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Samstag, 8. November 2025
Weisheitslehren
Das Buch Kohelet oder nach protestantischer Benennung der Prediger Salomo enthält in ungewohnter Dichte altorientalische Weisheitslehren. Viele davon haben sich überholt; aber das "Alles hat seine Zeit.."
hat eine allgemeine Gültigkeit, eine Gültigkeit, die nicht auf "Wahrheit", sondern auf vielfältiger Erfahrung beruht, in die sich zu schicken, Menschen gut tut. Sich nicht gegen die "Gewaltigen" zu erheben, ist in der Mehrzahl der Fälle richtig (Beispiele: Bauernkrieg und Michael Kohlhaas), aber gegen das Unrecht eines terroristischen Regimes anzugehen, auch wenn es das eigene und fremdes Leben kostet, ist das höhere Recht. Das höhere Recht, aber nicht immer empfehlenswert (Kriege und Bürgerkriege).
Es ist sinnvoll, von Zeit zu Zeit in diesem zu lesen, weil es Erfahrungswissen enthält, wie es sich schwerlich in einem einzelnen Leben sammelt:
Freitag, 7. November 2025
Ein Opa erklärt seiner 11-jährigen Enkelin, was ein Vektor ist
und vergleicht eine große Menge von Vektoren mit Sternbildern
[...] Jetzt stell dir vor, ein Computer versteht keine Wörter wie „Katze“ oder „Hund“. Er verwandelt jedes Wort in Zahlen, also in einen Vektor.
Zum Beispiel:
- „Hund“ = [0.12, 0.83, –0.25]
- „Katze“ = [0.15, 0.79, –0.22]
Wenn zwei Vektoren sich ähneln, bedeutet das: die Wörter haben ähnliche Bedeutungen. Also weiß die KI: Hund und Katze gehören zusammen – Auto aber nicht.
Enkelin: Aha! Also sind Vektoren wie Zahlenschnüre, mit denen die KI denkt! [...]
Link zu einer genaueren sachgerechten Erklärung
Einschub von Fontanefan mit Hilfe einer KI:
Der Begriff Zahlenschnur kann im Kontext der Mathematik, besonders in der Grundschule, zwei unterschiedliche Dinge bezeichnen:
Als didaktisches Material (meist mit Perlen oder Knoten):
Hierbei handelt es sich oft um eine Schnur, auf die Perlen gefädelt oder Knoten gemacht werden, um Mengen darzustellen oder Zahlen zu visualisieren.
Ein bekanntes Beispiel sind die Knotenschnüre (Quipus/Chimpus) aus dem alten Peru, die zur Aufzeichnung von Zahlen dienten. Im Unterricht werden diese oft vereinfacht genutzt, um das Zählen, das Bilden von Mengen (z.B. bis 10 oder 20) oder das Verständnis von Zehnerbündelung zu üben.
Wikipedia: "Die Inkas verwendeten für die Darstellung der Zahlen das Zehnersystem (Dezimalsystem)[11].
- Für jede Stelle (Zehnerpotenz) wurde die Ziffer als Gruppe von Knoten geschrieben.
- Die Stellen (Zehnerpotenzen) wurden in der Reihenfolge ihrer Höhe vom Ansatz zum freien Ende hin abgelesen, also: Tausender-Hunderter-Zehner-Einer.
- Die Ziffer Null wurde für alle Stellen als knotenfreier Gruppenabschnitt geschrieben.
- Die Ziffern Eins bis Neun wurden bei allen Zehner-, Hunderter- und Tausender-Stellen als einfacher Überhandknoten geschrieben, wobei die Anzahl der einfachen Knoten der jeweiligen Ziffer entsprach.
- Die Ziffern Zwei bis Neun wurden bei allen Einer-Stellen als mehrfach getörnte Überhandknoten geschrieben, wobei die Anzahl der Törns der jeweiligen Ziffer entsprach.
- Die Ziffer Eins wurde bei allen Einer-Stellen als Achtknoten geschrieben.
- Achtknoten und Überhandknoten markierten die Einer-Stellen und damit das Ende der betreffenden Zahl."

Knotenschnur der Inkas
Als umgangssprachliche oder ältere Bezeichnung für den Zahlenstrahl:
Oft wird die Zahlenschnur synonym mit dem Zahlenstrahl verwendet.
Der Zahlenstrahl ist eine durchgehende Linie, auf der Zahlen in gleichmäßigen Abständen von links nach rechts angeordnet sind (beginnend bei 0 oder einer anderen Zahl). Er hilft dabei, die Größenverhältnisse von Zahlen zu verstehen und Rechenoperationen (Addition und Subtraktion) visuell nachzuvollziehen.
Zusammenfassend: Es ist meist ein visuelles Hilfsmittel für den Mathematikunterricht, das entweder zum Zählen/Mengenbildung (mit Perlen/Knoten) oder zur Orientierung im Zahlenraum (wie ein Zahlenstrahl) dient.
Enkelin: Aber warum redest du immer davon?
Opa Jean-Pol: Weil ich auch ein „Vektorfeld“ habe – mein semantisches Feld.
Da stecken alle wichtigen Begriffe meiner Theorie drin: Denken, Gesundheit, Sicherheit, Sinn und viele mehr. Diese Begriffe sind wie kleine Punkte, die durch Bedeutungslinien verbunden sind – wie Sterne in einem Sternbild.
Wenn du alle zusammen siehst, erkennst du das ganze Muster.
Enkelin: Also wie bei Sternen: jeder leuchtet ein bisschen, aber zusammen ergeben sie ein Bild!
Opa Jean-Pol: Ganz genau. Und wenn man das mit Computern verbindet, können sie diese Muster sogar messen und verstehen.[...]
Ein Vektor ist wie ein kleiner Wegweiser aus Zahlen, der zeigt, wie Dinge zueinander passen. Und ein semantisches Feld ist eine ganze Welt solcher Wegweiser – ein Netz aus Bedeutungen, das sich ständig weiterentwickelt.
So denken Menschen und KIs gar nicht so verschieden: Beide suchen Wege durch Bedeutungsräume. [...]"
Das Antlitz der Liebe
Das Antlitz der Liebe.
Sprichwort
Wenn man tief im Wasser liegt, muss man unbedingt wie der Fisch schwimmen.
(Afrikanisches Sprichwort)
Dienstag, 4. November 2025
Menschen können nicht alles wissen
Im Bereich der Geisteswissenschaften, etwa in der Geschichtswissenschaften oder in der Literaturwissenschaft gibt es keine allgemeingültige Wahrheit, sondern man muss akzeptieren, dass man je nach dem Standpunkt, den man hat, etwas anderes für wahr hält als ein anderer. Natürlich gibt es Auffassungen, die so falsch sind, dass man sie nicht zu akzeptieren braucht, aber die Grenze ist fließen.
Selbst die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sind manchmal widersprüchlich (Licht besteht aus Wellen und es besteht aus kleinsten Materieteilchen - beides lässt sich durch Experimente nachweisen) Ein Wort, das dies für gesellschaftswissenschaftliche Erkenntnisse beschreibt, ist Dialektik. Und sie gelten nur vorläufig. Newtons Verständnis von Raum und Zeit war jahrhundertelang allgemeingültig, bis Einstein es widerlegt hat. Eine Biene, eine Blattlaus und ein Wal erleben unsere Welt anders als wir Menschen. Auch wenn wir forschend immer mehr erkennen und auch innere Widersprüchen zu akzeptieren lernen, immer bleibt es nur menschliche Erkenntnis. Wenn man religiös ist, kann man auch formulieren: "Absolute Wahrheit gibt es nur bei Gott."
Junge Menschen brauchen das nicht zu akzeptieren. Natürlich müssen sie erst einmal von den älteren lernen, aber sie dürfen, ja sie sollen sogar zweifeln. Denn wenn Wissenschaft nur vorläufige Wahrheiten kennt, dann muss es irgendwann mal möglich sein, sie umzustoßen, wenn es bessere Erkenntnisse gibt. Wissenschaftstheoretiker fassen das mit dem Satz: Die meisten Theorien gelten so lange, bis die letzte Autorität einsichtig geworden oder gestorben ist. (So wird zum Beispiel die für gesunden Menschenverstand absurde Theorie von der negativen Energie und der dunklen Materie, die man brauchte, um etwas mathematisch Nachgewiesenes zu erklären, inzwischen angezweifelt, weil eine neue Erklärung gefunden worden ist. (Natürlich ist sie noch längst nicht allgemein akzeptiert.)
So, wie es keine absolute Wahrheit gibt, so gibt es auch keine absolute Gerechtigkeit. Offenkundig ist das, wenn zwei Parteien sich streiten; denn jeder hält natürlich nur seine Lösung für gerecht. Aber auch ein unparteiischer Außenstehender den Fall zu beurteilen unternimmt. Nicht zufällig gibt es eine große Zahl von Gerechtigkeitstheorien, die alle voneinander abweichen.
Ungerechtigkeiten gibt es überall, und kein Gericht kann sie aus der Welt schaffen:
Natürlich kann man nicht alle über 100 Millionen Flüchtlinge von heute auf morgen in Deutschland unterbringen. Aber man kann sie gerechterweise auch nicht jahrelang in Lagern leben lassen. Aber, wie sie aufgeteilt und wo sie untergebracht werden sollen, lässt sich nicht schnell ein für alle mal klären. Irgendwann verfällt jeder Fluchtgrund und sei es in einer nachfolgenden Generation. Aber darf man jemanden, dessen Vorfahren schon seit Generationen in einem Land leben, einfach aus einem Land vertreiben?
Wenn zu viele Menschen auf einmal in ein Land kommen wollen, muss es welche abweisen dürfen, schon damit wenigstens die primitivsten Bedürfnisse für alle Ankommenden gewährleiste werden können, aber auch, weil die einheimische Bevölkerung nicht akzeptieren wird, dass alle von heute auf morgen auf das absolute Existenzminimum beschränkt werden.
(wird fortgesetzt)
Samstag, 1. November 2025
Pubertät als die große Chance des Lebens
"[...] Es gibt auch noch andere Situationen, in denen ich mich wundere. Wenn wir beim Abendessen sind, springt Juli neuerdings auf und vollführt Dance-Moves vor dem Wohnzimmerspiegel. Sie ist plötzlich zuwendungsbedürftig oder plötzlich ablehnend, manchmal fast anlasslos traurig. Und wenn sie morgens mit ihren Haaren nicht zufrieden ist, ist der Tag gelaufen.
Zuweilen habe ich habe das Gefühl, dass all das, was wir Eltern dem Kind an Erziehung haben angedeihen lassen, weggewischt ist. Und nicht nur für mich ist die Pubertät eine Phase, die mich an meine Grenzen bringt. Während bei einer Gallup-Umfrage 2024 in den USA 80 Prozent der Eltern von Drei- bis Vierjährigen das Verhältnis zu ihren Kindern als "sehr gut" oder "exzellent" bezeichneten, war das bei Kindern über 13 Jahren nur noch bei 48 Prozent der Fall.
Was mich mit allen anderen Eltern von Teenagern verbindet: Ich würde so gern in den Kopf meiner Tochter schauen, um zu verstehen, was gerade passiert. [...]" (ZEIT, 29.10.25)
Es gibt ein Verfahren, Hirnströme zu verfolgen, ohne eine Hirnoperation vornehmen zu müssen. Seine Tochter lässt sich daraus ein. Resultat: Alles normal für ein Gehirn in der Pubertät. Ergebnis der Forscher aus vielen Untersuchungen: In der Pubertät ist das Gehirn noch so beeinflussbar wie nie wieder. Es gibt Entwicklungen, die für das weitere Leben prägen. Wenn eine Fehlentwicklung vorliegt, kann man sie jetzt zu beeinflussen versuchen.
Meine persönliche Erfahrung: Meine Pubertät ging selbst meiner Lieblingsschwester auf die Nerven. Als Jüngster konnte ich die Pubertät der anderen nicht miterleben. Von unseren drei Kindern hatten zwei keine merkliche Pubertät, sie waren immer "vernünftig". Die Jüngste hatte eine und wurde dann später Ansprechpartner für psychologische Fragen, obwohl ihr Abischnitt nicht für ein Psychologiestudium gereicht hatte.