Mittwoch, 19. Oktober 2016

"Habituelle Herablassung"

So nennt ein Leserbriefautor heute in der Frankfurter Rundschau das bei Politikern und Journalisten beliebte Verfahren, bei Kritik an politischen Plänen grundsätzlich nicht auf die Argumente einzugehen, sondern nur nach Befindlichkeiten, Ängsten und Missverständnissen zu fragen, die erklären sollen, wieso eine (angeblich) völlig "alternativlose" Maßnahme kritisiert wird.

"Habituelle Herablassung" ist eine sehr dezente Formulierung. Deutlicher wäre "Verarschung der Staatsbürger". Diese Wortwahl versuche ich zu vermeiden. Wenn freilich selbst ein oberster Bundesrichter nicht ohne dies Vokabular auszukommen scheint, ist wohl die Zeit für eine dezentere Ausdrucksweise in manchen Bereichen abgelaufen.

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