"Wir meinen ständig neue Gefahren zu erkennen -- Vogelgrippe, Schweinepest, Elektrosmog, Kriminalität und Lebensmittelskandale begegnen uns fast täglich in den Medien. Die Angst vor solchen »falschen« Gefahren verstellt den Blick auf die »echten« Risiken, die uns und unsere Nachwelt bedrohen. In seinem neuen Buch: „Das Risikoparadox" zeigt der Stuttgarter Professor und Risikoforscher Ortwin Renn auf, welche Gefahren überschätzt und welche unterschätzt werden.
Vor allem die systemischen Risiken
der zunehmenden Umweltnutzung (unterschätzt),
der Steuerungsdefizite In Politik und Wirtschaft
sowie der sozialen Ungleichheit
und Identitätsbedrohung
erfordern eine Neuausrichtung von Politik und eigenem Konsumverhalten, die beide auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet sein müssen." (Youtube Buchvorstellung 19.5.2014)
Ortwin Renn kommt erst nach 36:10 Minuten zu Wort.
Tweets zu Risikoparadox
Aktuell:
Interview O. Renns durch Arno Widmann: Was passiert bei einer Massenpanik?
Berliner Zeitung 25.2.2018
U.a.: Gemeinsamkeit von Menschenströmen und Wasserströmungen (Beispiel: Verhindern von Tottrampeln an der Kaaba durch an den richtigen Punkten eingesetzte Säulen)
Wie man einen Strom von Fischen oder Menschen umdrehen kann (Einer gegen den Strom verändert nichts, zwei verändern wenig, drei lassen den Strom langsam stoppen und sich drehen.)
Zusammenhang zwischen Menge der Unzufriedenen, Verhaftungen und Aufständen
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Samstag, 3. März 2018
Das Risikoparadox (Ortwin Renn, Buchvorstellung)
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Sonntag, 10. Mai 2015
Obama: Politische Führer werden keine Risiken eingehen, solange ...
"Als Politiker kann ich Ihnen eines versichern: Politische Führer werden keine Risiken eingehen, solange die Menschen dies nicht von ihnen verlangen." (Barack Obama laut SZ, 5.10.13)
"... jede echte Hoffnung in dieser Krise wird von unten kommen müssen." (Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima)
Kleins Statement im Kontext:
"... jede echte Hoffnung in dieser Krise wird von unten kommen müssen." (Naomi Klein: Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima)
Kleins Statement im Kontext:
In meinem letzten Buch Die Schock-Strategie habe ich dargelegt, dass im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte Konzerninteressen systematisch die unterschiedlichsten Krisen ausgenutzt haben, um eine Politik durchzusetzen, die eine kleine Elite reicher macht - durch Deregulierungen, die Kürzung der Sozialausgaben und mittels großflächiger Privatisierungen im öffentlichen Sektor. Krisen dienten auch als Vorwand für radikale Beschneidungen der Bürgerrechte und alarmierende Menschenrechtsverletzungen.
Vieles deutet darauf hin, dass der Klimawandel in dieser Hinsicht keine Ausnahme darstellen wird, dass auch diese Krise dazu benutzt wird, dem einen Prozent noch mehr Ressourcen zuzuschieben, anstatt Lösungen in Gang zu bringen, die eine echte Chance darauf bieten, eine Erderwärmung von desaströsem Ausmaß zu verhindern [...] Damit Oppositionsbewegungen nicht nur ein Strohfeuer bleiben, brauchen sie eine umfassende Vision dessen, was an die Stelle unseres scheiternden Systems treten soll, und tragfähige politische Strategien für die Durchsetzung dieser Ziele." (S.19) [...]
Tatsächlich hat die internationale Organisation, die mit der Aufgabe betraut wurde, ein 'gefährliches' Ausmaß des Klimawandels zu verhindern, in ihrem über zwanzigjährigen Bestehen (und in über neunzig offiziellen Verhandlungssitzungen seit Verabschiedung der Klimakonvention von 1992) nicht nur keine Fortschritte erzielt, sondern einen quasi ununterbrochenen Prozess von Rückschritten zu verzeichnen. Unsere Regierungen haben Jahre damit verschwendet, Zahlen zu frisieren und über Starttermine zu zanken, und ständig versucht, sie hinauszuzögern wie Studenten ihre Studienarbeiten." (S.21)
"Das ist die Stimmungslage seit dem Scheitern des im Vorfeld hochgelobten UN-Klimagipfels 2009 in Kopenhagen. Am letzten Abend dieser riesigen Veranstaltung befand ich mich bei einer Gruppe von Klimagerechtigkeitsaktivisten, darunter einer der prominentesten Campaigner in Großbritannien. Während des gesamten Gipfels strotzte der junge Mann vor Zuversicht und Gelassenheit, informierte jeden Tag Dutzende Journalisten darüber, was in den jeweiligen Verhandlungsrunden herausgekommen war und was die verschiedenen Emissionsziele in der Realität bedeuteten. Trotz der Herausforderungen war sein Optimismus über die Aussichten des Gipfels ungebrochen. Als dann alles vorbei war und das jämmerliche Ergebnis feststand, fiel er vor unseren Augen in sich zusammen. In einem grell beleuchteten italienischen Lokal brach er in hemmungsloses Schluchzen aus. »Ich hatte wirklich gedacht, Obama hat es kapiert«, sagte er wieder und wieder.
Diesen Abend habe ich als den Moment in Erinnerung, als die Klimabewegung erwachsen wurde: Es war der Moment, als uns allen wirklich bewusst wurde, dass niemand zu unserer Rettung kommen würde. [...] Es ist tatsächlich so, dass wir ganz auf uns allein gestellt sind, und jede echte Hoffnung in dieser Krise wird von unten kommen müssen." (S.22)
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