Donnerstag, 22. Januar 2026

Bücherspenden

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BÜCHERbazaar – Ihr Abhol- und Annahmeservice für Bücher, CDs, DVDs, Schallplatten, Comics

Region Karlsruhe, Heidelberg, Bruchsal, Pforzheim, Mannheim und Rastatt Werfen Sie Ihre Bücher nicht ins Altpapier. Wir kümmern uns gerne um eine Weiterverwertung! Sie können die Bücher gerne bei uns abgeben.

Wir freuen uns über jede Bücher- oder Medienlieferung!

(Bücher, Comics, CDs, DVDs, Postkarten, Schallplatten und Spiele nehmen wir an)

 
Leider ist es uns momentan aus beruflichen Gründen nicht möglich, alle Bücherspenden abzuholen. Dies ist nur in Ausnahmefällen möglich.

 

Sie können uns aber jederzeit Bücher direkt vor die Tür stellen: Eisenbahnstraße 43, 76344 Eggenstein. Gerne ohne Vorankündigung und Anmeldung. 

Auch bei regnerischem Wetter ist das möglich. Wir verräumen alle Lieferungen zeitnah in unser Lager und halten vor Ort Abdeckplanen bereit, die Sie verwenden können. 

Bücherbazaar

Michael Kohler

Eisenbahnstraße 43

76344 Eggenstein

 

Tel. 0151 569 074 38

 

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Antiquariat

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Sonntag, 18. Januar 2026

Klimagefahr durch venezolanisches Öl

 Hugo Chavez, der Vorgänger von Nicolás Maduro  hat unfreiwillig der Menschheit einen großen Dienst geleistet. Denn als er die politische Kontrolle des staatlichen Ölkonzerns PDVSA  übernahm,  wurde über Venezuela ein Wirtschaftsboykott verhängt, der dazu führte, dass Venezuela weniger Öl verkaufte und entsprechen auch weniger gefördert wurde. In den 1990er Jahre waren es noch 3,5 Millionen Barrel pro Tag, 2020 waren es unter  0,4 Millionen (inzwischen etwas mehr: knapp 1 Million). (Beleg)

Weshalb ist das gut?

1. Die kritische Grenze für das Weltklima liegt bei einem weltweiten Temperaturanstieg zwischen 1,5 und 2,0 Grad. Alles Erdöl, das jetzt noch gefördert wird, verringert die Chance, den Anstieg unter 2,0 Grad zu halten.

2. Venezolanisches Öl ist besonders umweltschädlich. (schwer, teerartig und schwefelreich). Die Aufbereitung ist dementsprechend energieintensiv, sie erfordert pro Barrel knapp 1,5 t, während sie bei dem relativ sauberem norwegischen Öl bei etwa 1,6 kg liegt, als nahezu nur ein Tausendstel des Aufwandes bei venezolanischen Öl. 

3. Venezuelas Ölreserven liegen bei über 300 Milliarden Barrel gegenüber 46 Milliarden der USA. Sie reichten, wenn sie gefördert würden, also aus, den Temperaturanstieg in katastrophale Höhen zu treiben. Weit über die 2,0-Grad-Grenze hinaus. 

Donald Trump hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er die Kontrolle über das venezolanische Öl bekommen möchte, um die Ölproduktion wieder auf das alte Niveau zu steigern.

Die Folgen, die das für die Menschheit hätte, sind unabsehbar. Allerdings, dass die gegenwärtigen Kriege von der dann zu erwartenden Katastrophe weit übertroffen würden, ist leider ziemlich eindeutig.

Dazu:

Öl als Brandbeschleuniger, Frankfurter Rundschau 16.1.2026

Samstag, 17. Januar 2026

De-Banking

 De-Banking (KI-Auskunft von Ecosia)

Der Begriff „De-Banking“ beschreibt den Prozess oder die Praxis, bei der Banken einem Kunden die Kontoführung verweigern oder ein bestehendes Konto schließen. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, etwa wegen eines erhöhten Risikos, das die Bank in der Geschäftsbeziehung sieht, oder aufgrund regulatorischer Anforderungen.

Warum kommt es zu De-Banking?

  • Risikomanagement der Banken: Banken müssen nach gesetzlichen Vorgaben (z. B. Anti-Geldwäsche-Gesetze) Risiken minimieren. Kunden, die als risikoreich eingestuft werden (z. B. wegen Herkunft, Geschäftsmodell, Transaktionsverhalten), können vom Banking ausgeschlossen werden.
  • Regulatorischer Druck: Banken stehen unter strengem Druck von Aufsichtsbehörden, die Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere illegale Aktivitäten zu verhindern.
  • Kosten-Nutzen-Abwägung: Manche Kunden gelten als zu teuer oder zu aufwendig in der Betreuung, etwa bei kleinen Konten mit hohem Verwaltungsaufwand.
  • Politische oder gesellschaftliche Gründe: In manchen Fällen werden Kunden wegen politischer Aktivitäten, kontroverser Geschäftsfelder oder gesellschaftlicher Stigmatisierung „de-bankiert“.

Folgen von De-Banking

  • Erschwerter Zugang zu Finanzdienstleistungen: Betroffene Personen oder Unternehmen haben oft Schwierigkeiten, neue Banken zu finden, die Konten eröffnen.
  • Finanzielle Ausgrenzung: Besonders für Menschen in bestimmten Branchen, Minderheiten oder politisch exponierte Personen kann De-Banking zu sozialer und wirtschaftlicher Ausgrenzung führen.
  • Verlust von Vertrauen: De-Banking kann das Vertrauen in das Finanzsystem und die Banken schwächen.

Nachhaltigkeits- und Integritätsaspekte

De-Banking berührt wichtige Werte wie Dignity (Würde) und Integrity (Integrität), da es um den fairen und respektvollen Umgang mit Kunden geht. Gleichzeitig steht das Thema im Spannungsfeld zwischen Sicherheit (z. B. Verhinderung von Geldwäsche) und sozialer Gerechtigkeit.

mehr dazu:

  • https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/01/ki-zu-amnesty-und-dem-fall-baud.html
  • Dem ehemaligen UN-Waffeninspekteur, Analysten und Autor Scott Ritter wurden nach eigenen Angaben ohne der Nennung von Gründen die Konten gekündigt („De-Banking“). Diese skandalöse Praxis gehört verboten: Sie ist wegen ihrer einschüchternden Wirkung gefährlich für die Meinungsfreiheit und sie sollte in keinem einzigen Fall akzeptiert werden – auch nicht, wenn es politische Gegner wie die AfD trifft. Ein Kommentar von Tobias Riegel (16. Januar 2026 um 11:05)

Sprachentwicklung

 Die deutsche Sprache hat sich seit dem 18. Jahrhundert nicht viel verändert; die ak­tu­el­le Stufe der Sprachentwicklung heißt Neuhochdeutsch. Lessing hat z.B. ≈1770 ge­schrie­ben und ist heute gut verständlich. Hier ein Zitat aus Nathan der Weise:

Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten,
Der einen Ring von unschätzbarem Wert
Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein
Opal, der hundert schöne Farben spielte,
Und hatte die geheime Kraft, vor Gott
Und Menschen angenehm zu machen, wer
In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,
Daß ihn der Mann in Osten darum nie
Vom Finger ließ; und die Verfügung traf,
Auf ewig ihn bei seinem Hause zu
Erhalten? Nämlich so. Er ließ den Ring
Von seinen Söhnen dem geliebtesten;
Und setzte fest, daß dieser wiederum
Den Ring von seinen Söhnen dem vermache,
Der ihm der liebste sei; und stets der liebste,
Ohn' Ansehn der Geburt, in Kraft allein
Des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde. –

Wenn Du weiter zurückgehst, wird es schlimmer; Du triffst dann auf eine ältere Va­ri­an­te des Deutschen, die Frühneuhochdeutsch genannt wird und die Dir zwar ei­ni­ger­maßen verständlich, aber auch ordentlich seltsam vorkommen wird. Ich illustriere das mit einem Zitat aus dem Schlaraffenland von Hans Sachs, ≈1530:

wer unnütz ist, wil nichts nit lern,
der komt im lant zu großen ern,
wan wer der faulest wirt erkant,
derselb ist könig in dem lant,
wer wüst, wild und unsinnig ist,
grob, unverstanden alle frist,
aus dem macht man im lant ein fürstn.
wer geren ficht mit leberwürstn,
aus dem ein ritter wirt gemacht;
wer schlüchtisch ist und nichtsen acht,
dan eßen, trinken und vil schlafn,
aus dem macht man im lant ein grafn;

Da ich nicht sicher bin, wie gut Du das verstehst, gebe ich eine grobe Übersetzung. Wer unnütz ist und nichts lernen will, der bringt es in dem Land zu großen Ehren: Wenn je­mand als der Faulste erkannt wird, dann ist er König in dem Land. Wer wüst, wild und un­sin­nig ist, grob, und sich nicht an Fristen hält, aus dem macht man im Land einen Für­sten. Wer gerne mit Leberwürsten kämpft, aus dem wird ein Ritter ge­macht. Und wer auf gar nichts achtet als auf Essen, Trinken und Schlafen, aus dem macht man im Land ei­nen Grafen.

Das war jetzt zwar noch beschränkt verständlich, aber in der nächsten Stufe wird es noch mal viel schlimmer. Von grob 1000 bis 1400 wurde Mittelhochdeutsch ge­spro­­chen, und das verstehst Du nur sehr beschränkt. Auch dazu gebe ich einen Be­leg, der heu­te ausnahmsweise nicht aus dem Nibelungenlied stammt, sondern aus Kud­run, das ist ohnehin die erbaulichere Lektüre.

Schiere kom Ortrûn von Ormanîelant,
diu junge küniginne, mit windender hant
ze vroun Kûdrûnen. diu junge maget hêre
viel ir vür die vüeze; si klagete ir vater Ludewîgen sêre
Si sprach: 'lâʒ dich erbarmen, edelez vürsten kint,.
sô vîl mîner mâge, die hie erstorben sint,
und gedenke wie dir wære, do man sluoc den vater dînen.
edele küniginne, nu hân ich hiute vlorn hie den mînen.

Das wirst Du vermutlich nicht verstehen, es geht aber mit Übersetzung: Eilends kam da Ortrun, die die Hände wand. Die junge Königtochter vom Normannenland, zu Frau Kud­run. Die junge edle Maid fiel ihr zu Füßen; sie beklagte ihren Vater Ludwig sehr (der war nämlich gerade am Schlachtfeld gestorben). Sie sprach „Laß Dich erbarmen, edles Fürsten Kind, so viele von den Meinen, die hier ge­stor­ben sind. Und stell Dir vor, wie es Dir zumute war, als man Deinen Vater er­schlug. Edle Königin, nun habe ich heute hier den meinen verloren.“

Vor dem Mittelhochdeutschen kam das Althochdeutsche, das von den ersten schrift­­­lichen Überlieferungen des Deutschen (≈600) bis etwa 1000 reicht. Es ist noch ein schö­­nes Stück fremdartiger. Ich zitiere jetzt die erste Strophe des Ludwigsliedes (in ei­­nem frän­ki­schen Dialekt des Althochdeutschen, ≈900), und es wird Dir auffal­len, daß es da­mals noch kein W gab, man schrieb stattdessen Doppel-U:

Einan kuning uueiz ih, Heizsit her Hluduig,
Ther gerno gode thionot: Ih uueiz her imos lonot.
Kind uuarth her faterlos, Thes uuarth imo sar buoz:
Holoda inan truhtin, Magaczogo uuarth her sin. 

Die Übersetzung lautet: Ich weiß einen König: Er heißt Ludwig, er dient Gott gerne. Ich weiß, er wird es ihm lohnen. Als Kind war er vaterlos, doch erhielt er sogleich Ersatz: Der Herr selbst nahm sich seiner an und wurde sein Erzieher.


Zusammengestellt von indiachinacook auf gutefrage.net

Donnerstag, 15. Januar 2026

Was können wir aus dem folgenden Text lernen?

 „Das Unverständnis der Gegenwart entsteht zwangsläufig aus der Unkenntnis der Vergangenheit. Aber es ist auch wahr, dass man die Vergangenheit nicht verstehen kann, ohne die Gegenwart zu kennen.“


dieses Zitat stammt von Marc Bloch, der 1944 von den Nazis erschossen wurde. Bloch hat zusammen mit anderen die Art und Weise verändert, wie Geschichte gedacht und geschrieben wird. Das Zitat stammt aus seiner Apologie der Geschichtswissenschaft, die 1949 posthum veröffentlicht wurde. Bloch befasst sich darin mit dem Beruf des Historikers oder der Historikerin und die Fragen, die dort aufgeworfen werden, betreffen auch mich als Journalistin. 


Die Beschäftigung mit der Vergangenheit dient dazu, die Gegenwart zu verstehen. Die Neugierde der Gegenwart richtet den Blick auf die Vergangenheit. Welche Vergangenheit und welche Erinnerung wir wählen, sagt etwas darüber aus, wer wir sind. Aus diesem Blickwinkel heraus habe ich zwei Artikel ausgesucht, die ich Ihnen diese Woche vorstellen möchte: Reportagen, die von unterschiedlichen Realitäten erzählen, jedoch beide die Spuren einer schmerzhaften Geschichte zurückverfolgen.


Zusammen mit meinem portugiesischen Kollegen Hugo dos Santos habe ich die Überreste des kommunistischen Gefängnisses von Belene besucht, das sich auf einer Insel in der Donau an der Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien befindet. Hier hat das Regime von Todor Živkov seine Gegner inhaftiert und getötet. Heute ist es ein Ort der Erinnerung, der jedoch buchstäblich zerfällt. Unser Artikel ist auf Englisch und Französisch zu lesen.


Unsere Kollegin Lola García-Ajofrín hat ein Dorf im Kosovo besucht, das für einen traurigen Rekord bekannt ist: Mit über 140 Frauen, die ihre Männer im Krieg von 1999 verloren haben, ist Krushë e Madhe mit seinen knapp dreitausend Bewohnenden als das Dorf der Kriegswitwen bekannt. Sie erzählen Geschichten von Emigration, Rückkehr und Schmerz. Aber wie baut man eine solche Gemeinschaft nach einem Krieg wieder auf?

Die Wikipedia wird heute 25 Jahre

"[...] Mit 65 Millionen Artikeln in über 300 Sprachen ist die Wikipedia heute die umfangreichste Online-Enzyklopädie der Menschheit. Allein die deutschsprachige Wikipedia wird täglich rund acht Millionen Mal aufgerufen. Dass hinter dem enormen Wissensschatz echte Menschen stehen, ist gerade seit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz vielen besonders wichtig. In den Spendenkommentaren zeigt sich eine hohe Wertschätzung für die Arbeit der Wikipedia-Freiwilligen, die Inhalte recherchieren, Fakten überprüfen und das Wissen in den Artikeln mit Quellen verlässlich machen. [...]" (https://blog.wikimedia.de/2025/12/16/wikipedia-spendenkampagne-2025-erfolgreich/)

Wikipedia News

Auf Platz eins der meistgelesenen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia steht – wie in fast jedem Jahr – der Nekrolog 2025, also die Übersicht verstorbener Persönlichkeiten. Mehr als 4,6 Millionen Aufrufe verzeichnete dieser Artikel, der Jahr für Jahr aktualisiert wird. Zwischen bekannten Namen finden sich dort auch viele rote Links – sie zeigen biographische Einträge, die es noch nicht gibt. Was immer ein Hinweis darauf ist, wie viel Wissen in der Wikipedia noch entstehen kann.

Das sind die Top Ten:

  1. Nekrolog 2025 (4,69 Millionen Aufrufe)
  2. ChatGPT (3,91 Millionen Aufrufe)
  3. Deutschland (3,78 Millionen Aufrufe)
  4. Alice Weidel (3,76 Millionen Aufrufe)
  5. Friedrich Merz (3,35 Millionen Aufrufe)
  6. Ed Gein (3,12 Millionen Aufrufe)
  7. Elon Musk (2,60 Millionen Aufrufe)
  8. Donald Trump (2,41 Millionen Aufrufe)
  9. Leo XIV. (2,40 Millionen Aufrufe)
  10. Laura Dahlmeier (2,31 Millionen Aufrufe)

Freies Wissen braucht Fairness –  Warum KI-Unternehmen für die Wikipedia-Nutzung bezahlen sollten

Das Wissen der Welt soll allen Menschen kostenfrei zur Verfügung stehen – das ist die Grundidee der Wikimedia-Projekte. Doch der intensive Zugriff von KI-Unternehmen auf Wikipedia-Inhalte für Trainingszwecke verursacht zunehmend hohe Kosten. Um die Zukunft des Freien Wissens zu sichern, braucht es deshalb faire Nutzungsmodelle.

Presserat-Rüge: Irreführende Berichterstattung der WELT über NGOs

 "[...] WELT.DE erhielt eine Rüge wegen einer Serie von vier Artikeln. Unter anderem unter der Überschrift „Geheime Verträge – EU-Kommission bezahlte Aktivisten für Klimalobbyismus“ hatte die Redaktion behauptet, die EU-Kommission habe in „Geheim-Verträgen” festgelegt, dass NGOs unter anderem Kohlekraft und Handelsabkommen torpedieren sollten. Dafür habe die EU-Kommission den NGOs viel Geld gezahlt. Tatsächlich stellten die Organisationen Förderanträge, in denen sie – wie in solchen Fällen üblich – selbst darlegten, wie sie beantragte Gelder verwenden wollten. Eine Beauftragung durch die Behörde fand somit nicht statt. Auch erhielten die genannten NGOs nicht hinreichend Gelegenheit zur Stellungnahme. Der Beschwerdeausschuss sah darin eine gravierende Irreführung der Leserschaft und einen schweren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht (Ziffer 2). [...]"

Lobby Control über irreführende Meldungen der Welt über NGOs15. Januar 2026