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Mittwoch, 20. März 2019

Martin Lindner: "Die Bildung und das Netz" Zwischenbericht zur Bildungsgeschichte

Bei seiner Darstellung der Bildungsgeschichte des 20. Jhs. und speziell der "Bildungsrepublik" Deutschland (Kapitel 16 und 17 des Buches) lässt Lindner erkennen, dass er wenig von einem engen Lehrer-Schüler-Verhältnis (wie man idealtypisch Pädagogik von Sokrates bis zur Reformpädagogik fassen könnte - auch Heisenberg sprach nicht von seinen eigenen Erkenntnissen, sondern von der Begegnung mit bedeutenden Persönlichkeiten, die ihn geprägt hätten) und wenig von messender und managender quantifizierter Pädagogik hält, sondern auf das selbstbestimmte Lernen an sich wandelnden Aufgaben setzt. [Vielleicht korrigiert er mich, wenn ich das falsch sehe.]

Ich möchte diesem Konzept nicht widersprechen. 
Vielmehr möchte ich kurz meine persönliche Lerngeschichte vorstellen, um zu begründen, wie ich zu einer anderen Auffassung gekommen bin: 
Wichtige Lernerfahrungen habe ich einerseits bei der Begegnung mit Texten und den dahinter stehenden Persönlichkeiten gemacht (ein Beispiel: Anne Frank), andererseits habe ich immer Helfer für die Einübung von Lernstrategien gebraucht. 
Außerdem habe ich immer wieder Lehrer kennen gelernt, die Schüler zu Leistungen befähigen konnten, die diesen Schülern bei anderen Lehrern nicht gelangen. 
Insofern halte ich die persönliche Begegnung für Motivation und den Erwerb von Lernstrategien für sehr wichtig. 
Außerdem habe ich mich auf einige Lernfelder (z.B. Mediation) nur auf Anregung von außen hin begeben. 
Erst nachdem ich aus dem Beruf ausgeschieden bin, habe ich mit der Zeit ein persönliches Lernnetzwerk entwickelt, weil ich es für unangemessen hielt, die Arbeitskraft guter Lehrer für meine nachberufliche Ausbildung zu verschwenden. Vornehmlich Wikipedia, Wikiversity und ZUM-Wiki, die Blogger- und Twitterszene und eine wenig Barcamps und MOOCs ermöglichten mir ein Lernen auf (fiktiver?) Gegenseitigkeit. Was ein persönliches Lernnetzwerk ist, habe ich freilich erst im Laufe dieser Tätigkeit von Lisa Rosa erfahren. 

Dass ein Schüler sich ein persönliches Lernnetzwerk aufgebaut hat, habe ich nur bei meinem neun Jahre älteren Bruder in den 1950er Jahren beobachtet, der folgerichtig das Gymnasium vor dem Abitur verließ und nie eine Universität besuchte, aber sein Leben lang bemüht war, seine jüngeren Geschwister und später seine Arbeitskollegen an seinen eindrucksvollen Bildungserlebnissen teilhaben zu lassen. 
Lernen durch Lehren scheint mir ein sinnvolles Konzept, die Anleitung zur Bildung eines persönlichen Lernnetzwerks kenne ich nur in der Theorie und habe ich noch nicht beobachten können. 
[Eine extrem kurze Geschichte des Lernens von der Antike bis zum Internetlernen habe ich aus meiner Sicht in Wikiversity formuliert.]

Donnerstag, 8. Februar 2018

Bedeutet ein 'positives Schulklima' Disziplin im Klassenraum?

"Der Bildungswissenschaftler Eckhard Klieme wirft der OECD in der ZEIT einen falschen Umgang mit ihren Pisa-Daten vor. Diese würden überinterpretiert. Weiter versuche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, mit ihren Daten Politik zu machen.  [...] Ein 'positives Schulklima' im Sinne guter Lehrer-Schüler-Beziehungen ist etwas anderes als Disziplin im Klassenraum." (ZEIT online 7.2.18)

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Mittwoch, 8. Juli 2015

Sonntag, 27. Oktober 2013

Erwachsenen-PISA

Erwachsenen-PISA (PIAAC) - Beispielaufgaben als PDF (gesis.org) (Dank an Lehrerfreund!)

Hier schnell mein Testergebnis:
Bei der Kindergartenaufgabe habe ich zunächst sorgfältig den Text gelesen, bevor ich nach der Aufgabenstellung gesucht habe, weil ich dachte, es ginge um Textverständnis. Eine Art funktionaler Analphabetismus bei mir. 

Die Frage nach Fahrenheitgraden habe ich falsch beantwortet, weil ich nicht erkannt habe, dass die Grade .... angegeben waren.
Bei der Frage nach der Musik wurde es mir schon zu langweilig, als ich nach Addition mit Taschenrechner herausfand, dass mir nur noch ein Titel fehlte. 
Bei beiden Jobsuchaufgaben bin ich gescheitert, weil ich keine Lust hatte, dafür ins Internet zu gehen. 

Insgesamt: ein auffälliger Unterschied beim Schwierigkeitsgrad der Aufgaben. Auch habe ich erkannt, dass es mir an Motivation für solche Aufgaben fehlt. Ich gebe mich mit den Lösungen zufrieden, die mir praxistauglich scheinen.

Meine Frage: Beweisen die Fragen wirklich Fähigkeit und Unfähigkeit oder spielt nicht die fehlende Motivation zur Bearbeitung eines Tests eine wichtige Rolle bei Erwachsenen?
Bei Schülern könnte dieser letzte Aspekt auch eine größere Rolle spielen, als Lehrer meist annehmen.