Artnur Koestler (1964) Diebe in der Nacht, Sonnenfinsternis
Hermann Josef Abs (Wikipedia) (Interview)
- Walter Hallstein (1965): https://www.youtube.com/watch?v=NgmNYprJEP8 Hohes Selbstbewusstsein, große Wertschätzung Adenauers, Politik als Kampf, der durch Rechtgezügelt/zivilisiert ist, Macht als die Fähigkeit, Entwicklungen in seinem Sinne lenken zu können, keinerlei Interesse daran, Befehle geben zu können, Europa als Garant für Frieden und Hilfe für Entwicklung der Staaten. Die Hallstein-Doktrin als Mittel eine Stärkung "Pankows" zu verhindern (alternativlos), er sieht keine Gefahr, dass die außenpol. Flexibilität leiden könne. ["Wandel durch Annäherung" außerhalb seines polit. Denkens] Sehr klar und bedacht, sich keine Blöße zu geben
Sir Hugh Carlton Greene (1965) Wikipedia (Leiter von BBC u. Bruder von Graham Greene)
Aus Deutschland ausgewiesen, dann für fremdsprachige Nachrichtensendungen ab Ende 1940. Ihm war das Wichtigste Glaubwürdigkeit, Leiter einer Abteilung der BBC. Gaus Frage: Ist das überholt, weil Einzelne sich nicht ohne Hilfe informieren können? Sir Hugh: Sehr schwierig, aber auch bei Berichten in den Ostblock immer Wahrheit sein Ziel. Trotz der Störsender kam es durch. I In Malaya / Malaysia gegen Partisanen eingesetzt. An Gründung des NWDR beteiligt. Er war sehr für freie Meinungsäußerung. Er fand, dass Widerstand so schwierig war, dass er Verständnis für die hatte, die nicht widerstanden. - Wie sieht er Deutsche 1965? Die Deutschen sind vielleicht zu selbstherrlich, glauben, klüger zu sein. Zweifel, ob sie genügend Zivilcourage haben. Wie sehen Sie Engländer? Vielleicht mehr Humor? Handbuch der Spione mit Graham Greene zusammen herausgegeben.J John Reith als Begründer der BBC war für Hugh Greene gerade zu übermenschlich groß. Das Wichtigste für die Leitung der BBC: "Nicht alles selbst machen wollen, Vertrauen in andere haben, dass sie auch sehr Wichtiges richtig machen. Die BBC darf keine eigene Meinung haben, die dort Tätigen dürfen aber ihre Meinung vertreten. "That was the week that was" (sehr satirisch, von ihm abgesetzt, weil 1964 schwierige polit, Situation und er nicht zu viel Macht die Hand von Satire geben wollte.
André François-Poncet (1964): Über sich selbst: Ein Mann der Mitte, Kollegen reagierten auf
https://www.youtube.com/watch?v=H136ybvTfs0 (Film von 2003)
- Walter Hallstein (1965): https://www.youtube.com/watch?v=NgmNYprJEP8 Hohes Selbstbewusstsein, große Wertschätzung Adenauers, Politik als Kampf, der durch Rechtgezügelt/zivilisiert ist, Macht als die Fähigkeit, Entwicklungen in seinem Sinne lenken zu können, keinerlei Interesse daran, Befehle geben zu können, Europa als Garant für Frieden und Hilfe für Entwicklung der Staaten. Die Hallstein-Doktrin als Mittel eine Stärkung "Pankows" zu verhindern (alternativlos), er sieht keine Gefahr, dass die außenpol. Flexibilität leiden könne. ["Wandel durch Annäherung" außerhalb seines polit. Denkens] Sehr klar und bedacht, sich keine Blöße zu geben
- Kai-Uwe von Hassel (Verteidigungsminister) (1965) Anbau von Tropenpflanzen
- "Erlauben Sie eine letzte Frage" Dokumentation der Gesprächssendungen von Günter Gaus (2004)
- Rainer Barzel https://www.youtube.com/watch?v=IsWobOiDwnA
- Rudi Dutschke 1967 https://www.youtube.com/watch?v=dgyvzQmZJBI
- Helmut Schmidt 1966 https://www.youtube.com/watch?v=x2xL0ZFaSFc; dazu auch: 1993: Die Leidenschaft zur Vernunft
Sir Hugh Carlton Greene (1965) - Lebensbericht: https://www.youtube.com/watch?v=yvVQl8GncnkHelmut Schmidt 1966 https://www.youtube.com/watch?v=x2xL0ZFaSFcRudi Dutschke 1967 https://www.youtube.com/watch?v=SeIsyuoNfOg
- Günter Gaus als ständiger Vertreter der Bundesrepublik in Ostberlin (1974 bis 1981) Es wurde öfter gesagt, er sei nach dem Ausscheiden aus diesem Amt zum ständigen Vertreter der Menschen in der DDR und und der ehemaligen DDR geschlüpft.
Ich habe, als ich seine Interviews mit wichtigen Personen von 1990 gehört habe, mir nicht klargemacht, dass seine Rolle als Vermittler zwischen West und Ost damals schon 9 Jahre her war, und finde es eindrucksvoll, wie wichtig er diese Interviews noch genommen hat und wie gut seine Einfühlung in ihre Rolle in der DDR war. Gerade diese Interviews zu der damaligen Zeit erscheinen mir äußerst wichtige Zeitzeugnisse zu sein. Dass man ohne Spezialvorkenntnisse noch so viel über diese Zeit erfahren kann. Ihm zu verdanken. (Fontanefan)
- Claus Peymann (1998)
- Günter Gaus im Gespräch mit Günter Grass (1997)
- Günter Gaus im Gespräch mit Christian Klar (2001) https://www.youtube.com/watch?v=kpOosKxbXSc
Fritz Frey im Gespräch mit Margot Käßmann (2012)
- Günter Gaus im Gespräch mit Wolfgang Hilbig (2.2.2003)
- https://www.youtube.com/watch?v=9XoJxQi6j0Q
- Günter Gauss im Gespräch mit Sarah Wagenknecht (2004)
- https://www.youtube.com/watch?v=6fjxG94NeVU
Günter Gaus als ständiger Vertreter der Bundesrepublik in Ostberlin (1974 bis 1981)
Egon Bahr interviewt Günter Gaus (1999)
Gaus konnte nicht interviewen, obwohl er er gewollt hätte: Axel Springer, Ratzinger, Kiesinger (die nennt er selbst, an anderer Stelle hat er Marlene Dietrich genannt. Die forderte 20 000 DM als Honorar. Das war nicht vorgesehen. Er formulierte damals, in diesem speziellen Fall hätte er es wegen der historischen Bedeutung vielleicht doch versuchen sollen.)Günter Gaus im Gespräch über sein Leben 25.11. 1992 Schweizer Interviewer Teo TosoneEr hat die Metapher Gnade der späten Geburt geprägt, jedenfalls erstmals schriftlich in der Öffentlichkeit gebracht.Mein politisches Credo: Anpassung ist ein Menschenrecht, besonders für die SchwachenRolle des Journalismus: Die Tonangebenden waren linksliberal. Im vereinigten Deutschland ist die Gesellschaft rechts an mir vorbeigezogen.Ich war konservativ, dadurch bin ich in dieser Gesellschaft links geworden.Wie er die DDR erlebt hat: Für die meisten war das private Glück und Unglück im Mittelpunkt des Lebens. In ihrer jeweiligen Nische.Die historische DDR gab die Möglichkeit, in der Nische zu bleiben.Wer störte, wurde abgeschoben. Das war das Schlimmste.Die Stasi wurde ab Gorbatschow wichtiger, da nahm die Ausspionierung zu. Ich habe das damals nicht bemerkt. Er hatte niemanden gekannt, der überzeugt war, dassDer kalte Krieg hat wegen der Einflusssphären den Krieg in Jugoslawien verhindert. Sein Ziel war die Aufweichung des Ostblocks. Die hat durch Gorbatschow schlagartig vom Osten aus stattgefunden, nicht vom Westen.Frage vom Schweizer: Jetzt in Deutschland Aufregung Angriffe auf Asylsuchende.Ich weiß nicht den Weg, ich kann nur Fragen stellen.Überall gibt es Gewalttätigkeit von Schwachen. In Deutschland ist es noch schlimmer (nach der Vorgeschichte), aber nur graduell. Misstrauen gegenüber D. gut begründet, aber Selbstkritik nicht vergessen. Gegenüber D. ist er besonders misstrauisch.Schweizer: Fernsehgesellschaft bringt den rationalen Diskurs in Nachteil. Gaus. Fernsehen zu viel Emotion, bringt zum Irrtum, Augenschein veroberflächlicht das Verstehen, Entrationalisierung. Wenn Fernsehen Tomaten auf Politiker fliegen genauso kritisiert wie das Niederbrennen eines Asylantenheims.Fernsehen eine Kultur der Anmaßung, man macht sich vor, zu verstehen, was passiert.Wir können leichter manipuliert werden.Gaus gefragt, ob ein Soldat als normaler Mensch in einer Serie vorkommen. Er hat sich gewehrt, weil das manipulierte Integration wäre.Schweizer: Verlust des eigenen Bildes durch das Fernsehen .S: Unsere Demokratie denkbar ohne schriftl. Kultur? G: NeinG: Unser System, wie es austarierte Machtbalance hat, wird durch Fernsehen gefährdet.G: Ich will gegen den Strom schwimmen, solange ich kann.S: Was will G., was Journalisten tun sollen. G: Ich will niemandem etwas sagen, weil das widerspenstig macht. - Wenn ich aber etwas sagen soll. Ein Journalist mit Mikrophon fühlt sich mächtig. Sie bilden sich ein zu wissen aus Faulheit selbst zu prüfen. Den Bürgern empfehlen: Ungläubiger sein.- Gespräche mit Zeitzeugen u.ä. auf Youtube
Thomas Mann - Ein Leben. Gesehen von Klaus Harpprecht (NDR 1995)
Im Jahr 1993 gab der damals 97-jährige Ernst Jünger dem Journalisten André Müller ein beachtetes Gespräch (unter anderem im Rahmen von filmhaften Begegnungen und Veröffentlichungen, die später auch in Buchform wie Gespräche über Schmerz, Tod und Verzweiflung dokumentiert wurden).
I In seinen späten Interviews und Gesprächen – so auch um 1993 – vertrat Jünger eine Reihe charakteristischer, oft unkonventioneller Thesen zur Kultur, Technik und seiner eigenen Biografie:
Distanz zur Parteipolitik und Ideologie: Jünger betonte stets seine Unabhängigkeit von konventionellen politischen Kategorien wie „links“ oder „rechts“. Er sah sich im Alter jenseits des tagespolitischen Betriebs und zog es vor, sich der aktiven Politik komplett zu entziehen.
Die Technik als das eigentliche Schicksal: In Übereinstimmung mit seinen späten Tagebucheinträgen aus dieser Zeit (etwa „Nicht mehr die Politik ist unser Schicksal, sondern die Physik“) analysierte er die technologische Durchdringung der Welt, die Digitalisierung und die Entstehung virtueller Räume als eine schicksalhafte, unumkehrbare Entwicklung, die den Menschen und die Natur tiefgreifend verändert.
Der Blick des „Anarchen“: Jünger bekräftigte seine Konzeption der inneren Freiheit, verkörpert durch die Figur des Anarchen (im Gegensatz zum Anarchisten). Der Anarch ist für ihn jemand, der sich innerlich von den Zwängen des Staates und der Masse freimacht, ohne zwingend den offenen Aufruhr zu suchen – eine Haltung stoischer und aristokratischer Gelassenheit angesichts des Zeitgeschehens.
Fatalismus und das Verhältnis zum Tod: Geprägt von den Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts und seinem langen Leben behielt er einen unerschütterlichen, fast kühlen Fatalismus (amor fati) bei. Den Tod und das Leiden betrachtete er nicht als skandalöse Ausnahmezustände, sondern als naturgegebene Konstanten des menschlichen Daseins, denen man mit mönchischer Gefasstheit begegnen müsse.
Dieses Video zeigt das historische Gespräch von 1993 zwischen dem gealterten Ernst Jünger und André Müller, in dem er seine philosophischen Ansichten über das Leben und das 20. Jahrhundert darlegt.
Die Begegnungen und Interviews zwischen dem legendären ZEIT-Journalisten André Müller und dem Schriftsteller Ernst Jünger gehören zu den faszinierendsten Dokumenten der deutschen Interview-Literatur des späten 20. Jahrhunderts.
Hintergrund der Gespräche
Müller, bekannt für seine unerschrockene, oft provokante und psychologisch bohrende Interviewtechnik, traf zwischen 1989 und 1996 mehrfach mit dem alternden Ernst Jünger zusammen (unter anderem in den Jahren 1989, 1990 und 1993).
Das Treffen von 1993 und die Buchveröffentlichung
Das Gespräch aus dem Jahr 1993 ist – zusammen mit den Interviews von 1989 und 1990 – Kern des 2015 von Christophe Fricker herausgegebenen Bandes:
Titel:
Ernst Jünger – André Müller: Gespräche über Schmerz, Tod und Verzweiflung (Böhlau Verlag)
Wichtige Aspekte der Dialoge
Entmystifizierung des Autors: Der greise Jünger (1993 weit über 90 Jahre alt) blickt in den Gesprächen ganz unheroisch auf sein Leben zurück. Der Journalist entlockt dem vermeintlichen „Weltkriegs-Haudegen“ und frühen Nationalrevolutionär („In Stahlgewittern“, „Der Arbeiter“) unerwartet sanfte, fast kindliche Züge.
Themen:
Trotz des ernsten Buchtitels sind die Gespräche keineswegs düster. Es wird viel gelacht; Jüngers charakteristisches, stakkatoartiges Lachen („Ha, ha!“) zieht sich durch die Tonbandtranskripte. Man spricht über die großen Themen des Jahrhunderts, über Literatur, Vergänglichkeit, aber auch ganz konkret über historische Traumata und die Shoah, wobei Müller den alten Autor mitunter hart, aber stets fasziniert konfrontiert. Dynamik: Die Texte leben davon, dass Müller oft besser über Jüngers eigene Biografie und Details aus dem Ersten Weltkrieg informiert zu sein scheint als Jünger selbst, der manche historische Reminiszenz milde lächelnd mit einem „Das ist lange her“ abtut.
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