Posts mit dem Label Großbritannien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Großbritannien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 16. Juli 2024

Was ist aus dem Ergebnis des Rauchverbotes in Schulen und der Zuckersteuer in Großbritannien zu schließen?

 "[...] Der Zucker, den Kinder mit Softdrinks und allen weiteren Lebensmitteln zu sich nehmen, sank insgesamt von im Durchschnitt täglich 70 Gramm im Jahr 2008 auf täglich 44 Gramm im Jahr 2019. Erwachsene senkten ihren Verbrauch in der Zeit von täglich 60 auf 43 Gramm. Das ist zwar gut. Aber der Konsum liegt immer noch weit über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation und dem wissenschaftlichen Ernährungskomitee der britischen Regierung. Die pochen darauf, dass Erwachsene nicht mehr als 30 Gramm, Kinder nicht mehr als 24 Gramm und Kleinkinder nicht mehr als 19 Gramm am Tag zu sich nehmen sollen. Die Wissenschaftler der Studie sagen daher, es sei "nur logisch", wenn man die Zuckersteuer auch auf andere Lebensmittel wie Schokoriegel und Kuchen ausweiten würde. Die Regierung äußert sich bislang dazu nicht.

 Es wäre möglicherweise ein guter Schritt, denn der gesunkene Zuckerkonsum hat jetzt schon dazu geführt, dass Kinder – vor allem Mädchen – weniger Zahnprobleme haben und weniger Mädchen in der Schule ungesund fettleibig sind. Dies mag freilich auch daran liegen, dass die Schulen mittlerweile besseres Essen eingeführt haben und die jüngere Generation mehr Wert auf Sport legt. [...]" (ZEIT online 15.7.24)

Samstag, 23. April 2022

Harold Macmillan (1894-1986)

 "Als im ersten Weltkrieg Sanitäter den Gardehauptmann Macmillan zwölf Stunden nach einem Angriff schwerverwundet im Niemandsland inmitten toter Soldaten entdeckten, fanden sie ihn in einem Buche die Tragödien des Aischylos lesend." (MACMILLAN Alle sind so glücklich  DER SPIEGEL 17/1956)

"[...] Seine aus konservativer Warte „linken“ Ansichten und seine scharfe Kritik an Stanley Baldwin und Arthur Neville Chamberlain isolierten ihn innerhalb seiner Partei. Macmillan war von Beginn an auch ein ausgesprochener Gegner der vor allem von Neville Chamberlain vertretenen Appeasement-Politik.[44] Im Dezember 1935 kritisierte er in einem Leserbrief an die Londoner Times, dass der anglofranzösische Hoare-Laval-Pakt den Kollaps des Völkerbunds bedeuten könnte.[45] Später war er einer von nur zwei konservativen Abgeordneten, die sich gegen den Pakt aussprachen. Das Münchner Abkommen bezeichnete er als „eine komplette Kapitulation vor den Rasseprinzipien der Nazi-Philosophie.“[46] Im Anschluss nahm er 50 Flüchtlinge aus dem Sudetenland auf seinem Anwesen Birch Grove in East Sussex auf.[47][...] (Wikipedia)

"[...] Ehe er aber zu den schärfsten Deflationsmaßnahmen greift, will Macmillan offenbar die geistige Lethargie seiner Landsleute überwinden und ihnen klarmachen, daß die wirtschaftliche Lage bei aller äußeren Prosperität sehr ernst ist. Der Schatzkanzler hat bereits offen zugegeben, was weder Butler noch die sozialistischen Vorgänger jemals zu sagen gewagt haben, daß nämlich die Inflation in England bereits ein Ausmaß angenommen hat, in dem sie von der Regierung allein nicht mehr gemeistert werden kann.

Um das der Öffentlichkeit nahezubringen, hat der britische Schatzkanzler vor wenigen Tagen die größte amtliche Aufklärungsaktion seit dem Kriege gestartet. Er verschickte an alle Firmen mit mehr als hundert Beschäftigten einen persönlichen Brief, in dem er zu Lohn- und Preisdisziplin in den Betrieben aufruft. In einigen hunderttausend Exemplaren verteilt das Schatzkanzleramt überdies eine populär geschriebene Broschüre über den Zusammenhang zwischen Inflation und Vollbeschäftigung.

An Englands Litfaßsäulen prangt seit kurzem Macmillans neuer Schlachtruf gegen die Inflation: Mehr arbeiten, mehr verdienen - mehr sparen! [...]" (MACMILLAN Alle sind so glücklich  DER SPIEGEL 17/1956)

"[...] Ab Oktober 1954 war er nach einer Kabinettsumbildung Verteidigungsminister[92] ein Posten, mit dem er ursprünglich geliebäugelt hatte[93] der ihm jedoch durch Churchills dauerndes Hineinregieren bald verleidet wurde.[94] Während seiner Zeit als Verteidigungsminister reifte in Macmillan die Erkenntnis, dass die konventionellen Streitkräfte zunehmend obsolet seien und Großbritannien sich nur durch die Möglichkeit eines Zweitschlages gegen einen (sowjetischen) Angriff mit Atomwaffen absichern könne.[95] Als der alternde Churchill, der lange an seinem Amt festhielt, sukzessive von seinem Kabinett zum Rücktritt gedrängt wurde, war Macmillan der Abgesandte, der Churchill direkt mit den Ansichten des Kabinetts konfrontierte.[96]

Palace of Westminster, London, Ansicht in den 1950er-Jahren

Im Kabinett von Churchills Nachfolger Sir Anthony Eden wurde Macmillan zunächst Außenminister.[97] Wie bereits in seiner Zeit als Verteidigungsminister übernahm er damit erneut ein Amt, das der Premierminister als sein ureigenes Portfolio ansah.[98] Eden, der mit einer kurzen Ausnahme nie ein anderes Ministeramt als das des Außenministers bekleidet hatte, versuchte weiterhin, das Foreign Office und die Kernkompetenzen der Außenpolitik zu kontrollieren.[99] Schließlich schlug Eden deshalb Macmillan Mitte September 1955 vor, in das Amt des Schatzkanzlers zu wechseln, um ihn durch seinen langjährigen, loyalen Untergebenen Selwyn Lloyd ersetzen zu können.[100] Macmillan knüpfte an seine Zustimmung mehrere Bedingungen; vor allem bat er sich komplette Autonomie als Schatzkanzler aus und verlangte weiterhin, dass Rab Butler kein Deputy Prime Minister (stellvertretender Premierminister) sein dürfe (und damit in der Hierarchie über ihm stehen würde).[101] Nachdem Eden die meisten seiner Forderungen erfüllt hatte, stimmte er im Dezember 1955 schließlich zu und wechselte bei der nachfolgenden Kabinettsumbildung in das Amt des Schatzkanzlers (1955–1957). Als Schatzkanzler führte er in seinem Haushaltsbudget von April 1956 die Neuerung der Premium Bonds ein,[102] nahm eine Diskonterhöhung vor und setzte – gegen Edens Willen – den Wegfall der Subventionen für Brot und Milch durch.[103] Außerdem war er maßgeblich in die Verhandlungen mit der Bundesrepublik über weitere deutsche Ausgleichszahlungen für den Unterhalt der Britischen Rheinarmee involviert. Ende Juni 1956 kamen beide Seiten überein, die deutschen Direktzahlungen an Großbritannien noch einmal bis zum April 1957 zu verlängern.[104]

Während der Sueskrise zunächst einer derjenigen, die Eden zu einem entschlossenen Kurs gegenüber Nasser ermutigten,[105] war Macmillan direkt in die Planung der anglo-französischen Intervention eingebunden und gab sich als Hardliner. Nach seinen Gesprächen mit Präsident Dwight D. Eisenhower, US-Außenminister John Foster Dulles und US-Finanzminister George M. Humphrey (anlässlich eines Treffens des Internationalen Währungsfonds in den USA) berichtete er dem britischen Kabinett von der geäußerten Unterstützung seitens der US-Regierung. Allerdings unterließ er es, Eden über Äußerungen von Außenminister Dulles zu informieren, in denen dieser vor einer Aktion vor dem 6. November (dem Tag der US-Präsidentschaftswahlen) gewarnt hatte,[106] und vertraute dafür ganz auf sein gutes persönliches Verhältnis zu US-Präsident Eisenhower. Macmillan bestärkte Eden in der optimistischen Haltung, dass die Amerikaner Großbritannien letztlich unterstützen und ein fait accompli akzeptieren würden.[107] Sobald die US-Administration als Reaktion auf den anglo-französischen Angriff begann, politischen und vor allem auch ökonomischen Druck auf Großbritannien auszuüben, schwenkte Macmillan jedoch um und forderte innerhalb des Kabinetts ein schnelles Ende der Aktion.[108] Diese völlige Kehrtwende charakterisierte der Labour-Politiker Harold Wilson später in seinem sarkastischen Bonmot „first in, first out“.[109] Macmillan vernichtete später seine Tagebücher, die die Zeitperiode der Sueskrise abdeckten.[110]

Seit Jahren von fragiler Konstitution, erlitt Eden nach dem Fiasko einen gesundheitlichen Zusammenbruch und trat zunächst einen Erholungsurlaub auf Jamaika an.[111] In dieser Zeit leitete ein Triumvirat bestehend aus Lord Salisbury (dem Vorsitzenden der Tories im Oberhaus und Lord President of the Council, dazu auch Macmillans Schwager), Rab Butler und Macmillan kommissarisch die Amtsgeschäfte; Macmillan positionierte sich bereits für die nun absehbare Suche nach einem neuen Premierminister. So hielt er, im Gegensatz zu dem bei dieser Gelegenheit äußerst leidenschaftslos auftretenden Butler, eine betont kämpferische 30-minütige Rede vor dem 1922er-Hinterbänklerkomitee.[112] Als Eden im Januar 1957 schließlich zurücktrat, waren die beiden geeigneten Kandidaten für die Nachfolge als Premierminister und Parteiführer der Konservativen Macmillan und Rab Butler. Beide verband bereits seit längerem eine unterschwellige Rivalität.[113] Anders als von vielen Beobachtern vermutet setzte sich Macmillan durch. Da die Konservativen zu dieser Zeit kein formelles Verfahren zur Bestimmung eines Nachfolgers hatten, holte Queen Elisabeth II. den Rat von mehreren Personen ein, nach wem sie schicken sollte: Eine von Lord Salisbury abgehaltene inoffizielle Umfrage unter den Kabinettsmitgliedern ergab eine deutliche Mehrheit für Macmillan.[114] Auf Salisburys Anraten hin wurden auch noch Chief-Whip Edward Heath und der Vorsitzende des 1922-Komitees, John Morrison, um ihre Ansicht gebeten; beide sprachen sich ebenfalls für Macmillan aus. Der ebenfalls befragte Churchill riet der Queen zu Macmillan mit der Begründung: „Harold ist entschlossener“.[115] Hinzu kamen unter den gegebenen Umständen auch Macmillans enge Kontakte zur US-Administration, die ebenfalls Macmillan als Nachfolger Edens präferierten.[116] Der scheidende Premier Eden, der eine Präferenz für Butler geäußert hatte,[117] gab dagegen keine formelle Empfehlung ab.[118][...] (Wikipedia)

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Handelsvertrag zwischen GB und EU

 Viereinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum haben sich die EU und Großbritannien auf einen Handelsvertrag geeinigt. Das ganz große Chaos - ein No-Deal-Brexit - ist damit abgewendet.

SZ 24.12.20

Mittwoch, 22. Juli 2020

Hochschulkrise in Großbritannien

Hochschulkrise in Großbritannien von ANNIKA BROCKSCHMIDT, Der Tagesspiegel 20.7.20

"Das Hochschulsystem im Vereinigten Königreich lebt von Gebühren ausländischer Studierender. Weil sich die in Pandemie-Zeiten rar machen, drohen nun Milliardenverluste. [...]" 

Samstag, 18. Mai 2019

Zu den britisch-spanischen Beziehungen


Die Beziehungen zwischen Spanien und dem Vereinigten Königreich schließen die internationalen Beziehungen zwischen den Vorgängern beider Staaten ein.
Weder das Vereinigte Königreich noch Spanien haben nur einen einzigen verfassungsmäßigen Vorgänger. Das Vereinigte Königreich wurde ursprünglich durch die Vereinigung der Königreiche England und Schottland (und später mit Irland) geschaffen, während Spanien ursprünglich durch die Vereinigung der Krone von Kastilien und Aragon entstand. Sie sind auch deswegen komplex, weil sowohl Großbritannien wie Spanien globale imperiale Mächte waren, manchmal die gleichen Gebiete beanspruchten, eine Situation, die auch heute noch im Streit um Gibraltar [im Süden der Iberischen Halbinsel] eine Rolle spielt .

Anglo-Portugiesische Allianz
Seit Jahrhunderten wurde die Rolle von England auf der Iberischen Halbinsel durch die portugiesisch-britische Allianz von 1373 bestimmt. Die britischen Beziehungen zu Portugal waren immer besser als die zu Spanien, und Spanien und das Vereinigten Königreich gerieten zweimal in Konflikt über die Frage der Unabhängigkeit Portugals.
Im Jahre 1384, während des Hundertjährigen Krieges, half England König  Johann I. von Portugal, was die von Frankreich unterstützte kastilische Invasion vereitelte. Beide Seiten trafen sich in der entscheidenden Schlacht von Aljubarrota, die sich als entscheidend dafür erwies, dass Portugal seine Unabhängigkeit vom größeren Nachbarn bewahren konnte.
Diese Allianz geriet in eine Krise, als Portugal während des Kastilischen Erbfolgekrieges (1474-1479) Juana la Beltraneja statt ihrer Tante Isabel von Kastilien unterstützte, da Frankreich ebenfalls Johanna favorisierte. In der Folgezeit arbeitete England mit den katholischen Königen, Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von  Aragon zusammen. So kam es zu Hochzeiten zwischen den englischen und kastilischen Fürsten. Außerdem gab es sogar eine kleine englische Abteilung, die während der Eroberung Granadas für die kastilische Sache kämpfte. Allerdings brachte der Kampf von Elizabeth I von England gegen Philipp II von Spanien im sechzehnten Jahrhundert eine neue englische Unterstützung für die portugiesischen Interessen

Sieh: 
Spain–United Kingdom relations
Relaciones entre España y Reino Unido

Freitag, 7. April 2017

Bald 350 000 historische Dokumente zu Georg III. frei zugänglich

Georg III., zu dessen Regierungszeit das Vereinigte Königreich die Vereinigten Staaten von Amerika in die Unabhängigkeit entlassen musste, galt vielen als verrückt. Dabei war er ein universal gebildeter Gelehrter, der freilich an Hypomanie litt, was damals dazu führte, dass er zeitweise in eine Zwangsjacke gesteckt wurde.
Die Öffentlichkeit bekommt die Möglichkeit, sich anhand von bald 350 000 frei zugänglichen Materialien ihr eigenes Bild zu machen.
"By 2020, the portal www.royalcollection.org.uk/georgianpapers will enable people to enter a remarkable collection of 350,000 papers from the Georgian period, only 15% of which have ever been published before."
Lesetipps für Dokumente bei Twitter

Samstag, 28. Januar 2017

Handelsvertrag zwischen USA und Großbritannien

"Vieles deutet darauf hin, dass es ihm [Trump] weniger um den Handel geht als darum, Großbritannien in der Brexit-Situation als Hebel für die Vertiefung der Spaltung Europas zu benutzen. In dieses Bild passen auch die Aussagen von Theodore Malloch, der als Trumps nächster EU-Botschafter gehandelt wird. Gegenüber der BBC fabulierte er, ein Rahmenvertrag zum Freihandel mit Großbritannien könne binnen 90 Tagen stehen, während der Euro in einem bis anderthalb Jahren kollabieren würde."
(Kommentar bei Spiegel online 27.1.17)

Montag, 3. August 2015

Phileleftheros: "London und Paris unfähig in Flüchtlingskrise"

Phileleftheros - Zypern
London und Paris unfähig in Flüchtlingskrise 
Die restriktiven Maßnahmen gegen Flüchtlinge am Eurotunnel zeigen nur, wie sehr die EU im Umgang mit der Flüchtlingskrise versagt hat, kritisiert die liberale Tageszeitung Phileleftheros: "Die Stadt Calais hat sich in eine Festung verwandelt: Die Sicherheitsmaßnahmen im Hafen sind strenger geworden und die Kontrollen zur Identifizierung von Einwanderern sind scharf. Die bittere Wahrheit ist, dass London und Paris für die Flüchtlingsproblematik selbst verantwortlich sind. Beide Länder sind nicht in der Lage, mit Einwanderung vernünftig umzugehen, genauso wenig wie die gesamte Europäische Union. Sicher, einfache Lösungen gibt es nicht. Solange sich jedoch die 28 EU-Länder gegenseitig die Verantwortung zuschieben, ihre Hausaufgaben nicht machen und sich weigern, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wird sich das Problem vergrößern. Egal, wie sehr die Polizeipräsenz verstärkt wird, die Menschen werden auch weiterhin auf der Suche nach einem besseren Leben sterben." (01.08.2015) 

Montag, 3. März 2014