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Samstag, 17. Juni 2023

Kein Mensch ist nur eines und gar nichts anderes

 Eine abstruse Form, darauf zu reagieren, dass Menschen nicht einseitigen Vorurteilen entsprechen, sondern differenzierte zu sehen sind, ist ihnen "Energien" nachzusagen die solchen Vorurteilen entsprechen:

"Vier Arten, wie mein Verlobter mir erlaubt, in meiner femininen Energie zu bleiben", beginnt eine junge Frau ein TikTok. Darunter der Hashtag divinefeminine. Weil ihr Verlobter ein natürlicher Anführer sei, erklärt die junge Frau, verwalte er die Finanzen, treffe Entscheidungen und sei selbstverständlich der Autofahrer. Sie übernimmt die Hausarbeit. 

"Wir haben ein System gewählt, das zu unseren Stärken passt, sodass wir beide die besten Versionen von uns selbst sein können", antwortet sie auf einen Kommentar, der um ihre Unabhängigkeit besorgt ist. Die Creatorin ist eine von vielen Frauen, die auf TikTok und Instagram über "divine feminine energy" oder "goddess energy" sprechen. Es handelt sich dabei um eine Art spirituelle Onlinebewegung. Sie verspricht Frauen mehr Selbstbewusstsein, romantische Aufmerksamkeit und Zufriedenheit. Die Theorie: Jeder Mensch hat feminine und maskuline Energie in sich. Wenn es einem nicht gut geht, liegt das daran, dass die beiden nicht in Balance sind. [...]" ZEIT 16.6.23

Eine andere Form ist es, zu unterstellen, jeder habe genau eine Art, auf die Umwelt zu reagieren, und die ändere sich nie. Man müsse nur seine einzigartige Weise, früh genug entdecken, dann würde man nicht unglücklich, weil man keinen Widerstreit von Selbstgefühl und Rollenerwartung erlebe. LGBTQ ist freilich erst auf dem Weg dorthin, am Ziel wäre die Bewegung erst  wenn die Gesellschaft Rollenerwartungen vollständig abbaut. Ein weiter und vermutlich ziemlich dorniger Weg für Individuen und Gesellschaften, die ihn beschreiten wollen.

Da hatte es Goethes Faust noch relativ einfach, der nur zwei Seelen miteinander in Einklang zu bringen hatte.

Dienstag, 28. September 2021

Wählen Frauen anders als Männer?

 Wählen Frauen anders als Männer? Von: Gesine Fuchs 12.10.2018  bpb

"[...] Schließlich fällt auf, dass die Alternative für Deutschland deutlich weniger von Frauen gewählt wird: 2017 stimmten 9,2 Prozent der Frauen und 12,6 Prozent der Männer für diese Partei. Das ist insofern erstaunlich, als Frauen gleich häufig wie Männer rechtspopulistisch eingestellt sind.[21] In der internationalen Forschung wird vermutet,[22] dass eine weiterhin engere Kirchenbindung von Frauen die Wahl von Rechtspopulisten weniger wahrscheinlich macht und Frauen eher eine soziale Stigmatisierung bei entsprechender Wahlentscheidung fürchten als Männer. Auch könnten ein gewalttätiges und aggressives Image die Wahlbereitschaft für rechtspopulistische oder rechtsextreme Parteien schwächen. Frauen an der Spitze rechter Parteien könnten sie hingegen auch attraktiv für Wählerinnen machen. Dazu passt die Instrumentalisierung und Verschmelzung von feministischen Forderungen mit rassistischer Programmatik, wenn etwa Migranten für allen Sexismus im Land verantwortlich gemacht werden und dieser auf ihre Religion beziehungsweise Kultur zurückgeführt wird. Dazu wird die deutsche Mehrheitsgesellschaft als gleichberechtigt und freiheitlich kontrastiert (sogenannter Femonationalimus).[23] Zusammengefasst: Überzeugende Erklärungen für die relative AfD-Unattraktivität bei Frauen müssten noch gefunden werden.


Eine aktuelle Studie auf Grundlage einer selbstselektiven Online-Befragung zeigt, welche politischen Einstellungen, parteipolitischen Präferenzen und Partizipationsverhalten LGBTIQ*-Personen in Deutschland und Österreich haben. In Deutschland zeigte sich eine große Präferenz für linke Parteien (29 Prozent Grüne, 23 Prozent Linke, 21 Prozent SPD); bei Trans- und Queer-Personen präferierten gar über 40 Prozent die Linke – eine Partei, die eine ausdifferenzierte Agenda in Bezug auf Trans*personen hat;[24] spezifische, kleinere programmatische Unterschiede können also unter bestimmten Umständen zu unterschiedlichen Parteipräferenzen führen. [...]"

Freitag, 10. Januar 2020

Klaus Theweleit: Männerphantasien

"In dem stark an Konzepten der Psychoanalyse und von Gilles Deleuze und Félix Guattari orientierten Buch untersuchte Theweleit faschistisches Bewusstsein und die soldatische Prägung des Ich. Darüber hinaus versuchte er, einige der verbreiteten psychoanalytischen Ansichten über den faschistischen Männertyp umzuformulieren. Er behandelt darin insbesondere die Literatur der deutschen Freikorps der Zwischenkriegszeit."
Wikipedia: KlausTheweleitMännerphantasien 

Zitate:
"Für Gesellschaften, die in ihrem Kern technologisch bestimmt sind – das gilt für unsere seit circa 12.000 Jahren –, ergibt sich daraus die Formulierung eine Gesetzmäßigkeit für den Körper-Aufbau der Einzelnen: Technologie-Strukturen werden zu Körperstrukturen, werden zu Hirnstrukturen, werden zu psychischen Strukturen, werden zu politischen Strukturen. (Seite 1263)
[...]
Ein Liebesleben zu finden und zu erhalten als Normalverhalten zusammenlebender Zivilisten, gleich welchen Geschlechts und welcher Weltregion, ist die brennendste politische Aufgabe; noch vor dem Klimaschutz.
Ein Leben kommender Menschen, das diesen Namen verdient, hängt an anderem; hängt daran, dass die Präambel der Menschenrechtsverordnungen (und das zugehörige Verhalten) sich abkoppeln von Luftblasen-Formeln wie "Würde" und "Respekt" und dem schrecklichen Adjektiv "unantastbar" – wo doch permanent und ohne jede Rücksicht "angetastet" wird.
Wäre es nicht schöner, etwas tatsächlich Existierendes an ihre Stelle zu setzen, nämlich "die Haut", eine wirkliche Grenze. Menschenrecht sollte sein das Recht auf Unversehrtheit der Haut gegenüber unerwünschten Eingriffen. Haut, die aber berührbar ist, wo gewünscht, gegenseitig.
Make Love Not War
war der ernsthafteste Schnack hinter allen Aktivitäten der 68er-Evolution."

Donnerstag, 17. Juli 2014

“Von Frauen muss man sich nichts sagen lassen.”

Mit dem folgenden Link möchte ich nicht nur auf einen schönen Beitrag, sondern auch auf einen lesenswerten Blog hinweisen:
http://frauella.wordpress.com/2014/07/13/manner-vs-frauen/

Donnerstag, 27. Februar 2014

Typisch weiblich, typisch männlich?

Ich stoße auf die Kommentare zu folgendem Blogeintrag:
http://iranique.wordpress.com/2013/12/20/nicht-mehr-reden/#more-8190

Der gegenwärtig letzte Kommentar lautet - passend zum Thema des Gedichts:  :-)

Ich denke dabei an Christan Spannagel, der sich einmal zustimmende Kommentare zu seinen Artikeln verbat. Er wolle Kritik, um weiterdenken zu können. 
Preisgegeben von sich hat er eine Zeit lang per Twitter ("gefühlt") jede Bushaltestelle, an der er stand. Bis er dann - eine Zeit lang - gar nicht mehr twitterte.
Und natürlich denke ich auch an Morgenstern und Gert Fröbes "Morgenstern am Abend".  

Und dann fällt mir Max Frisch ein, der bei Brecht von "Denkmännlichkeit" sprach. Bei Brecht kann er wohl nicht an die bekannte Definition von Männlichkeit ("eine milde Form von Autismus") gedacht haben.
Oder etwa doch? [Auch wenn die Definition vermutlich jünger ist als Frischs Wortprägung.)