Die Phrase „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ stammt nicht von den Brüdern Grimm, sondern ist eine typische Märchenschlussformel in Süddeutschland, Österreich, Luxemburg, Ungarn und Tschechien.
Sie ist also vor allem in Ost- und Mitteleuropa verbreitet. In österreichischen Märchenbüchern des 19. Jh. taucht sie schon regelmäßig auf, später auch in tschechischen Kinderbüchern und Märchenfilmen.
Nach dem 2. Weltkrieg verbreitete sich die Phrase durch Märchenerzählungen im Rundfunk, in Schullesebüchern oder durch die DEFA-Märchenfilme im gesamten deutschen Sprachraum.
Richtig populär wurde sie dann durch die TV-Serie „SimsalaGrimm“ von 1999/2000. Dort endete jede Folge, die ein Märchen der Brüder Grimm erzählte, mit dieser Phrase. Daher nahmen viele Menschen sie als "die typische Märchen-Schlussformel" wahr – und schrieben sie fälschlicherweise den Grimms zu.
"und lebten vergnügt bis an ihr Ende" (Grimm: Sechse kommen durch die ganze Welt)
"Mein Märchen ist aus, dort läuft eine Maus, wer sie fängt, darf sich eine große Pelzkappe daraus machen." (Grimm: Hänsel und Gretel)
"Daus, daus - die Geschichte ist aus." (Enno Littmann: Arabische Märchen - regelmäßig, aber öfter auch ausführlicher gestaltet; z.B. mit dem Vorsatz "Gott gebe allen Zuhörern ein schöne Zeit.")
Die Formel „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ wird gern verwendet, um auszudrücken, das das, was der andere gesagt hat, nur erfunden sei.
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