Mittwoch, 5. Dezember 2018

"Werk ohne Autor" und "Die Vereindeutigung der Welt" in Bezug gesetzt

Florian Henckel von Donnersmarck: Werk ohne Autor (deutscher Spielfilm)
und
zu: Die Vereindeutigung derWelt (meine Notizen zum Gespräch)
Verlust an Mehrdeutigkeit und Ambiguität
Bauer spielt es an vielen Bereichen durch: Religion: Islam, der sehr tolerant war, wird jetzt auf Islamismus festgelegt

Gegensatz von Individuum und Authentizität
Bauer spricht von Authentizitätswahn

Authentizität dient der Vereindeutigung, weil Mehrdeutigkeit und Ambiguität so anstrengend ist.

Mangelnde Ambiguitätstoleranz

Religion sollte mehr Räume für Ambiguitätstoleranz schaffen.

Intoleranz:
eine Wahrheit
Geschichtsverweigerung
Schwarz/Weiß, keine Graustufen

Aber nicht Postmoderne "anything goes"

Bauer zu Sozialistischer Realismus Dem wollten die USA etwas entgegensetzen

CIA entschied sich für die abstrakte Kunst als Gegenmittel egen Realismus

Vorzug, dass die Werke "nichts bedeuteten".

abstrakter Expressionismus ohne Aussage, Wert der Bilder nur über den Markt

Sieh auch: 
Über intellektuelle Vielfalt in der muslimischen Tradition. Gespräch mit Thomas Bauer über sein Buch Die Kultur der Ambiguität vom 29. August 2011
Nicht alles „Islamische“ hat mit Religion zu tun. Interview von Ali Mete mit Thomas Bauer auf islamiq.de, 17. April 2017

Dienstag, 4. Dezember 2018

Ich wär so gern vertrauensselig








Wenn Genosse Olaf wenigstens einen Grund nennen könnte, weshalb ich einen Anlass haben könnte, ihm zu glauben.

5.12.18:
Was zu erwarten war, erfahre ich aus der Morgenzeitung: Finanztransaktionssteuer und Digitalsteuer sind gescheitert.
Kein gutes Ergebnis.
Ein weiterer Tweet, der das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Regierungen schwächt.


Klimawandel - Notfallplan des Club of Rome

https://www.clubofrome.org/wp-content/uploads/2018/12/COR_Climate-Emergency-Plan-final-pages.pdf

Zur Diskussion über den Klimawandel Utopia 4.3.19

Psycholekt

Im Naturalismus strebten die Dichter an, die Personen nicht nur ihrer Herkunft gemäß (Soziolekt), sondern auch der jeweiligen Situation und Stimmungslage entsprechend sprechen zu lassen. (Psycholekt)
So ganz neu war das freilich nicht. Es findet sich spätestens seit Shakespeare. Freilich, dieser hat selten um der sprachlichen Angemessenheit auf dichterischen Ausdruck verzichtet.

Montag, 3. Dezember 2018

Migration und Sesshaftigkeit

60% der Briten lebten 2017 an dem Ort, in dem sie geboren wurden. (Nida-Rümelin)

Sonntag, 2. Dezember 2018

euro|topics: Frankreich: Proteste der Gelbwesten eskalieren


Die Proteste gegen Präsident Macron, die sich am Unmut über die erhöhte Mineralölsteuer entzündeten, sind am Wochenende in massive Gewalt umgeschlagen. In den Straßen von Paris wurden Autos angezündet und Fenster eingeschlagen, Vermummte zogen mit Metallstangen und Äxten durch die Straßen. Kommentatoren halten einen konstruktiven Dialog in Frankreich nicht mehr für möglich.
LES ECHOS (FR)

Man muss die Gewalt verdammen

Entsetzt über den Ausbruch der Gewalt ist Les Echos:
„Ab jetzt ist nicht viel weniger als unsere Demokratie bedroht. Deshalb ist angesichts des schrecklichen Chaos, das die Bewegung der 'Gelbwesten' am Samstag im Herzen der Hauptstadt und in einigen Städten in der Provinz angerichtet hat, nun jeder verpflichtet, sich eindeutig zu positionieren: Steht er auf der Seite der legitimen Ordnung einer Republik? Oder auf der des Aufstands gegen die Demokratie? Wenn Orte der Macht, der Geschichte und des Gedenkens angegriffen werden, wie es der Fall war, wenn das Recht auf Eigentum verletzt wird, ehrliche Ladenbesitzer bestohlen werden und Polizeibeamte drangsaliert werden, dann muss man nicht länger den Staatschef verteidigen, sondern den Staat selbst.“
Fabien Clairefond
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KOMMERSANT (RU)

Sie können randalieren, aber nicht reden

Der französischen Regierung fehlt in der Protestbewegung der Ansprechpartner, konstatiert Alexej Tarchanow, Frankreich-Korrespondent von Kommersant:
„Der friedliche Protest wird immer aktiver von Radikalen des linken und rechten Lagers, der Vorstadtjugend und echten Kriminellen monopolisiert. ... Die der Bewegung fehlende Homogenität macht sie noch unvorhersehbarer und anarchischer. Nach Meinung Pariser Beobachter haben die unpopulären Reformen die Mittelschicht, die bislang das Gegengewicht zu den Radikalen bildete, gegen die Regierung aufgebracht. Die Radikalen wiederum handeln nach dem Prinzip 'je schlimmer, desto besser'. Das Hauptproblem bleibt der fehlende Dialog: Die Gelbwesten werden in die Nationalversammlung und zu einem Treffen mit dem Premier eingeladen. Aber bislang reagieren sie nicht darauf.“
Alexei Tarkhanov
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TAGES-ANZEIGER (CH)

Destruktive Kraft ohne Richtung

Die Gelbwesten vereinen politisch entwurzelte Demonstranten von links und rechts, vereint durch den Wunsch, die bestehenden Verhältnisse zu zerstören, analysiert der Tages-Anzeiger:
„Die Bewegung der Westenträger spiegelt wie eine verzerrte Fratze die versöhnenden Gesten Macrons. Ich bin weder links noch rechts, sagt der Präsident. Wir auch nicht, brüllt die Strasse zurück. Macron inszeniert sich in seiner Abkehr von den politischen Lagern als pragmatischer Modernisierer. Die Menschen an Strassensperren und Barrikaden haben wie ihr Präsident das Vertrauen in die Volksparteien verloren. Doch in ihrer Enttäuschung wenden sie sich nicht Macron zu - sie wehren alles ab, was nach übergeordneter Autorität klingt. Übrig bleibt eine destruktive Kraft, ohne klare Richtung.“
Nadia Pantel
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DER STANDARD (AT)

Aufstand gegen Missverhältnisse in ganz Europa

Der Standard sieht die Ursachen der Proteste bei weitem nicht nur in Frankreich angesiedelt:
„Die Gelbwesten sind nicht nur eine Reaktion auf französische Verhältnisse, sondern auf einen sozialpolitischen Missstand in ganz Europa, im ganzen Westen. Hört man genau hin, beklagen sich die Gelbwesten sowohl über die exorbitanten Saläre der Topmanager als auch über den Umstand, dass sie trotz harter Arbeit kaum mehr verdienen als Sozialhilfebezieher. Wie schwer es ist, in den komplexen und globalisierten Gesellschaften Antworten zu finden, zeigt Macrons Absturz in den Umfragen. Wie weiter? Beide Seiten bleiben vorerst unbeugsam. Selbst wenn Macron den Gelbwesten-Protest auszusitzen vermag, wird ihn dieser politisch weiter schwächen. Es ist nicht sicher, ob er das Land dann wirklich noch reformieren kann.“
Stefan Brändle
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LA REPUBBLICA (IT)

Pro-Europäer verlieren ihren Kämpfer

Dass nicht nur die Wut der Straße Macron in Bedrängnis bringt, beschreibt der Paris-Korrespondent von La Repubblica, Bernardo Valli:
„Trotz ihrer Bemühungen, sich der Protestbewegung anzuschließen, wurden die Oppositionsparteien bisher im Abseits gehalten. Die Gelben Westen wollen nicht, dass sie ihre Verbündeten sind. Sie haben keine Parteivertreter in ihre Reihen aufgenommen. Aber die extreme Rechte, Rassemblement National (ehemals Front National), und die extreme Linke, La France insoumise, streben ein Misstrauensvotum gegen die Regierung, die Nationalversammlung an. Sie stellen die Präsidentschaft der Republik selbst in Frage. Die französische Krise schwächt Emmanuel Macron als Vorkämpfer der Europäer bei den Frühjahrswahlen zur Erneuerung des Straßburger Parlaments. “
Bernardo Valli
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Ahmad Mansour: Gegen falsche Toleranz und Panikmache

Ahmad Mansour: Gegen falsche Toleranz und Panikmache
»Wir müssen offen miteinander reden, sonst spielen wir den Rechten in die Hände.« (Ahmad Mansour)
"Eine der drängendsten Aufgaben unserer Gesellschaft ist Integration. Doch kein Thema polarisiert stärker. Staat und Gesellschaft stehen dieser Aufgabe bisher planlos gegenüber, es mangelt an konkreten Konzepten, einer unvoreingenommenen, sachlichen Debatte und langfristigen Plänen.
Der Psychologe und Bestsellerautor Ahmad Mansour, selbst muslimischer Immigrant, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Problemen und Chancen von Integration. Er reiste durch ganz Deutschland, besuchte Haftanstalten, Schulen und Flüchtlingsunterkünfte und sprach mit Politikern, Lehrern und Sozialarbeitern. So hat er wie niemand sonst erfahren, wie Zusammenleben funktionieren und woran es scheitern kann. Ohne falsche Rücksichtnahme spricht er offen an, in welchen gesellschaftlichen Bereichen Veränderungen nötig sind, wo die Politik oder jeder Einzelne gefragt ist und welche Werte unverhandelbar sind. Mansour macht unmissverständlich klar, dass wir alle umdenken müssen – ein eindrücklicher Appell." (Buchvorstellung bei Kindle)