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Sonntag, 16. Juni 2024

KI führt zu erheblich größerem Stromverrauch und könnte die Versorgung von Privatkunden gefährden

 https://www.heise.de/news/KI-Server-mit-Atomantrieb-9746010.html

heise online 3.6.24

"[...] Der Stromverbrauch von Rechenzentren wächst derzeit weltweit stark an. Zu den Treibern dieser Entwicklung gehören KI-Rechenbeschleuniger, die enorm viel Energie verheizen.

Damit die Stromversorgung den KI-Boom nicht abwürgt, weil Strom knapp oder in Spitzenlastphasen zu teuer wird, sichern sich große Betreiber von Rechenzentren Produktionskapazitäten direkt bei den Erzeugern.

Branchenkenner befürchten, dass sich solche Lieferverträge negativ auf andere Stromkunden auswirken könnten, etwa auf Privatleute. Denn in manchen Versorgungszonen könnte Strom knapp und teuer werden, wenn es an Erzeugungs-, Übertragungs- oder Speicherkapazitäten mangelt. [...]"

Donnerstag, 13. April 2023

Zur Versorgungssicherheit beim Strom

 Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, zur Versorgungssicherheit: 

"Der Streckbetrieb war übertriebene Vorsicht. Deutschland hätte die Atomkraftwerke auch schon wie ursprünglich geplant zum Ende des Jahres 2022 abschalten können, ohne dass die Lichter ausgegangen wären. Der Stresstest der Übertragungsnetzbetreiber hat gezeigt, dass auch ohne Atomenergie die Versorgungssicherheit, auch im Süden Deutschlands, gewährleistet ist. Man wollte auf Nummer sicher gehen. Es hat sich aber bewahrheitet, was auch wir schon vorher sagten: die Lichter gingen nicht aus. Also viel Lärm um nichts. [...]  Zum einen gibt es ausreichende Strommengen, zum anderen wird aufgrund der hohen fossilen Energiepreise endlich mehr Energie gespart. Beides trägt zur Versorgungssicherheit bei. Die Gasversorgung ist auch ohne russisches Gas gesichert, genau wie wir es in unseren Studien vorhergesagt haben. [...]  Die Probleme kommen derzeit vor allem aus Frankreich, wo noch immer ein Großteil der Atomkraftwerke nicht am Netz ist, weil sie marode sind oder wegen Klimawandel-bedingter Dürre kein ausreichendes Kühlwasser zur Verfügung steht. Das zum Thema Versorgungssicherheit von Atomenergie. Deutschland ist durchaus über den Berg, die Franzosen nicht. [...] Atomenergie ist nicht komplett CO2-frei. Das Umweltbundesamt hat vorgerechnet, dass durchaus CO2-Emissionen entstehen, nämlich beim Kraftwerksbau und -rückbau, der Endlagerung und auch beim Uranabbau und bei der Herstellung der Brennelemente. Aber davon mal ganz abgesehen: Der Neubau der Anlagen ist extrem teuer, enorm aufwändig und risikobehaftet. Ein Großteil der Neubauprojekte dauert deutlich länger als geplant, teilweise über 10 Jahre! Fakt ist: Atomenergie ist teuer, der Neubau ist ohne staatliche Subventionen kaum finanzierbar. Keine Versicherung trägt die Risiken, die Gesellschaft haftet allein. Es gibt so viel billigere, sichere, friedensstiftende und zukunftsfähige Alternativen: nämlich erneuerbare Energien." 

(Utopia 13.4.2023)

Sonntag, 25. Juni 2017

Ein Stromdieb

Lebensgefährlicher Job aufgrund fehlender Alternativen:
http://www.zeit.de/2017/16/elektrizitaet-strom-diebstahl-kenia-nairobi/komplettansicht

Kurz gesagt, besteht sein Geschäftsmodell darin, Strom des offiziellen Anbieters zu klauen und ihn dann an die Bewohner des Slums zu verkaufen. Es ist ein Job voller Risiken und Gefahren. Dreimal schon durchzuckte der Strom Odhiambos Körper, einmal fiel er ohnmächtig von der Leiter herunter. "Aber hey", sagt Odhiambo, "das Geld ist süß." [...]
Eigentlich wollte Odhiambo nie Stromdieb werden. "Ich hatte nicht nur höllisch Angst vor Elektrizität, sondern auch vor der Höhe der Leiter", sagt er. Sein Vater aber, der als Elektriker in den "schicken Vierteln" arbeitet, bestand darauf. Der Sohn sollte ein Auskommen haben. Nacht für Nacht schickte er Odhimabo zum Stromklauen, brachte ihm bei, wie das geht: Atme tief durch. Steig die Leiter hinauf zu den Stromkabeln von KPLC. Leuchte die vier Kabel an. Geh auf das gelbe, da ist am meisten Strom drauf. Miss den Strom mit dem Tester, setz deinen Haken, kappe das Hauptkabel. Leg deine Diebeskabel nach unten. Erst wenn du das getan hast, kannst du den Strom wieder fließen lassen. Das ist das Wichtigste, vergiss es nicht. Sonst durchzuckt dich der Strom, bumm, dir wird entsetzlich kalt, du wirst grauenhaft müde. Sie geben dir dann Milch zu trinken, damit sich die Neuronen in deinem Körper wieder neutralisieren. Aber du weißt ja, wie viele im Jahr hier an Stromschlägen sterben.
Wer von den Gassen Kiberas in den Himmel schaut, sieht ganze Kabelnester, die sich an die offiziellen Leitungen krallen – das Werk der Stromdiebe. Ihre Haken haben sie mit Draht umwickelt, ihre Diebesleitungen verlaufen in alle Himmelsrichtungen. Bisweilen sind sie mit Zweig- und Astkonstruktionen voneinander getrennt, die im Wind schwanken. Die Kabel führen zu Holz- und Wellblechhütten, schmiegen sich an Hauswände, ragen aus dem Erdboden hervor. "Du hast zwei Möglichkeiten", sagt Odhiambo. "Du kannst deine Kabel ober- oder unterirdisch verlegen. Beides ist kreuzgefährlich." Das oberirdische Kabel kann herunterfallen, wenn der Wind zu stark weht. Stürzt es auf ein Wellblechdach, können die Menschen darunter durch einen Stromschlag sterben. Fällt es auf eine Hütte, kann Feuer ausbrechen. "Verlegst du sie unterirdisch, in der weichen Erde, können sie in der Regenzeit nass werden." Tritt einer der Slumbewohner darauf, kann ihn der Stromschlag treffen. In jedem Jahr sterben etwa 20 Menschen in Kibera an Stromschlägen.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Energiefresser Internet

Das Internet kostet viele Gigawattstunden. Allein Google hat einen Stromverbrauch wie eine Großstadt.
Dabei hat Google inzwischen relativ stromsparende Server. (mehr dazu)
Kommentare dazu

Klaus-Peter Kolling zum persönlichen Gebrauch: "Grundsätzlich bei Neuanschaffungen auch den Energieverbrauch berücksichtigen... Ein aktives Tablet oder Netbook verbraucht deutlich weniger Strom als ein Standard-PC, welcher schnell mal 200W und mehr benötigt.
Auch sollte man Netzteile, welche keinen eigenen Ausschalter haben, über Steckerleisten abschaltbar machen! Das gilt besonders auch für Handyladegeräte!"