Als Student habe ich noch wie ein noch in einem ganz normalen Arbeitsverhältnis auf dem Bau gearbeitet.
Als ich in England war, baute dort eine Baufirma über 60 Häuser mit nur zwei angestellten Arbeitern, alle anderen waren Selbständige, Scheinselbständige. Sie wurden nicht angestellt, damit die Firma sie nicht zu entlassen brauchte, wenn sie keine Arbeit mehr für sie hatte, und weil sie sich so nicht von einer Gewerkschaft vertreten lassen konnten.
Jetzt gibt es in New York eine Gewerkschaft mit 19 000 selbständigen Taxifahrern. Sogar manche Fahrer, die für Uber fahren, sind in dieser Gewerkschaft.
"[...] Laut US-Rechnungshof sind fast 40 Prozent der Arbeitnehmer in den USA befristet beschäftigt. Es gibt sogar Forschungszweige, die sich mit dem Massenphänomen der Gelegenheitsjobs befassen. "Unternehmen haben erkannt, dass sich die Arbeit von festen Jobs trennen lässt", sagt Diane Mulcahy, Dozentin für Betriebswirtschaft am Babson College in Boston. "Der Trend zur Gig Economy wird sich nicht mehr aufhalten lassen." Auch Bhairavi Desai hält diese Entwicklung für unumkehrbar. Aber sie glaubt, dass eine altmodische Institution dennoch bestehen bleibt: die Gewerkschaften. Wie schlagkräftig die in der Welt befristeter Verträge sein können, hat sie vor Gericht gegen Uber bewiesen. Sie hat aus Konkurrenten Kollegen gemacht." (Eine gegen Uber ZEIT31/2017 27.7.17)
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Sonntag, 30. Juli 2017
Gewerkschaften für Selbständige?
Montag, 15. Dezember 2014
Angriffe auf das Streikrecht
Streikrecht in Gefahr, NachDenkseiten 15.12.14
Dienstag, 9. September 2014
Weder Markt noch Freiheit sind absolute Werte
Mancher hat vielleicht noch nicht begriffen, dass Monopole nicht Freiheit bedeuten. Ob uns Google oder NSA unterdrücken, macht einen Unterschied: Auf die NSA wie auf andere Geheimdienste haben wir wenigstens einen bescheidenen politischen Einfluss.
Mancher will vermutlich auch Gewerkschaften als Kartelle unterdrücken. Der steckt noch im tiefsten 19. Jahrhundert.
Technischer Wandel bedeutet nicht, dass ihm notwendigerweise immer der Mensch zum Opfer gebracht werden muss.
Kommerzielles Crowdsourcing bedeutet zunächst einmal, dass der mit der Geschäftsidee den Gewinn einstreicht und die Zuarbeiter rechtlose, jederzeit ablösbare Minutenlöhner werden.
Man stelle sich vor, die Wikipedia wäre ein kommerzielles Unternehmen: Das Ergebnis von vielen Millionen Arbeitsstunden würde akkumuliert als Privatbesitz. Die bestehenden Lexika, die faire Arbeitsentgelte zahlten, würden ruiniert, um ein Privatwissensmonopol zu schaffen.
Es ist etwas anderes, ob Hilfe auf Gegenseitigkeit oder ob rechtlose Heimarbeit organisiert wird (vgl. Gerhart Hauptmann: Die Weber). Sozialer Wandel muss moderiert werden, wenn er nicht Ungerechtigkeit und Elend schaffen soll.
Mehr dazu bei in der ZEIT-Debatte "Von Kriegen umzingelt" in: Mark Lilla: Freiheit ist nicht alles, in Die ZEIT Nr. 37, S.8 .
Mancher will vermutlich auch Gewerkschaften als Kartelle unterdrücken. Der steckt noch im tiefsten 19. Jahrhundert.
Technischer Wandel bedeutet nicht, dass ihm notwendigerweise immer der Mensch zum Opfer gebracht werden muss.
Kommerzielles Crowdsourcing bedeutet zunächst einmal, dass der mit der Geschäftsidee den Gewinn einstreicht und die Zuarbeiter rechtlose, jederzeit ablösbare Minutenlöhner werden.
Man stelle sich vor, die Wikipedia wäre ein kommerzielles Unternehmen: Das Ergebnis von vielen Millionen Arbeitsstunden würde akkumuliert als Privatbesitz. Die bestehenden Lexika, die faire Arbeitsentgelte zahlten, würden ruiniert, um ein Privatwissensmonopol zu schaffen.
Es ist etwas anderes, ob Hilfe auf Gegenseitigkeit oder ob rechtlose Heimarbeit organisiert wird (vgl. Gerhart Hauptmann: Die Weber). Sozialer Wandel muss moderiert werden, wenn er nicht Ungerechtigkeit und Elend schaffen soll.
Mehr dazu bei in der ZEIT-Debatte "Von Kriegen umzingelt" in: Mark Lilla: Freiheit ist nicht alles, in Die ZEIT Nr. 37, S.8 .
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