autokratien oder Diktaturen geschieht, führt Präsident Trump jetzt in der US-Demokratie ein. Dazu hat er das oberste US-Gericht mit extrem konservativen Richtern besetzt, die befunden haben, dass ein US-Präsident im Amt keine strafbare Handlungen begehen könne. (Das ist bereits bekannt. Gegenwärtig wird deutlich, wie Trump und seine Untergebenen das - zu großen Teilen entgegen ihrem Willen - ausnutzen.)

Das Internet Archive und viele US-Universitäten halten dagegen.

Donnerstag, 6. März 2025

Joschka Fischer: Erst der Irakkrieg machte die Präsidentschaft Trumps möglich

 "Der Irakkrieg habe Donald Trump erst möglich gemacht, davon ist er überzeugt. Die Kosten seien damals beim ländlichen Amerika abgeladen und damit der Grundstein für das verbreitete Gefühl vieler Menschen in den USA gelegt worden, man sei von den Eliten verraten worden. [...]

Fischer: Die gravierendste Folge ist, dass man sich in Moskau und Peking in der Annahme bestätigt sehen dürfte, die USA seien eine Weltmacht im Niedergang. Die USA sind in der glücklichen Situation, von den beiden größten Ozeanen der Erde beschützt zu sein. Sie sind mit nahezu allen bedeutenden Rohstoffen gesegnet. Diese Macht kann sich nur selbst besiegen. Ich fürchte, wir waren am 28. Februar Zeugen des Beginns dieses Niedergangs. Damit Sie mich richtig verstehen: Das ist nichts, was in mir Triumphgefühle auslöst, im Gegenteil. [...]

ZEIT: Sie waren Außenminister. Vieles, wofür Sie eingestanden sind, scheint gerade zu zerbröseln. Sind Sie traurig?

Fischer: (schweigt sehr lange) Zu sehen, wie die USA, dieses großartige Land, ohne Not alles infrage stellen, was sie selbst aufgebaut haben, wie sie dabei sind, die Hoffnung auf Demokratie und Freiheit in der Ukraine zu verraten, und deren Präsidenten im Weißen Haus demütigen – ja, das tut weh."

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-03/joschka-fischer-usa-donald-trump-ukraine-nato?


Die erste Version des Titels enthielt Musk statt  Trump als Namen des Präsidenten. Das war keine Absicht!

Musk ist zwar intelligenter, aber Trump noch deutlich gefährlicher.

Kämpft Musk gegen die Wikipedia?

 Der Artikel ist vorläufig noch unvollständig und  unvollständig korrigiert, aber schon aussagekräftig:

FR 6.3.2025

"[...] Ginge es nach Elon Musk, dann wäre Wikipedia längst pleite. Immer wieder poltert der Tech-Milliardär und heutige Trump-Berater gegen die freie Online-Enzyklopädie. Etwa kürzlich nach der Amtseinführung, Donald Trumps: Entziehen Sie Wikipedia die Mittel, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist. [...]

Der Tech-Milliardär hatte auf der Amtseinführung zweimal eine Geste gezeigt, die aus der Sicht vieler nichts anderes war als ein Hitlergruß. Genau deswegen fand sie auch Einzug in dem Wikipedia-Eintrag Musks. Musk streckte seinen rechten Arm zweimal nach oben in Richtung der Männer aus. Die Gäste wurde mit einem Nazi Kruses oder faschistischen Gruß verglichen. Musk bestritt jeder Bedeutung hinter der Geste, hieß es in der Erfassung der englischen Wikipedia. Mittlerweile wurde der Abschnitt durch weitere Informationen und ein Foto des Vorfalls erweitert, [...] einmal suggerierte, der Tech-Milliardär auf X, Wikipedia werde von linksradikalen Aktivisten kontrolliert, immer wieder bezeichnet er die Plattform als Wokepedia. Der Vorwurf, die Autorinnen und Autoren der Plattform seien voreingenommen und würden dort ausschließlich linke Positionen zulassen.
An den Weihnachtstagen rief Musk, seine Community dazu auf, Spenden an die Internetseite zu boykottieren. [...] 
Eine Lüge in einem Wikipedia Artikel unterzubringen, ist möglich – aber ein kompliziertes Unterfangen. Das macht Wikipedia zu einer Art "letzter Bastion gemeinsamer Realität", wie es der Schriftsteller, Alexis Madrigal einmal formulierte. Die Frage ist nur: wie lange noch? [...]
Rund um Weihnachten als Musk mehrere Posts zur Plattform absetzte, wiederholte er auch ein Angebot, das er der Online-Enzyklopädie schon im vergangenen Jahr unterbreitet hatte. Er könnte die Webseite für eine Milliarde US-Dollar kaufen und sie dann in Dickipedia umbenennen, so Musks Vorschlag.
Eine feindliche Übernahme, wie damals beim Kurznachrichtendienst Twitter, ist aktuell jedoch die am wenigsten realistische Variante eines Angriffs. [...] 
Die Struktur der Webseite selbst mit all ihren Autorinnen und Autoren und ausgeklügelten Kontrollmechanismen ist so etwas wie der Endgegner, für all diejenigen, die freie Informationen beschränken wollen.
Vielmehr könnten Musks unermüdliche Attacken dem Image der Plattform langfristig schaden: Viele rechte Schmierkampagnen, so bizarr sie zunächst auch klingen mögen, verfangen irgendwann auch im Mainstream. Wiederholt man eine Lüge nur oft genug, wird sie sich doch noch festsetzen. [...]
Noch gibt es keine Anzeichen für Troll-Armeen aus dem Elon-Musk- und dem Donald-Trump- Lager, die, die Wikipedia tatsächlich in eine Schieflage bringen könnten. Doch die Anhängerschaft des Tech-Milliardärs ist groß – und ebenso seine finanzielle Macht. Im Kampf um die Informationsfreiheit dürften auf die freie Online-Enzyklopädie noch stürmische Zeiten zukommen." (FR, 6.3.2025)

Samstag, 1. März 2025

Neues und Altes von Trump

"[...] Wolff: Ja! Trump hat es auf die Medien abgesehen! Den TV-Sender CBS hat er auf zehn Milliarden verklagt, weil sie ein Interview mit Kamala Harris angeblich so bearbeitet hatten, dass sie vorteilhafter wirkte. Die Muttergesellschaft Paramount verhandelt nun gerade einen Vergleich mit Trump. Sie befürchtet, dass er eine geplante Fusion mit einem anderen Medienhaus sonst verhindern würde. Auch ABC hat einen 15-Millionen-Dollar-Vergleich mit Trump geschlossen. Es ging um die Formulierung eines Moderators. Er hatte Trumps Verurteilung wegen sexuellen Übergriffs als Vergewaltigung bezeichnet. Und CNN hat die Sendung des Trump-Kritikers Jim Acosta von der Primetime so weit in die Nacht verschoben, dass er kündigte. Die Medien buckeln alle vor ihm. 
ZEIT ONLINE: In Ihrem ersten Buch haben Sie Donald Trump als impulsgetriebenen Menschen beschrieben, den selbst die meisten seiner Mitarbeiter für inkompetent hielten. Haben Sie erwartet, dass Sie vier Bücher über ihn schreiben würden, und jedes Mal ist Trumps Macht noch ein bisschen gewachsen? 
Wolff: Irre, oder? Von einem erzählerischen Standpunkt macht es die Geschichte natürlich immer noch besser. Dieser Mann, den nichts aufhalten kann. [...] 
ZEIT ONLINE: Seine Mitarbeiter hassen ihn, aber Amerika liebt ihn? 
Wolff: Ja, denn er hat die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu monopolisieren. Ein Beispiel: Wenn man als Politiker viermal angeklagt ist, ist man eigentlich erledigt. Wenn du für die Anklagepunkte sogar den Rest deines Lebens ins Gefängnis gehen könntest, gerät ein normaler Mensch in Panik, denn die Staatsanwaltschaft in Amerika gewinnt 95 Prozent aller Fälle. Nicht aber Donald Trump. Er macht die Anklagen zum Wahlkampf, weil diese ihm absolute Aufmerksamkeit garantieren. Denn wie gewinnt man sein Publikum? Mit Konflikt, Konflikt, Konflikt. Er war 14 Jahre Reality-TV-Star, er kennt die Techniken. Es war die riskanteste politische Wette aller Zeiten: Verurteilt mich – oder wählt mich. Die meisten normalen Menschen können so viel Konflikt allerdings gar nicht aushalten. Das macht einen fertig, verursacht Burn-out. Wo sind etwa all die Demokraten jetzt, nach der Niederlage? Trump aber hat nie Burn-out. [...] 
 ZEIT ONLINE: In Ihrem zweiten Buch haben sie den Streit im Team von Sonderermittler Robert Mueller beschrieben. Mueller hatte Verbindungen zwischen Trump und Russland ermittelt, strafrechtlich relevante Kontakte und Absprachen dokumentiert. Aber angeklagt hat er Trump dafür nicht. Und jetzt behauptet Trump, die Ukraine habe Russland angegriffen, Selenskyj sei ein Diktator, und er verhandelt mit Russland über das Ende des Krieges – ohne die Ukraine. Der Mueller-Report spielt längst keine Rolle mehr. 
Wolff: Wieder so ein institutionelles Versagen. Robert Mueller hat Trump damals nicht angeklagt, weil er Schaden von der Institution des Präsidentenamtes abhalten wollte. Einen regierenden Präsidenten anzuklagen, das gehörte sich nicht. Trump hat diese Schwäche sogleich ausgenutzt und sich einfach von allen Vorwürfen freigesprochen. 
ZEIT ONLINE: Trump schafft es immer wieder, die Wirklichkeit in seinem Sinne zurechtzubiegen. In Ihrem Buch beschreiben Sie das auch am Beispiel seiner Ehe mit Melania. Und Sie wundern sich, dass die Medien nie darüber berichtet haben. 
Wolff: Wundern ist das falsche Wort, ich habe es eher angemerkt. Jeder politische Reporter weiß, dass die Ehe der Obamas wackelt. Aber keiner berichtet darüber. Warum? Aus Höflichkeit. Diese Höflichkeit gewähren die Journalisten auch Trump. Trump profitiert also von einer Norm, an die er sich selbst nicht halten würde. Und so können Melania und er das Bild einer Ehe, die schon lange nur noch ein Geschäftsdeal ist, aufrechterhalten. Mir war das alles nicht so klar, ich habe also während der Recherche einen der Trump-Leute gefragt, warum Melania nie zu sehen ist. Und er antwortete mir völlig überrascht, als sei ich irgendwie begriffsstutzig: Melania lebt im Trump-Tower in New York, er in Mar-a-Lago oder dem Weißen Haus. Sie vermarktet sich mit einem Buch, einer Amazon-Doku, gibt Kryptowährung raus, im Gegenzug tritt sie ab und zu bei einer Veranstaltung auf. Sie weiß, dass Donald-Trump sie für die Fotos braucht. Keiner der beiden hat ein Interesse daran, diesen Deal zu beenden. Es ist also alles in Ordnung. Das Geld fließt. 
ZEIT ONLINE: Eine ähnliche Beziehung scheint Trump zu Elon Musk zu haben. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Herbst 2024 sprang Musk auf einer Bühne herum wie Mick Jagger, dabei rutschte sein T-Shirt hoch, man sah seinen Bauch. Sie schreiben, Trump habe daraufhin gesagt: "What the fuck läuft falsch bei dem Typen?" 
Wolff: Trump checkt jeden auf seine Nützlichkeit ab. Zu anderen Beziehungen ist er nicht fähig. Elon Musk hat nun die Rolle, die Steve Bannon in der letzten Trump-Regierung hatte. Er ist der Mann mit den Ideen, wie man den "Deep State" zerstört. 
ZEIT ONLINE: Aber die MAGA-Basis beginnt langsam gegen die extremen Kürzungen des Sozialstaates, der Fördermittel, der Lieferverträge mit Bauern zu rebellieren. Trotzdem hat Trump gesagt, er wünsche sich, dass Musk noch aggressiver vorgehe. Wie passt das zusammen? 
Wolff: Trump steckt gerade in der Klemme. Schon seit einiger Zeit sagen die liberalen Medien den Bruch zwischen den beiden voraus. Würde Trump also Musk kritisieren, würde er ihnen recht geben. Er muss also zuerst klarstellen, dass Musk ihm Folge leistet, obwohl das im Moment wahrscheinlich nicht mehr ganz stimmt. Er muss ihn zuerst dominieren, um dann auf einen Grund zu warten, ihn fallen zu lassen. Wenn irgendetwas schiefläuft, ist Musk natürlich die perfekte Person, um die Schuld auf ihn abzuwälzen. Dazu wird es ohne Zweifel irgendwann kommen. Die beiden erfolgreichsten Männer der Welt, die beiden größten Egos der Welt, ohne jegliche soziale Kompetenz, wie soll das gut gehen? 
ZEIT ONLINE: Eine andere Figur, die Sie ausführlich in Ihrem Buch beschreiben, ist der Investor Jeff Yass – und mit ihm die neue Form der Extrem-Vetternwirtschaft in Washington. 
Wolff: Jeff hat einen signifikanten Anteil an Trumps Social-Media-Plattform Truth Social gekauft und damit völlig legal Millionen in Trumps Taschen befördert, ohne damit gegen irgendeine Spendenregel zu verstoßen. Aus unerfindlichen Gründen hatte die Aufsichtsbehörde die Fusion von Truth Social mit einer dubiosen Firma erlaubt, deren Aufsichtsräte beide wegen Insidertrading angeklagt waren. Die haben Truth Social dann an die Börsen gebracht und ein perfektes Vehikel geschaffen, Trump Geld zuzuschustern. Jeff Yass ist nämlich auch einer der größten Investoren in TikTok und – Überraschung – hat Trump dazu gebracht, TikTok, entgegen seiner früheren Aussagen, vor der Abschaltung zu beschützen.[...]"  

Michael Wolff

72 Jahre alt, ist einer der talentiertesten Journalisten seiner Generation. Er hat drei Bücher über Donald Trump veröffentlicht. Fire and Fury über die ersten 100 Tage im Weißen Haus wurde ein Weltbestseller. Sein viertes Buch Alles oder nichts schildert nun, wie Donald Trump das Weiße Haus zurückerobert hat. Es erscheint am 27. Februar weltweit, gerade mal einen Monat nach Trumps Amtsantritt.

 https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-02/michael-wolff-autor-donald-trump-buch-alles-oder-nichts/komplettansicht ZEIT 27.2.25

Donnerstag, 20. Februar 2025

euro|topics: Trump bezeichnet Selenskyj als Diktator


US-Präsident Trump hat seinen ukrainischen Amtskollegen heftig attackiert und unter Druck gesetzt. Als "Diktator ohne Wahlen" solle sich Wolodymyr Selenskyj hinsichtlich seiner Bedingungen für ein Kriegsende "besser schnell bewegen", sonst werde ihm "kein Land mehr bleiben". Trumps Attacken folgen auf sein Telefonat mit Kremlchef Putin und das US-russische Außenministertreffen in Riad. Europas Presse weist sie in Stil und Inhalt empört zurück.

Stuttgarter Zeitung (DE)

Ein Sheriff der besonderen Art

Was Donald Trump zur Ukraine sagt, ist ein Skandal, empört sich die Stuttgarter Zeitung:

„Es eine Verzerrung der Wirklichkeit zu nennen, wäre eine Untertreibung. Der mächtigste Mann der Welt verbreitet Fake News. ... US-Vizepräsident J.D. Vance hat kürzlich davon gesprochen, dass es mit Trump nun einen neuen Sheriff gebe. Das Verhalten der Regierung in Washington gegenüber der Ukraine gleicht aber dem eines Polizisten, der dem Opfer eines bewaffneten Einbruchs sagt: 'Was wollen Sie von mir? Warum haben Sie nicht dem Einbrecher angeboten, künftig in ihrem Wohnzimmer auf der Couch zu schlafen?' ... Trump – das ist klar – ist kein Sheriff, der sich ernsthaft dafür interessiert, Ordnung zu schaffen. Er ist einer, der seine Macht für eigene Interessen nutzen will.“

Tobias Peter
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
republica.ro (RO)

Nachbeten von Kreml-Propaganda

Auch republica.ro ist entsetzt:

„Heute erfahren wir von Donald Trump, dass Amerika die Ukraine mit 350 Milliarden Dollar unterstützt hat – in einem Krieg, 'den sie niemals gewinnen konnte'. … Zudem sagt uns Trump, dass der 'Schauspieler' Selenskyj für den Tod so vieler Ukrainer verantwortlich sei, und noch nicht einmal Wahlen in Kriegszeiten abhalte, was ihn zum Henker seines eigenen Landes und zu einem Diktator von Weltrang mache. ... Trump ist eine Art Putin, der aber eher bereit ist, sich öffentlich zu exponieren als das Männchen aus dem Kreml. Trump übernimmt die gesamte Agenda der russischen Propaganda – wobei Wahlen in Kriegszeiten nicht einmal legal sind.“

Carmen Dumitrescu
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
La Repubblica (IT)

Adieu, westliche Werte

La Repubblica spricht von Verrat:

„Jeder Führer, der Kyjiw besuchte, sagte den Ukrainern, dass sie für die Freiheit des gesamten Westens kämpfen. Diese Worte wurden als konkrete Zusage des Beistands verstanden. ... Donald Trump hat das Versprechen weggefegt, das sie drei Jahre voller Opfer durchhalten ließ. Der US-Präsident benutzte dieselben Phrasen wie der russische und verwischte damit die Grenze zwischen Demokratie und Autokratie. Die Werte, an die die Ukrainer seit der Revolution auf dem Maidan glauben, wurden verhöhnt: ihr Wunsch, sich von allen Bindungen an den Kreml zu lösen und die europäische Identität ihrer Nation zu bekräftigen. ... Es ist der Verrat an einem Bündnis, das nie militärisch war, sondern aus einer gemeinsamen Vision der Geschichte geboren wurde, für die Hunderttausende von Menschen Blutzoll gezahlt haben.“

Gianluca Di Feo
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
Večernji list (HR)

Moskau voll auf den Leim gegangen

Warum Trump nun gegen Selenskyj schießt, erklärt Večernji list so:

„Selenskyj würde nie Territorium aufgeben, genau wie Vučić nie das Kosovo hergeben würde. Das ist der Grund, warum Trump nun alles tut, um Selenskyj zu eliminieren, indem er rechtswidrige Präsidentschaftswahlen in Kriegszeiten erzwingt. ... Trump erfüllt alle Wünsche, die Putin äußert, ohne sich bewusst zu sein, dass Putin damit nie zufrieden sein wird und dass ein solches Russland lediglich auf die nächste Gelegenheit wartet, dort weiterzumachen, wo es aufgehört hat.“

Ivan Hrstić
Teilen auf
zur Homepage
 
Nikolai Mitrochin (RU)

Selber schuld

Politologe Nikolai Mitrochin findet auf Facebook, dass Selenskyj Trumps Vorwürfe mit der Verweigerung des großen Rohstoff-Deals provoziert hat:

„Selenskyjs komplettes diplomatisches Scheitern in den Beziehungen zu den USA unter Trump ist das Ergebnis von Selenskyjs 'diplomatischen Talenten' ... Zunächst wirft Selenskyj die 'geniale Idee' in den Ring, das ukrainische Potenzial an Seltenen Erden gegen US-Hilfe und Schutz einzutauschen - und rechnet nicht mit etwas Konkretem, doch dann bekommt er einen Vertrag vorgelegt. Er weigert sich, ihn zu unterzeichnen. Und dann stellt sich heraus, dass es nicht nur Selenskyj ist, der Partner unter Druck setzen und Gemeinheiten sagen kann.“

Nikolay Mitrokhin
Teilen auf
Zum Originalartikel
 
The Spectator (GB)

Ukrainer stellen sich hinter Selenskyj

Trumps Tiraden dürften eine unbeabsichtigte Wirkung haben, meint The Spectator:

„Die Ukrainer mögen es nicht, wenn ausländische Staats- und Regierungschefs ihnen sagen, was sie zu tun haben - egal ob es Wladimir Putin oder Donald Trump ist. ... Es ist wahrscheinlich, dass sich Selenskyjs Zustimmungswerte verbessern werden, wenn Trump die Argumente des Kremls nachplappert. Ukrainische Oppositionelle stellen sich bereits auf Selenskyjs Seite. ... Seine Weigerung, die Ressourcen der Ukraine an Trump zu übergeben, wird von den Ukrainern weitgehend unterstützt. Wenn überhaupt, bedeutet Selenskyjs Widerstand gegen Trump, dass die Wähler eher bereit sind, über seine innenpolitischen Fehltritte hinwegzusehen, bis der Krieg vorbei ist.“

Svitlana Morenets
Teilen auf
Zum Originalartikel