Freitag, 11. September 2026

Henge

Wikipedia 

Ein Henge [hɛndʒ] (auch henge monument) ist eine spezielle Art von neolithischem Erdwerk. Es sind runde oder ovale Flächen mit einem Durchmesser von 20–480 m, die von einem Erdwall mit zumeist innenliegenden Graben begrenzt waren. Die meisten Henges haben einen einzelnen Graben; ein paar haben zwei und drei konzentrische oder gar keine Gräben. Der Begriff wurde 1932 von Sir Thomas D. Kendrick (1895–1979) geprägt, der später Kustos für die British Antiquities im British Museum wurde. Er benutzte dabei das Suffix von Stonehenge. Der Begriff henge stammt aus dem Angelsächsischen und bezeichnet eine torartige Struktur. Das 1925 entdeckte Woodhenge, ein Class I Henge (mit einem Zugang) und mit sieben konzentrischen Pfostenringen im Zentrum, wurde aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Stonehenge so benannt.

Einer, zwei oder vier (selten) Durchlässe durch die Umwallung führen zum Innenbereich. Dort können sich Portale, Steinkreise, Vier-Pfosten-Steinkreis (engl. Four-poster stone circle), Monolithen, Gruben, einzelne Pfosten, Anordnungen von Pfosten oder Menhire und Grabstätten befinden, wobei Letztere oft später hinzukamen. Angesichts der zur Verteidigung eher ungeeigneten Aufreihung von innerem Graben (selten in Irland) und äußerem Erdwall geht man von einer rituellen Funktion der Henges aus; die Wälle hatten möglicherweise den Zweck, die Vorgänge im Inneren von der Außenwelt abzuschirmen. Die Ringgräben von Henges waren in Gebieten mit steinigem Untergrund nur schwer herauszuarbeiten. Einzig der Ring von Brodgar, Orkney, weist einen in den Sandsteinuntergrund gearbeiteten Kreisgraben auf. Henges wie Durrington Walls, ein Class II Henge, sind Siedlungen.[1] Die meisten Henges sind heute weitgehend eingeebnet.

Avebury Henge
Rekonstruiertes Henge

Vorkommen

The Bull Ring

120 Henge-Monumente finden sich in großer Zahl vor allem im Süden Englands, aber auch in Irland und anderen Regionen der Britischen Inseln einschließlich Schottlands (Kilmartin, Machrie Moor, Normangill) und der Orkneyinseln, sowie im spanischen Galicien (Henge von Roda). Anders als Causewayed camps oder Hillforts wurden sie meist in der Ebene errichtet, oft in der Nähe von Flussläufen und fruchtbarem Ackerland. Der Steinkreis von Castleruddery ist ein vergleichsweise kleines Henge im Westen des County Wicklow in Irland.

Formen

Atkinson definierte drei Klassen (classes) von Henges. Alle haben nur einen Wall. Darüber hinaus:

  • Klasse I Ein Eingang und ein Graben.
  • Klasse IA Ein Eingang und Doppelkreis von Gräben - die Denkmäler liegen zwischen den Flüssen Ure und Swale in North Yorkshire
  • Klasse II Zwei gegenüberliegende Eingänge, ein Graben.
  • Klasse IIA Zwei gegenüberliegende Eingänge, zwei oder mehr Gräben.
  • Klasse III Vier gegenüberliegende Eingänge, ein Graben.

Atypische Henges haben den Graben außerhalb des Walls (Mayburgh). Die großen Henges werden Giant Henges genannt.

Datierung

Henges werden der späten Jungsteinzeit mit Grooved-Ware-Keramik zugeordnet. In Stonehenge, dem berühmten Monument in Wiltshire, konnten Aktivitäten der Glockenbecherkultur und der frühen Bronzezeit nachgewiesen werden. Stonehenge ist in seiner frühen Form ein sogenanntes atypisches Henge, denn der Graben verläuft außerhalb des Walls. Die Nutzung von Henges endet allgemein um 2500 v. Chr.

Superhenges

Displaced Persons

 Die Rückreise dauert von 26. Mai bis zum 10. Juni. Es ist ein Beispiel dafür, was für Strapazen den Überlebenden des Holocaust noch nach dem Sieg ihrer Sache bevorstanden. (Displaced Persons) V. Klemperer hat zwar meist Empfehlungen und kann immer wieder einmal mit einem amerikanischen Laster oder mit einem Zug mitgenommen werden, muss aber ganz große Strecken zu Fuß gehen zusammen mit seiner Frau Eva. Als Essen gibt es äußerst wenig. Ein Rübenschnitz pro Tag muss oft ausreichen. (aus Klemperers Tagebuch 1942-45, S.798-830) 

Donnerstag, 10. September 2026

Suizid, Selbstmord, Freitod

 Suizidgedanken hat fast jeder Mensch irgendwann im Leben. Meist kommen sie nur kurz auf, weil man eine Situation als ausweglos empfindet, dann aber doch darüber hinwegkommt.

In der Jugend (unter 25 Jahre) ist Suizid aber die häufigste Todesursache. Denn in diesem Alter ist man manchmal unsicher, wer man überhaupt ist. Man weiß also gar nicht richtig, wen man da töten würde.

Deshalb ist Beratung so wichtig. 

Eine wichtige Rolle spielen Berater aus der selben Altersklasse, die sich in die Probleme ihrer Altersgenossen besser einfühlen können als Erwachsene.

https://www.fr.de/wissen/beratung-durch-gleichaltrige-so-funktioniert-die-u25-suizidpraevention-der-caritas-94483016.html

Was sind Probleme, die zu Suizidgedanken führen? "Psychische Erkrankungen, Suizidalität, Einsamkeit. Manche sind einsam, obwohl sie einen großen Freundeskreis haben, aber gerade niemanden wirklich als engen Freund oder Freundin haben. Die häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland sind Angst- und Panikstörungen. Die kommen regelmäßig auch bei Unter-25-Jährigen vor."

Ungefähr 80 Prozent der Menschen, die sich das Leben genommen haben, haben vorher nach Hilfe gesucht. "Die haben zum Beispiel über Suizidgedanken gesprochen. Das wurde dann nicht ernst genommen oder es wurde darüber hinweggehört, weil viele Menschen nicht wissen, was sie in so einem Fall tun können und weil in unserer Gesellschaft generell so wenig über das Thema gesprochen wird. Diese 80 Prozent, das sind die Menschen, bei denen wir mit Suizidprävention dazu hätten beitragen können, dass sie sich doch für das Leben entscheiden. 80 Prozent von rund 10.000 Suiziden pro Jahr, das sind 8.000 Menschen jährlich."

Wie belastend ist das für die Berater? "Suizidalität ist ein sehr herausforderndes Thema, und zwar für alle Altersklassen. Wir merken aber, dass junge Menschen damit richtig gut umgehen können, gerade wenn sie dazu ausgebildet wurden, wenn sie begleitet werden, wenn sie das Gespräch dafür regelmäßig angeboten bekommen, sind sie tolle Beratungspersonen. Gleichzeitig haben wir eine große Fürsorgepflicht für unsere Peer-Berater:innen und ein sehr genaues Auge darauf, wie es ihnen damit geht. Dafür sind die Supervisionen da. Es gibt Evaluationsstudien, welche die Belastung bei unseren Ehrenamtlichen untersucht haben. Sie kommen zu dem Schluss, dass es ein herausforderndes Ehrenamt ist, das die Peer-Berater:innen aber nicht außergewöhnlich belastet."

https://www.fr.de/wissen/beratung-durch-gleichaltrige-so-funktioniert-die-u25-suizidpraevention-der-caritas-94483016.html

online-Beratung der Caritas: https://www.u25-deutschland.de/

Telefonseelsorge (telefonseelsorge.de)  0800/111 0 111 bzw. 0800/111 0 222 

Samstag, 5. September 2026

Guinea, Guinea-Bissau und Äquatorialguinea

Bata ist die Hauptstadt der zu Äquatorialguinea gehörenden Festlandsregion Mbini, die nach dem Küstenfluss Mbini benannt ist.

Bezeichnend ist, dass für Europäer von Guinea,  Guinea-Bissau und Äquatorialguinea vor allem der Golf von Guinea und Fernando Po (heute Bioko), bekannt ist, weil es von den Briten genutzt wurde, um den Sklavenhandel einzudämmen. Während die befreiten Sklaven zunächst in Bioko angesiedelt wurden, bis Sierra Leone als Kolonie für befreite Sklaven gegründet wurde und diese Funktion übernahm. 

Heute sind die Amtssprachen in diesem Bereich Spanisch und Portugiesisch (Verkehrssprachen sind weitgehend Kreolsprachen), die Herrschaftsform sind Militärdiktaturen. Begreiflich dadurch, dass der auf Erdöl, Erdgas und Kakaoanbau basierende Wohlstand der Länder extrem ungleich verteilt ist und dieser Zustand am leichtesten durch Diktaturen aufrecht erhalten werden kann. 

Dienstag, 1. September 2026

Was wollen wir unseren Enkelkindern weitergeben?

 Aleida Assmann:

"Im Umgang mit Menschen sollten Anerkennung und Interesse, Freundlichkeit, Zuhören und Zuspruch eine Hauptrolle spielen, denn: Güte ist wichtiger als Radikalität. (Rainald Goetz).

Verwechselt nicht den Grad technologischer Expertise eines Landes mit dessen Zivilität.
Setzt euch für Menschenrechte ein und vergesst dabei auch nicht die Menschenpflichten.
Sucht euch eure Vorbilder sorgfältig aus und behaltet sie im Blick.

Entwickelt ein bewusstes Gefühl der Dankbarkeit für das Leben und die Errungenschaften, die ihr genießt.
Lasst euch nicht beirren in der Leidenschaft für die eigene Arbeit.
Lasst euch auch nicht einschüchtern und einschränken durch Vorschriften, die ihr als ungerecht und unfair erkannt habt.

 Und vor allem: lasst euch nicht verführen, von vollmundigen Parolen, die nur an euren Stolz appellieren und euch eine heile Welt versprechen. Die gibt es nämlich nicht.

Was KI und Co. angeht: Nutzt sie als ein hilfreiches Werkzeug, wo immer dies möglich ist, aber unterwerft euch ihr nicht. Die KI arbeitet nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip und kann immer nur das nächste Wort, die nächsten Gedanken vorhersehen. Sie kann also nur anschließen und weitermachen, aber nichts anfangen, erfinden und in die Welt setzen. Das könnte nur ihr!"

Sonntag, 30. August 2026

Zur Kontrolle von Beiträgen in sozialen Medien

 In einem sozialen Medium wurde die Frage gestellt: Wie findet ihr ein Schild an einem Café: „Kein Zutritt für Schwuchte1“?

Der folgende Beitrag wurde von der Kontrolle abgelehnt:

Es hat sich herausgestellt, dass Rauchen in Gaststätten auf andere Besucher gesundheitsschädlich wirken kann, dass man während ansteckender Krankheiten möglichst vermeiden sollte, andere einer Ansteckungsgefahr auszusetzen usw.

Dass jemand von dem Kontakt mit einer Person, die irgend jemand "Schwuchtel" nennt, geschädigt wird, ist nicht anzunehmen.

Insofern wäre ein willkürlicher Ausschluss aus öffentlichen Räumen abzulehnen. Nicht zuletzt hat sich gezeigt, dass jede Art von Ausgrenzung, sei es aufgrund von äußeren Merkmalen, sei es aufgrund von rassistischen Vorurteilen wie bei der Apartheid, den Kern schwerer gesellschaftlicher Störungen bilden kann.

Ich finde es wünschenswert, wenn Soziale Medien auf Beleidigungen hin geprüft werden. Wenn das durch eine KI geschieht, kann es manchmal schief laufen.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, auf solche Fälle hinzuweisen

Freitag, 28. August 2026

Michelle Obama über den Abschied von ihren Töchtern

"[...] Während Barack Obama geweint haben soll, als seine Töchter aufs College gingen, dachte sich Michelle nur: „Tschüss, meine Kleinen …“ Die ehemalige First Lady spricht in ihrem Podcast überraschend offen darüber, wie erleichtert sie über den Auszug von Malia und Sasha war.

Sie liebe ihre heute 28- und 25-jährigen Töchter zwar, aber dass sie nicht mehr zu Hause leben würden, nehme ihr auch Sorgen. „Ich vermisse sie nicht“ – aber sie treffe die beiden „heute zum Abendessen“, sagte die 62-Jährige in der am Mittwoch erschienenen Folge.

Malia und Sasha waren zehn und sieben Jahre alt, als ihr Vater als erster Schwarzer US-Präsident 2009 ins Weiße Haus einzog. Sie verbrachten während seiner zwei Amtszeiten einen Großteil ihrer Kindheit in Washington. Bei ihrem Auszug 2017 waren sie bereits junge Erwachsene. Seither halten sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.

Noch im selben Jahr begann die ältere Schwester, Malia, ihr Studium an der Harvard-Universität im US-Bundesstaat Massachusetts. Sasha begann ihr Studium zwei Jahre später an der University of Michigan – und wechselte später zur University of Southern California. „Barack hat geweint, als sie aufs College gegangen sind. Ich dachte mir nur: ‚Tschüss, ihr Kleinen …‘“, sagte Michelle nun.

Seitdem ihre Töchter auf die Uni gehen, seien „Freitagabende nicht mehr von Schrecken und Angst darüber überschattet“, wo sich die beiden aufhalten, sagte Obama in ihrem wöchentlichen Podcast „IMO with Michelle Obama & Craig Robinson“, den sie gemeinsam mit ihrem älteren Bruder moderiert. Sie liebe die Unabhängigkeit und Persönlichkeitsentwicklung ihrer Töchter.

Podcastgast Jon Stewart, Komiker und Moderator, kann das nicht ganz nachvollziehen. Seine Kinder sind seinen Ausführungen zufolge erst kürzlich zu Hause ausgezogen. Der 63-Jährige hält sein Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Als seine Kinder noch zur Schule gingen, hätte ihm das „einen Sinn und eine Struktur gegeben“. Doch Michelle Obama zeigt sich davon unbeeindruckt: „Mir geht es gut“, quittiert sie den Versuch, ihr doch noch sentimentale Worte über ihre Töchter zu entlocken.

Auch als ihr Bruder, dessen Kinder auf eine weiterführende Schule gehen, Jon Stewart zur Hilfe kommt, wiegelt die ehemalige First Lady ab: „Ich liebe meinen Zeitplan. Ich habe einen tollen Zeitplan, und er gehört ganz mir.“ Sie könne es aber verstehen, dass Väter, die oft nicht zu Hause waren, das anders sehen. Sie andererseits habe „so viel schöne Zeit mit meinen Kindern verbracht. So viel. Ich kenne sie in- und auswendig.“ "

(Tagesspiegel 28.8.26)