Donnerstag, 17. August 2017

Sind Linke in den USA und die Alt Right vergleichbar?

"Laut Reportern der „New York Times“ haben Antifaschisten in Charlottesville tatsächlich Verfechter der „White Supremacy“ angegriffen, mit Schlägern und Farbe.  [...]
Auch wenn die Antifa wieder mehr Zulauf hat – die Gewalt Linksextremer sei mit der Rechtsextremer nicht zu vergleichen, sagt Amerika-Fachmann Wendt. „Die Gewalt Rechtsextremer in den Vereinigten Staaten ist viel tödlicher, sie richtet sich meist gezielt gegen Personen. Linksextreme Gewalt äußert sich häufiger in Sachbeschädigung.“ Diese Einschätzung belegt auch eine Studie der University of Maryland, die die Radikalisierung von 1500 Extremisten erforscht hat. „Wir stellen fest, dass die rechten Gruppen (...) gewalttätiger sind als die linken Gruppen“, sagte Gary laFree, Forscher an der Universität von Maryland und Direktor des „National Center for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism“ der „New York Times“. Unter Trumps Regierung wurde die Antifa allerdings als innerstaatliche terroristische Organisation eingestuft.

Fast zehn Mal mehr Tote durch Rechtsextreme

In den vergangenen 25 Jahren haben linksextreme Gewalttäter in den Vereinigten Staaten insgesamt 23 Menschen getötet. Im gleichen Zeitraum wurden fast zehn mal so viele Menschen von Rechtsextremisten umgebracht (219). Bei rechtsextremen Anschlägen wurden 998 Menschen verletzt, bei linksextremen 46."
(Linksextremismus in Amerika: Gibt es eine „Alt Left“-Bewegung? faz.net 17.8.17 )

Mittwoch, 16. August 2017

Strategien des Populismus

Podiumsdiskussion (Video)

"Das Ende der liberalen Ordnung? Zentral-, Ost- und Südosteuropäischer Populismus im Vergleich" mit Andreas Ernst (Belgrad/Zürich), Gregor Mayer (Budapest) und Boris Schumatsky (Berlin); Moderation: Marie-Janine Calic (München) am 2. Juni 2017 in Regensburg
Öffentliche Podiumsdiskussion anlässlich der Vierten Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien "The End Of the Liberal Order? Central, East, and Southeast European Populism in Comparative Perspective" vom 1. bis 3. Juni 2017 in Regensburg

Von der Renaissance bis heute kaum was verändert in Florenz?

Schön wär's in Sachen Architektur. In der Tat, die Bauwerke sind nach allen Naturkatastrophen wiederhergestellt, nach Jahrhunderten des Verschleiß gut restauriert.

Aber hier geht's um die Vermögensverteilung:
In Florenz sind die reichen Familien von 1427 immer noch reich. 
ZEIT 23/2017 1.6.17 von J. Dudziak

Wenn Niccolò Ridolfi erklären möchte, worauf es ihm im Leben ankommt, geht er in seine Garage. Dort steht ein glänzend roter anderthalb Meter langer Maserati, den er seiner Tochter von einer Reise mitgebracht hat. Mit dem Spielzeugauto gibt es nur ein Problem: Die Seitenstangen und das Lenkrad sind aus Aluminium. Nicht hinnehmbar für einen Ridolfi. Also hat er einen Handwerker damit beauftragt, die Teile neu anzufertigen. Ob das Lenkrad aus Holz, Leder oder Metall sein und in welcher Form es gebaut werden soll, darüber kann seine siebenjährige Tochter selbst bestimmen. Ridolfi tätschelt die Karosserie. Dann sagt er: "Ich möchte ihr ein Gespür dafür vermitteln, was es heißt, ein Florentiner zu sein. Damit meine ich, dass wir mit Gefühl, Intelligenz und Fantasie etwas schaffen können, das einzigartig ist – und Bestand hat."
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Dienstag, 15. August 2017

Von den Anfängen der sozialen Marktwirtschaft

"[...] Bei den ersten Bundestagswahlen erreichte die Union unter Konrad Adenauer 31% der Stimmen. Mit der hauchdünnen Mehrheit von einer einzigen Stimme wurde er der erste Kanzler der Bundesrepublik. Nichtsdestotrotz war die Marktwirtschaft Anfang der 1950er Jahre eher unbeliebt beim deutschen Volk – Umfragen ergaben damals, dass eine Mehrheit der Deutschen sie ablehnte. Die Gefahr, dass die junge BRD sich bei geänderten Mehrheitsverhältnissen im Bundestag wieder von der Sozialen Marktwirtschaft verabschieden würde, war durchaus real. Um diese Gefahr zu entschärfen, griff Ludwig Erhard zu einem Instrument, das damals vor allem in den USA sehr beliebt war – politische Propaganda, verpackt in einer vermeintlich neutralen Informationskampagne. Angeregt von Erhard gründete eine Gruppe westdeutscher Industrieller 1952 den Verein „Die WAAGE. Gemeinschaft zur Förderung des sozialen Ausgleichs“. Um die Hintermänner und das Budget der Kampagne zu verschleiern, wurde die Arbeit der „Waage“ nicht direkt, sondern über den Umweg der ausführenden Werbeagenturen finanziert.
„Die Waage“ trommelte mit Werbespots, die vor Kinofilmen ausgestrahlt wurden, Anzeigen und Plakaten für die Soziale Marktwirtschaft. Damit betraten deutsche Industrielle Neuland. Moderne Public Relations-Arbeit war in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht sonderlich bekannt. „Die Waage“ kreierte die beiden Hauptfiguren ihrer Kinospots bereits mittels Panel-Untersuchungen und Meinungsumfragen. In einem typischen Waage-Spot erklärte der „moderne“, marktwirtschaftlich orientierte Fritz dem skeptischen Otto, warum allgemeiner Wohlstand nur durch die Marktwirtschaft entstehen könne und warum jede Form von Sozialismus gefährlich sei. [...]"
(Die Geburtswehen der Sozialen Marktwirtschaft, von Jens Berger 15.8.2017)

Montag, 14. August 2017

Dieselskandal: Manipulation durch Software seit 2005 bekannt

"Abgasuntersuchungen an bereits im Gebrauch befindlichen Fahrzeugen (Feldüberwachung) haben gezeigt, dass es im realen Fahrbetrieb zum Teil erhebliche Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte gibt (off-cycle-emissions). Mit der Verbesserung elektronischer Systeme zur Steuerung des Motors ergeben sich auch Möglichkeiten, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte zwar bei der Abgasprüfung einzuhalten, im realen Betrieb aber zum Beispiel auf Kosten hoher NOx-Emissionen kraftstoffsparender zu fahren (BMU, 2003a)." (Sachverständigenrat für Umweltfragen bei dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Umwelt und Straßenverkehr, 2005, S.160)

Mehr  dazu: 
Maßnahmen gegen die Verflechtuung von Autoindustrie und Politik (Video)

Es gibt nichts Gutes im Falschen von Michael Müller (SPD), Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
 "Der Siegeszug des SUV geht weiter - trotz Dieselskandal: Wann hören wir endlich auf, bei Autos auf Schneller und Größer abzufahren?"

Sonntag, 13. August 2017

Scheitern

Nicht nur "gelingendes" Leben, auch Scheitern ist wichtig.

Denn darin bewährt sich Resilienz, wenn auch da wo widrige Umstände vorliegen, da wo man scheitert, wo man Ziele aufgeben muss, nicht müde wird, sich immer neue Ziele zu setzen.
Nur wenn man gescheitert ist, kann man lernen sich dann nicht in eine Opferrolle zurückzuziehen, sondern, statt sich an Problembetrachtung festzubeißen, auf neue Lösungen hinzuarbeiten. Verantwortung auch für Scheitern zu übernehmen und sich neuen Situationen zu stellen.
Das heißt aber gerade nicht, dass man mit allem selbst zurecht kommen muss. Vielmehr gehört dazu, dass man auch um Hilfe bittet und Hilfe annehmen kann.

Samstag, 12. August 2017

Schüchternheit: Mein Leben als Igel

Schüchternheit: Mein Leben als Igel Von Dirk Gieselmann ZEITMAGAZIN NR. 31/2017 27.7.2017

"Nichts gegen Sie, aber ich möchte Ihnen lieber nicht begegnen. Und Sie mir, seien Sie versichert, auch nicht. Wir würden uns beide für mich schämen. [...]"