Da ich die Bände von Kindlers Kulturgeschichte Europas nicht mehr lange aufheben werde, möchte ich versuchen, etwas von dem Zweck der damaligen Anschaffung zu bewahren, indem ich Wikipediatexte aufnehme oder verlinke, die entsprechende Themen betreffen, und andererseits Textproben aufnehme, die den anderen Darstellungsstil von Professoren der 1970er Jahre im Unterschied zu Wikipediatexten erkennen lassen. (Wichtig auch der Stilunterschied zu heutigen KI-Texten)
Europäische Vor- und Frühgeschichte
Dreiperiodensystem und Urgeschichte
Älteste Nachweise von Vertretern der Gattung Homo stammen derzeit aus der Sierra de Atapuerca in Spanien und sind bis zu 1,2 Millionen Jahre alt.[6] Noch ältere Fossilfunde aus Georgien (außerhalb der heute gültigen Grenzen Europas) sind 1,8 Millionen Jahre alt und werden als „Homo georgicus“ bezeichnet. Im nordalpinen Europa beginnt der älteste Besiedlungshorizont mit Homo heidelbergensis vor ca. 600.000 Jahren. Die Zuordnung der Funde zu einer eigenständigen Art ist allerdings umstritten; viele Paläoanthropologen bezeichnen die Angehörigen der ersten Auswanderungswelle aus Afrika (Out-of-Africa-Theorie) einheitlich als Homo erectus, der vor ca. 1,8 Millionen Jahren bereits Java besiedelt hatte.
Während die Entwicklung des Homo sapiens vor ca. 160.000 Jahren in Afrika ihren Ausgang von den dort verbliebenen Populationen des Homo erectus nahm, wurde Europa zur Domäne des hier aus Homo erectus bereits entstandenen Homo heidelbergensis und des aus diesem hervorgegangenen Neandertalers. Erst vor ca. 40.000 Jahren gelangte Homo sapiens in einer zweiten Auswanderungswelle der Gattung Homo nach Europa (vgl. Europäer) und ersetzte nach und nach den Neandertaler (vgl. Cro-Magnon-Mensch). Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.
Für Nordeuropa waren mehrere Kaltzeiten für die weitere Entwicklung vor allem der geologischen Formationen bestimmend. Diese Vereisungen betrafen das heutige Skandinavien, Island, Irland, den Norden Deutschlands, Polens und Russlands. Die letzte Hauptvereisungszeit dauerte etwa von 23.000 bis 9.660 v. Chr.
Im Wesentlichen werden unterschieden
Piggott: "Im 19. Jahrhundert dürfte es mit dem zur Verfügung stehenden Material und der damals angewandten Grabungstechnik schwierig, wenn nicht sogar unmöglich gewesen sein, innerhalb einander ausschließender Systeme zu arbeiten, obwohl bestimmte französische Archäologen diese Möglichkeit schon in Erwägung zogen. Sie schlugen eine grobe Klassifizierung dessen, was wir jetzt mittleres und oberes Paläolithikum nennen, nicht nur mithilfe der menschlichen Artefakte, sondern auch der großen Säugetiere vor, von denen die Existenz der damaligen Horden von Jägern abhingen – also eine Mammut-Zeit und eine Rentier-Zeit, die die Zoologen durch Bestimmung der weggeworfenen Knochen in den verschiedenen Fundschichten der alten Siedlungen – der von den Archäologen ausgegrabenen Abfallhaufen – definieren konnten. Dies war ein Schritt in Richtung auf eine gemeinsame Deutung mittels Archäologie und Naturwissenschaft, und das während des 19. Jahrhunderts anhaltende Interesse an der Ökologie des historischen Menschen wurde auch auf jüngste Fundstellen übertragen, wie zum Beispiel die so genannten Schweizer Pfahlbauten oder die Kjökkenmöddinger in Dänemark. Am Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten Pitt Rivers über die Relikte domestizierter Tiere und Siedlungen in Dorset [...] Mit diesen Forschungen wurden die Grundlagen zur Konstruktion eines neuen Systems angelegt, das die menschlichen Gesellschaften des Altertums nach ihren Wirtschaftsformen klassifiziert, d.h. also danach, ob die Basis ihrer Existenz im / Jagen, Fischen und Nahrungssammeln bestand oder in einer bäuerlich produzierenden Wirtschaft, in Tierzucht und Getreideanbau. Aber trotz des vielversprechenden Anfangs ließ das Interesse an dieser Interpretation nach einer Generation oder etwas später nach und wurde erst in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts wieder aufgenommen. In der Zwischenzeit kam es zu irreparablen Verlusten, besonders bei den Grabungen im Orient und in Griechenland, wo Belege für eine ökologische Interpretation – Tierknochen, Spuren von Pflanzen oder Samen und so weiter – ignoriert oder gar weggeworfen wurden. Auch heute noch [1970ff.] wird infolge des Übergewichts alter Traditionen auf diesem Gebiet, die eher auf kunstgeschichtlicher als auf archäologischer Forschung basieren und den Erwerb eines Museumsstücks höher werten, als den Gewinn von Erkenntnis, die ökologische Forschung auf das schwerste, behindert. Unsere Information ist infolgedessen unvollständiges Stückwerk; aber Arbeiten des letzten Jahr haben eine Menge neues Material erbracht, besonders hinsichtlich der frühesten Domestizierung von Tieren." (S. 70/71).
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