Sonntag, 15. Juli 2018

Genscher und Merkel und - "Wir"

Hans-Dietrich Genscher sprach am 30.9.1989 in der deutschen Botschaft in Prag die historischen Worte. "Wir sind gekommen ..." Der Rest ging im Jubelgeschrei der rund 4000 Flüchtlinge unter.
(mehr zur Flucht über die deutsche Botschaft in Prag)

Angela Merkel sagte am 31.8.2015 auf der Sommerpressekonferenz: "Wir schaffen das ..." Es folgten Wochen und Monate einer Willkommenskultur.

Was sind die Gemeinsamkeiten, was sind die Unterschiede?

Es gab ein Problem, dass sich schon länger angebahnt hatte.
Ein wesentlicher Anstoß zur Veränderung ging von Ungarn aus.
Österreich spielte eine verbindende Rolle zwischen Ungarn und Deutschland.
Unter denen, denen die Weiterreise ermöglicht wurde, gab es auch Kriminelle.

Es herrschte Überfüllung,
die sanitären Bedingungen waren gefährlich,
der Zustand war unhaltbar.

Es ging um Flüchtlinge.
Sie waren geflohen, um ein besseres Leben führen zu können.
Schon seit vielen Jahren waren die Menschen geflohen.
Doch dann wurden sie daran gehindert, um Schaden vom Land abzuwenden.
Der Satz mit "Wir" kündigte eine Veränderung an.
Der Satz fand viel Beifall.

Es gab eine Veränderung.
Die Flüchtlinge waren in Not.
Die Mehrzahl der Notleidenden war nicht aufgebrochen.
Wer nicht aufbrach, hatte keine Möglichkeit dazu.
Wer nicht aufbrach, scheute die Veränderung.
Wer nicht aufbrach, wollte lieber die Verhältnisse verändern als ihnen entfliehen.

Die Fliehenden und die Aufnehmenden gehörten zusammen.
Die Fliehenden und die Aufnehmenden saßen in einem Boot.

Mit "wir" waren "wir" gemeint.

Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede?
Wer war mit "wir" gemeint?
Zu welchem "wir" gehören wir?

Wie hätte die Geschichte des Jahres 1989 fortgesetzt werden können, wie die von 2015?
Wer hat wie mitgespielt beim "wir"?

Hat gar diese Geschichte (des Jahres 2018) etwas mit dem Unterschied zwischen "wir" und "wir" zu tun?
Oder diese?




Freitag, 13. Juli 2018

Datenschutzgrundverordnung und die Reaktion von Bloggern

Öffentlichkeit: Die DSGVO und das Blogsterben: Es ist kompliziert netzpolitik.org 27.6.18

"[...] Wir berichten aber auf netzpolitik.org seit Jahren darüber, dass der deutsche Sonderweg, bereits erste Unterlassungsaufforderungen mit saftigen Kostennoten versehen zu können, in manchen Bereichen ein geradezu industrielles Geschäft mit Abmahnungen ermöglicht. Das sorgt für eine große Verunsicherung. [...]
Wenn wir eines aus dem Phänomen, das wir nach unserer Recherche lieber nicht mehr „Blogsterben“ nennen wollen, lernen: Ein Datenschutzgesetz allein reicht nicht – wir brauchen auch benutzerfreundliche Technik, die datenschutzkonformes und eigenständiges Publizieren ohne große Hürden möglich macht. Wenn die Europäische Union ihren eigenen Weg einer verantwortungsbewussten Digitalisierung gehen will, muss das entsprechend gefördert werden. Und der deutsche Sonderweg der Abmahnindustrie muss endlich beendet werden."

Donnerstag, 12. Juli 2018

Ein neues Verständnis von Armut

Abhijit V. BanerjeeEsther Duflo: Poor Economics 

Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut


Joseph StiglitzDer Preis der Ungleichheit


"[...] In Afrika gibt es einige Staaten, die zwanzig, vierzig oder achtzig Prozent des Haushalts von der Entwicklungshilfe finanziert bekommen. Gelder in solch hohem Ausmass beeinflussen das Verhältnis zwischen Regierung und Bevölkerung. Der Gesellschaftsvertrag werde gestört, wie Angus Deaton betont: «Ohne ein demokratisches oder wechselwirksames Zusammenspiel von Steuern und Ausgaben» könne der Staat nicht funktionieren.
In der Schweiz ebenso wie in den USA übernimmt der Staat wichtige Dienstleistungen, und wenn der Bürger mit der Leistung des Staats und seinen politischen Vertretern nicht zufrieden ist, kann er sie abwählen. Aber wenn die Dienstleistungen von aussen herangetragen würden, funktioniere dieser Mechanismus nicht mehr. Das Zusammenspiel von Verantwortungs-Übertragung und Rechenschafts-Pflicht, wie es in einer modernen Gesellschaft besteht, werde gestört. Entwicklungshilfe behindert laut Deaton deshalb die Entstehung eines funktionierenden Staates.

Hilfe für statt Hilfe in

Damit Entwicklungshilfe den Gesellschaftsvertrag nicht antastet, schlägt Angus Deaton vor, nicht länger Hilfe in einem Land zu leisten. Stattdessen müsse man Hilfe für ein Land leisten. Etwa im Bereich Tropenkrankheiten könnten die Industrienationen viel mehr tun. «Es wird kaum Geld für die Malariaforschung ausgegeben und fast nichts für Ebola», erklärt Deaton, «weil die Krankheiten amerikanische Bürger nicht betreffen. Würde sie die Amerikaner betreffen, würde die Regierung sehr viel Geld ausgeben. Wenn wir den Menschen also helfen wollen, können wir grosse Summen für die Erforschung solcher Krankheiten spenden.» [...]"

Dienstag, 10. Juli 2018

Mitleid mit den Jungen in der Höhle in Thailand

http://www.sueddeutsche.de/politik/das-hoehlendrama-was-mitleid-kostet-1.4046604

Wegweiser Demenz

https://www.wegweiser-demenz.de/

Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Für die Arbeit mit Migranten wird ein Erinnerungskoffer empfohlen (Blog)

Versicherungen in der DDR

"Ab 1945 war die Fortsetzung der Arbeit für die in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands tätigen Versicherungsunternehmen durch den Befehl Nr. 01 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) verboten. An ihre Stelle traten staatliche Versicherungsanstalten. Die privaten Versicherungsgesellschaften verlegten demzufolge ihre Hauptsitze in die westlichen Besatzungszonen, wo sie ihre Arbeit fortsetzen konnten. [...]  Im Jahre 1969 fusionierten die DVA und die Vereinigte Großberliner Versicherungsanstalt, die als staatlicher Versicherer für Ost-Berlin fungierte, zur „Staatlichen Versicherung der DDR“ (SV).
Mit der politischen Wende kam es zur Auflösung der SV, indem 1990 die „Staatliche Versicherung der DDR in Abwicklung“ gegründet wurde. Die neu gebildeten „Deutschen Versicherungs-AG“ und der „Deutschen Lebensversicherungs-AG“ gingen 1998 in der Allianz-Versicherungs AG in München auf."
(Seite „Staatliche Versicherung der DDR“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Oktober 2017, 21:21 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Staatliche_Versicherung_der_DDR&oldid=170199384 (Abgerufen: 10. Juli 2018, 06:27 UTC))


Sonntag, 8. Juli 2018

Hätte der Weihnachtsfrieden von 1914 zu einem dauerhaften Frieden führen können?

Natürlich kann niemand das wissen. Es gibt aber Ansatzpunkte für Vermutungen:
  1. Nicht nur unter Sozialisten aller Art gab es schon vor 1914 den Willen, einen kommenden Krieg zu verhindern. Auch die pazifistische Bewegung war - spätestens seit Bertha von Suttners "Die Waffen nieder" - schon stark und international vernetzt. Dennoch kam es zum Krieg. Ob Jean Jaurès (https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Jaurès) etwas daran hätte ändern können, wenn er nicht am 31.7.14 ermordet worden wäre, ist nicht gesagt. Der Nahostkonflikt, der nach den Abmachungen von Oslo schon erfolgreich auf den Weg des Friedens gebracht zu sein schien, hat sich nach der Ermordung Rabins noch weiter verschärft.
  2. Die Erfahrung der Gräuel des Stellungskrieges hat 1914 einige Soldaten auf beiden Seiten der Front schon so kriegsmüde gemacht, dass sie die Angst vor Gegnern und Vorgesetzten überwunden haben, um gemeinsam zu feiern. Aber in den Heimatländern wuchs der patriotische Hass noch.
  3. 1917 konnten die Bolschewisten eine erfolgreiche Revolution organisieren, indem sie versprachen, Frieden zu schließen. 1918 waren nach dem Hungerwinter von 1917 und im Angesicht der sicheren Niederlage des Kaiserreichs Matrosen und Soldaten in großer Zahl bereit, zu revoltieren, und es gab politische Führer, die eine - gebremste - Revolution daraus machten. (Das ist vielfach differenzierter beschrieben nachzulesen.)
Kriegsmüdigkeit beider Seiten kann zum Frieden führen. Reichte die von 1914 dazu aus? Reicht die heutige in Syrien und im Jemen dazu aus? - Was theoretisch denkbar wäre, darüber lässt sich viel diskutieren. Die historische Wirklichkeit zeigt, was sich in der jeweiligen Situation durchsetzt.
Um dennoch ein wenig zu spekulieren: Die Wahrscheinlichkeit, dass im Juli 1914 der Krieg verhindert worden wäre, war wohl größer als die, dass es in der Folge des Weihnachtsfriedens von 1914 zum Frieden gekommen wäre.

Klima, Lebensmittel, Religion

Drei Sendungen von SWR 2  Wissen

Böden als Klimaretter?

Wegwerfware Essen

Evolution der Religiosität

Samstag, 7. Juli 2018

Hegel

@Daily_Hegel berichtet auf Twitter über seine Hegel-Lektüre.

Er beginnt mit einer Vorstellung der Differenzschrift: (seine Tweets sind hellblau unterlegt.)
9.Die Differenzschrift ist also Hegels erstes publiziertes Werk. Er tritt damit zum ersten Mal als Philosoph auf, ohne allerdings ein eigenes System vorzustellen. Stattdessen erscheint er (trotz aufscheinender Differenzen) hier noch als Anhänger Schellings gegen Fichte.
10. Die Lektüre ist dennoch wertvoll, da die Schrift die zentralen Motive der nachkantischen Philosophen aufzeigt und somit als Einleitung für das Verständnis der Phänomenologie dienen kann. Sie stellt auch als eine Art Schlußpunkt der "wilden" 1790er Jahre. [...]
Einschub: "Die Frage nach der Fundierung der Einheit der Wahrnehmung durch das Ich und nach dessen Bewusstsein seiner selbst ist eins der zentralen philosophischen Probleme bzw. Motive des Deutschen Idealismus, wobei Hegel die Kant-Rezeptionen von Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schelling verarbeitet." (Wikipedia)
22. Die Differenzschrift beginnt mit einer Rechtfertigung ihrer Selbst. Nötig ist sie - so Hegel - durch den Irrtum des Philosophen Reinholds, der die Systeme Fichtes und Schellings als identisch ansah. Hegel will diesen Irrtum aufklären und die Differenz deutlich machen. [...]
28. Hegel will darüber hinausgehen und zeigen, dass in jedem Begriff automatisch der Bezug zu seinem Gegenbegriff implizit ist. Und die Wahrheit nicht in dem ausschließenden Gegensatz besteht, sondern in der gegenseitigen Bezugnahme aller Begriffe aufeinander. 29. Diese Denkweise, wie aus Gegensätzen eine Identität/Einheit wird und zwar gerade durch das gegenseitige Verhältnis und wie jeder isoliert scheinende Begriff alle anderen Begriffe voraussetzt und impliziert, nennt Hegel spekulativ. Er selbst erläutert das in der Enzyklopädie. 30. H. richtet zu Beginn der Differenzschrift nun an Kant und Fichte den Vorwurf, das Prinzip der Spekulation nicht vollendet zu haben. [...]
39. Philosophie erscheint hier als Ergebnis der Störung einer harmonischen gesellschaftlichen Einheit - der Verstand verschärft durch sein starres Gegensatzdenken den Widerspruch zwischen der Einheit des Lebens und den auseinanderfallenden Erscheinungen noch. [...]

Interview mit Jan Assmann

"[...] Sind Sie auch auf die Straße gegangen?
Assmann: Nein, zu dieser Zeit nicht mehr. Ich bin früher, 1958, gegen den Atomkrieg und gegen die Bewaffnung der Bundesrepublik auf die Straßen gegangen. Da hatte ich gerade Abitur gemacht. Das war meine politische Phase. Ich habe dann aber mit Erstaunen feststellen müssen, wie unpolitisch und konservativ diese 1950er-Jahre waren. Und habe das Aufkommen politischen Denkens in den 60er-Jahren dann sehr begrüßt.
Aber Sie waren kein Teil der „68er“-Bewegung?
Assmann: Irgendwann kippte das Ganze ins Ideologische um, wurde verbohrt, und da war für mich völlig klar: Mit denen kann man nicht gemeinsame Sache machen. Und außerdem stammen sowohl meine Frau Aleida als auch ich aus dem Bildungsbürgertum, was ja das Feindbild der „68er“ war .
Sie haben also mit der Bewegung sympathisiert, wollten sich aber nicht vereinnahmen lassen?
Assmann: Ja. Und 1967 haben wir uns dann auch in aller Form verlobt und ein Jahr später dann den Weg ins völlig bürgerliche Leben beschritten - und haben fünf Kinder bekommen. Wir halten also nach wie vor die Fahne des Bürgertums hoch. (lacht) [...]"

Freitag, 6. Juli 2018

Vornamen und Erfolg im Beruf

Diese Vornamen sorgen für mehr Erfolg im Beruf und ein höheres Gehalt VON MIRIJAM FRANKE

GLOBALISIERTE FINANZMÄRKTE

Bildungsmaterialien von attac, z.B. über 

GLOBALISIERTE FINANZMÄRKTE
Das Material ist in vier Module gegliedert, die jeweils mit einer kurzen fachlichen Einführung und einem knappen didaktischen Kommentar zu den einzelnen Elementen beginnen.

In Modul I werden zunächst verschiedene Zugänge zu den Zusammenhängen zwischen dem alltäglichen Leben, der finanziellen Sphäre im Allgemeinen und der Krisen des vergangenen Jahrzehnts angeboten.

Modul II steht unter der Überschrift »Die Entwicklung der globalen Krise ab 2008« und thematisiert den Verlauf der Krise von den tieferliegenden Ursachen über ihren Ausbruch in den USA bis hin zur internationalen Bankenkrise.

Modul III vertieft die Problematik der Finanzmarktakteure und nimmt insbesondere die Bankenrettung in den Blick, die bei künftigen Krisen erneut eine zentrale Rolle spielen dürfte. 

Modul IV widmet sich schließlich den sozialen Konsequenzen der zunehmenden Finanzialisierung und den krisenhaften Dynamiken der Finanzmärkte am Beispiel des Wohnens. Dabei wird der Bogen von der Hypothekenkrise in den USA über die massenhaften Räumungen in Spanien hin zu den steigenden Immobilien- und Mietpreisen in Deutschland gespannt.



TTIP & CO: HANDELSVERTRAG STICHT DEMOKRATIE?

Seit einigen Jahren wird die Kritik am geplanten Handelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment-Partnership) zwischen der EU und den USA immer lauter. Die Kritiker_innen sehen sich durch immer neue Leaks bestätigt, die Einblicke in die Verhandlungen ermöglichen, welche zunächst selbst vor Parlamentarier_innen geheim gehalten wurden. Und nicht nur TTIP ist in die Diskussion gekommen, sondern auch weitere Handelsabkommen der EU wie CETA (mit Kanada), TiSA (mit den USA und 21 weiteren Staaten) und EPAs (mit den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik). 


Schwerpunkte: Handelspolitik und Demokratie


Das Material ist dementsprechend in zwei Module gegliedert, die jeweils mit einer kurzen fachlichen Einführung, und einem knappen didaktischen Kommentar zu den einzelnen Elementen beginnen. In Modul I geht es primär um die ökonomischen Fragen im Feld der Handelspolitik: Welche Interessen spielen hier eine Rolle, in welchem Verhältnis stehen sie zu ökonomischen Theorien und welche Machtasymmetrien zwischen Staaten(blöcken) oder gesellschaftlichen Interessengruppen sind relevant? Modul IIthematisiert die primär politischen Fragen: Was bedeuten vertraglich vereinbarte Privatisierungen, Schiedsgerichte oder regulatorische Kooperation im Hinblick auf demokratische Entscheidungsprozesse und die Durchsetzungsfähigkeit bestimmter Interessen? Grundsätzlicher gefasst: Wie demokratieverträglich sind Handelsverträge in ihrer heute dominanten Form?
Mit Hilfe des Schlagwortverzeichnisses kann auch gezielt nach Themen gesucht werden, die in den einzelnen Arbeitsblättern oder Aktivitäten dieses Bausteins sowie in den weiteren Attac-Bildungsmaterialien behandelt werden.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Falls Google es noch nicht begriffen haben sollte ...

Distanzierung
Obwohl ich im Unterschied zu Muslimen nicht ständig dazu aufgefordert werde,
distanziere ich mich von den Untaten,
die fortwährend im Namen der "westlichen Wertegemeinschaft", der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland verübt werden. Insbesondere distanziere ich mich von Kriegsdrohungen und kriegerischen Handlungen im Rahmen der NATO, von Völkerrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Schutz der "Festung Europa", von der Aushöhlung des Asylrechtes des Grundgesetzes der BRD, wie sie in der neuesten Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung formuliert sind, und von allen Waffenlieferungen in Spannungsgebiete, die das GG verbietet, sowie von der Subvention von Exporten, die die Subsistenzwirtschaft von Menschen, die in extremer Armut leben, gefährden.*
Ich bin mir bewusst, dass ich in meinen zahlreichen Blogartikeln nicht einmal annähernd auf alle diese Untaten eingehe.

Arbeitsfeld
Halbwegs regelmäßig schreibe ich in einem Wiki, einem Forum und etwa 6 Blogs. Davon schreibe ich in einem Gemeinschaftsblog praktisch nur Artikel, die ich schon einmal veröffentlicht habe.

So viel als zusammenfassende Aussage. Was ich im einzelnen tue, weiß Google besser als ich, und vor allem merkt es sich das besser als ich.
Manchmal staune ich, was ich darüber, was ich so alles geschrieben habe und wann. Meist ist es aber doch sehr ähnlich.

In meinem Lehrerblog sind vermutlich die häufigsten Schlagworte (natürlich in den verschiedensten Variationen) Lernen, Lehrer, Schüler und LUSD. Hier kommt LUSD vermutlich nicht vor, die anderen Schlagworte aber wohl häufiger als im Lehrerblog.
Ich schau jetzt mal nach, was mir Google dazu zusammengestallt hat.

Reihenfolge
Im Blog Fontanefans Schnipsel:
Flüchtlinge 89x
Lehrer 31x; Zusammensetzung mit Lehrer 20x
Schule 31x;  Zusammensetzungen mit Schule 17x
Lernen 23x;  Zusammensetzungen mit Lernen 21x
Schüler 10x;  Zusammensetzungen mit Schüler 7x

Im Lehrerblog Fontanefan:

Schule 75x
Lehrer 56x
Lernen 52x
Flüchtlinge 28x
Schüler 10x
Die Zusammensetzungen sind sehr zahlreich, beziehen sich aber meist auf Artikel, die auch unter dem Grundwort verschlagwortet sind.

*Dazu jetzt auch András Hont: Aus dieser EU trete ich aus


Selbstgesteuertes Lernen

https://www.pinkuniversity.de/video-learning-blog/selbstgesteuertes-lernen-erwachsenenbildung/

Politisches Framing

E. Wehling:

Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet - und daraus Politik macht


Süddeutsche Zeitung: Frame Check (zu beachten die Twitterdiskussion dazu)



Zu Uploadfiltern für Urheberrechtsschutz

"Auch die EU-Kommission selbst beteiligt sich auf Twitter an der uninformierten Werbung für Zensurmaschinen auf unredliche Weise. Auf die Sorge des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales über das "desaströse EU-Copyright-Gesetz", antwortet die EU-Kommission, es ginge nur um Plattformen, auf denen "große Mengen unautorisierter, geschützter Inhalte" hochgeladen werden. Die betreffende Formulierung könnte einschränkend wirken und stand im ursprünglichen Entwurf - aber sie wurde im morgen abzustimmenden Gesetzestext gestrichen. Die EU-Kommission kennt den aktuellen Gesetzestext nicht - ist das noch Unfähigkeit oder schon Lüge?" (Sascha Lobo in SPON 4.7.18)

Sonntag, 1. Juli 2018

Kastralgemeinde

Die Kastralgemeinde entspricht in Nachfolgestaaten der Habbsburgermonarchie der deutschen Gemarkung.

Bismarck 1864

Erlass an den preußischen Botschafter in Wien vom 24.7. 64 zu Rechtfertigung des preußischen Vorgehens in Rendsburg: Die Einigkeit der "beiden Großmächte" wird hervorgehoben, auf die Misslichkeit der getrennten Verwaltung von Holstein und Schleswig hingewiesen und die Schuld deutschen "Mittelmächten" gegeben.

Telegramm an das Außenministerium von Gastein aus, 7.8.64
"Der gereizte und feindliche Ton gegen Dänemark nach dem Siege nicht würdig. [...] Wirken Sie dahin, daß auch die "Kreuzzeitung" und die sonst zugetane Presse in diesem Sinne spreche."
Die Ausgabe von 1965 schreibt in der Überschrift "Sprachregelung für die Presse".

Brief an seine Frau, Schönbrunn, 20.8.64
Erinnerung an die Zeit vor 17 Jahren, wo sie beide in den "heimlichen reservierten Garten [...] beim Mondschein hier eindrangen" und "mit heimlichem Behagen am Verbotenen bis an die Glasfenster wanderten", hinter denen damals die [österreich.] Kaiserin wohnte und wo gegenwärtig er wohnt.


Samstag, 30. Juni 2018

Palmöl, Biodiesel und überalterte Kohlekraftwerke

Seit Jahren weiß man über Palmöl, Biodiesel und überalterte Kohlekraftwerke Bescheid.
Jetzt stellt sich die Palmölherstellung als noch desaströser heraus als bisher angenommen, zumal bei der Anlegung der Palmölplantagen die gefällten Bäume nicht verwertet werden, sondern statt dessen Brandrodung betrieben wird.

Es bleibt bei der Subventionierung von Biodiesel und Kohle.
Nicht alles können die Verbraucher über Konsumverweigerung lösen. Jetzt über die Umstellungsschwierigkeiten zu klagen, ist heuchlerisch. Die Probleme der Kohle sind seit Jahrzehnten bekannt, Biodiesel hat eingeführt, ohne die Folgen zu bedenken. Als sie bekannt wurden, hat man die Augen verschlossen.

Palmöl, Biodiesel, Kohlekraftwerke

Freitag, 29. Juni 2018

Katastrophe bei den Krönungsfeierlichkeiten des Kaisers Nikolaus II.

Katastrophe bei den Krönungsfeierlichkeiten des Kaisers Nikolaus II. (Wikipedia)

"Es starben 1389 Menschen, weitere 1300 wurden verletzt. Die Katastrophe zählt damit zu den Massenpaniken mit den meisten Todesfällen."*

*Liste von Massenpaniken

1 426 Tote gab es 1990 in Mekka. Seit von Spezialisten für Strömungstheorie an neuralgischen Punkten geschwindigkeitshemmende Säulen aufgestellt wurden, ist dort nichts annähernd Vergleichbares mehr passiert. 

Etwa 5000 Tote gab es 1809 in Portugal, als in den Napoleonischen Kriegen Flüchtende über eine Brücke liefen und diese wegen Überlastung zusammenbrach. 

Die fehlende B-Seite - a lost serendipity

The Guardian view on B-sides: a lost serendipity 1.4.2018


"[...] The clock cannot be turned back, nor is there reason to wish that it could be. But it is also wrong to treat the digital culture boom as all A-side, when we have no way to measure the cost of losing the B-side."

Wer von der jungen Generation weiß heute noch, was die B-Seite einer Single bedeutete?
Und wer kann sich unter Serendipität etwas vorstellen und versteht daher gleich den Zusammenhang von B-Seite und  Serendipität?

Und wie unterscheidet sich Kontingenz von dem überraschenden Fund im Antiquariat oder in der gedruckten Enzyklopädie? 

Weshalb geht die B-Seite bei der Auswahlmöglichkeit im Internet verloren?

Nicht auf alle diese Fragen antwortet das Editorial des Guardian.

Über den arabischen Buchmarkt

"[...] Welche Trends gibt es in der arabischen Literatur?
Vor ein paar Jahren ging es viel um Soziales, um die Nachkriegsjahre etwa im Libanon. Oder um die Absurdität von autoritären Regimen, darüber wie sie die Leute auf den unteren Stufen der sozialen Leiter niederdrücken. Youssef Fadel, ein marokkanischer Autor, schreibt beispielsweise viel darüber, seine Bücher haben immer diese dunkle Atmosphäre. Im Moment sind auch Dystopien sehr gefragt, aus politischen Gründen, denke ich. Die Absurdität von Gewalt kommt in Dystopien zum Ausdruck. Ibrahim Nasrallah, der Gewinner des diesjährigen Arab Booker Prize, hat so ein Buch geschrieben, an der Grenze zur Science Fiction. Der Ägypter Youssef Rakha ist in diesem Sinn auch interessant, er experimentiert viel, seine Literatur ist schwierig. Aber er ist ein Trendsetter, jedenfalls ein potentieller. Er gehört zur Beat Generation in ihrer Kairo-Version.
In Deutschland sind dem Buchmarkt in den vergangenen Jahren Millionen Leser verloren gegangen. Man mutmaßt, es habe etwas mit der Digitalisierung zu tun, die die Aufmerksamkeit von dem weglockt, was man in Amerika als „deep reading“ bezeichnet, dem selbstvergessenen Lesen längerer Texte. Bemerken Sie ähnliches in der arabischen Welt?
Natürlich fragt man sich auch hier, ob die Leute lesen oder nicht. Und meine Antwort war immer: Sie lesen, aber man sieht es nicht. Hier war die Herausforderung immer, die Bücher physisch verfügbar zu machen. Es gibt ja gar kein Marketing, aber dass wir trotzdem Bücher verkaufen, zeigt doch, dass die Leute nach ihnen suchen. Wenn die Verleger anders arbeiten würden, könnten sie vielleicht noch mehr verkaufen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Die Herausforderungen sind andere: Kriege, Währungsschwankungen, Probleme bei der Vergabe von Visa, Zensur natürlich. Es gibt große Kaufkraftunterschiede zwischen den arabischen Ländern.
Wie wirkt sich das aus?
Im Libanon kann man Bücher für zwölf Dollar verkaufen, das ist in Ägypten unmöglich. Viel zu teuer. Es gibt schon Leute, die sich das leisten können, aber sie sind eine kleine Minderheit. Deswegen gibt es viele Raubkopien in Ägypten, die Bücher kosten dann ein oder zwei Dollar. Das Thema sorgt für viel Ärger, zu Recht. Aber für mich ist das auch ein gutes Zeichen. Es heißt, dass es Leser und Potential gibt. Und dass wir versuchen müssen, diesen Markt zu erreichen." (FAZ 28.6.18)

Donnerstag, 28. Juni 2018

Zeugnisse wieder per Hand geschrieben

Grundschullehrer schreiben Zeugnisse wieder per Hand SPON 27.6.18
"Die Datenschutzgrundverordnung hat eine Grundschule in Düsseldorf derart verunsichert, dass die Lehrer zu einem radikalen Mittel greifen. Die Landesregierung zeigt sich irritiert."

Es zeigt sich wieder, dass die Schulverwaltung außerstande ist, sinnvolle Arbeitsgrundlagen zu verschaffen. In Hessen hatten wir jahrelang Probleme mit der LUSD (zum Teil gingen die Zeugnisnoten im Computer des Ministeriums verloren und mussten neu geschrieben werden). Jetzt gelingt es nicht, Lehrern für jahrelang geübte Praxis Rechtssicherheit zu verschaffen.
Freilich, dass aufgrund manipulierter Daten immer wieder Lehrermangel auftritt, ist noch schlimmer.

Montag, 25. Juni 2018

Mehr Gegenwart als Geschichte? Historischer Roman revisited

Eine Diskussion über historische Romane am Beispiel von Ken Follets Roman "Das Fundament der Ewigkeit" erschreckt mich durch das, was ich als unprofessionell empfinde. 

Hier mein Zwischenruf nach 41 Minuten eines 69 Minuten dauernden Gesprächs:
Über ein Buch, in dem Konfessionsgegensätze eine wichtige Rolle spielen, wird minutenlang gesprochen, als ob die Zeit, in der es spielt, irgendetwas mit Mittelalter zu tun hätte (außer eben dem, dass es von der auf das Mittelalter folgenden Zeit handelt). Es wird vermutet, dass das Mittelalter verhältnismäßig früh im Geschichtsunterricht behandelt wird, weil es als einfach gelte; so als ob nicht jahrzehntelang in der Geschichtsdidaktik die Diskussion darüber geführt worden wäre, ob man an der Chronologie festhalten müsse (was erzwingt, dass so unanschauliche Themen früh behandelt werden müssen wie Glockenbecherkultur, Latène-Zeit und das höchst komplexe Gemisch von Abhängigkeiten, wie sie sich in Leibeigenschaft und Frondiensten sowie Abgaben  für mehrere Herren in regional höchst unterschiedlicher Form im Mittelalter finden lassen).
Wie kann es sein, dass sich die Diskutanden darüber verwundern, dass ein historisch interessierter Jugendlicher bedauert, dass weniger historische Romane gelesen werden, wo die doch historisches Interesse wecken könnten? 
Wieso bleibt unwidersprochen, dass das Mittelalter meist so "früh" nämlich in der 9. Klasse behandelt werde, wo doch die 9. Klasse das vorletzte Jahr ist, in dem in Haupt- und Realschule überhaupt noch Geschichte unterrichtet werden kann?
Selbst wenn die Universitätshistoriker nur Studenten als lernendes Gegenüber kennen lernen, müssten sie sich doch dafür interessieren, wie diese zu ihrem - im Vergleich zum wissenschaftlichen recht simplen - Geschichtsverständnis gekommen sind.

Wie kann man sich über Ken Follet so erheben, der doch immerhin umfangreiche Recherchen als Basis seiner Texte verwendet, wenn man selbst eine so unvollständige Kenntnis des Gesprächsgegenstandes hat?
Die Frage stellt sich mir um so dringender, als ich alle vier Gesprächspartner als intelligent, 
an Sachlichkeit interessiert und um Empathie bemüht erlebe. 
https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/gts7000_historischerroman?newsletter=1

In dem Gespräch wird aber - insbesondere im letzten Drittel - durchaus auch auf die angekündigten Fragen eingegangen:

Wie viel Geschichte steckt in Historischen Romanen?
Wie beeinflusst die Gegenwart unser Verständnis der Vergangenheit?
Und inwieweit kann die Geschichtswissenschaft gar von ihrem literarischen Pendant profitieren?

Die Rolle der Bildung im Islam

"'Wer nach Wissen strebt, betet Gott an.' 'Die Tinte des Schülers ist heiliger als das Blut des Märtyrers.' Auf diesen beiden Sätzen Mohammeds ließ sich eine Kultur der Intellektualität, der Hohen schule des Buches aufbauen." (Friedrich Heer: Mittelalter Teil I, S.170 - Kindlers Kulturgeschichte Europas dtv Bd 9)

Die Zitate habe ich nicht nachgeprüft. Dass sie aber zu der islamisch-jüdischen Bildungslandschaft in Spanien im 10. Jahrhundert passen, kann wohl kaum überzeugend bestritten werden.
Wenn Hrotsvit von Gandersheim damals Cordoba, damals eine der größten Städte der Welt, als "die helle Zierde der Welt, die junge herrliche Stadt" bezeichnete (vgl. F. Heer, S.165), dann schwärmte sie als Christin von einer muslimisch geprägten Stadt. Und wenn Papst Silvester II. klagte "Es ist notorisch, daß es in Rom niemand gibt, der so viel Bildung besitzt, daß er sich zum Türsteher eignet." (F. Heer, S.166), dann liegt es daran, dass er in jungen Jahren zwei Jahre in diese islamisch-jüdische Bildungswelt eingetaucht war. 

Lehrerverband warnt vor Schulchaos nach den Sommerferien

"Die Kultusbürokratie schaffe es nicht, "halbwegs treffsicher zu planen": Der Deutsche Lehrerverband bezweifelt, dass nach den Sommerferien überall ein geordneter Schulbetrieb möglich ist." (Lehrerverband warnt, SPON 23.6.18)

Der afrikanische Fluch

Der afrikanische Fluch
"Einst hieß es: Diesem Kontinent gehört die Zukunft. Wer ist schuld daran, dass es anders kam?" Von Bastian Berbner, Malte Henk und Wolfgang Uchatius, DIE ZEIT Nr. 26/2018, 21. Juni 2018

"[...]Frank Wiegandt beobachtete, wie der Norden die afrikanischen Länder nötigte, ihre Gesundheits- und Bildungsausgaben zu kürzen.
Ishmael Beah war dabei, als Warlords einen Krieg um Diamanten entfesselten und dabei nicht einmal vor kleinen Kindern haltmachten.
Und Unity Dow kann all jene widerlegen, die behaupten, die afrikanische Misere wurzele in der Natur des Afrikaners. In Botswana geht es den Menschen heute ähnlich gut wie in den asiatischen Wirtschaftswunderländern.
Zugunsten der Täter ist zu sagen, dass wohl die wenigsten das Ziel hatten, den Menschen in Afrika zu schaden. Es ist eben so passiert. Die Banken wollten ihr Geld zurück, die Amerikaner wollten ihren Bauern helfen, die Warlords wollten die Rohstoffe besitzen, der Schmuggler Mangal witterte ein Geschäft, und die korrupten Präsidenten glaubten vermutlich, sie hätten ihren Reichtum tatsächlich verdient. Sie alle dachten nicht an Afrika. Sie dachten an sich selbst.
Sanusi Badamasi tritt heraus in die Sonne. Im Schatten vor der Fabrikruine sitzt der Alte mit ein paar anderen ehemaligen Arbeitern. Sie reden über die Zukunft, die Hoffnung. Außerhalb Afrikas."

Alle Einzelaussagen und auch die Hauptschuld des "Nordens" zweifle ich nicht an. Insgesamt sieht es aber sehr nach einer unangemessenen Dramatisierung aus, wie sie Hans Rosling in "Factfulness" beklagt.
Er weist darauf hin, man dürfe den Entwicklungsstand nicht nach Regionen, sondern müsse ihn auf Länder bezogen betrachten. (Beispiel: Ghana im Vergleich zu Somalia und Mosambik) Auch hingen der Lebensstandard und Lebensweise nicht von Region oder Land ab, sondern von der Einkommenssituation des betreffenden Haushalts.

Bismarck 1877 - Gespräch in der Eisenbahn

Bismarck im Gespräch mit dem Abgeordneten Lucius am 30. Juni 1807 70 in der Eisenbahn zwischen Eisenach und Erfurt. Bericht des Abgeordneten:
 Ich traf Bismarck im Salonwagen. "Bismarck sah etwas erhitzt aus – es waren vierundzwanzig Grad Reaumur im Wagen – aber magerer, recht wohl. Er sprach lebhaft über alle ihn jetzt bewegenden Schwierigkeiten, die Orientfrage nur streifend.

"Wir tun alles mögliche um den Frieden zu erhalten. Gontaut ist nur in Ems, um Seine Majestät zu unvorsichtigen Bemerkungen zu provozieren, wie in Metz auch. Wenn der Kaiser nur das ihm gesagt hat, was er mir selbst schrieb, so kommt das schon einer Konspiration gleich zugunsten MacMahons, zum Nachteil der Republik. Er hat ihm gesagt: 'Comme viex monarque'  sympathisieren er nicht mit der Republik. Die Verschwörung der Weiber an der Spitze ist wieder auf einem Höhepunkt; [...]
Dem König von Bayern habe ich einen dankbaren Brief geschrieben, für die Abberufung Perglas'. Der betrachtete sich nicht als Bundesratsbevollmächtigter, sondern als Diplomat einer ausländischen Großmacht. Er wohnte in einem Haus mit dem italienischen Botschafter und war der Mittelpunkt des Klatsches für die Botschafter. Er lief schon morgens um acht Uhr auf der Straße herum und schnüffelte nach Neuigkeiten, welche er dann anderen weiter mitteilte. Ich habe dem König von Bayern gedankt, daß er Perglas durch einen Gesandten ersetzte, mit welchen zu verkehren ebensosehr im Interesse der Förderung der Geschäfte liegen, wie seinem Herzensbedürfnis befriedigend sein würde. [...]"

Samstag, 23. Juni 2018

Taschenbuchschürfer u.a.

Ich erinnere mich hier und mache Reklame für:


http://taschenbuchschuerfer.de/


http://taschenbuchschuerfer.de/podcast/tbs-terra-fantasy-10-bruder-des-schwertes.mp3?ptm_source=download&ptm_context=select-show&ptm_file=terra-fantasy-10-bruder-des-schwertes.mp3
Terra Fantasy 10
Brudes des Schwertes (Swordsmen In the Sky)
Hrsg. der Original-Anthologie: Donald A. Wollheim
Vorwort: Hugh Walker
Juli 1975
  • Poul Anderson, “Bruder des Schwertes” (“Swordsmen of Lost Terra”, 1951), Ü: Eduard Lukschandl
  • Otis Adelbert Kline, “Im Dschungel der Venus” (“A Vision of Venus”, 1933), Ü: J. Nilsson
  • Leigh Brackett, “Das Mondfeuer” (“The Moon That Vanished”, 1948), Ü: Helmut Pesch

  • Thomas und Anton reden über Terra Fantasy Band 10, worin sich eine bemerkenswerte Geschichte befindet. (Dazu: germanische Metaphorik und sowjetischer Kunstfilm. Und: Weiß vielleicht irgendwer, ob es eine Verbindung zwischen Leigh Brackett und den Brüdern Strugatzki gibt? Die Ähnlichkeiten zweier Geschichten sind doch zu ungewöhnlich.)

Donnerstag, 21. Juni 2018

Bob Dylan: For the times they are a-changin’ (1964)

https://www.wordsinthebucket.com/times-changin-bob-dylan

[...] Ever since its release, the song has been influential to people’s views on society, with critics noting the general yet universal lyrics which contributed to the song’s lasting message of change. 

[...]
Your old road is rapidly agin’
Please get out of the new one if you can’t lend your hand
For the times they are a-changin’
The line it is drawn
The curse it is cast
The slow one now
Will later be fast
As the present now
Will later be past
The order is rapidly fadin’
And the first one now will later be last
For the times they are a-changin’


Wie intensiv man den Artikel liest, ist jedermanns Sache. Ich halte ihn hier für mich für spätere intensivere Lektüre fest.

Sonntag, 17. Juni 2018

Das Aussehen von Menschen unterscheidet sich

Manches Aussehen ist in der Tat gewöhnungsbedürftig. Die Unterschiede fallen da mehr auf als die Gemeinsamkeiten.
Wie man Kindern helfen kann, damit umzugehen, erläutert Charlie am Beispiel von Zwillingen:
https://www.ouralteredlife.com/7waystoexplainfacialdisfigurement/ 

Samstag, 16. Juni 2018

Stanford-Prison-Experiment

Stanford-Prison-Experiment (Wikipedia, deutsch)

Stanford prison experiment (Wikipedia, englisch)

The Lifespan of a Lie 
"The most famous psychology study of all time was a sham. Why can’t we escape the Stanford Prison Experiment?" (Ben Blum, Medium 7.6.18)

Ein Twitterthreat lockt mehr Leser an als ein Blogartikel

Beispiel zum Schlagwort "Asyltourismus":
https://twitter.com/klagefall/status/1007561735383941126

Dieter Wellershoff

"[...]1959 trat er als Lektor für Wissenschaft und deutsche Literatur in den Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi) ein. Zu Beginn der sechziger Jahre las er mehrmals bei der "Gruppe 47". Ab 1965 förderte er bei KiWi, wo er nun als Redakteur für die "Neue wissenschaftliche Bibliothek" verantwortlich zeichnete, Autoren wie Nicolas Born, Rolf D. Brinkmann und Günter Herburger. Insbesondere in seinen Schriften "Wiederherstellung der Fremdheit" (1967) und "Fiktion und Praxis" (1968) entwickelte er begleitend seine Konzeption des "neuen Realismus" oder auch der "Kölner Schule des Neuen Realismus". Darin forderte er eine "phänomenologisch orientierte Schreibweise", die, im Gegensatz zur gängigen deutschen Literatur der Zeit, das "alltägliche Leben" oder auch die "pathologische oder kriminelle Abweichung" von Individuen in den Mittelpunkt rückt. [...]"
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/zum-tod-von-dieter-wellershoff-15618078.html

ZEIT:
https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-06/dieter-wellershoff-schriftsteller-nachruf

Freitag, 15. Juni 2018

Der Friedenspreis für Gedächtniskultur

Aleida und Jan Assmann untersuchen die Bedingungen eines kulturellen Gedächtnisses. FAZ 12.6.18 

Finanzminister Scholz schützt Steueroasen

"Deutschland blockiert auch unter Finanzminister Olaf Scholz einen Vorschlag der EU-Kommission, dem das Europaparlament bereits im Juli 2017 zugestimmt hat. Ein ausgehandelter Kompromiss liegt auch im Rat auf dem Tisch, aber die Bundesregierung versteckt sich hinter Luxemburg, Zypern und Malta, um die Profite der deutschen Exportindustrie zu schützen. Diese fürchtet, dass mehr Transparenz zu Steuerforderungen von Ländern wie Indien und Brasilien an deutsche Konzerne führen könnte."
https://www.linksfraktion.de/presse/pressemitteilungen/detail/finanzminister-scholz-schuetzt-steueroasen/

Montag, 11. Juni 2018

Kritik an Nestlé führt zu Shitstorm gegen Krombacher

Krombacher arbeitet mit Nestlé zusammen utopia.de 7.6.18

"[...] Eigentlich ist es schon ein halbes Jahr her, dass Nestlé und Krombacher eine sogenannte Lizenzpartnerschaft geschlossen haben: Krombacher hat die Eistee-Marke „Nestea“ übernommen und ist nun für ihren Vertrieb in Deutschland und Österreich zuständig. Dafür hatte Krombacher eigens eine neue Gesellschaft (N-Tea) gegründet, berichtete die Getränke-Zeitung bereits letzten November.
Über die neue Partnerschaft zwischen Nestlé und Krombacher hatten damals nur wenige Medien berichtet, sodass der Zusammenschluss eher unbemerkt blieb. Das hat sich nun jedoch geändert: Seit einigen Tagen verbreitet sich die Nachricht auf Facebook – Auslöser ist wohl ein Bildpost der Facebook-Seite „Politik und Zeitgeschichte“, der auf die Kooperation hinweist. [...] "

Nestlés Wassergeschäfte

Nestlé-Produkte

Freitag, 8. Juni 2018

Die 22. Wikimediaversammlung in Karlsruhe im Rückblick

https://blog.wikimedia.de/2018/05/28/die-22-mv-im-rueckblick-wer-nicht-wagt/

Gehen Finanzen vor Pädagogik oder wissen Lehrer nicht, was für ihre Schüler gut ist?

Niedersachsen:Kassenprüfer rügen Inklusions-Chaos  SPON 7.6.18

"Niedersachsen erhält Förderschulen und setzt gleichzeitig auf Inklusion. Das verschwendet Geld und verschärft den Lehrermangel, wie der Landesrechnungshof bemängelt. [...]"

Deutschland und Japan im 1. Weltkrieg

http://www.dw.com/de/nippon-dem%C3%BCtigt-wilhelm-ii-japans-eintritt-in-den-ersten-weltkrieg/a-17766780

Deutschlands Rolle in der EU

Ein bemerkenswerter Artikel. Es lohnt sich, ihn vollständig zu lesen:

"[...] Deutschland ist natürlich nicht der Hauptgrund für das, was in den anderen Ländern geschieht, oder für alles, was in der Europäischen Union schiefläuft. In Berlin muss man sich deshalb auch nicht jeden Schuh anziehen, den die wütenden Nachbarn hinstellen. (Den braunen Nazi-Stiefel zum Beispiel, der jetzt in manchen Karikaturen wieder auftaucht.)
Allerdings weist Gemecker von mehreren Seiten dann doch meist darauf hin, dass irgendetwas nicht stimmt. Würde Deutschland also die Kritik der Nachbarn nicht immer gleich vom Tisch wischen und die Widersprüche der eigenen Positionen zur Kenntnis nehmen und, mit anderen Worten, anfangen, über seine eigenen Fehler nachzudenken, statt Hausaufgaben zu verteilen – dann würde das Europa und die Europäische Union schon sehr verändern." (Guckt euch doch mal an, ZEIT 7.6.18)

Kann sich das Buch in der Konkurrenz mit elektronischen Medien und den Serien behaupten?

Noch im Herbst 2017 stellte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, zufrieden fest: „Das Buch behauptet sich

Die neuste Studie des Börsenvereins gibt freilich doch Anlass zur Sorge:

 

Der Buchmarkt verliert vor allem jüngere Käufer, 18. Januar 2018
"Von 2012 bis 2016 gingen dem Buchhandel laut GfK 6,1 Millionen Buchkäufer verloren. Die Käuferreichweite – der Anteil der Bevölkerung, der Bücher kauft – sank von 54,5 Prozent im Jahr 2012 auf 45,6 Prozent im Jahr 2016, also um knapp neun Prozentpunkte. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2017 zeigen, dass sich der Trend fortsetzt: In den ersten sechs Monaten gingen weitere 600.000 Käufer verloren.
Der Zehnjahresvergleich offenbart, dass das jetzige Käuferniveau auch die im Jahr 2007 gemessene Käuferreichweite von 49 Prozent unterschreitet. Massiv eingebrochen ist die Käuferzahl im Jahr 2016: Dort wurden nur noch 30,8 Millionen Käufer errechnet, sieben Prozent bzw. 2,3 Millionen Käufer weniger als noch 2015. Die absolute Zahl an Buchabwanderern ist sogar noch deutlich höher: 8,9 Millionen Kunden, die 2014 und 2015 noch mindestens ein Buch gekauft hatten, kauften 2016 keines. Darunter waren rund 800.000, die vor 2016 noch fünf und mehr Bücher gekauft hatten. [...]
Die Buchkäufer, so Lippmann, würden immer älter.
Um die Motive der Buchabwanderer zu ergründen, führt die GfK im Auftrag des Börsenvereins Fokusgruppen-Gespräche in Frankfurt und Leipzig durch – nach Altersgruppen und Geschlecht getrennt. Dabei zeichnen sich erste Ursachen und Zusammenhänge ab:
  • Zeitknappheit durch wachsendes Angebot an Freizeitaktivitäten
  • Aufmerksamkeitsdefizit durch "information overload"
  • Abhängigkeit von digitalen Medien
  • Verlust der Konzentrationsfähigkeit
  • wachsende Bedeutung von Videostreaming ("Serienjunkies"); "es ist gesellschaftsfähig, Serien zu gucken statt Bücher zu lesen" (Lippmann)
  • gesellschaftliche Rolle des Bücherlesens wird schwächer ("Über Bücher wird nicht mehr gesprochen")
  • die digitale (Arbeits-)Welt ist immer kürzer getaktet und setzt in wachsendem Maße die Bereitschaft zum Multitasking voraus
Eine Folge dieses Ursachenbündels ist der Verlust an Lesemomenten und der Fähigkeit, lange Texteinheiten konzentriert zu lesen."

mehr dazu:

Zum Speeddating in die Buchhandlung, FAZ

https://www.buchmarkt.de/meldungen/buchmarkt-quo-vadis-bericht-von-der-jahrestagung-der-interessengruppe-belletristik-und-sachbuch-18-januar-2018-im-literaturhaus-muenchen/

Judith von Sternburg: Bevor wir Serien guckten FR 8.6.18, S.31

Dienstag, 5. Juni 2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Mutter von 4 Kindern:

"5 Uhr: K4 ist wach. Ich stille. Normalerweise schläft er dann recht schnell weiter. Heute leider nicht. Der Mann erbarmt sich und steht mit ihm auf. Als ich 7:25 aufstehe, sind alle anderen schon wach, K1 macht sich bereits auf den Weg zur Schule. Dann bricht bei uns die Hektik aus. Dienstags vormittags kommt die Reinigungsfirma und es muss alles auf- bzw. hoch geräumt werden. 45 Minuten später verlassen auch K2 und 3 zusammen das Haus. K3 fährt Laufrad, K2 Fahrrad. Der große Bruder gibt den kleinen beim Kindi ab. Der Mann verabschiedet sich bis Donnerstagabend und fährt zur Arbeit. [...]"
mehr hier


Natürlich wäre ich bei so einem Leben gescheitert, statt https://twitter.com/ma_y und https://twitter.com/ZUMTeam und ...