Dienstag, 23. Juli 2019

Weshalb wir nicht das Leben auf der Erde vernichten werden, sondern allenfalls die Menschheit

Ein Interview mit James Lovelock

"Der Chemiker James Lovelock (90) ist ein Mitbegründer der so genannten Gaia-Theorie, nach der die Erde als ein lebender Organismus betrachtet werden kann. Anfangs umstritten, bildet sie heute die wichtigste Grundlage für die Erdsystemwissenschaft. [...]
Die Erde hat Arten erduldet, die viel schädlicher waren als wir. Denken Sie nur daran, wie die ersten Photosynthese-Organismen auftauchten und begannen Sauerstoff auszustoßen – ein ekliges, giftiges Gas. Das muss eine unglaubliche Anzahl Arten vernichtet haben. Natürlich hat sich die Natur den Veränderungen angepaßt und sie in Vorteile verwandelt. Aber damals muss es schrecklich zugegangen sein. [...]"

https://www.heise.de/tr/artikel/Koennen-wir-die-Erde-zerstoeren-917173.html 29.1.2010

Gaia-Hypothese

Das systemische Risiko von Aladdin von Blackrock

Aladdin ist das "Datenanalysesystem,[2] das die Risikomanagementplatt-form[3] des US-amerikanischen Finanzdienstleisters BlackRock ist. [...]
Kritiker von BlackRock weisen auf die Risiken hin, die durch das hohe Marktgewicht von Aladdin gegeben sind. Dies könne ein Klumpenrisiko für die Finanzmärkte sein. Wenn mehrere Finanzschwergewichte aufgrund von identischen Aladdin-Empfehlungen nach dem gleichen Muster handeln würden, könne dies zur Instabilität beitragen.[16] BlackRock sieht dagegen diese Gefahr nicht, da Aladdin nur ein Ratgeber sei, jeder Investor selbst entscheide und dabei unterschiedliche Strategien und Ziele verfolge.[7]
Aladdin sei auf möglichst hohe Rendite, bei gleichzeitig minimalem Risiko ausgerichtet, lautet eine weitere Kritik. Nichtmonetäre Faktoren wie beispielsweise Umweltschutz, Mitarbeiterzufriedenheit und langfristige unternehmerische Perspektiven würden nicht in die Analysen von Aladdin einfließen.[23]" (Wikipedia)

Das bedeutet ein Systemrisiko.


Die Fondsgesellschaft Blackrock: "Mit 6,84 Billionen US-Dollar (Stand: 30. Juni 2019,[3] rund 6,1 Billionen €) verwalteten Vermögens stellt sie den größten unabhängigen Vermögensverwalter weltweit dar." (Wikipedia)

Anschaulich dazu:
Dennis Kremer: Blackrocks Superhirn FAS 21.7.19, S.28

Der COO von Blackrock Robert Goldstein erklärt zwar: "Aus ähnlichen Informationen ziehen die Menschen unterschiedliche Schlüsse, das war schon immer so an den Finanzmärkten. Das System führt nicht dazu, dass alle gleich entscheiden" (FAS 21.7.19), so passt "das war schon immer so" überhaupt nicht zu den Disruptionen, die durch künstliche Intelligenz entstehen.
Außerdem ist zu beachten: "Solche Assistenzsysteme werden uns aber in Zukunft vielleicht irgendwann so gut kennen, dass wir Ihnen in ihren Antworten immer mehr vertrauen. Jede Information wird dann auf unseren individuellen Kontext und unsere aktuelle Situation abgestimmt." (Verlagsspezial der FAZ zu New Work 2019, S.27)

Montag, 22. Juli 2019

Maria Magdalena

https://www.deutschlandfunk.de/maria-magdalena-die-verkannte-zeugin.886.de.html?dram:article_id=454239

So steht es um das Megaprojekt Stuttgart 21

"Vor kurzem schlüpften vier ältere Herren in gelbe Gummistiefel, zogen Sicherheitswesten über ihre dunklen Anzüge und griffen zum Helm: Bahnchef Heinz Dürr, Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann, Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel und Landesverkehrsminister Hermann Schaufler – alle seit Jahrzehnten außer Dienst. Die Ideengeber von „Stuttgart 21“ trafen sich zur Baustellenbesichtigung – genau 25 Jahre nachdem sie der Öffentlichkeit die erste Vorhabenskizze präsentiert hatten.
Hartnäckig hält sich die Legende, die Protagonisten seien damals auf einem Hubschrauberflug über Stuttgart zu der Überzeugung gelangt: Dieser Bahnhof muss unter die Erde, um Platz zu schaffen für ein neues Stadtviertel. Ein Vierteljahrhundert später wird an dem umstrittenen Projekt gearbeitet, von dem Ingenieure sagen: eigentlich nicht baubar. Und Finanzer sagen: eigentlich nicht bezahlbar. Immer noch halten Gegner von „Stuttgart 21“, die den verkehrlichen Nutzen und die Umweltverträglichkeit anzweifeln, vor dem alten Bonatzbau Mahnwache – jeden Tag 24 Stunden lang." (FAZ 22.7.19
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bahnhof-stuttgart-21-wie-ist-der-stand-der-dinge-16295780.html)

VW verklagt ehemalige Mitarbeiterin auf 33 Milliarden Dollar Schadensersatz

Die FAS berichtete am 21.7..19, dass die inzwischen entlassene Ingenieurin J., die zuletzt von VW ein Monatsgehalt von 15 000 € bezog, für den Schaden des Konzerns in den USA von 33 Mrd $, die aufgrund des Betrugs entstanden sind, haften soll.
Der Grund: Sie hat - wie mehrere andere Ingenieure - zugegeben, an dem Betrug mitgewirkt zu haben.
Der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Winnterkorn hat nichts zugegeben und bezieht weiterhin 3 100 € Altersruhegeld.

Freitag, 19. Juli 2019

Antwort auf die Frage: Welches historische Ereignis hättet ihr gern erlebt?

Früher hääte ich anders antworten können.
Seit Greta Thunberg den weltweiten Schülerstreik ausgelöst hat, ist, was ich zu antworten habe, ernster und weniger hypothetisch.
Wir leben gegenwärtig in der Zeit, wo die historisch wichtigste Entscheidung der Menschheit ansteht, und inzwischen haben viele - wenn auch zu wenige - es begriffen. Es geht darum, ob die kommenden wenigen Jahre, wo eine Klimakatastrophe für die Menschheit - hoffentlich - noch verhindert werden kann, für eine radikale Reduktion des CO2-Ausstoßes genutzt werden oder nicht.
Der Schülerstreik hat eine Chance dafür eröffnet. Was wir gegenwärtig erleben, deutet darauf hin, dass sie nicht genutzt wird. Wie ernst die Lage ist, will im Grunde keiner wissen. Das liegt an den Kippelementen, von denen nicht abzusehen ist, ob ihre Auslösung überhaupt noch verhindert werden kann.
Wenn der Permafrost in der Antarktis an ein Ende kommt (das ist eins der Kippelemente), dann ist die Katastrophe nicht mehr zu verhindern. Gegenwärtig gibt es es in Sibirien viele Brände in der Tundra. Einer davon erstreckt sich vielleicht schon über 1000 km². Ob sie rechtzeitig gelöscht werden, spielt daher eine wichtige Rolle.
Ich bin froh, dass über die Schülerstreiks etwas in Gang gekommen ist, was neue Hoffnung gibt. Ich bin aber auch froh, dass ich alt genug bin, dass ich nicht mehr leben werde, wenn eindeutig klar wird, wie es weiter geht, und die Hoffnung womöglich enttäuscht wird.
Ich kann mir denken, dass Merkel sich der Gefahren deutlicher bewusst ist als andere ihrer Kabinettskollegen. Vermutlich ist sie sich im Klaren, dass sie das, was eigentlich nötig ist, nicht durchsetzen kann, und versucht es deshalb auch gar nicht.
Wir als einzelne Bürger haben noch weit weniger Möglichkeiten, aber die sollten wir nutzen. Energie sparen, wo immer möglich, auf die Gefahr aufmerksam machen. Jeder einzelne kann für sich entscheiden, wie er sich verhält.
Ich wünsche allen Generationen nach mir (und mir auch), dass diese historische Chance genutzt wird.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Seit 10 Jahren stellt die CSU den Verkehrsminister: Was sind die Folgen?

Fritz Zimmermann: Für jeden eine Straße ZEIT 17.7.19
"Seit zehn Jahren stellt die CSU den Verkehrsminister und verteilt Milliarden. Wer profitiert davon? [...]
Bis 2030 sollten die CO₂-Emissionen des Verkehrs in Deutschland eigentlich um mindestens 40 Prozent niedriger sein als 1990. Das steht im Klimaschutzplan, den die Bundesregierung beschlossen hat. Im Jahr 1990 lag der CO₂-Ausstoß des Verkehrs bei 163 Millionen Tonnen. Bis zum Jahr 2009 sank er auf rund 152 Millionen Tonnen. Dann übernahm die CSU das Verkehrsministerium und mit ihr Enak Ferlemann. Die Emissionen stiegen wieder an. 2017 lagen sie bei gut 166 Millionen Tonnen CO₂, höher als 1990. [...]
Auch im vergangenen Jahr investierte das Verkehrsministerium wie schon zuvor den größten Anteil seines Budgets in den Bau und Erhalt von Autobahnen und Bundesstraßen: rund 7,7 Milliarden Euro. In das deutsche Schienennetz flossen rund 5,8 Milliarden Euro, fast zwei Milliarden Euro weniger. Dabei sind Schienen in ihrer Nutzung deutlich umweltfreundlicher. [...]"

Katastrophal ist angesichts des Klimawandels und der drohenden Kippelemente vor allem das Versagen bei der Einschränkung des CO2-Verbrauchs. 
Dass eine katastrophale Klientelpolitik betrieben worden ist und hunderte Millionen für die EU-Recht widersprechende Pkw-Maut verschleudert wurden und dass Scheuer eine Vorstellung von Menschenverstand hat, die angemessen zu charakterisieren kaum möglich ist, ohne beleidigend zu werden, fällt demgegenüber kaum ins Gewicht.
Was könnte noch schlimmer werden, wenn die AfD den Verkehrsminister stellte?


Sprachenlernen in Deutschland

"[...] Sprachenlernen in Deutschland gibt es schon länger als es Deutschland gibt. Und natürlich war auch mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 nicht alles sofort vereinheitlicht. Gymnasien gingen in Deutschland aus Lateinschulen hervor. Demzufolge sind die Sprachen, die im frühen 19. Jahrhundert auf dem gymnasialen Lehrplan standen, keine Überraschung: Als erste Sprache wurde Latein unterrichtet, dann Altgriechisch und als dritte Fremdsprache Französisch. In Seminarschulen, die ihre Schüler auf die Priesterlaufbahn vorbereiten sollten, stand dagegen Hebräisch an dritter Stelle.[...]"
(https://de.babbel.com/de/magazine/welche-sprachen-lernen-die-deutschen)

Märchen als Kinderliteratur

Grundlegend dazu:
Bruno Bettelheim: Kinder brauchen Märchen
Artikel der englischen Wikipedia zur engl. Originalausgabe 1976

Meine eigene Antwort auf gutefrage.net:

Wenn Kinder noch nicht traumatisiert sind, sind sie gegenüber Erzählungen von Schrecklichkeiten widerstandsfähiger als Erwachsene, weil sie sich in der Familie sicher fühlen und nicht in unserer Realität, sondern in einer magischen Welt leben.
Meine Tochter hat Kogons SS-Staat mit 9 Jahren gelesen und konnte danach gut schlafen. Stephen King dagegen, der absichtlich Horrrorvorstellungen möglichst plastisch ausmalt, hat sie - kurzfristig - um den Schlaf gebracht.
Märchen dagegen erzählen die Schrecklichkeiten als matter of fact.
Freilich, mein Sohn hat mit 3 Jahren ein Bild, wo ein Fuchs von lauter Gänsen verfolgt wurde, erschreckend gefunden, weil er Mitleid mit dem Fuchs hatte. Das das Bild eine Umkehr der Wirklichkeit darstellte, hat er noch nicht von selbst erkannt.
Märchen sind nützlich, weil sie einfach sind, nicht zu genau ausgemalt und magisch und nicht realistisch. Freilich kann man bei einzelnen Märchen darüber streiten, ob sie dieser Definition entsprechen. Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und Brüderchen und Schwesterchen tun es meiner Meinung nach.

Informationen über "die digitale Welt" eingängig aufbereitet

https://1001wahrheit.de/

Zum Vergleich z.: der Wikipediaartikel zu Darknet

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen

vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Dort die Möglichkeit zum Download:
https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Ratgeber_Brosch.pdf

Aber man kann den Ratgeber auch kostenlos bestellen.

Über die (fehlende) Öffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen

oder: ein Lob auf Gerhard Richter


"[...] Die Entkopplung unserer Gerichtssäle von den diversen Resonanzsystemen ist dennoch ein kultureller Verlust. Für die Rechtsprechung aber ist sie dramatisch: Denn manchmal, gar nicht so selten, verhängen die Strafgerichte harte Strafen vorrangig nach dem Kriterium der sogenannten Generalprävention. Dies mit Abschreckung zu übersetzen wird in der Juristerei nicht so gern gehört, geht aber am Kern der Sache kaum vorbei. Wenn eine bestimmte Deliktart – zum Beispiel Wohnungseinbrüche – zu einer gesellschaftlichen Seuche wird, ist es an den Gerichten, hierauf wirksam zu reagieren. Das kann dazu führen, dass der einzelne Täter vielleicht nur deshalb keine milde Strafe bekommt, weil diese aus generalpräventiver Sicht – von den in den Startlöchern stehenden weiteren Wohnungsdieben – als Freibrief verstanden werden könnte. Bloß – wie funktioniert das mit der Abschreckung, wenn von den harten Strafen mangels Öffentlichkeit keiner was erfährt? Wie rechtsstaatlich oder redlich ist es, eine unbedingte Freiheitsstrafe in der mündlichen Urteilsbegründung primär mit der erforderlichen Generalprävention zu begründen, wenn im Gerichtssaal kein Reporter und kein Zuschauer sitzt, der tragende Strafzumessungsgrund also offensichtlich auf eine Fiktion baut? [...]
(Thomas Melzer, ZEIT 17.7.19)
https://www.zeit.de/2019/30/oeffentliche-gerichtsverhandlungen-besucher-aufmerksamkeit-generalpraevention/komplettansicht

Mittwoch, 17. Juli 2019

Frank Bösch: Zeitenwende 1979

Frank Bösch: Zeitenwende 1979 (Rezensionen in Perlentaucher)

Die Revolution im Iran, S.18ff

Papst Johannes Paul II. in Polen, S.61ff

Die Revolution in Nicaragua, S.95ff

Chinas Öffnung unter Deng Xiaoping, S.141

Die Boat People aus Vietnam, S.187
Tatsächlich nahmen CDU-regierte Bundesländer anfangs mehr Flüchtlinge auf, allen voran Niedersachsen unter Ernst Albrecht. [...] einzelne CDU-regierte Städte, wie Frankfurt unter dem Oberbürgermeister Walter Wallmann, beschlossen Anfang 1979 ein eigenes Kontingent für 250 Boat-People, die sein Büroleiter Alexander Gauland aus Hongkongs Lagern begleitete." (Seite 195) [Wikipedia: "In der Funktion als FrankfurterMagistratsdirektor organisierte er u. a. die Verbringung von vietnamesischen Flüchtlingen (Boatpeople) in die hessische Metropole.[20]"]
"Ebenso zeigten zahlreiche Christdemokraten zivilgesellschaftliches Engagement und organisierten Hilfsaktionen. [...] Die Flüchtlingshilfe war damit zu einem bürgerlichen Projekt geworden. (Seite 196)
"Eben so dramatisch waren die Fluchtgeschichten, die die Journalisten von den Geretteten berichteten, etwa über die Raubüberfälle und Vergewaltigungen durch Piraten oder die katastrophale Situation in den Aufnahmelagern, die zunehmend keine Flüchtlinge mehr einließen. [...] Direkt aus denn südostasiatischen Lagern berichtete ihr Redakteur (und späterer Herausgeber) Josef Joffe, er sei "als Reporter abgefahren, aber als Parteigänger wiedergekommen". Seine Artikel über das Lager auf der malaiischen Insel Bidong, das mit 40.000 Menschen überfüllt war, schickte er ein Bundeskanzler Schmidt, um ihn zum Eingreifen zu bewegen." (Seite 197)
"Damit zeigte die deutsche Gesellschaft 1979 eine größere Aufnahmebereitschaft als die Bundesregierung." (Seite 199)
"Verschiedene Linksintellektuelle, die einst gegen den amerikanischen Einsatz in Vietnam eingetreten waren, lehnten nun sogar öffentlich die Hilfe für die Boot-People ab. [...] Besonders deutlich fiel die Kritik in der linken Zeitschrift konkret aus, die sich direkt gegen Rettungsaktionen durch die Cap Anamur wandte: "Mit Spenden von Rentnern, karitativen Vereinen und vom Staat sammelt die Cap Anamur vietnamesische Flüchtlinge aus dem Meer. Viele der Boat-People sind Schwarzhändler, Zuhälter und US-Kollaborateure, die sich gegen Geld Tickets für den Weg zu neuen Ufern kaufen." [...] Der Schriftsteller Heinrich Böll, der sich für die Flüchtlinge engagierte, hielt dem eine überparteiliche Humanität entgegen: "Ich würde auch einen ertrinkenden Zuhälter retten… Ich hätte sogar den Massenmörder Eichmann aus dem Wasser gezogen." [...]  Schlüsselfiguren der Achtundsechziger, wie Rudi Dutschke, kritisierten nun die Menschenrechtsverletzungen in Vietnam und die "Zerstörung aller sozialistischen Ansätze.“(Seite 200)



Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan, S.229ff
"Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan lässt sich in mehrfacher Hinsicht als ein global bedeutender Umbruch fassen, der bis in die Gegenwart prägend blieb. Er steht erstens für die Überdehnung des sowjetischen Machtanspruchs" (Seite 231) 
"Zweitens lässt sich der Einmarsch, zusammen mit dem NATO-Doppelbeschluss 1979 und der Friedensbewegung, als ein letzter Höhe- und Wendepunkt des Kalten Krieges fassen. [...] 
Einen Umbruch in die Gegenwart bedeutet der Krieg drittens, weil er den Aufstieg radikaler islamischer Kämpfer förderte [...] 
Viertens repräsentiert auch Afghanistan die Dynamiken der Globalisierung. Selbst ein derart rohstoffarmes Land entwickelte sich nun zu einer globalen Drehscheibe, sei es beim militärischen Engagement in der Region, beim Handel mit Drogen oder auch durch die großen Flüchtlingsströme" (Seite 232)
Besonders die deutsche Oberrealschule in Kabul er fühlt sich seit den 1930er-Jahren langfristig als Kaderschmiede für spätere Politiker. Selbst viele kommunistische Kader, wie der 1979 von Moskau eingesetzte Präsident Babrak Karmal, erhielten hier ihre Ausbildung." (Seite 233/234) 
Nach dem Einmarsch der Sowjetunion fanden sozialistische Reformversuche statt.
"Der islamische Widerstand und der Bürgekrieg flammten im Zuge dieser sozialistischen Reformversuche auf. (Seite 235)
"Die sowjetische Presse sprach bis 1986 von den "Ereignissen in Afghanistan", nicht von einem Krieg oder gar Einmarsch. [...] 

[Für Deutschland galt:] "Die sozialliberale Regierung wollte nicht die Errungenschaften der Ostpolitik gefährden und möglichst weiterhin den Gesprächsfaden mit Moskau wahren."(Seite 243)
"Wie beim Wirtschaftsboykott gegen Iran folgten die Länder Westeuropas allenfalls widerwillig und eingeschränkt den USA." (Seite 245)
"Dabei waren sich alle Beteiligten bewusst, dass ein angedrohter Olympia-Boykott die Sowjetunion nicht zum Rückzug bewegen würde. Der Boykott sollte jedoch ihren Reputationsverlust vergrößern und ein symbolisches Signal setzen, das den Westen mit arabischen Ländern, Ostasiens und Staaten der Dritten Welt verband.[...] Vor allem sorgte die Boykott-Debatte dafür, dass der sowjetische Einmarsch in der Weltöffentlichkeit intensiv präsent blieb." (247)


Thatchers Wahl und die Gründung der Grünen, S.269ff


zu S.279 ff sieh hier

Mikronationen

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Mikronationen

Dienstag, 16. Juli 2019

AKK Verteidigungsministerin: Kommentar

https://www.sueddeutsche.de/politik/bundesverteidigungsministerium-ursula-von-der-leyen-karrenbauer-1.4526869

Kopieren und Einsetzen beim Handy

https://levato.de/handy-trick-den-80-aller-nutzer-nicht-kennen/

Vom selben Anbieter Handykurse für verschiedene Marken (zum Teil kostenpflichtig)

Demenzvorsorge leicht und locker

https://twitter.com/Hokeys/status/1151056275788242944

Etwas ernsthafter:
https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gehirn/demenz-diese-alzheimer-anzeichen-duerfen-sie-nicht-ignorieren_id_10170771.html

Es gibt unbeeinflussbare Faktoren: Geschlecht (für divers gibt es offenbar noch keine Statistik) und andere genetische Faktoren, aber sonst gilt: Was dem Körper schadet, schadet auch dem Gehirn.
Freilich, Risikofaktor 1: Alter

Zentralabitur für Deutschland?

Markus Söder lehnt es ab
(https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-07/markus-soeder-zentralabitur-schule-bildungspolitik-abi).

Ich aus anderen Gründen auch: Die Vergleichbarkeit würde zwar erhöht, aber die Ungerechtigkeit für den einzelnen Schüler noch weit mehr.
Wer individuell gefördert worden ist, statt auf Prüfungsoptimierung hin, wird notwendig benachteiligt. Was bisher vor allem neu integrierte Migranten trifft, gölte dann für die große Mehrzahl der Schüler: Nicht die Leistungsfähigkeit, sondern das Prüfungstraining würde bewertet.

mehr zum Thema Abitur hier und hier

Sonntag, 14. Juli 2019

Sexueller Kindesmissbrauch im Sport

"[...] Die noch unveröffentlichte Studie geht von einer hochgerechneten Zahl von 200.000 Betroffenen im Sport aus - damit fast doppelt so viele wie jeweils in den beiden Kirchen. Diese höhere absolute Zahl sei nicht verwunderlich, da mehr Kinder in Sportvereine gingen als in die Kirche, sagt Jörg Fegert, Kinder- und Jugendpsychiater der Uniklinik Ulm. Dennoch stellt sich angesichts der enormen Menge an Betroffenen die Frage: Warum ist sexueller Missbrauch im Sport kein öffentliches Thema in Deutschland? "Wir haben eine Bewusstseinsentwicklung nötig in diesem Bereich", sagte Fegert zur Sportschau. [...]"
https://www.sportschau.de/weitere/allgemein/sexueller-missbrauch-kindesmissbrauch-sport-doku-100.html

Warum der Frust über die CDU in der Wirtschaft so groß ist

"[...] Und dann ist da noch die Generation der Start-up-Gründer. Sie zeichnet aus, dass sie von der Politik nicht mehr viel verlangen oder sich von ihr gar viel versprechen würden. Eine Bindung zur Politik gibt es kaum. Sie prägt eine radikale Nüchternheit, mit der sie ohne parteipolitische Bindungen nach Geschäftsideen fahnden. Und diese Ideen haben zur Zeit vor allem mit jenen großen Themen zu tun, bei denen die CDU für die Generation der Zwanzig- bis Vierzigjährigen altbacken, ideenlos und sprachunfähig daher kommt: Umwelt, Ökologie, Energiesparen. [...]"

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/cdu-wirtschaft-beziehungen-1.4522333

Samstag, 13. Juli 2019

Liverpool

Fußball und die Beatles weiß man heute.
Nicht vergessen sollte man, weshalb LIverpool reich wurde:
"Als 1787 in Großbritannien die Bewegung zur Abschaffung des Sklavenhandels begann, galt der Sklavenmarkt in Liverpool als der größte weltweit.[4]
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde 40 Prozent des Welthandels über den Hafen von Liverpool abgewickelt.  In den Jahren 1830 bis 1930 nahmen etwa neun Millionen (von 40 Millionen) Europäer ein in Liverpool startendes Auswandererschiff in ein Land der „neuen Welt“, die meisten in die USA, Australien oder Neuseeland.[5] Große Mengen Stahl und Textilien, in Städten wie ManchesterSheffield oder Leeds produziert, wurden von Liverpool aus exportiert, insbesondere in die Länder des Commonwealth. 1829 baute George Stephenson die erste Eisenbahn von Liverpool nach Manchester. [...]
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt das Wachstum an und die Stadt war ein Anziehungspunkt für Einwanderer aus ganz Europa, vor allem aus Irland. 1930 zählte die Stadt 850.000 Einwohner. Im Zweiten Weltkrieg wurde Liverpool besonders 1940/41 in der Luftschlacht um England von deutschen Bomberverbänden angegriffen und erheblich beschädigt." (Liverpool)

Freitag, 12. Juli 2019

Über das Alter von Sprachen

Auf gutefrage.net wurde die Frage gestellt:

Welche Sprache ist älter, Italienisch oder Englisch?

Unter dem Link zur Frage sind auch die Antworten zu finden. Ich zitiere aus der Antwort von Ruenbezahl:
"Sprachen haben kein Geburtsdatum, sondern entwickeln sich nach und nach, wobei ein einheitlicher Staat hilfreich ist, um aus verschiedenen Dialekten eine Sprache zu formen. Italien gibt es erst seit 1861, und im ersten italienischen Parlament wurde Französisch gesprochen, weil die Verständigung in den verschiedenen italienischen Dialekten zu schwierig war. [...] Englisch ist eindeutig wesentlich älter als Italienisch, auch weil das englische Königreich sehr viel älter ist."
Freilich stellt sich die Frage, welches Italienisch und welches Englisch?
Dante hat die Göttliche Komödie in der Volkssprache geschrieben. Also hat es spätestens 1307 ein Italienisch gegeben, das ermöglichte, damit Werke zu schaffen, die zu den besten der Weltliteratur gehören. Chaucer hat (von ungefähr 1387 an) in "einer Zeit, in der die englische Dichtung noch vorwiegend auf LateinFranzösisch oder Anglonormannisch geschrieben wurde, [...] die Volkssprache [gebraucht] und erhob dadurch das Mittelenglische zur Literatursprache" (Wikipedia)
Insofern wäre das Italienische als Literatursprache älter als das Englische. Freilich, das Epos Beowulf stellt laut Wikipedia: "das bedeutendste erhaltene Einzelwerk angelsächsischer Sprache dar; gleichzeitig macht es zehn Prozent des gesamten erhaltenen Textguts dieser Sprachform aus. Das Epos entstand vermutlich nach dem Jahr 700". 
Das Angelsächsische ("die älteste schriftlich bezeugte Sprachstufe der englischen Sprache" - Wikipedia: "Altenglisch") ist aber ganz eindeutig nur ein Vorläufer der englischen Sprache, die ab 1066 ganz wesentlich vom mittelalterlichen Französisch geprägt wurde. 
Das Anglonormannische blieb bis "zum Ende des 14. Jahrhunderts [...] (neben Latein) Sprache des englischen Hofs, der Verwaltung und Justiz. In der Literatur wurde es seit Mitte des 13. Jahrhunderts vom Mittelenglischen abgelöst. Eine der populärsten anglonormannischen Schriftstellerinnen war Marie de France." (Wikipedia) Allerdings heißt es in dem Artikel zu ihr in der Wikipedia Marie de France "war eine französischsprachige Dichterin"
Die Frage nach dem Alter einer Sprache ist also nie einfach zu beantworten, zumal sie immer auch schon existiert hat, bevor Schriftzeugnisse in dieser Sprache entstanden. Ruenbezahl sagt also sehr zu recht"Sprachen haben kein Geburtsdatum"

Donnerstag, 11. Juli 2019

Weshalb private Verhaltensänderung und politische Maßnahmen zusammengehören

Niko Paech im Interview, Weserkurier 3.7.19 
"Demokratische Instanzen wagen niemals, gegen den Mainstream vorzugehen. Das wäre politischer Selbstmord. Deshalb bedarf es zunächst glaubwürdiger Signale aus der Zivilgesellschaft. Sie muss die Politik darin bestärken, endlich mit Klimaschutz zu beginnen.
Manche sagen, Reisen bedeutet Freiheit. Ihr Freiheitsbegriff sieht anders aus, oder?
Die Freiheit des Einzelnen hört in einer Demokratie immer da auf, wo das Recht des anderen beginnt. Freiheit und Verantwortung bedingen einander.  
Machen Fernreisen glücklicher?
Manche behaupten das, aber die Glücksforschung zeigt, dass sich das Wohlbefinden der Menschen trotz überbordenden Wohlstandes keineswegs gesteigert hat. Ich kenne viele Menschen, die nie ein Flugzeug von innen gesehen haben und nicht nur zufrieden, sondern auch weltoffen leben. Europa mit dem Zug, Fahrrad und Wanderschuhen zu erkunden, ist spannend. [...]"

Dienstag, 9. Juli 2019

Privatwirtschaftliche Cloudlösungen für Schulen problematisch

Stellungnahme des Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit zum Einsatz von Microsoft Office 365 in hessischen Schulen
9.7.2019
"Der Einsatz von Microsoft Office 365 an Schulen ist datenschutzrechtlich unzulässig, soweit Schulen personenbezogene Daten in der europäischen Cloud speichern. [...] Was für Microsoft gilt, ist auch für die Cloud-Lösungen von Google und Apple zutreffend. Die Cloud-Lösungen dieser Anbieter sind bislang ebenfalls nicht transparent und nachvollziehbar dargelegt worden. Deshalb gilt auch hier, dass für Schulen die datenschutzkonforme Nutzung derzeit nicht darstellbar ist."

The plot to keep Corbyn out of power

https://www.counterpunch.org/2019/07/05/the-plot-to-keep-jeremy-corbyn-out-of-power/
https://en.wikipedia.org/wiki/CounterPunch

Trump-Höhen

Zum Dank für die Anerkennung der Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet durch die USA im März 2019 hat Israel am 16.6. dort ein Schild "Ramat Trump" (Trump-Höhen) aufstellen lassen und am 17.6.19 eine gemeinsame Gründungsfeier dieses Ortes von Vertretern der USA und Israels abgehalten. (Regierungssitzung in „Ramat Trump“, Israel heute 9.7.19)

Die Washington Post meinte, Peking könne als Gegenleistung für zollfreie Importe in die USA ja anbieten, ein Stück der Chinesischen Mauer nach Trump zu benennen. (FR 28.6.19)

Schul- und Spielzeugmuseum in Weiler (Obersulm)

Das Schul- und Spielzeugmuseum in Weiler ist das größte von Baden-Württemberg und hat die umfassendste Sammlung, die ich zu diesen Themen je gesehen habe.

Beispiele:





In Obersulm sieh auch:

siehe auch: Jüdischer Friedhof Heinsheim (Stadt Bad Rappenaus)
                   Alte Synagoge Eppingen

Lernziele aus der Sicht der Bevölkerung

"Für das wichtigste Lernziel hielten 83 Prozent der Befragten die gute Beherrschung von Rechtschreibung und Grammatik. [...] Wichtig waren den Befragten auch eine gute Allgemeinbildung (76 Prozent), Pünktlichkeit (68 Prozent) und Englischkenntnisse (63 Prozent). (Quelle: dpa)

Montag, 8. Juli 2019

Neckarrundfahrt in Heilbronn


Mitschrift der Erläuterungen der Fremdenführung

Telefunkenpark,
Hochwassersperrtor
Nikra:  heftiger, böser, schneller Flus (keltisch)
Kormorane (Wasserraben)
Länge: 360 km, 600 m Höhendifferenz, 27 Schleusen auf dem Neckar,
Otto-Konz-Brücke: Nach dem ersten Weltkrieg organisierte er den Kanalbau am Neckar
Die Schleuse stammt vom Architekten des Stuttgarter Hauptbahnhofs, Paul Bonatz.


Theresien-Hochbunker 1939 gebaut, für 100 Personen
Theresienwiese: Das Maria-Theresia-Orden-Fest wurde 1815 hier durchgeführt dafür kamen 8000 Soldaten auf den Festplatz, 136 Fürsten. Heilbronn hatte damals nur 8000 Einwohner. Bei dem Fest wurden die verschiedensten Kriegsorden an Soldaten verlieren
Vier Silos der BWK hauptsächlich Soja, oben auf den Silos sind im Metallgestell Nistkästen für Wanderfalken. Dieses Jahr sind erstmalig dort junge Wanderfalken geschlüpft.
Die Neckarschiffe dürfen wegen der begrenzten Größe der Schleusen höchstens 105 m lang, 11,45 m breit sein. Die größte Schleuse der Welt ist 500 m lang und liegt in Antwerpen.
Rhenus: hier wird vornehmlich Getreide umgeschlagen.
Früher wurden im Heilbronner Hafen vor allem Salz und Kohle geliefert, Stahl Sand, Kies und Split – Diesel, Heizöl Alkoho,l Schrott, Schwergut (zum Beispiel Schiffsmotoren bis 400 t)
Im Hafen gibt es 34 Kräne, nur 22 werden gegenwärtig genutzt.
Der Salzhafen hat fünf Salzschütten.
Die Hafenwände sind mit Stahlpfählen gespundet.

Salz wird unter anderem für Kunststoff-, Plastik- und Reinigungsmittelherstellung verwendet.
Theodor Lichtenberger (vgl. Südwestdeutsche SALZWERKE) setzte die Salzförderung in Heilbronn durch. Es gab einen Wettbohren. Denn damals galt das Recht: Wer das Salz entdeckt, war Eigentümer.

Der Container-Terminal besteht seit 2012. Bisher ist das Geschäft noch wenig angelaufen. 
Das daneben liegebde große Backsteingebäude gehört zu der Firma Josef Rettenmeier und Söhne
Die alte Reederei ist jetzt ein Restaurant.

Die neuen Häuser gehören zur Stadtausstellung der Bundesgartenschau. Das Holzhochhaus ist das höchste in Deutschland. Allerdings ist das Erdgeschoss und der Aufzugbereich in Beton und außerdem sind Stahlträger verwendet worden.
Die alte Neckarfähre wird jetzt als schwimmenden Bühne für die Bundesgartenschau verwendet
Der Kaiser's-Turm wurde 1999 gebaut und steht jetzt unter Denkmalschutz. Er ist 40 m hoch und hat einen Preis für die Klinkerbauweise erhalten.
Getreidesilos der Baywa.
Bühnen auf der Bundesgartenschau: Aufführungen von Mozart: Gärtnerin aus Liebe, und einem Kinder Musical über die Schöpfung
Die Heilbronner Buga ist die erste, die weitgehend barrierefrei gestaltet ist.
Vom Zukunftspark aus ist das Wartberg-Restaurant gut zu sehen. Das wäre eine Erklärung für den Namen des Geländes: Wohlgelegen.
Das Kohlekraftwerk Heilbronn hat zwei Schornsteine von 250 m Höhe, es besteht seit 1920, gegenwärtig arbeitet fast nur noch Block 7, er leistet 778 MW. Der Kühlturm ist 140 m hoch (der Kölner Dom 157).
Die Kohle wird regelmäßig umgeschichtet, weil sie sonst brennen oder faulen (!) könnte.
Pro Stunde werden rund 1 Millionen l Wasser zu Dampfproduktion gebraucht, die Masse davon verdunstet, ein Teil wird in den Neckar zurückgeleitet.
Bei 1200° wird die Kohle, aber auch Klärschlamm und anderes Biomaterial verbrannt. Die Fernwärme wird verkauft.
Eine Biegung des Neckars an dieser Stelle wird Abrahams Schoß genannt, die Erklärung ist etwas unklar.
Die Autobahnbrücke wurde vor 50 Jahren gebaut, sie ist 1,3 km lang, weil der Plan bestand, den Neckar zu verlegen. Die Verlegung fand aber nicht statt, weil sie zu teuer war. Gegenwärtig fahren 100.000 Fahrzeuge pro Tag über die Brücke, ein Drittel davon ist Schwerlastverkehr, deshalb sind jetzt zwei neue Brücken (für jede Fahrtrichtung eine) nötig. Die alte Brücke wird gegenwärtig abgebrochen (großenteils mit Sprengungen).
Die FrieslandCampina hatte früher den Namen Südmilch.
An dieser Stelle ist an Ufer der Hinweis 109 km zu sehen. Er gibt die Entfernung von der Quelle an.
Die Bewohner eines Stadtteils von Heilbronn werden Linsenfischer genannt. Die Entstehung des Namens leitet sich nach einer Anekdote daher, dass nach einem großen Fest die verdorbenen Linsen in den Neckar gekippt worden waren. Die Fischer dieses Stadtteils haben sie aus dem Neckar gefischt und getrocknet. Danach haben sie sie in Heilbronn verkauft
Die Heilbronner haben den Spitznamen Brockenfresser.
Dafür gibt es drei Erklärungen:
Erstens: sie wollten immer den größten Brocken
Zweitens: eine Konditorei verkaufte große Bonbons mit dem Namen Brocken
Drittens: nach einem Feuer entstand eine große Menge geschmolzener Zucker in großen Brocken
In Heilbronn gibt es 50 000 ausgewachsene Bäume, 160 Brücken. Nicht alle Brücken führen über Wasser, denn die Definition einer Brücke besagt: ein Überweg von mehr als 2 m Länge ist eine Brücke.
Eine Brücke aus Stahl hält etwa 70 Jahre, eine aus Beton etwa 50 Jahre, bei starkem Verkehr halten sie weniger lange.
Neckarfische: im Neckar leben 42 Fischarten, die größte ist der Wels (bis 2 m), außerdem Barben, Zander, Karpfen und andere. Eine besondere Geschichte hat die 
Grundel , eine Fischart, die aus dem Schwarzen Meer stammt. Sie vermehrt sich so stark, weil sie ohne natürliche Feinde ist. Viele Fischer schimpfen über die Grundeln, weil sie anderen Fischen die Nahrung wegfrisst. Andere loben den Geschmack der Grundeln. Die Wasserqualität ist heute gut, sie wird mit zwei angegeben.
Die neue Möbelfirma Krieger baute auf dem Gelände, wo die Pfanzenfirma Kölle alte Gebäude abgerissen hatte. Kölle ist bei der jetzigen Bundesgartenschau beteiligt. Die Firma hat in den fünfziger Jahren bei der Buga in Hannover einen Preis für Rosen gewonnen.

Die Traglast des Schiffes Adam Krieger beträgt 2400 t, es ist 105 m lang und 10,5 m breit.
Mark Twain ist in Heilbronn gewesen und hat mit einem eigenen Floß den Neckar befahren. Er hat über den Heilbronner Wein gesagt: 

Die Deutschen lieben ihren Wein. Vom Essig unterscheidet man ihn mithilfe eines Etiketts.
Heilbronn bekam schon kurz nach den großen Großstädten München und Frankfurt eine elektrische Straßenbahn und zwar 1897. Eingeführt wurde sie vom Vater von Theodor Heuss.
Die Heilbronner verstehen sich als Schwaben, bis 1802 waren sie allerdings dem Bistum Würzburg in Franken zugeordnet. Der Dialekt heißt auch heute noch Südfränkisch.
Der Wartberg ist 300 m hoch, das Marahaus hat 47 Farben, auf der Brücke steht ein Minihaus (an dem großen roten Kreis zu erkennen), es ist ein Ein-Personen- Haus.


mehr zu diesen Rundfahrten und anderen Schiffsausflügen von Heilbronn aus:
http://ausflugsschiffe-heilbronn.de/

Notizen zum Justinus-Kerner-Haus in Weinsberg

Kerner hat sich dafür eingesetzt, die Weibertreu-Burg zu erhalten. Es finden sich Pläne im Haus, wo die Burg vollständig wiedergegeben ist.
Ein sehr beliebtes Instrument von Kerner war die Maultrommel. Er hat sie benutzt, um Patienten zu heilen. Insofern war er der erste Musiktherapeut.

In Kerners Haus lebte ein Storch, der sich am Flügel verletzt hatte, für viele Jahre als Haustier.

mehr dazu:
https://fontanefan3.blogspot.com/2019/07/justinus-kerner-sein-haus-in-weinsberg.html

Montag, 1. Juli 2019

Zur Höhe einer CO2-Steuer

Chef des Dax-Konzerns Munich Re (größter Rückversicherer der Welt) fordert eine CO2-Steuer (€100/t), die mehr als doppelt so hoch als die Forderung im neuesten Klimaschutz-Programm der Grünen (€40/t). (Olaf Storbeck, 29.6.2019)

Montag, 24. Juni 2019

Kipppunkte (Kippelemente) im Zusammenhang mit dem Klimawandel

Wissenschaftler wissen über die Unsicherheiten bei der Voraussage des Verhaltens komplexer Systeme.
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel warnen sie zwar seit Jahrzehnten, aber bisher sehen sie noch immer die Möglichkeit, dass sich er sich beschränken lässt.
Die Diskussionen, die ich im Internet verfolge, lassen mich darauf schließen, dass sich aber viele über das Ausmaß der Katastrophe, die eintreten wird, wenn bestimmte Kippelemente fallen (oder Kipppunkte überschritten werden), auch ein halbes Jahr, nachdem die Schülerstreiks begonnen haben, noch nicht im klaren sind.

Daher hier ein paar Kurzhinweise:

"Sogenannte Kippelemente im Klimasystem können unwiderruflich in einen instabilen Zustand fallen und so Lebensbedingungen der Menschheit bedrohen.
Das globale Klimasystem gleicht demnach einer Kette von Dominosteinen - wehe, der erste fällt.
Der schwindende Amazonas-Regenwald, der auftauenden Permafrostboden im hohen Norden oder die schmelzenden Eispanzer Grönlands sind einige dieser Domino-Elemente, die eine Kettenreaktion mit globalen Folgen auslösen können. [...]
Kommt es zu Kippeffekten, ist Erwärmung nicht die einzige Folge: Die schmelzenden Eispanzer könnten den Meeresspiegel über die kommenden Jahrhunderte um 60 Meter steigen lassen. Mit den Wäldern geht Biodiversität verloren und damit die Chance, in der Vielfalt der Natur Antworten auf die Krise zu finden. Auftauender Permafrost gefährdet Siedlungen in Sibirien und Straßen in den Alpen. [...]
 "Die Gelegenheit, die wir in den kommenden drei Jahren haben", sagt Figueres, "ist einzigartig in der Geschichte.""

(Kippendes Weltklima: Wie Domino-Effekte die Erde in eine Heißzeit treiben könnten, Süddeutsche Zeitung 7.8.2018)

Seit dem 7.8.2018 sind nahezu 11 Monate vergangen. Entsprechend geringer sind die Chancen, dass diese Gelegenheit genutzt wird.

dazu:
"In der Arktis, rund um den Polarkreis, wüten seit einigen Wochen die wohl größten Brände des Planeten. Vermutlich mehr als 100 Feuer zeigen Satellitenaufnahmen in entlegenen Regionen der sibirischen Tundra – einige von ihnen sind möglicherweise mehr als 1000 Quadratkilometer groß. In der Arktis brennt es immer wieder mal, aber Größe und Zeitpunkt dieser Megafeuer sind sehr ungewöhnlich. Und obwohl die betroffenen Gebiete so abgelegen sind wie kaum eine andere Region des Planeten, betreffen die Auswirkungen der Brände die ganze Welt." (Mega-Feuer am Polarkreis, Spetrum.de 9.7.19)

"[...] Hartmut Graßl: Aus meiner Sicht spielt das Thema Geoengineering oder Climate Engineering eine zu große Rolle in der öffentlichen Debatte. Denn die Klimaforschung zeigt doch, dass das Verständnis des Erdsystems wegen dessen hoher Komplexität relativ langsam vorankommt. Jetzt, wo wir den zusätzlichen, von uns stammenden Treibhauseffekt einigermaßen einschätzen können, würden wir durch Geoengineering zusätzliche Komplexität einbringen.
Ich gebe ein Beispiel. Die Erhöhung der Kohlenstoffaufnahme in den Ozean – er nimmt gegenwärtig nur etwa ein Viertel unserer CO2-Emissionen auf – durch die Einbringung von durch Phytoplankton verwertbaren Eisenverbindungen im Südlichen Ozean lässt auch die dort nicht als Dünger genutzten Stickstoffverbindungen schrumpfen. Damit wird die Verteilung des Phytoplanktons und folglich der Fischpopulationen geändert. [...]"

SUV-Rekord in Deutschland - Erstmals wird die Zahl der neu zugelassenen in diesem Jahr die Grenze von einer Million Fahrzeugen überschreiten, laut einer Analyse der Universität Duisburg-Essen.  (Tagesschau 2019) 

1988 wurden in den USA insgesamt 960.852 SUV und 1997 bereits 2.435.301 SUV verkauft.[1] In Deutschland wurden 2016 3.351.607 Pkw erstmals zugelassen; 715.268 davon (21,3 %) waren Geländewagen und SUV.[2] (Wikipedia: SUV)