Samstag, 10. März 2018

Tonaufnahmetechniken

Eine vorbildliche Darstellung bietet  KarlKlammer Community-Experte für Musik bei gutefrage.net
"1877 bis 1925 wird als die "Acoustic Era" bezeichnet. Töne wurden mit Schalltrichtern aufgefangen und zu einer Membran geleitet an deren Ende eine Nadel war - Diese Nadel bewegte sich analog zum Schalldruck und ritzte in Walzen oder Platten die mit Wachs oder weichen Metallen beschichtet waren. Das ganze hatte ein bescheidenes Verhältnis vom Nutzsignal (die Musik) zu den Störgeräuschen (Rauschen). Auch war der Frequenzumfang in der Regel nur zwischen 250Hz bis 2.500Hz. (Der Bereich für das menschliche Gehör wird meistens mit ca. 20Hz bis 20.000Hz angegeben.) Die weiche Beschichtung der Platten war auch nicht sonderlich haltbar; Man kann sich vorstellen wie man im Hochsommer von einer wachsbeschichteten Platte Staubkörner entfernen will.
1925 bis 1945 wird die "Electrical Era" genannt. Elektronische Verstärker hielten Einzug in die Studios. Mikrofone; Mischpulte; einige wenige Effektgeräte, Verstärker und elektromechanische Aufnahmegeräte revolutionierten die Tonaufnahme. Wobei die eigentliche Aufnahme noch immer aus einer Nadel bestand die Anfangs in Wachs, Weichmetall oder später Polyvinylchlorid schnitt. Das Frequenzspektrum verbesserte sich deutlich auf 50Hz bis 6.000Hz; Der Signal-/Rauschabstand war aber immer noch recht bescheiden und der Dynamikumfang ebenso.
Erst 1945 hielt das Magnetband einzug in die Studios. Mit anfangs 50Hz bis 10.000Hz Frequenzspektrum und 60dB Dynamikumfang war das ein großer Sprung. Auch waren Mehrspuraufnahmen unkomplizierter und die Vervielfältigung und nachträgliche Bearbeitung des Materials deutlich einfacher.
Vor 1945 hatte man wenig Dynamik, recht viel Rauschen und der Kopierprozess war recht umständlich. Mixing und Mastering waren nur recht eingeschränkt machbar, ebenso wie Mehrspuraufnahmen. Wenn der Saxophonist nicht auf seiner Marke am Boden stehen blieb sondern in seinem Part weiter an das Mikrofon heran trat, dann hat die Aufnahme verzerrt; bzw. die Platte kratzte.
Rauschen und auch ein Kratzen sind den Limitationen der frühen Technik geschuldet. Das Knacken der Platten wird Größtenteils von den Platten der Konsumenten herrühren, die meistens nicht sonderlich haltbar waren und qualitativ auch eher mittelmäßig - Dazu kommen die teuren Abspielgeräte die nicht immer die besten waren und die Platten bei jedem Abspielen mehr abgenutzt haben."

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