Samstag, 26. August 2017

Friedenssicherung?

"Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit.
Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis und lässt sich nie und nimmer sichern."
(D. Bonhoeffer)

Dasselbe ließe sich über Freiheit sagen.
Die Bereitschaft zum Wagnis setzt allerdings Vertrauen voraus. Heute würde man sagen Urvertrauen. Bonhoeffer denkt wohl eher Vertrauen auf etwas, was nicht in menschlicher Macht steht.

Aus diesem Vertrauen heraus ist er aus den USA, wo ihm ein fruchtbares Arbeiten in Sicherheit möglich gewesen wäre, unter das Terrorregime in Deutschland  zurückgekehrt.

Solcher Mut zum Wagnis setzt andererseits ein Mindestmaß an Sicherheit voraus: Selbstsicherheit, die aus der Geborgenheit einer Kindheit oder in einer Religion oder ... erwachsen ist.

Sicherheit steht also nicht über Freiheit und Frieden, aber für eine Gesellschaft von Durchschnittsmenschen ist ein Mindestmaß davon unentbehrlich für das Wagnis von Streitkultur, Toleranz und Konsens als Basis,von Demokratie.


Bonhoeffer meint freilich mit Frieden nicht die bloße Koexistenz von Staaten, wie sie noch zwischen USA und Nordkorea besteht, sondern den Frieden, der der Türkei seit dem letzten Putsch verbaut worden ist: den Weg zu einer humanen Gesellschaft. Auch zu einer humanen Weltgesellschaft.
Dafür darf man sich nicht von Risiken frei halten wollen und dazu andere ausgrenzen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.