Mittwoch, 29. März 2017

Geschichten vom i

https://geschichtenvomi.wordpress.com/

Wer Lust haben sollte, solche Geschichten zu lesen, der soll die Gelegenheit haben.
Am besten gefällt mir der Prolog. Und darin gefallen mir besonders die Sätze:

"Andere ruinieren Städte und Regionen. Wir setzen nur einen Klick: unter Zinswetten, Hypothekengeschäfte, Zwangsvollstreckung und Nahrungsmittel-spekulation. 
Ein Kind verhungert? Wir waren unbeteiligt. Eine Familie wird vertrieben? 
Wir waren unbeteiligt! Ein Flüchtling ertrinkt? Verdammt, wir waren unbeteiligt!"

Legalisierter Raub

von Susanne Meinl und Jutta Zwilling


  • Montag, 27. März 2017

    Die Gefahren der Privatisierung

    Tim EngartnerDie Gefahren der Privatisierung (Manuskript)

    Sendung zum Nachhören

    "[...] wir haben vor allen Dingen – das ist ein wunder Punkt, den Sie markieren – seit dem Jahr 2016 auf Bundesebene die Schuldenbremse, die ab 2020 auch auf Landesebene greifen soll. Das ist der Kern, der Ausgangspunkt für die Privatisierungswelle, denn der Staat ist zur Handlungsunfähigkeit verdammt. Ich würde von einer Selbstentmachtung des Staates sprechen. Er erhält nicht mehr ausreichend Steuern; [...]
    Die Neujustierung der Steuer- und Abgabenarchitektur müsste auf der politischen Agenda ganz weit oben stehen, wenn man denn der Autobahnprivatisierung, der Bahnprivatisierung, der Postprivatisierung, der Telekomprivatisierung entgegentreten wollte. Wir haben bei den Körperschaftssteuern – nehmen wir die Ära Kohl zum Maßstab – ein Absenken von 40%, über 25% auf jetzt 15% erlebt. [...]
     In der Tat wäre eine Neujustierung der Steuer- und Abgabenarchitektur der wirksamste Mechanismus, der wirksamste Hebel, um der Privatisierungslogik entgegenzutreten. [...]
    Da kann man sehen, dass sich die Müllgebühren innerhalb der letzten 20 Jahre unter den Privaten mehr als verdoppelt haben.[...]
    es gibt in der Ökonomie – diese Theorie wird von konservativen Ökonomen gleichermaßen geteilt – die Theorie der meritorischen Güter. Das sind die 7 sogenannten verdienstvollen Güter: Theater, Museen, Schwimmbäder  [...] Die haben einen Wert an sich, der sich nicht in Heller und Pfennig bemessen lässt. Ich glaube, wir werden in einer Gesellschaft leben, die nur noch den Preis, aber von nichts mehr den Wert kennt. [...]
    Die Privatisierung führt gerade im Bereich Bildung dazu, dass eine Ideologisierung stattfinden könnte? [...]
    Es gab lange Zeit die Bestrebungen, Lehrstühle für Islamwissenschaften abzuschaffen. Nach 09/11 – nach den Anschlägen von New York – gab es einen unglaublichen Run auf Islamwissenschaftlerinnen und Islamwissenschaftler. Da hatte man auf einmal einen eklatanten Bedarf. Da Bildung mitunter einen Wert hat, der sich nicht in Heller und Pfennig beziffern lässt,  [...]
    Alle beklagen, dass das Erstellen von Reisepässen, Führerscheinen und Personalausweisen in den letzten Jahren so viel teurer geworden ist, was daran liegt, dass unter Hans Eichel die Bundesdruckerei privatisiert worden und an Apax, einen Finanzinvestor, verkauft worden ist, der dann in finanzielle Schieflage geraten ist und dann sehr kostspielig zurückgekauft werden musste. Das hat die Gebühren explodieren lassen. [...]
    Ich hoffe, dass die Privatisierung der Bundesautobahnen – im Land der Autofahrer – zum Wahlkampfthema erklärt wird. Denn das, was hier in den vergangenen Wochen und Monaten an Desinformationspolitik betrieben wurde, ist wirklich atemberaubend. " (Die Gefahren der Privatisierung)


    Ist das Deutsch oder kann das weg?

    https://www.youtube.com/watch?v=EhEtIO0mdyI

    Kiezdeutsch?

    Ein Museum, das kein Museum ist

    Ein Archäologisches Museum soll kein Museum sein? Was ist denn musealer als etwas, was seit Jahrhunderten, manchmal seit Jahrtausenden im Boden gelegen hat und nun, erneut ans Licht gekommen, als Ausstellungsstück einer glänzenden zweiten Karriere entgegengeht? Der Ötzi, damals gerade einmal seiner Horde bekannt, nach einem kurzen Leben tragisch zu Tode gekommen, wird eine Weltberühmtheit.
    Er gewinnt doch erst als Ausstellungsstück seine Bedeutung.
    Wirklich? Wodurch ist er weltberühmt geworden? Dadurch, dass er ausgestellt wird? Oder dadurch, dass über ihn berichtet wird und zwar genau das, was erst Wissenschaftler aus diesem Bodenfund erkennen können. Das, was ihn von anderen alten Bodenfunden unterscheidet.

    So ist das archäologische Museum, bevor es das sein kann, als das es uns entgegentritt, erst einmal ein Organ der Bodendenkmalpflege.  Als solches sorgt es dafür, dass Bodenfunde mehr werden als ungewöhnliche, seltsame Objekte, die man kurz anstaunen kann, die aber bald wieder nutzlos werden.
    Nur die Denkmalpflege sorgt dafür, dass ein Bauboom nicht wichtige historische Zeugnisse vernichtet, sondern sie der wissenschaftlichen Bearbeitung anderer Wissenschaften - wie zum Beispiel der Geschichtswissenschaft - zugänglich macht.
    Freilich, die Experten für Bodendenkmalpflege bekommt man im Museum nur ganz ausnahmsweise einmal zu sehen. Sie sind ja keine Ausstellungsstücke, sondern haben Wichtigeres zu tun, als sich ausstellen zu lassen.

    Odin, Thor und Freyja

    Hoby und Gudme

    Gemeinsamkeit von ZooSphere (mehr dazuund Bremer Kogge

    Dieser Eintrag geht auf einen Leserbrief von Falko Daim, dem Generaldirektor des Römisch-Germanischen  Zentralmuseums, vom 27.3. in der FR zurück.

    Sonntag, 26. März 2017

    Bauhaus

    Bald wird es 100 Jahre alt. Schon jetzt beginnen die Jubelfeiern: Das Bauhaus ist für die Deutschen so wichtig wie Bach oder Beethoven. Und seine Ideale aktuell wie nie, 

    ZEIT Nr. 53/2016, 21. Dezember 2016

    "Bis 2019, bis zum 100-Jahre-Bauhaus-Jubelfest, reiht sich nun Ausstellung an Symposium, erscheinen neue Forschungsberichte, Bildbände, Architekturführer, Zeitungsbeilagen. [...] Meyer sprach von einem "flottanten Volk", denn: "Die konstruktive Form kennt kein Vaterland." Dass es dieses Volk unterdessen so fließend, so globalisiert nicht mehr aushalten mag, dass es sich wehrt gegen Entwurzelung und die Durchfunktionalisierung des Lebens, schienen sie am Bauhaus nicht zu ahnen. Hier machte der Traum von Gleichheit auch vor Gleichschaltung nicht halt, was erklärt, warum gleich mehrere Bauhäusler später im NS-Staat gute Dienste leisteten." 

    Herzerkrankungen und Hörschäden nehmen ab

    Wird alles immer schlimmer? Nicht wenn es um Herz- und Hörschäden geht 
    Von Harro Albrecht ZEIT Nr. 53/2016, 21. Dezember 2016

    "Doch warum hat sich der laute Schall aus Playern aller Art nicht so schädlich ausgewirkt wie vorhergesagt? Der Autor der aktuellen Analyse kann nur spekulieren: Reduktion des Lärms am Arbeitsplatz, weniger Jobs im produzierenden Gewerbe, mehr Einsatz von Gehörschutz. Darüber hinaus werde sehr viel weniger geraucht und Bluthochdruck oder Diabetes besser therapiert. Die Folgen zeigen sich auch im verbesserten Hörvermögen, denn alle drei Faktoren haben einen negativen Einfluss auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also auch auf die Blutgefäße und damit auf die empfindlichen Kapillaren im Innenohr."