Mittwoch, 28. Juni 2017

Propaganda

Hiermit mache ich Propaganda für das Heft "Propaganda" von fluter von der bpb, weil darin über den Sender Russia Today alias RT Deutsch unter anderem verbreitet wird, er versuche Zweifel an der Korrektheit von Aussagen aus der westlichen Presse zu wecken.
Und das, nachdem in derselben Ausgabe von fluter am Anfang geschrieben worden war, Zweifel sei eine Möglichkeit, sich gegen Propaganda zu immunisieren.
Ich weise hier nicht auf einen Aphorismus von Lichtenberg hin.

Das ist natürlich eine glatte Lüge. Denn mit diesem Hinweis handele ich ja nach dem Verfahren, mit dem man dazu auffordert, nicht an einen rosa Elefanten zu denken. Dies Verfahren ruft nämlich genau den Gedanken hervor, den es angeblich unterdrücken will.

Ich werde an verschiedenen Stellen im Netz ähnliche Nachrichten mit kleinen Abweichungen verbreiten. Unter anderem werde ich einzelne Aussagen mit Links versehen. Mache ich mich dadurch glaubwürdiger oder senke ich die Glaubwürdigkeit für meine anderen Aussagen?

Jetzt muss ich als erstes einmal einen Tweet auf diesen Artikel verlinken.

So leben Studenten

Das Studentenwerk hat Deutschlands Studierende in der 21. Sozialerhebung vermessen. Spiegel online 27.6.17
Beispiele für Ergebnisse:
"Arbeitsaufwand und Belastung: Vollzeitstudierende investieren durchschnittlich 33 Stunden pro Woche in ihr Studium. 18 Stunden davon verbringen sie im Selbststudium, 15 Stunden in Lehrveranstaltungen. Bei der letzten Erhebung 2012 lag die Präsenzzeit noch bei 17 Stunden pro Woche. 68 Prozent der Befragten empfinden ihren zeitlichen Aufwand für das Studium als hoch bis sehr hoch. 23 Prozent ordnen sich der mittleren Antwortkategorie zu, während neun Prozent den Studienaufwand als niedrig bis sehr niedrig einstufen.
  • Fächerwahl: Zu den beliebtesten Studiengängen zählten 2016 erneut die Ingenieurwissenschaften.
Studierende nach Fächergruppen
Fächerstruktur in Prozent
242219181617182221103115172020202019191825122020181820202020201624976666766942121222323222221201921111315151514141315219IngenieurwissenschaftenSprach- und KulturwissenschaftenMathematik/NaturwissenschaftenMedizin/Gesundheitswissenschaften*Rechts- und WirtschaftswissenschaftenSozialwiss., -wesen, Psychol./ Pädogogik199119941997200020032006200920122016-2016 weiblich2016 männlich02550751002012 Mathematik/Naturwissenschaften: 20
Quelle: DSW/DZHW 21. Sozialerhebung;
* Bis 2003 Human- und Veterinärmedizin, ab 2006 einschl. Gesundheitswissenschaften.
  • Partnerschaft: 48 Prozent der Studierenden sind in einer festen Partnerschaft, weitere sechs Prozent der Immatrikulierten sind verheiratet oder leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. 46 Prozent sind Single. Der Anteil der alleinstehenden Studierenden ist damit im Vergleich zur Erhebung von 2012 etwas gestiegen, damals waren 43 ohne festen Partner.
  • Familie und Gesundheit: Der Anteil von Studierenden mit Kind ist im Vergleich zu 2012 um einen Prozentpunkt auf sechs Prozent gestiegen. Elf Prozent der Studierenden sind gesundheitlich beeinträchtigt, das sind vier Prozentpunkte mehr als noch bei der letzten Erhebung.
  • Wohnen: Der Anteil der Studierenden, die bei den Eltern wohnen, hat sich mit 20 Prozent leicht verringert, dafür leben mit zwölf Prozent etwas mehr Studierende in einem Wohnheim."

Dienstag, 27. Juni 2017

Das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana)

"Die CA [Confessio Augustana] wurde trotz ihres speziellen Entstehungshintergrunds bald schon als offizieller Ausdruck der lutherischen Lehre, als lutherisches Hauptbekenntnis angesehen. 1555 wurde sie die Grundlage des Augsburger Religionsfriedens und 1580 Teil des Konkordienbuchs. Obwohl sich manche lutherischen Theologen eine deutlichere Ausformulierung evangelischer Lehre gewünscht hätten, hat sich der zurückhaltende Stil bewährt. Die CA war schon im 16. Jahrhundert und erst recht bei der Bildung von Kirchenunionen im 19. Jahrhundert als Brücke zu den reformierten Kirchen benutzbar, und sie hat sich in jüngster Zeit sogar als mögliche Brücke zu einer theologischen Einigung mit der römisch-katholischen Kirche erwiesen." (Matin H. Jung: Philipp Melanchton und seine Zeit, Göttingen 2010, S.48)

„Luther – der Anschlag“

"Ein Luther-Stück ohne Luther? Für den Regisseur Wedel war das Entschwinden seines Hauptdarstellers kein unüberwindliches Problem: Schließlich hatte er für seine Inszenierung gleich vier Luther aufgeboten: den selbstbewussten, den zweifelnden, den Reformator und nicht zuletzt den Wutbürger, den Manker verkörpern sollte. Der große Zerstörer und Reformator aus Wittenberg, so Wedels Überlegungen, sei ein derart in sich zerrissener Mann gewesen, dass ein einziger Schauspieler seine Persönlichkeit nicht wiedergeben könne." (Luther – der Anschlag“ faz.net 26.6.17)

Sonntag, 25. Juni 2017

Gab es je eine menschliche Gesellschaft, in der es unsinnig wäre, eine Verschwörung zu vermuten?

https://scilogs.spektrum.de/gedankenwerkstatt/verschwoerungstheorien-sind-alt-wie-die-menschheit/

Freilich, Verschwörungen brauchten nur die Schwächeren. Die Mächtigen hatten andere Mittel.
Aber Verschwörungstheorien waren ein elegantes Mittel der Mächtigen, ihren Terror zu rechtfertigen (sieh Türkei).

Ein Stromdieb

Lebensgefährlicher Job aufgrund fehlender Alternativen:
http://www.zeit.de/2017/16/elektrizitaet-strom-diebstahl-kenia-nairobi/komplettansicht

Kurz gesagt, besteht sein Geschäftsmodell darin, Strom des offiziellen Anbieters zu klauen und ihn dann an die Bewohner des Slums zu verkaufen. Es ist ein Job voller Risiken und Gefahren. Dreimal schon durchzuckte der Strom Odhiambos Körper, einmal fiel er ohnmächtig von der Leiter herunter. "Aber hey", sagt Odhiambo, "das Geld ist süß." [...]
Eigentlich wollte Odhiambo nie Stromdieb werden. "Ich hatte nicht nur höllisch Angst vor Elektrizität, sondern auch vor der Höhe der Leiter", sagt er. Sein Vater aber, der als Elektriker in den "schicken Vierteln" arbeitet, bestand darauf. Der Sohn sollte ein Auskommen haben. Nacht für Nacht schickte er Odhimabo zum Stromklauen, brachte ihm bei, wie das geht: Atme tief durch. Steig die Leiter hinauf zu den Stromkabeln von KPLC. Leuchte die vier Kabel an. Geh auf das gelbe, da ist am meisten Strom drauf. Miss den Strom mit dem Tester, setz deinen Haken, kappe das Hauptkabel. Leg deine Diebeskabel nach unten. Erst wenn du das getan hast, kannst du den Strom wieder fließen lassen. Das ist das Wichtigste, vergiss es nicht. Sonst durchzuckt dich der Strom, bumm, dir wird entsetzlich kalt, du wirst grauenhaft müde. Sie geben dir dann Milch zu trinken, damit sich die Neuronen in deinem Körper wieder neutralisieren. Aber du weißt ja, wie viele im Jahr hier an Stromschlägen sterben.
Wer von den Gassen Kiberas in den Himmel schaut, sieht ganze Kabelnester, die sich an die offiziellen Leitungen krallen – das Werk der Stromdiebe. Ihre Haken haben sie mit Draht umwickelt, ihre Diebesleitungen verlaufen in alle Himmelsrichtungen. Bisweilen sind sie mit Zweig- und Astkonstruktionen voneinander getrennt, die im Wind schwanken. Die Kabel führen zu Holz- und Wellblechhütten, schmiegen sich an Hauswände, ragen aus dem Erdboden hervor. "Du hast zwei Möglichkeiten", sagt Odhiambo. "Du kannst deine Kabel ober- oder unterirdisch verlegen. Beides ist kreuzgefährlich." Das oberirdische Kabel kann herunterfallen, wenn der Wind zu stark weht. Stürzt es auf ein Wellblechdach, können die Menschen darunter durch einen Stromschlag sterben. Fällt es auf eine Hütte, kann Feuer ausbrechen. "Verlegst du sie unterirdisch, in der weichen Erde, können sie in der Regenzeit nass werden." Tritt einer der Slumbewohner darauf, kann ihn der Stromschlag treffen. In jedem Jahr sterben etwa 20 Menschen in Kibera an Stromschlägen.