Montag, 3. Oktober 2016

Über die Verwendung von "weil" als Hauptsatzkonjunktion und Sprachentwicklung allgemein

Dass 'weil' im mündlichen Sprachgebrauch als Hauptsatzkonjuktion verwendet wird, ist mindestens seit dreißig Jahren der Fall. Vorher ist es mir nicht aufgefallen. Sprache verändert sich langsam, aber das Deutsche in letzter Zeit etwas schneller.
Mich stört immer noch, dass nicht nur der 'Dativ dem Genitiv sein Tod' ist, sondern, dass inzwischen fast genauso häufig der Genitiv anstelle des Dativs verwendet wird. 
Diese Sprachentwicklung zielt auf eine tendenzielle Angleichung aller Fälle, wie sie im Niederländischen 1945 offiziell festgeschrieben wurde. 
Aufgrund der vermehrten Verwendung des Englischen wird sich diese Sprachökonomie früher oder später auch im Schriftgebrauch durchsetzen. 
Wer regt sich heute noch über lohnenswert statt lohnend, scheinbar statt anscheinend, dasselbe statt das Gleiche auf?
Im muttersprachlichen Unterricht ist freilich Konservativismus nötig, weil sonst das notwendige Mindestmaß an Einheitlichkeit der Schriftsprache verloren ginge. Im Umgang mit Bekannten sollte man aber grundsätzlich nur die korrigieren, bei denen man annehmen darf, dass sie ebenfalls an der Bewahrung traditionelle Sprachformen interessiert sind. 
Dass das noch recht viele sind, ist an den hohen Auflagen von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" erkennbar. 


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